Feb 15 2009
Vom Rabbi der Priester wurde und Rabbi bleiben wollte
Den Werdegang von Baruch Rabinowitz kann man in diesem Blog ganz gut mitverfolgen. Zunächst Kritiker der Zustände, dann jemand der über den Rand schauen wollte und dabei das Judentum hinter sich gelassen hat und nun zwei Personen in einem Körper. Jüdisches Berlin bringt ein Update über den Werdegang des ehemaligen Rabbiners von Westfalen-Lippe und Wuppertal.
Auf einer Internetseite heißt es nun:
Die unabhängigen Katholischen Kirchen sind klein und sie haben es nicht immer leicht. Sie verstehen sich aber trotzdem als wichtige Bereicherung im Zusammenspiel der Konfessionen. Als katholische Kirche eine Alternative zum römischen Modell aufzuzeigen, ist und bleibt ihnen ein Anliegen. Ich bin ein Rabbiner und zugleich ein katholischer Priester und ich sehe meine Aufgabe, als beides allen Menschen die dienen – durch die Lehre, Liebe und die Sakramente. von hier
Also: Tuches afn Tisch – Wann hat das Judentum begonnen (individuell, nicht vollständig), eine Art Lifestyle-Wohlfühl-Religion zu werden, die man um Elemente anreichern muss, wenn sie nicht mehr den gewünschten Effekt bringt? Das scheint mir der Knackpunkt zu sein. Gewiss ist eine spirituelle Erfahrung nicht ganz unerheblich, aber die eigene spirituelle Erfahrung zum Zentrum des Seins zu machen, könnte auf einen schrägen Pfad führen.
Dank an Jüdisches Berlin für das Update
86 Kommentare






Baruch dajan ha’emet
Traurig, traurig. Baruch HaSchem kann man nicht Christ und Jude in einem sein. Er sollte den Rabbinertitel sofort abgeben und aufhören, sich als einer zu bezeichnen.
Matje, Matje Timpete,
Butje, Butje in des See!
Der Bruder Baruch,
der ist noch nich genuch!
Watt will hey denn noch ?
Nu, er will katholisch shintoistischer Rebbe
mit einer eigenen buddhistischen Mosche sinn !
Da tat es einen großen Knall…
und der Bruder saß wieder in seinen…
Willkommen in der deutsch-jüdischen Realität. Mit dem Phänomen kämpfen wir als Gemeinde seit ca. 3 Jahren und werden dabei schief angeguckt.
Es finden sich in Deutschland kaum eine Stelle, die gegen Judenmission vorgeht. Wenn man sich Evangelikale Kirchen ansieht, dann merkt man schnell wo die Reise hingehen soll. Aus 20-30 jüdischen Menschen, die eine solche Kirche besuchen entstehen Zersetzungselemente für jüdische Gemeinden in Deutschland.
Um das klar zu sagen. Die Alten sterben, die Jugend besucht die Gemeinden entweder nicht oder schließt sich einer Kirche an. Wenn nicht bald gegengesteuert wird, dann gute Nacht.
Diese evangelikalen Missionare waren ja hier schon häufiger Thema ( http://www.sprachkasse.de/blog/2006/11/03/wurg/ )und im Ruhrgebiet toben die sich ja auch ausgiebigst aus.
Bei dieser Geschichte war es aber wohl anders herum. Hier ist jemand selbständig auf den Weg gegangen und hat eine (wie ich meine, falsche) Richtung eingeschlagen…
Evangelikale? Oh ne geh mir wech. Ich, früher, als ich noch jung, naiv und Christ war, habe ´ne Zeit lang für eine christliche Band als Techniker gearbeitet, die sich dann als evangelikal rausgestellt hat. Oh Mann. Das beste war ein Konzert auf einer missionarischen Veranstaltung im Hotel Römischer Kaiser in Dortmund ( Eines der teuersten Häuser am Ort ). Die komplette Horrorshow mit Zungenreden, wobei davon erstaunlicherweise junge pubertierende Damen ergriffen wurden, bis zur Erweckungstrance. Und als Top-Akt ein shottischer Evangelikaler, der zu Tränen rührend, selbst weinend sich immer wieder auf die Brust schlagend davon berichtet hat, wie ihn Jesus vor dem Satan Alkoholismus errettet hat. Das Beste kam allerdings zum Schluß. Als Techniker mußt Du ja nach der Veranstaltung immer erst mal Dein Equipment abbauen, und kommst dann in der Regel als letzter raus, nach dem alle anderen schon Weg sind. Und wen seh ich da an der Hotelbar? Den bekehrten Schotten vor einem doppelstöckigem Whisky.
Ich sag´s ja, Jesus klebt!
Ergänzung: erstaunlicherweise nur und ausschließlich junge pubertierende Mädchen
Der Titel Rabbiner ist nicht geschuetzt – also kann er sich weiter so nennen. wenn er noch Respekt hat vor dem Judentum dann soll er den Titel ablegen.
@Chajm: direkt zu Bruder Baruch: ich habe mir nochmal die Seite von Baruch zu Gemüte geführt. Herzallerliebst sind ja auch die Logos, Abendmahlkelche mit hebräischem Spruchband. Aber glaubst Du wirklich, das irgendein Jude oder irgendeine Jüdin mit ein bißchen Chochme darauf reinfällt und sich davon fangen läßt? Ich mein, das ist doch eine katholische Sekte, die machen doch die komplette Wandlung, wunderbaren Kiddusch-Wein in das Blut Jeschua ben Josef. Das ist doch eklig. Sogar mir als Goi wird allein bei der Vorstellung schlecht.
Und dann dieser ganze Franz von Assisi-Schmonzes. Der Franziskaner Orden gehörte mit zu den stärksten Judenfeinde in der katholischen Fraktion während des ausgehenden Mittelalters. Das sind doch alles solche Gegensätze, die kann kein vernünftiger Mensch für sich miteinander vereinbaren.
@Roman: “Es finden sich in Deutschland kaum eine Stelle, die gegen Judenmission vorgeht.” Das wird auch schwierig werden, denn ich sehe keine Institution, die sich das auf die Fahne schreiben würde. Den Amtskirchen selbst ist es egal, wenn sie es nicht sogar unter der Hand unterstützen. Den staatlichen Institutionen ist es egal, denn trotz Religionsfreiheit ist dieser Staat nicht wirklich laizistisch organisiert. Und der Zentralrat ??? Die werden sich da wohl kaum in die Nesseln setzen. Also bleibt die Aufklärungsarbeit wohl oder übel bei den Gemeinden hängen. Und hier gibt es aus meiner Sicht zwei Stränge: zum Einen grenzen sich jüdische Gemeinden beim interreligiösen Dialog nicht expressiv genug gegen das Christentum ab. Nichts gegen den Dialog,
der ist wichtig, aber Adoshem und der Gott der Christen sind zwei grundsätzlich verschiedene paar Schuhe,
und das Alte Testament der Christen hat auch wenig mit der Thora zu tun, weil es eben durch das neue Testament ergänzt wird, und eben nicht durch die beiden Talmudim. Ich glaube, dies Position muß und kann man in einem interreligiösen Dialog auch wahren. Denn ein Dialog kann nur entstehen, wenn es wirklich verschiedene Positionen gibt. Wenn man sich aber weigert, eine klare Position einzunehmen, muß man sich nicht wundern, wenn für die Gemeindemitglieder die Konturen verwischen.
Zum anderen glaube ich ist es an der Zeit, sich auch als Einheitsgemeinde was bei Chabbad abzuschauen, und zwar nicht die Inhalte, sondern die Methode. Gemeindeleben heute, vorallem für jüngere Menschen, ist nicht nur eine reine rituelle Frage, sondern hat neben der reinen Gelehrtheit auch ein ungeheuer starkes soziales Moment. Gerade mit diesem Moment des Gruppengefühls und der Gemeinde als sozialem Anker arbeiten ja auch die Freikirchlichen und Evangelikalen bei ihrer Mission. Von daher wäre jeder Einheitsgemeinde geraten, eher in einen Kindergarten statt in eine neue Synagoge zu investieren, einen gut ausgebildeten Kantor einzustellen, der stimmlich
und methodisch in der Lage ist, die Gemeinde als ganzes melodisch mitzureißen, um aus Kabbalat und Schacharit eine echte Gemeinschaftsmechaje zu machen. Ferner wird man nicht umhinkommen, Modern-Melamedim einzustellen, die eben nicht nur auf die Bar/Bat Mitzwah vorbereiten, sondern junge Menschen durch komplexere Angebote auch emotional an die Gemeinde zu binden,
und vorallem den harten Job auf sich nehmen, gemeindeferne jüdische Familien zu Hause zu besuchen, um die Kinder und Jugendlichen
in die Gemeinde zu bekommen.
