Propaganda auf Kosten der Armee

Shovrim Stika Im Zuge der Militäroperation im Gazastreifen hat das Militärrabbinat ein begleitendes Büchlein herausgegeben Gehe meinen Krieg führen (kämpfen). Das ist eigentlich keine schlechte Idee, den einzelnen Soldaten zunächst etwas geistiges Futter, moralische Unterstützung und einen nochmaligen Verweis auf hohen ethischen Werte des Judentums mit auf den Weg zu geben. Immerhin war klar, dass die ganze Aktion (die nötig war) hochgradig heikel werden würde. Doch irgendetwas ist schief gelaufen und so präsentiert das Büchlein nicht diese Texte, sondern eine sehr politische motivierte Textauswahl – im Sinne der Siedlerbewegung. Jewschool präsentiert Auszüge aus dem hebräischen Original, Haaretz berichtete auch. Natürlich werden sich nun die Fernsehsesselisraelkritiker auf dieses Pamphlet stürzen um die vermeindliche Unmoral der Tzahal zu beweisen. Deshalb würde ich behaupten, die Verantwortlichen haben mit dieser Aktion der Tzahal eher geschadet, als sie motiviert oder ihr geholfen. Da wurde agitiert, während israelische Soldaten ihren Kopf hinhielten.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

49 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Tut mir leid, aber auch ohne mich in irgendeinerweise zu der Militäraktion
    und ihrer vorhandenen oder nicht vorhandenen Notwendigkeit Stellung nehmen zu wollen, einfach so direkt als eingefleischer Wehrdienstverweigerer, der damals lieber 24 Monate in der Kinderklinik als Pfleger hart geknechtet hat statt 16 Monate zum Bund zu gegen:
    irgendwie erinnert der Umschlag in frapanterweise an diese Landser Groschenromane, und da krieg ich schon Pickel, wenn ich sie in der Bahnhofsbuchhandlung nur von ferne sehe. Dann der Titel! Ich weiß, keine Vergleiche aktueller Vorkommnisse mit der Shoah, die shoah ist und bleibt singulär, hinter dieser Prämisse stehe ich auch vollkomen hinter,
    aber bitte schön Gehe meinen Krieg führen (kämpfen) ist leider ziemlich nah dran an “Mein Kampf”, rein assoziativ.
    Und ich glaube auch ehrlich gesagt nicht, dass das, was da jetzt in Gaza gelaufen ist und noch läuft, in irgendeinerweise Adoschems Krieg ist.
    Dann hätten nämlich Posaunen gereicht oder es wäre tagsüber eine Rauchsäule und nachts eine Feuersäule zu sehen gewesen, die nix mit den Bomben zu tun gehabt hätten. Waren sie aber nicht. Für mich gibt es grundsätzlich keine gerechten Kriege, keine geheiligten und auch keine Heiligen Kriege. Und Gebet- bzw. Erbaungsbücher jedweder Colouer für Soldaten, deren Job es ist, zu töten, sind für mich absoluter Schmonzes.
    Shabbes-goi

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  2. “Tucholsky, der selbst Soldat im Ersten Weltkrieg war und 1919 den Friedensbund der Kriegsteilnehmer mitgründete, zielte mit seiner Aussage vorrangig auf das organisierte Töten im Krieg ab.”

    Hier geht es aber definitiv nicht um Notwehr. Daher ist Tucholsky nicht immer zu missbrauchen.

    Mir persönlich sind Pazifisten einen Graus. Wenn alle in Israel so denken würden, gäbe es keines mehr.

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  3. @Yael1: 1. Zwischen Pazifisten und Wehrdienstverweigerern besteht ein nomineller und gradueller Unterschied. Wehrdienstverweigerer malen nicht nur Friedenstauben, sondern ziehen aktive persönliche Konsequenzen.
    2. zu “Wenn alle in Israel so denken würden, gäbe es keines mehr.” Na dann mal los, bei der Tzahal nehmen sie auch Frauen. Einfach bewerben, mustern lassen, Grundausbildung und dann viel Spaß bei der aktiven “Notwehr”.

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  4. “sondern ziehen aktive persönliche Konsequenzen.”

    Können sie auch, nur hat das Konsequenzen für die Gemeinschaft. In Dtl. ist das wohl weniger ein Problem (mit dem Hintern im Warmen), in Israel seit 60 Jahren nicht. Würdest du stillhalten, wenn es deine Familie und Freunde der Raktenterror treffen würde?

    Auch wusste ich bisher nicht, dass ich Israelin bin. Mal darüber nachdenken, Schabbesgoi, was du da von dir gibst bzw. welches Klischee.

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  5. @ Roman: Wenn beide Seiten so intelligent bzw. schlicht und einfach menschlich wären, nach der Maxime “Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin”zu handeln, dann kommt kein Krieg zu Dir, weil es keinen gibt!
    Übrigens Roman, wie sieht es mit Dir aus ? Bei der Tzahal “gedient” ?

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  6. Sind sie aber nicht und deswegen ist diese Forderung, also nicht hin zu gehen, wenn es Krieg gibt so utopisch wie vieles andere auch, was die Friedensbewegung fordert. Ein Staat an sich ist etwas schlechtes, was will man mit einem Staat, der einem nur Vorschriften macht, diese ständigen Wahlen und politischen Grabenkämpfe?

    Trotzdem würde wohl kaum jemand auf einen Staat verzichten wollen. Für die Juden ist ein jüdischer Staat sogar Garant für ihr Überleben und ganz nebenbei schützt Israel auch die Rechte vieler arabischer Menschen, die sonst von Radikalen unterdrückt wären.

    Und nein, ich war nicht bei der Tzahal. Habe aber prinzipiell kein Problem damit, im Ernstfall, dort zu dienen.