Da haben also die Vorstände noch einiges vor der Brust!
@shabbes-goi
Gemeindeleben? Hier kann man vom Islam lernen denke ich
Sholem Serda! Ich glaube weniger, dass es am Wissen mangelt, es gibt ja auf der ganzen Welt reichlich vitale jüdische Gemeinden. In der BRD fehlt es eben aus bestimmten Gründen an gewachsenen und ausgebauten Strukturen, die ja schon mal da waren, aber leider zerstört wurden.
Nochmal Sholem Serdar! Das hier klingt ja überaus spannend:
“Islamische und jüdische Hermeneutik als Kulturkritik”
http://www.wiko-berlin.de/index.php?id=99
Läuft das Projekt noch ?
@shabbes-goi: Naive (böse) Frage. Warum sollten die Gemeinden das tun? Was ist der Anreiz?
Chabad hat den Antrieb, neue Gemeindemitglieder zu gewinnen, auch um die Strukturen erhalten und erweitern zu können.
Die evangelikalen Gruppen müssen auch expandieren und ihre Mitglieder halten, um sich über Wasser halten zu können… Mein Lieblingsthema.
@Chajm: “Bei dieser Geschichte war es aber wohl anders herum. Hier ist jemand selbständig auf den Weg gegangen und hat eine (wie ich meine, falsche) Richtung eingeschlagen…”
Das ist auch ein beliebter Irrtum. Nur die wenigsten sind von den “bösen Christen” verführt worden. Die aller meisten Judenchristen (man mag über diesen Begriff streiten) haben sich wegen der schönen Musik, des schönen Gefühls etc. einer christlichen Gemeinde angeschlossen. Bei “Bruder” Boris sehe ich nichts anderes. Er findet die Idee toll und deswegen lässt er sich auf das Spiel ein.
Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es seine letzte Station bleiben wird.
@shabbes-goi: Ich kann mit dem Begriff Jüdisch-Christlicher Dialog nichts anfangen. Ein Dialog soll zu einer Wahrheit führen, so haben es zumindest die alten Denker verstanden. Ich würde von Jüdisch-Christlicher Verständigung sprechen.
Wie kann aber eine Verständigung zu Stande kommen, wenn sich die Katholiken und Protestanten offiziell gegen Judenmission aussprechen, aber auf der anderen Seite Evangelikale mit Sachleistungen unterstützten?
Was das Gemeindeleben angeht, so gestaltet es sich sehr schwierig. Im Kern scheitert es immer an der Jugendarbeit. Es ist kaum möglich Jugendliche dauerhaft für jüdisches Leben zu interessieren. Warum soll man auch eine jüdische Gemeinde aufsuchen, wenn einem jüdischen Jugendlichen alle Möglichkeiten dieser Welt offen stehen?
Zuhause wird eh alles locker gehandhabt und in der Schule gibt es keine Vorbehalte gegen andere und umgekehrt ebenfalls nicht.
In diesem Punkt kann man keinen Vergleich zwischen muslimischen und jüdischen Gemeinden ziehen.
Gerade hier im Ruhrgebiet gibt es aber auch massive „Einladungen“ die an jüdische Menschen gerichtet sind. Dort muss dann gar nicht mehr überzeugt werden. Es ist wie Roman es beschrieb: Ein Mischmasch aus rituellen Versatzstücken des Judentums, nette Musik, ein kuschliges Gemeinschaftsgefühl, eine Rundumbekasperung aber auch „ideologische“ Arbeit. Die Argumente sind schwach, aber überzeugen diejenigen mit wenig Vorbildung.
Jugendarbeit und Arbeit mit jungen Familien. Warum arbeiten die Evangelikalen erfolgreich mit Jugendlichen? Das Format ist einfach und eigentlich beliebig kopierbar (mit entsprechend engagierten Leuten). Aber was willst Du vermitteln? Judentum als Selbstzweck? Israel? Antisemitismus? Das ist ein mögliches Ticket, führt aber nicht zum Ziel.
Die jüdisch-christliche Zusammenarbeit wie wir sie hier kennen, ist ja eine Nachfolge der dekretierten jüdisch-christlichen Zusammenarbeit und Verständigung und die folgt ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten. Das ist ja auch eher eine „deutsch-jüdische“ Verständigung, aber so kann das Kind nicht genannt werden…
@Chajm: “Warum sollten die Gemeinden das tun? Was ist der Anreiz?” Meinst Du damit die These ” Das Judentum als zu schützender Wert in der BRD an sich?”
@Chajm & Roman: ich frag jetzt mal genauso naiv zurück: ich schätze Euch beiden vom Alter her so ein, dass Ihr den Wechsel von der GUS hierher bewußt erlebt habt. Hat Euch eigentlich irgendwer vorher gesagt, was Euch hier in Punkto Judentum in der BRD erwarten wird ?
Interessant, Shabbes-goi! Warum nimmst Du denn an, jeder Jude sei eingewandert? Auf Roman mag das zutreffen, auf mich nicht…
Nein, Nein die These „Schützender Wert an sich“ meine ich nicht. Eher wie ich es oben schrieb – was ist die Triebfeder dafür, dass neue/mehr/häufiger Leute am Gemeindeleben teilhaben? Bei den evangelikalen und eigentlich bei allen Gruppen, die sich aus eigenen Kräften erhalten müssen, ist das doch eigentlich klar…
“Jugendarbeit und Arbeit mit jungen Familien. Warum arbeiten die Evangelikalen erfolgreich mit Jugendlichen? Das Format ist einfach und eigentlich beliebig kopierbar (mit entsprechend engagierten Leuten).”
Ja, das kann man kopieren und wir bieten in der Gemeinde u.a. auch Jugend- und vor allem Familienarbeit an. Die Resonanz ist aber relativ deprimierend. Denn uns fehlt ein – aus meiner Sicht wesentliches – Element, wir versuchen keine Parallelgesellschaft zu bilden. Jede evangelikale Gemeinde die ich kenne, versucht sich aber von der Welt abzuschotten. Kurz: “Liebe nicht die Welt”
Chabad distanziert sich ja ebenfalls von der Gesellschaft und man kann auch etwas sehr typisches sehen. Erfolgreiche jüdische Jugendliche treten aus der Gemeinde aus, sobald sie anfangen Geld zu verdienen. Sehen also nicht ein, warum sie für eine (Pseudo- Religiöse Gemeinschaft zahlen sollen). Aus diesem Grund können sich jüdische Gemeinden auch nicht aus eigenen Mitteln finanzieren.
Was man anbieten muss ist eine gute Frage, in einer Welt in der Religion in den Hintergrund gerät. Ich denke die Mischung wird es auf lange Sicht machen. Ein Bewusstsein für jüdische Werte, für den Staat Israel und die eigene Identität als deutscher Jude.
In Duisburg soll bald ein jüdischer Kindergarten gebaut werden, was sehr zu begrüßen ist. Leider Jahre zu spät (hier wächst die 2. Auswanderer Generation schon längst heran) und leider nur in Duisburg. Juden aus Oberhausen und Mülheim werden also von dem Angebot nicht profitieren können.
@schabbes-goi: “@Chajm & Roman: ich frag jetzt mal genauso naiv zurück: ich schätze Euch beiden vom Alter her so ein, dass Ihr den Wechsel von der GUS hierher bewußt erlebt habt. Hat Euch eigentlich irgendwer vorher gesagt, was Euch hier in Punkto Judentum in der BRD erwarten wird ?”
Mir hat man vor und nach meiner Einreise niemand etwas vom Judentum erzählt. Die Gemeinde schien auf den Ansturm nicht gefasst zu sein, nachdem man Zwangsmitglied wurde, konnte man sich zu ganz profanen Fragen beraten lassen. Eine Ahnung vom Judentum schien niemand zu haben.
Der Rabbiner versuchte zwar etwas auf die Beine zu stellen, aber ohne die Eltern zu erreichen (und diese Sprachen damals nur Russisch) kann ein solches Vorhaben nicht gelingen. Die Konsequenz 16 Jahre danach: 3000 Mitglieder, aber damit ein Minjan zusammenkommt müssen Fahrausweise finanziert werden.
Eine Methode um Mitglieder zu halten: Mit Austritt verliert man das Recht auf einem jüdischen Friedhof bestattet zu werden. Damit erübrigt sich denke ich jede Diskussion mit der Leitung.
Ich bin gespannt wie die Situation in weiteren 20 Jahren sein wird.
@ Roman
“In Duisburg soll bald ein jüdischer Kindergarten gebaut werden, was sehr zu begrüßen ist. Leider Jahre zu spät”
Ich glaube es ist für sehr sehr vieles zu spät – und das Versagen liegt leider in erster Linie beim ZR. Die HJS hat bis Heute nicht die Ziele erreicht, für die sie gegründet wurde. Es gibt kaum Lehrer, Kultusbeamte und Rabbiner, meistens “Kantoren” die aus dem Russischen Siddur die Transliteration lesen, allen erzählen die Gemeinde sei Orthodox und Koscher und zum Kiddusch wird dann Chantre gereicht… kaum einer hat Ahnung und wenn einer mit Ahnung ankommt wird er nicht sehr willkommen geheissen.
Ich glaube ich mache einen privaten jüdischen Friedhof auf – für alle Austrittswillige. $$$$$$$$$$$$$$$$$$
@ Chajm: Sholem Baleboss! Zu “Warum nimmst Du denn an, jeder Jude sei eingewandert? ” Nehm ich erstmal nicht grundsätzlich an. Ich hatte jetzt nur ganz unhinterfragt von Guski und Deiner Russischkenntnisse daraus geschlossen, dass Du oder Deine Eltern aus der GUS eingewandert sind.
Wie sieht es eigentlich mit Spiritualität aus? Sobald dieses Element fehlt, reduziert sich Religion auf Formalismus. Ich komme aus einem religiös orthodoxen Elternhaus und die aktive Einbindung an Gebete und Glaubensinhalte hat eine starke Bindungskraft. Gerade das, was in der deutschen Gesellschaft kritisch beäugt wird, ist der “Klebstoff” der die Gemeinschaft zusammenhält.
Ich kann was schlecht zum Identitätsprozess von Juden in Deutschland sagen. Aber meine Beobachtungen gehen dahingehend, das in der Öffentlichkeit Judentum und Juden über Eigenschaften definiert werden, die nicht vorwiegen religiöser Natur sind. Antisemitismus, Holocaust usw. Alles was kurzzeitig durch Abgrenzung zur Identifikation dienen kann, aber das hält man nicht lange durch. Man sollte für etwas leben (also Inhalte, Glauben, Praxis usw.) und nicht gegen etwas. Das ist mein subjektiver Eindruck, korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
@Roman:”Mir hat man vor und nach meiner Einreise niemand etwas vom Judentum erzählt….” Hallo Roman, danke für Deine Antworten. Ich wollte mit meiner Frage auch nicht dreist sein oder jemanden zu nahe treten, ich habe einfach nur kein Bild davon, wie so eine Einwanderung abgelaufen ist oder abläuft. Eine Frage hätte ich noch zur jüdischen Einwanderung, um das ganze für mich abzurunden: Wenn man als Jude aus den GUS hier einwandert, hat man dann freie Wahl des Wohnortes, oder wird einem ein Wohnort zugewiesen ?
Der Wohnort wird nach einem Schlüssel zugewiesen, es ist aber auch möglich sich für einen anderen Wohnort zu entscheiden. Wenn du dich dann niedergelassen hast, kannst du natürlich deinen Wohnort sofort wechseln. Aber es wandern derzeit kaum mehr Juden zu, deswegen braucht man sich da keine Gedanken mehr zu machen.
“Wann hat das Judentum begonnen (individuell, nicht vollständig), eine Art Lifestyle-Wohlfühl-Religion zu werden, die man um Elemente anreichern muss, wenn sie nicht mehr den gewünschten Effekt bringt? Das scheint mir der Knackpunkt zu sein. Gewiss ist eine spirituelle Erfahrung nicht ganz unerheblich, aber die eigene spirituelle Erfahrung zum Zentrum des Seins zu machen, könnte auf einen schrägen Pfad führen.”
Die eigene spirituelle Erfahung zum Zentrum des Seins zu machen führt zu einer Überindividualisierung, die letztendlich alle einsam macht.
Die Frage, was ich geben kann, wo ich benötigt werde, stellt sich nicht mehr, sondern nur noch, was ich benötige und was ich von anderen bekommen kann. Wenn aber alle nur noch benötigen, bzw. nur für die eigene Entwicklung stehen, dann sieht es düster aus. Spiritualität ist ein Prozeß, der im Judentum nie auf alleinige Befriedigung der Bedürfnisse des Einzelnen abgestellt war. Die Gruppe war und ist wichtig, alleine funktionieren wir nicht. Wir können uns nur entwickeln, wenn wir uns in der Gemeinschaft entwickeln. Der Kontakt mit anderen Menschen beinhaltet aber, daß es nicht immer nur um “Wohlfühlen” und Lifestyle gehen kann, sondern manchmal auch um Konfliktlösung, um unbefriedigende Situationen, mit denen man umzugehen hat, die man manchmal auch einfach nur ertragen muß und vor denen man nicht davonrennen sollte.
ah Leute, habt ihr echt kein religiöses Selbstbewusstsein, dass ihr die ganze Zeit die “Mission” fürchten? Wenn jeder Jesus Gläubige ein Gefahr für eure Gemeinden (die leere Gebäude, meine ich) darstellt, dann macht ihr irgendetwas falsch. Und: ist Laschon Hara nicht eine Sünde? Wie wäre es mit mir zu diskutieren? Aber diskutieren, meine ich – dafür braucht man Offenheit und Mut. Habt ihr das? Aber es schmeichelt mir, dass ihr mich immer noch nicht vergessen habt. Danke dafür. Schawua Tow, Bruder Baruch
und à propos Mission – ihr solltet missionieren, nicht ich. sonst wird nach ein paar Jahrzehnten, sehr optimistisch gesehen, keine jüdische Gemeinde in Deutschland mehr geben. Mal sehen on das Judentum das Wettbewerb mit den anderen Religionen aushalten kann. Um euch zu beruhigen – ich missioniere keine Juden und arbeite ausschließlich mit den Juden die schon ohnehin einer Kirche angehören und einfach mehr über das Judentum erfahren wollen. Auch mit denjenigen, die aus den Synagogen rausgeschmießen wurden. Glaubt mir, solchen Menschen wollt ihr sowie so nicht haben!
Sie sind genau so wie ich. Also: Juden sind nicht mein Zeil. Habt keine Angst! Es gibt viel mehr Menschen in der Welt, die nicht jüdisch sind – es ist einfacher und angenehmer mit ihnen zu arbeiten.
Ich bewerbe mich in keiner jüdischen Gemeinde – und ich bin völlig transparent – ich bin was ich bin. Ließt meine Webseite, da steht alles geschrieben. Und ich danke euch: wenn ich lese, was ihr so alles über mich schreibt, kann ich nur Gott danken, dass ich die Religion, die von euch vetreten wird, nicht angehöre. Ihr bestätigt es nach und nach, dass meine Entscheidung die einzige richtige war. B’Schalom, baruch
Fragt sich nur, was du ohne “unsere Religion” heute wärst, wohl nichts weiter als ein gewöhnlicher Judenchrist. Dagegen verleihen dir heute dein Rabbiner-Studium und die Beschäftigung in den jüdischen Gemeinden einen gewissen Status.
Vom religiösen Selbstwertgefühl zu sprechen erscheint mir vor dem Hintergrund, dass ihr sowohl Christentum, als auch Judentum missbraucht und missdeutet äußert lachhaft.
Wenn du glaubst, dass allein die Anzahl der Anhänger einer Religion ein Erfolgsindikator ist, dann ist es ebenso lächerlich, wie deine Behauptung in ein paar Jahrzehnten wird es in Deutschland keine jüdische Gemeinde mehr geben. Es freut mich aber, dass du dich vor der endgültigen Auflösung des Judentums in Deutschland, in dein sicheres “Christentum” geflüchtet hast.
@Roman Wenn es so ist, wozu diese ganze Irritation und Aufregung? Habt ihr nicht besseres zu tun, als euch mit dem “schwachen und armseeligen Baruch Rabinowitz” zu beschäftigen? Die Anzahl der aktiven Anhänger ist sehr wohl ein Erfolgsindikator. Wenn es nicht so ist, wieso klagen denn die jüdischen Gemeinden über die zu niedrigen Besucherzahl? Und meiner Meinung nach, das Judentum wird vor allem von den Vorständen missbraucht, nicht von “uns”. Über das Christentum weiß ich nicht, ob Du das beurteilen kannst – das Christentum kann man nicht “missbrauchen”, denn es tausende von Formen und Richtungen innerhalb dieser Religion gibt. Du bist doch nicht römisch-katholisch, oder?
Und was lachhaft ist und wer Recht hat, das wird die Zeit schon zeigen. In deisem Sinne, noch einen schönen Tag! baruch
Aufregung ist das falsche Wort, wohl eher Mitleid – Irritation trifft es schon eher. Da ist ein scheinbar engagierter Rabbiner und dann dreht er durch, die Irritation ist verständlich. Mich hat’s allerdings nicht mehr gewundert, als ich mir deine Links angesehen habe. Dann war alles mehr oder weniger klar.
Ob du schwach bist, kann ich nicht beurteilen und will es auch nicht. Allerdings spricht es für sich, wenn du anstatt eine Veränderung herbei zuführen lieber an der weiteren Zersetzung des Judentums in Deutschland teilnimmst. Dass du, wie von dir behauptet, nur bereits konvertierte ansprichst ändert wenig. Die anderen machen die “Drecksarbeit” und du trägst später deinen Teil bei. Da ist kein Unterschied in der Sache.
Über das Christentum weiß ich nicht, ob Du das beurteilen kannst – das Christentum kann man nicht “missbrauchen”, denn es tausende von Formen und Richtungen innerhalb dieser Religion gibt.
Schön, dass du den Missbrauch des Judentums zugegeben hast.
Inwieweit du den christlichen Glauben missbrauchst müssen letztendlich die Anhänger dieser Religion entscheiden. Für mich wirkt es geradezu grotesk, wenn du jüdische Gebete mit christlichen Lehren kombinierst und dich dabei auch noch als Bruder Baruch oder deine Gemeinschaft als “katholisch” bezeichnest. Ebenso gegen die Lehren der Kirche verstößt, dass du apokryphe Testamente (Thomas Evangelium auf deiner Seite) als Teil deiner und der katholischen Lehre vermittelst. Aber wie gesagt, das müssen Christen entscheiden nicht ich.
@Baruch
Angst vor Missionaren? Wohl kaum vor der „Mission “´als vor der Geisteshaltung dieser Personen für die ein Jude kein Jude bleiben kann und irgendwie durch sie geheilt werden muss.
Die Tatsache, dass ein gut ausgebildeter junger Rabbiner auf diese Geschichte hereinfällt, ist allerdings interessant. Vielmehr muss er sich fragen lassen, warum er nicht willens war, die Situation zu ändern, die er nun anprangert. Statt dessen wurde die Flucht gewählt bzw. ein Seitenwechsel gewählt. In die Mehrheitsreligion.
Oder handelt es sich hier wieder um einen Fall bei der eine Person festgestellt hat. dass die Anerkennung für Juden durch Nichtjuden durchaus größer als ist, als durch Juden, wenn man sich für etwas einsetzt?
Die Anzahl der genutzten Sitzplätze in einer Synagoge ist übrigens kein Indikator für „jüdisches Leben“.
“schwachen und armseeligen Baruch Rabinowitz”
Sehr interessant. Sie haben das über die Scheiber hier behauptet (kann jeder nachlesen) und drehen es um als hätte man das über Sie gesagt. Ist das ausschließlich Ihre Rhetorik?
Bruder Benediktus,
ich verstehe die Frustration über das jüdische Leben in Deutschland.
Ich teile sie in gewissen Stücken.
Aber wieso besteht die Lösung darin,
sich vom Judentum im Ganzen loszusagen?
Wer wirklich funktionierende jüdische Strukturen sucht,
findet sie ausserhalb von Deutschland.
> Die eigene spirituelle Erfahung zum Zentrum des Seins zu machen
> führt zu einer Überindividualisierung,
> die letztendlich alle einsam macht.
Das Judentum erwartet von uns unter anderem,
den Nächsten (III, 19:18) und Haschem zu lieben (V, 6:5).
Man beachte, dass die etymologische Wurzel für das hebräische
Wort für Liebe, “Ahawah”, “haw” ist. Was “geben” bedeutet.
Das Gefühl der Nähe zu G-tt (Devekut) kommt nicht von selbst,
das muss man sich erarbeiten.
Gemeint ist nicht ein Geben, bei dem man sich regelmäßig fragt:
“Was bekomme ich dafür zurück.”
> Wann hat das Judentum begonnen
> (individuell, nicht vollständig),
> eine Art Lifestyle-Wohlfühl-Religion zu werden,
> die man um Elemente anreichern muss,
> wenn sie nicht mehr den gewünschten Effekt bringt?
Fairerweise muss man sagen, dass das Judentum
regelmäßig um neue Elemente angereichert wurde,
auch in jüngerer Vergangenheit:
- Mussar
- Chassiduth
- Derech Eretz
- …
Die Frage ist eher: Welche Anreicherungen sind zulässig?
YM
@Yankel Moishe
Lieber Yankel Moishe –
Dieser Blog ist wohl der echte Nachweis dafür – Nächstenliebe und Derech Eretz. Ja, das stimmt, es gibt sehr wohl wohlfunktionierenden Strukturen innerhalb des Judentums. Und ich habe einen sehr großen Respekt davon. Ich schätze auch alle Menschen wie Chaim, die sich ehrlich für das jüdische Leben einsetzen. Das Judentum ist eine sehr schöne und reiche Religion und ich praktiziere sie immer noch. Aber ich bin auch ein Universalist – ich halte keine Religion für weder absolut falsch noch absolut richtig. Die Religion ist ein Werkzeug und ein Mittel, aber kein Ziel. Für mich zählt ein Mensch und nicht seine Folkszugehörigkeit oder sein Glaubensbekenntnis. Ich bin nicht dogmatisch und ich predige keine Absoluten – in der Tat, habe ich noch nie gemacht. Und ich wünsche es mir, dass das Christentum und das Judentum sich von solchen Vorurteilen befreien.
Herzliche Grüße, baruch
@Yael1
Ich nehme das als Kompliment an
@Chaim
Lieber Chaim, endlich meldest Du Dich. Danke! Ich glaube dass wir ziemlich an einander vorbei reden. Ich versuche sehr wohl und die ganze Zeit die Situation zu ändern – aber dass es von Innen möglich ist, glaube ich kaum. Abgesehen von meinem spirituellen Weg, der eine sehr persönliche Angelegenheit ist und die ich hier nicht anreden will, war ich auf die Reaktion aus den jüdischen Kreisen sehr gespannt. Und sehr enttäuscht. Ich habe es mir gehofft, dass ein oder anderer sich fragen wird, wie so etwas möglich ist. ich habe auf ein Gespräch gehofft. Da kam aber nur die üble Nachrede. Schmirat HaLaschon ist wohl nicht eine Stärke von deisem Forum. Und Du hast Recht, die Anzahl der genutzten Plätzen in der Synagoge ist kein Indikator für das jüdische Leben. Es geht um eine spirituelle Entwicklung jeden einzelnen, um seine Engagemant, seine Ziele, wenn man will, wozu er oder sie eine Religion überhaupt braucht. Wenn sie nur als ein Ausdruck der Folkzugehörigkeit dienen soll, wäre es für mich zu schwach. Ich sehe die Religion als ein Weg der persönlichen Entfaltung – “so wie es einem gegeben sein Körper (durch Brit Mila) volkommen zu machen, so liegt es an ihm auch seine Seele zur Vollkommenheit zu bringen” (Sefer HaChinuch, Mizwa Brit Mila). Aber das ist auch ein Weg der Toleranz und Akzeptanz, Probleme zu lösen statt Probleme zu schaffen. Du als ein liberaler Jude weißt es bestimmt besser als ich. Ich weiß wohin das orthodoxe Judentum sich anstrebt. Ich weiß wohin das rekonstruktionistische Judentum zielt. Aber was ist das Ziel des deutschen Judentums? Dass alle russischen Juden Hebräisch lesen können? Wo ist das höhere Ziel und zwar ein, das aus einem guten Menschen einen besseren Menschen machen kann?
Und mir geht es nicht um Anerkennung – sonst würde ich einen völlig anderen Weg gehen. Herzlich, baruch
Das war kein Kompliment, sondern eher ein Synonym Ihrer Hilflosigkeit.
Laschon haRa hier? Wohl eher nicht. Hier wurden nur die Dinge aufbereitet, die ohnehin in die Öffentlichkeit gebracht wurden.
Zumindest kann man nicht von anderen Schmirat Laschon einfordern, sie aber als schwach und armseelig bezeichnen.
Universalismus: Das Problem, Baruch, ist HaSchem ist nicht Dein Herr, sondern er ist Dein Sklave. Du benutzt ihn als Projektionsfläche für irgendwelche spirituellen Bedürfnisse die gerade vorherrschen.
Woher kommen diese Bedürfnisse? Geweckt hat sie nicht das Judentum, sondern die nichtjüdische Gesellschaft und während Jüdinnen und Juden in der Vergangenheit lieber auswanderten oder den Tod wählten, wählen heute Jüdinnen und Juden freiwillig den Weg ins Christentum. Ist das eine Art geistiges Stockholmsyndrom, bei dem sich die Geiseln langsam mit ihren Entführern identifizieren?
@ Baruch: Ich geb es zu, ich habe hier und unter http://www.sprachkasse.de/blog/2009/02/23/gebete-fuer-israeliten-update/comment-page-1/#comment-19880 sehr laut und vehement gegen “TwelveTribes” getippt. Ich würde das aber ebenfalls nicht als Laschon haRa bezeichnen, sondern einfach als beißenden Spott eines “Unparteiischen”, der sich durch Dein “TwelveTribes”Projekt vehement in seinem Berufsethos verletzt fühlt.
Wie gesagt, viva la Tango !
@Baruch
Ich glaube einfach nicht, daß es hier ernsthaft darum geht, wirklich spirituell mit Menschen umzugehen, sondern einfach nur darum, den eigenen spirituellen Bedürfnissen Genüge zu tun. Leider hat darum ein Gespräch schon im Vorfeld einen wirklich fahlen Geschmack, und das nicht nur, wenn man daran denkt, mit welcher Hingabe hier im November diskutiert wurde – wohl auch in der Hoffnung, noch umzustimmen – wo Du bereits in die katholische Kirche eingetreten war. Aber Du hattest nicht einmal die Ehrlichkeit, uns zu informieren, damit wir eine den Tatsachen entsprechende Basis zur Diskussion hatten.
@YM
“Aber wieso besteht die Lösung darin,
sich vom Judentum im Ganzen loszusagen?
Wer wirklich funktionierende jüdische Strukturen sucht,
findet sie ausserhalb von Deutschland.”
Ja, oder im Berliner Osten.
Niemals auf jeden Fall kann die Frustration über fehlende oder mangelhafte jüdische Strukturen der Grund sein, zu einer anderen Religion überzutreten.
Ich würde nicht so trennen zwischen Berliner Osten oder Westen, gehört beides zusammen.
@Matronit:
>> Wer wirklich funktionierende jüdische Strukturen sucht,
>> findet sie ausserhalb von Deutschland
> oder im Berliner Osten
In diesem Punkt liegt der Berliner Osten wohl ausserhalb
von Deutschland.
Jedenfalls kommt ein erheblicher Teil der Finanzierung
dieser Strukturen von ausserhalb.
ijH sind wir für Seder übrigens wieder dort…
@Baruch:
> Die Religion ist ein Werkzeug und ein Mittel, aber kein Ziel.
Das kommt drauf an, wie man “Religion” definiert.
Der Jude fragt jedenfalls nicht (wie manch andere):
Welche Rolle soll G-tt in meiner Welt spielen? Sondern:
Welche Rolle soll ich in G-ttes Welt spielen?
Ich sehe hier ein fundamentales Mißverständnis bzgl der Frage,
wie man spiritualität erreicht, am Werk.
Wir glauben nicht an Instant-Lösungen.
YM
@ YM
Oh, die einen gehen zu Pessach ins Ausland und die anderen kommen von dort ?!?
@ Konstantin
Der Aufruf von 12Tribes “Kirche und Synagoge werden eins, die christlich-jüdische Synthese” – Mission implizierend – (um nur das GoogleAdd hervorzuheben) lädt zur Toleranz ein?
@Matronit:
Ausland ist relativ
Sag bloss, Du gehörst zu denen, die Pessach herkommen?
YM
@ Matronit
seien wir ehrlich zu uns selbst, wie erfolgreich wird das Projekt sein? Wir sollten weniger Angst davor haben, sondern viel mehr für die Mitglieder anbieten, damit sie nicht auf Ideen kommen, dahin zu gehen. Der fehler liegt bei den Gemeindne und nicht bei Baruch.
@ kostja: hurra, wir sind also wieder selbst schuld
@ all: natürlich hat bb ein wenig recht, wenn er fragt, ob wir nichts besseres zu tun hätten, als uns über ihn und seine website virtuell zu unterhalten. aber eben nur ein wenig, da dieser diskussionsprozess wichtig für uns ist, klar zu definieren, was innerhalb der grenzen dessen liegt, was jüdisch ist und was nicht.
als wir in der letzten diskussionsrunde zu diesem thema gesprochen haben, waren unsere arme leider noch viel zu weit ausgebreitet und eine merkwürdige hoffnung auf t’schuwa eines verirrten schafes lag (wie ein schlachter witz) über uns. worte von enttäuschung waren (und sind leider immer noch) zu lesen und würdigung von der kritischen arbeit von bb – ich schließe mich da nicht aus.
aber lasst uns doch mal wirklich ohne krokodielstränen in den augen die frage stellen, worin den die leistung von herrn rabinowitz lag? kritische fragen zur situation des deutschen judentums stellen. bravo!!! außer einem schlechten nachgeschmack ist nicht wirklich etwas nachhaltiges herausgekommen. wer visionen hat, sollte sie auch leben können, ansonsten bleiben sie hohles geschwätz.
dass jüdische gemeinden ihn nicht angestellt haben, zeugt doch eher von einem richtigen gespür der menschen vor ort, als von fehlendem wagemut für neue schritte.
vor allem, wenn man sich anschaut, in welche richtung seine schritte geführt haben. um es ganz klar und deutlich zu sagen: an dem was bb religiös vertritt ist nichts jüdisches. für alle die zweifel haben: KEIN JUDENTUM, KEINE FACETTE DES JUDENTUM. es gibt kein sacramentales judentum, keine jesusverehrung, kein gnostisch-christlich-ich-mix-mir-eine-religion-judentum. grenze überschritten. viel spass damit, aber bitte, keinen etikettenschwindel betreiben. nebenbei: ob es sich dabei um christentum handelt, mag ich auch bezweifeln, aber um diese grenze zu definieren, sind andere diskussionsteilnehmerinnen herzlich eingeladen.
zur frage der zukunftsfähigkeit der neuen spassreligion von bb wage ich die these, dass ihre halbwertszeit unter der einer eintagsfliege liegt. okay, das war etwas böse, aber wie kann man jemanden ernst nehmen, der dem judentum ein baldiges ende prognostiziert. nur weil er meint, seinen weg würden nun alle anderen auch einschlagen???
aber ganz ernsthaft gefragt: wie seriös kann eine religiöse vereinigung sein, die jemanden, zwei monate nach seiner konversion, zum priester weiht. dauert nicht eine priester-ausbildung 5 oder mehr jahre? wenn nicht rabinowitz bereits vor einigen jahren ein religiöses doppelleben eingeschlagen hat, um die notwendige ausbildung für das amt eines katholischen priesters zu erhalten, dann kann ich nur ernsthaft vor der ernsthaftigkeit dieser gruppierung warnen.
in einer offenen gesellschaft wie wir sie derzeit glücklicherweise erleben, sind religionsübertritte kein seltenes phänomen und ich sehe das ganz entspannt. wer im christlichen glauben G’tt findet, den möchte ich nicht zwangsweise aufhalten. genauso heiße ich die willkommen, die ihren weg ins judentum gefunden haben. der prozess ist, wenn er ernsthaft unternommen wird, kein einfacher und sollte repektiert werden.
deswegen könnte ich auch einen übertritt von bb durchaus respektieren, aber ihn als eine synthese von judentum und christentum zu verkaufen, als eine aufhebung von grenzen, da kann ich nicht mit. manchmal liegt das besondere und die stärke darin, anzuerkennen, dass es unterschiede gibt. das macht vielfallt aus. ein einheitsbrei ist ein einheitsbrei und kann eigentlich nicht schmecken.
in diesem sinn: Tschüss
Adi,
Kompliment, alles wichtige gesagt.
@ Konstantin: Zunächst einmal – „Respekt!“ für das Widersprechen. Natürlich hast Du Recht. Es soll nicht zu einer Hexenjagd ausufern oder irgendwie in Laschon haRa Exzessen.
An eine Hexenjagd glaube ich jedoch nicht. Hier wird ja nicht um jeden Preis Front gegen eine Einzelperson gemacht. Adi hat ja ganz gut dargestellt, wie der Verlauf der ganzen Geschichte hier war.
Zu einem erneuten Aufgreifen des Themas kam es ja durch die Anzeigen die auf jüdischen Internetseiten ausgeliefert wurden. Das wird dann natürlich auch in der Öffentlichkeit diskutiert. Natürlich auch das „Produkt“ in dem die Anzeigen werben.
Dazu kann man durchaus feststellen, dass es sich hier nicht um etwas jüdisches geht. Grenzen sollten wir, trotz aller Toleranz, immer noch zu ziehen in der Lage sein.
Dennoch glaube ich nicht, dass der Fehler in den Gemeinden allein lag. Vor allem nicht dann, wenn man selber in der Lage wäre, die Situation zu verändern.
@Adi
a) A propos Spassreligion – das ist der größte Fehler, seine “Feinde” zu unterschätzen. Sie können “meine” Religion genau so wenig beurteilen, als, sagen wir, Sonderformen des Zen Buddhismus.
b) Etikettenschwindel gibt’s hier nicht – ich sage doch weder das ich orthodox noch liberal ist – ich bin ganz offen und alles kann man über mich und meinem Glauben auf meiner Webseite erfahren. Das liberale Judentum wird von den orthodoxen Juden noch mehr verhont, als die Christen und Muslime. Aber hier spricht ja niemand vom Etikettenschwindel. Oder nehmen Sie “Renewal Judaism”, in dem statt Lecha Dodi buddhistische Mantras gechantet werden und statt Aleinu moderne Poesi gelesen. Oder auch “Schamanistisches Judentum” und “Humanistisches Judentum”, das die Existenz Gottes und Religion völlig ablehnt?
c) bei meinen Einstellungsgespräche in der Berliner Gemeinde fehlte nur eine Stimme – also das war leider nichts mit dem Urteilsvermögen zu tun.
d) Wenn Sie fragen zu meiner Weihe und meiner Ausbildung haben, fragen Sie mich am besten selbst, statt mit Hypothesen zu spilen. Auf jede Frage gibt es, als Regel eine Antwort.
@Adi und Chaim
Von welchem Judentum spricht ihr denn? Vom halachischen oder vom liberalen? Wie definiert ihr denn das Judentum überhaupt? Was ist jüdisch und was nicht? Es gibt momentan so viele Israelis in Indien, die Aschrams besuchen wollen und Buddhisten werden wollen, dass in jedem indischen Internetcafe die PC’s mit den hebräsischen Buchstaben versorgt sind. Sind sie jüdisch, wenn sie auch Buddhisten sind? Oder was ist mit den israelischen Kibbuzniks und Atheisten – sind sie jüdisch? Und dann die jüdischen Anthroposophen. Was sind sie denn? Ich weiß nicht in welcher Welt ihr lebt, aber es gibt mehr Juden in der Welt die anderen Religionen angehören, als denjenigen, die das Judentum als ihre Religion sehen. Schaut euch die Zahlen an und vergleicht mit der jüdischen Bevölkerung. Wir leben in der Zeit des religiösen Pluralismus. Keine Religion hat mehr Anspruch auf eine Monopol auf die menschliche Seelen. Wenn das Judentum erfolgreich werden soll, müsst ihr etwas mehr anbieten als nur Dogmen, an der auch ihr nicht glaubt. Die Zeit von “man muss jüdisch glauben (und dann noch mal, wie glaubt man denn “jüdisch”??), weil man jüdisch ist” ist längst vorbei. Das Judentum muss in der Lage sein, den Menschen positiv zu überzeugen und für ihre Seelen eine spirituelle Nahrung zu geben. Wenn ihr das nicht tut, wird das jemand anders machen. Und ihr werdet weiter hin im Web sitzen und über diesen Menschen spotten. Das bringt aber nicht viel. Und dass das Judentum in Deustchland real gefährdet ist, ist wohl euch auch klar. Dafür muss man kein Prophet sein. Ihr braucht ein paar charismatischen Persönlichleiten, die das Feuer anzünden können.
Meine Kritik über das Judentum hat nichts gebracht – damals habt ihr gesagt: “ja, er hat Recht” und habt nichts getan. Jetzt schreit ihr “er hat Unrecht” und macht immer noch nichts. An eure Stelle, statt die Religion von jemand anderen zu bewerten und die Prognose für ihre Zukunft zu erstellen, solltet ihr euch vielleicht mit eurer eigenen Religion konfrontieren. Es gibt täglich Menschen, die das Judentum verlassen – viel mehr, als sich für das Judentum entscheiden. Und wenn eure Liebe zu Judentum wirklich so groß ist, vielleicht wäre es an der Zeit, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen und sie zu lösen, nicht über sie zu spotten. Und ob mein “Produkt” stärker ist als eure, die Zeit wird zeigen. Konkurenz ist doch immer gesund! b
Und à propos weiteren Produkten: http//www.chai.ch
Mein Eindruck ist dass die jüdische Gemeinden in Deutschland nur neidisch sein können. Also: tut was!
@ Adi
hurra, du bist schuld, wenn du dich schuldig fühlst, ich tu es nicht!
@ Chajm
ich glaube ich bin bislang der einzige hier, der dem mainstream widerspricht, aber naja und ich kassiere hier schon dafür ein.#
und nochmals an alle, ich verstehe euch immer noch nicht wieso ihr von baruch tschuwa oder entschuldigungen oder irgendwelche erklärungen für sein handeln verlangt! wir leben in einem staat, wo jeder seinen weg gehen kann solange er nicht gegen das gesetzt verstößt. judentum ist gOtt sei dank keine Staatsrelgion, wenn einer keine lust mehr auf Judentum hat, ist es traurig, aber immer noch seine Entscheidung, die nicht hier monatelang durchgekaut werden muss. Lasst doch einfach Baruch in ruhe und kümmert euch um eure Sachen.
Lasst doch einfach Baruch in ruhe und kümmert euch um eure Sachen.
@Konstantin Pal
Könnten Sie mal aufhören, hier anderen den Mund zu verbieten?
Das ist ja wohl das Allerletzte. Wenn Sie damit nicht klar kommen, ist das allein Ihr Problem. Langsam nervt mich das extrem.
@Yael1
Yael, hassen Sie mich so sehr weil ich Ihnen viel zu sehr an Ihre christliche Vergangenheit errinere?
@ Yael
ich verbiete ihnen nichts, wenn sie meine Appele als Verbot sehen, dann sollten sie vielleicht nochmal das von ihnen und das von mir geschreibene durchlesen. Das Allerletzte ist der Hass den sie hier gegen Baruch verbreiten. Naja und jetzt schwappt er auf mich rüber, weil ich nicht so denke wie ich ihrer Meinung nach denken soll.
@ Baruch
lol
Machen Sie doch nicht lächerlich, ich war nie Christin. Stellen Sie sich das mal vor, es gibt Menschen, die nie Christen waren.
)
Außerdem hasse ich keine Menschen. Sie sind mir nicht wegen Ihres Weges unsympathisch, sondern wegen Ihres Verhaltens, was Sie von Beginn an hier gezeigt haben. Und es setzt sich mühelos weiter fort. q.e.d.
Anscheinend haben Sie massive Probleme mit Gerim (Konvertitenbashing), auch das haben Sie von Anfang an gezeigt. Hat man Ihnen das in der Rabbinerausbildung beigebracht, sich so unmöglich zu benehmen? Aber da ich nicht Ihre Psychologin bin, machen Sie das an anderer Stelle aus. Sie sind wirklich das Unverschämteste, was mir jemals über den Weg gelaufen ist.
@Konstantin Pal
Und noch einer muss sich zwanghaft lächerlich machen. Reden Sie ständig derart dummes Zeug, ich hoffe, das war jetzt deutlich.
da ist ja jemand massig aggro und beleidigt – gut sie haben gewonnen sie haben die weissheit und der rest der welt ist zum schweigen verdammt!
@ YM
“Ausland ist relativ
Sag bloss, Du gehörst zu denen, die Pessach herkommen?
YM”
Ich bin über Pessach im Ausland – aber nicht in eurem
.
Gibt ja mehr davon!
@Matronit:
Aha. Hätte ja sein können, denn AFAIK kommt über Pessach
eine Gruppe aus Deiner Stadt in meine Stadt…
YM
@ bb:
“a) A propos Spassreligion – das ist der größte Fehler, seine “Feinde” zu unterschätzen.”
wer soetwas schreibt, diskreditiert sich doch selbst. sie sind nicht mein feind. meine intension war und ist lediglich klarzustellen, dass ihr verständnis von judentum sich in keinsterweise mit dem meinigen überschneidet.
ja, man kann darüber diskutieren, ob humanistisches judentum noch eine form jüdischer religionsausübung ist oder nicht, aber darum ging es mir in diesem fall nicht. sollte chajm einen threat hierzu eröffnen, werde ich ggf. dazu stellung nehmen.
ich habe ihre website und die ihrer “mutterkirche” (http://www.liberalcatholics.org/) eingehen studiert und erlaube mir tatsächlich auf der basis dessen, was ich dort gelesen habe und was sie hier geschrieben haben, ein urteil. wenn sie nicht wollen, dass man auf grund dessen ein urteil fällt, dann dürfen sie nichts veröffentlichen. ich laufe auch gefahr, auf grund meiner äußerungen hier beurteilt zu werden.
was mich zu dem urteil spassreligion kommen lässt, ist das ergebnis dieses studiums:
ist es wirklich ernstzunehmen, wenn jemand, der erst zwei monate ein teil der religiösen gemeinschaft geworden ist, schon zum priester geweiht wird und gleich auch noch zum ordensgründer und sein erster prior?
“The Ordo Christi Passionis – The Ordo Christi Passionis is a parallel sister community to the Companions of the Cross and Passion (CCP) within a more regular (regular = “living under a rule”) framework of traditional consecrated monastic life. In this early stage of the Order’s development the Father Superior of CCP is providing Episcopal oversight for the new community and supporting it’s founder and first Prior, Fr Baruch Ignatius OCP. Whilst Companions of the Cross and Passion live in their own homes following the Passionist charism without the taking of traditional monastic vows it is hope that the Ordo Christi Passionis will in time become a residential monastic community.”
ist es nicht notwendig, wenn man konvertiert, erst einmal heimisch in der neuen religion zu werden. wie ernst nehmen sie selbst ihre konversion? besteht nicht die gefahr, dass sie in ein, zwei jahren wieder was neues suchen und eine neue religion aufmachen?
Adi
@Adi
Adi, Sie haben vollkommen Recht. Nichts zu sagen. Wollte hier meine Pläne eihentlich nicht verraten, aber wenn Sie das Thema schon angesprochen haben, bleibt mir nichts übrig. Ja, ich habe mich schon in ieinem indischen Aschram als küftiger Guru beworben – der Platz wird aber voraussichtlich erst 2014 frei. Also bis dahin überlege ich es mir für eine kurze Zeit ein Sufi Rumi zu werden. Das ist natürlich nicht mein Endziel, wie Sie es schon richtig bemerkt haben – ich warte auch auf die Einstellung als neuer Anführer von Baha’i und alles in meinem Horoskop darauf deutet, dass ich Inkarnation der nächsten Dalai Lama bin.
Wenn ich Ihnen sage, dass ich die katholische Theologie ziemlich lange studiert habe (auch als Teil der Religionsphilosophie an der Uni) und mehrere Arbeiten darüber geschrieben habe, kenne mich gut in der Kirchengeschichte aus und beherrsche Griechisch wie auch Latein, werden Sie mir glauben?
lieber baruch,
meine fresse, ich habs ja geahnt, daß die vielen religiösen symbole im haushalt eine in die irre führende wirkung auf einen jungen menschen haben können. ich hoffe, der chateaunöff-dü-pappe hat bei mir nicht ähnliche wirkung. geh, wohin du willst, alt genug bist du ja!, und lass uns gelegentlich wissen, ob wir kaddisch oder tehillim sagen sollen, oder beides, oder nichts davon. – sorry, jetzt komme ich mir schon vor wie die mutter von brian ( Stichwort : “Hakennase” und dann sagt sie irgendwann, “junge, schau die mal deine nase an, ich wusste es schon immer, dein vater war ein römer ” ). tja, zu der obigen diskussion. ich finde das alles ein bischen zu polemisch, und es erreicht dich in deinem universell-spirituellen überschwang sowieso nicht, aber eins meine ich doch: es ist echt scheisse, sich nach außen noch als rabbi zu verkaufen und im herzen ideen zu tragen, von denen man weiß, daß sie von den menschen, denen man sich präsentiert, diametral abgelehnt werden. meine schwiegermutter zum beispiel hat das wort “jesus” nie ausgesprochen, weil es für sie wie ein fluch war ( sie stammte von juden ab, die aus spanien vertrieben worden waren). wenn man ein netter kerl sein will und lieb mit seinen mitmenschen umgehen will, dann soll man einfach ein netter kerl sein, und es ist nicht nötig, sich in einen glitterputz von religionsmischmasch zu hüllen. denk an brian! den haben sie sogar für einen messias gehalten, und gekreuzigt, obwohl er auch ohne jedes brimborium auskam. shalom, yaacov
@yaakov
Hi Yaacov, der chateaunöff-dü-pappe war verzaubert – pass jetzt auf. so auch die Bücher. Ich “verkaufe” mich nicht als Rabbiner – auf meiner Homepage stehet alles schwarz auf weiß und auf Deutsch geschrieben. Nimm Dir ein paar min. Zeit und ließ sie einfach. Ich bin ein jüdischer (von Abstammung und Ausbildung) Theologe. Das es Dir jetzt nicht passt, tut mir leid. Wenn Du aufhörst als Rechtsanwalt zu arbeiten wirst Du immer noch Jurist bleiben. Oder? Sagt für mich am besten ein Mal Pater Noster und zehn Mal Ave Maria (täglich). Herzlich,
baruch
viel Rauch um nichts! Der Typ ist und bleibt doch Jude (stimmt’s, Yael? Du kennst Dich doch mit der ‘Rechtslage’ immer recht gut aus!)! Und wenn er jetzt das Judentum in die Katholische Kirche einbringt, dann ist das doch klasse, oder?
Berühmte Vorbilder dafür gibt’s ja reichlich. So war der berühmteste Rabbi von Paris immerhin Erzbischof dieser Stadt – Kardinal Jean-Marie Lustiger und dieser sagte: “ich habe nie aufgehört, Jude zu sein”!
Shalom!
Miles
lieber baruch,
sehe gerade deine zeilen. also mit passen hat das nichts zu tun. eine religion ist ein komplexes gebilde von werten. werte die sich ausschließen, können nach den gesetzen der logik, die als denkgesetze zumindest teilweise auch die welt des religiösen glaubens durchdringen, nicht gemeinsam, sondern nur alternativ vertreten werden. judentum und christentum (als religionen) schließen sich aus, da sie von unvereinbar entgegenstehenden glaubensfakten ausgehen: y. leibovitz hat immer gesagt, daß der hass des christentums gegenüber der jüdischen religion, bzw. den juden darin begründet ist, daß lebende juden, bzw. das lebendige judentum der beweis dafür sind, daß die grundlehre des christentums ( nämlich das christus gott und zugleich der gekommene messias sei), eine lüge ist. verkürzt: jeder lebende jude ist geradezu der beweis dafür, das der christ an einen lügengott glaubt! deswegen haben das katholische christentum (und später auch luther und dessen deszendenten) es sich zur jahrhunderte dauernden gewohnheit werden lassen, juden zu töten, als würde dadurch der beweis erbracht, daß christliche gottheiten, namens jesus, maria, oder heiliger geist, wahrhaftig seien. du kannst also gerne behaupten, du seiest katholischer bruder und rabbi in einem. das ist aber, weil feuer und wasser sich ausschließen, eine pure illusion, eine bedauernswerte selbsttäuschung. nun wirst du vielleicht, wie protestantische abweichler argumentieren, christus sei ein mensch gewesen usw., und ein jude, usw. und eigentlich hätte man ihn nur mißverstanden und das ganze rationalistische blabla, das wir uns ständig von modernen evangelischen pfarrern anhören müssen, die meinen (protestantisches ) christentum und ( modernes) judentum seien eigentlich ein und die selbe religion, womit sie nicht ganz falsch liegen. dann aber wirst du dir nicht nur die frage stellen müssen, was für ein judentum das ist, dessen rabbi du noch zu sein glaubst, sondern sondern auch, was für ein christentum du da meinst zu vertreten. etwa das derjenigen, die sich zwar christen nennen, aber die grundwahrheiten ihrer eigenen religion vor dem hintergrund naturwissenschaftlicher erkenntnisse ebenso aufgegeben haben, wie die sogenannten reformierten juden, für die gott eigentlich nur noch ein psychologischer spiegel ihrer eigenen seele ist, der sich nach belieben gemäß eigenen befindlichkeiten umformen und unseren persönlichen bedürfnissen unterordnen lässt. dann tust du gut daran, dich nicht mit dem äußeren mantel von grotesk wirkenden priesterroben zu umhüllen, die du auf einer homepage präsentierst, sondern solltest lieber ein gewand tragen, das weniger irreführend ist und besser geeignet einen spiegel deines eigenen wesens zu zeigen.
ein jude, der jesus bejaht, stellt sich außerhalb des judentums. jesus ist nämlich für uns nicht real. er ist lediglich eine dem judentum feindlich gesinnte idee. die idee, das volk der thora und mizvot auszulöschen indem ihm durch die these, das anliegen seiner heilserwartung habe sich bereits in gestalt eines gekommenen messias erledigt, die grundlage für diese, auf das kommen des messias gerichtete, religionsausübung entzogen wird.
-na gut, soviel für heute. falls du wieder zur besinnung kommen solltest, kannst du dich ja melden. yaacov
@Milestone:
Lustiger war zwar Kardinal, als Jude geboren,
aber sicher kein Rabbi.
http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Marie_Lustiger
YM
YM:
natürlich war Kardinal Lustiger kein Rabbi! Der Spruch: “Er war halt der berühmteste Rabbi von Paris” wurde übrigens von einem Sprecher der Jüdischen Gemeinde in Paris (!) kurz nach dem Ableben des Kardinals formuliert und publiziert. Ein wunderschönes Kompliment, wie ich finde, da der Kardinal auch bei den Juden in Frankreich hohes Ansehen genoss!
Shalom
Miles
@Miles:
Habe gehört, er sei gelegentlich zum Kaddisch-Sagen
in einer Synagoge aufgetaucht….
Tja, einer von uns hat dort Karriere gemacht
und ist mehr geworden als Papst
YM
YM:
völlig richtig! An einem der hohen Feiertage kam J-M (Aaron) Lustiger immer mit einer katholischen Delegation in eine Pariser Synagoge vorbei und umgekehrt wurden wir an mindestens einem der christlichen Feiertage ‘offiziell von ihm’ in die Kathedrale eingeladen (jedenfalls war das so in der Zeit, als ich in Frankreich lebte)! Bekehrungsversuche hat es dabei nicht einmal im Ansatz gegeben!
Seine Predigt beim Trauergottesdienst für Francois Mitterand werde ich nicht vergessen und während seiner letzten Lebenstage wünschte sich der Kardinal, dass nach seinem Tod jemand für ihn das Kaddisch sprechen möge (ich glaube, sein Cousin Arno Lustiger hat das dann getan)!
Ja, und es gefällt mit gut, wenn Du ganz richtig sagst: “es war einer von uns, der dort Karriere gemacht hat”. Er sah sich nämlich als Jude, ich sah ihn als solchen und unsere Gemeinde sah ihn ebenso! Dass er nun ausgerechnet in der Katholischen Kirche aufgestiegen ist, so what? Wer weiss, vielleicht bräuchten wir noch mehr Juden in hohen Kirchenämtern? In diesem Sinne ist doch Rabinowitz ein recht guter Beitrag, oder!?:)
Shalom!
Miles
@Miles:
Ich glaube Du hast meine Anspielung fehlinterpretiert.
Ich schrieb wurde mehr als Papst….
Ein Rabbiner und ein Herr in einer Soutane sitzen zusammen in einem Zugabteil.
Versucht der Rabbiner, ein Gespräch zu beginnen:
“Sagen sie, sie haben da ein etwas a komisches Gewand, warum tragen sie keine Krawatte, warum?”
“Das ist meine Amtstracht, ich bin Priester.”
“A Kathole oder an Evangelischer?”
“Katholischer Priester.”
“Und wie ist das, sie können vielleicht machen a Karriere?”
“Na ja, ich könnte zum Beispiel Abt werden.”
“Abt ist gut, und sie sind Abt, is dann vorbei?”
“Nein, dann könnte ich noch Bischof werden.”
“Ah ja, Bischof, kenn ich, Bischofe, diese. Mit diese komische Hüte und den verdrehte Stecken. Ja, und wenn sie Bischof sind, is dann vorbei?”
“Nein, nein, ich könnte ja noch Kardinal werden.”
“Ja, Kardinale, ich hab se gesehen, wie sie daherschreiten in Rom, mit diese roten Gewänder, eine Farbenpracht, sehr schöne Menschen.
Und sie sind Kardinal, is dann vorbei ?”
(lächelt)”Tja – theoretisch kann ich ja auch Papst werden.”
“Papst -och- Papst, ja. Wundervoll, ich hab ihn in der Zeitung gesehen, was für eine prächtige Krone er hat und dieser Petersdom, und die Leute strömen herbei, um ihn zu hören, großartig, dieser Papst, und, sie sind ,ähem, Papst, is dann vorbei mit der Karriere?
Da wird der Priester direkt böse und sagt:
“Selbstverständlich ist es dann vorbei! Ich kann doch nicht auch noch der liebe Gott werden!!”
Da lächelt der Rabbiner verschmitzt und sagt:
“Sehn se, einer von unsere Leit ist´s geworden…”
YM:
LOL, nicht schlecht der Dialog, Mann!
Franz Rosenzweig said: “Ob Jesus der Messias war, wird sich zeigen, wenn der Messias kommt.” And when he is already here? What he says to Baruch Rabbinowitz?
http://www.passagen.at/cms/index.php?id=62&isbn=9783851658705&L=0
see also
http://de.wikipedia.org/wiki/Messiah_(Messias)
Leonore:
Sagt man nicht, der Messias kommt, wenn alle Juden gleichzeitig an einem Tag den Sabbat feiern? Oh je, wenn das stimmt, dann kommt er nie!
Shalom!
Miles
@Miles: Nun ja , anders herum wird ja genauso ein Schuh draus, er soll auch kommen, wenn nicht ein Jude mehr den Shabbes einhält.
Sholem Shabbes-Goi
@Yankel: ”
“…Ich kann doch nicht auch noch der liebe Gott werden!!”
Da lächelt der Rabbiner verschmitzt und sagt:
“Sehn se, einer von unsere Leit ist´s geworden…””
Hey Yankelleben, seit wann bist Du denn so blasphemisch ???
Sheyne
Dein Shabbes-Goi
SG:
ach so – also gut! Na dann bleibt’s aber trotzdem – zumindest für die nächsten 20(?) Jahre – dabei, dass er in dieser Zeit sicherlich nicht kommt. Ich halte ihn nämlich noch ein, meine Kinder aber nicht (Hilfe, ich glaube ich hab’ da versagt!).
Shalom!
Miles
@ yaacov: “ich habs ja geahnt, daß die vielen religiösen symbole im haushalt eine in die irre führende wirkung auf einen jungen menschen haben können”
Wie wäre es hiermit als Ergänzung:
http://jewschool.com/2009/03/19/15570/from-the-annals-of-people-who-miss-the-point-entirely/
Sheyne
Shabbes-Goi
I very much would like to talk to you.
any time! write me off-forum please: rabbinerbaruch@aol.com
Baruch scheint seinen Exkurs in die christliche Welt beendet zu haben. Interessante Entwicklung.
Auf http://www.twelve-tribes.net/ gibt es zumindest keinen Hinweis mehr auf die Katholische Kirche, die seine neue Heimat war.
und in china ist ein sack reis umgefallen – adi keine anderen sorgen ausser dem glaubensleben anderer leute?
Konstantin, wenn du so fragt …
eigentlich sollte da ein ausrufezeichen dahinter und kein fragezeichen, es war nämlich als feststellung gedacht!