    @Yael: Nein, ich bin kein Israeli. Das war nur Schabbes-Gois Rhetorik.

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  7. @Yael:abgesehen davon, dass der Spruch “mit dem Hintern im Warmen”
    von meinem Opa stammen könnte, habe ich damit, dass ich Dir geraten habe, doch der Tzahal bezutreten, genau diese Reflex bewußt bedient.
    Es ist leicht, die Tzahal zu glorifizieren, wenn man sich nicht selbst die Hände schmutzig machen muß, weil man, um Dich zu zitieren, hier mit dem Hintern im Warmen sitzt. Du hast recht, ich bediene mich ganz bewußt provokant eines Klischees, weil die Tzahal auch ein Klischee ist,
    vorallem bei den Golesim. Wenn Du keine Isrealin bist, warum besteht dann die notwendigkeit, unreflektiert Partei für die Tzahal zu ergreifen? Übrigens hatte mein Zivildienst Konsequenzen für die Gemeinschaft. Ich habe zwei Jahre Wechselschicht als Pfleger in einer Klinik für mehrfach geistig und körperlich behinderte Kinder gemacht. Kein Spaß, aber eine wichtige und prägende Erfahrung.
    Ohne meine Entscheidung, den Wehrdienst zu verweigern und statt dessen diese Zivistelle anzunehmen, wären die Kinder damals unterbetreut gewesen, weil die Gesellschaft kein Geld für eine “ordentliche” Pflegerstelle hatte.

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  8. “Habe aber prinzipiell kein Problem damit, im Ernstfall, dort zu dienen.”

    Ich würde sicher dienen: erstens wenn ich Israelin wäre und zweitens jünger. ;))

    Mir fällt zu Deutschlands Friedensbewegung immer wieder Dennis Prager ein:

    “Es gibt, so scheint es, nur eine Antwort: Aus dem Nationalsozialismus habt ihr nichts gelernt. Statt zu lernen, dass das Böse bekämpft werden muss, habt ihr gelernt, dass es böse ist zu kämpfen.”

    Ich wüsste übrigens in der gesamten Weltgeschichte kein Beispiel, wo alle zu Hause geblieben sind. Menschen sind wie sie sind und werden sich immer auch in ihren Handlungen unterscheiden, deswegen kann man mit diesen Allgemeinplätzen nun wirklich nichts ändern.

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  9. @Yael: Provokant könnte man sagen, dass viele europäische Juden den Holocaust aussitzen wollten. Anstatt zu kämpfen, hat man versucht es auszusitzen.

    Chajm hat auf den Film “Defiance” aufmerksam gemacht, dort geht es genau darum. Lieber wollte man im Ghetto bleiben, anstatt in den Wald zu gehen und gegen die Besatzer und ihre Helfers-Helfer zu kämpfen.

    Ich bin froh, das meinen Großeltern die Entscheidung dazu abgenommen worden ist und sie in der roten Armee dienten, dienen mussten.

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  10. Also, Butter bei die Fische, die allgemeine Echaufage geht ja eigentlich nicht um die Tzahal, sondern um Yael1s “Hier geht es aber definitiv nicht um Notwehr.”
    Was im letzten Monat in Gaza passiert ist und momentan immer noch passiert, hat nichts mit Notwehr zu tun. Das ist reines innenpolitisches Kalkül und imperialistisches Machtgehabe der aktuellen israelischen Regierung, aber keine adäquate Reaktion auf den Kassambeschuss, die man als Notwehr bezeichnen könnte. Obwohl es mich ekelt, habe ich mich mal durch die Bundeswehrseiten gegoogelt, und es gibt Methoden, den Kassambeschuss ohne zivile Opfer zu verhindern. Siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesel_2_OZELOT
    oder hier: http://www.rheinmetall-detec.de/index.php?lang=2&fid=3951
    wobei zweiteres noch in der Erprobungsphase ist. Aber vielleicht wäre der Grenze zu Gaza ja ein gutes Erprobungsgebiet zur praktischen Erprobung. Ich weiß nicht, ob Tzahal über solche Systeme verfügt, weil es mir zu kompliziert war, mich auch durch deren Seite zu suchen, aber wenn nicht, wäre es eine sinnvolle Anschaffung. Oder man sollte Frau Merkel mal beim Wort nehmen, und um ein paar Leihozelot bitten.

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  11. Ich glorifiziere keine Armee der Welt, das dazu. Ich sehe nur die Notwendigkeit, leider diesen Krieg geführt haben zu müssen, weil es so nicht weitergehen konnte. Die Hamas will Israel vernichten, das ist doch keine billige Rhetorik, sondern eine Realität, wie ein Hitler Realität war. Ich finde es sehr leicht zu sagen, man will keinen Krieg (wer will den schon?), aber keine realistische Alternative anbieten zu können.
    Man kann Israel doch nicht sagen, macht keinen Krieg, aber wie ihr mit den Rakatenbeschüssen klarkommt, ist euer Problem.

    Übrigens bin ich Krankenschwester und habe diesen Beruf lange genug ausgeübt, ich weiß was Pflege heißt und ich weiß wie sehr Zivildienstleistende ausgenutzt werden, weil sie so schön billig sind und auch deswegen an qualifizierten Personal gespart wird.
    Daher lehne ich es ab, Zivis dort einzusetzen, nicht weil sie es nicht können, sondern weil auch auf deren Rücken und auf dem Rücken des Personals gespart und Menschen ausgenutzt werden. Im Grunde signalisiert das: Pflege kann jeder, wozu dann eine Ausbildung? Das aber nur nebenbei.

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  12. @Yael1 & @Roman: “Dennis Prager ein:
    Es gibt, so scheint es, nur eine Antwort: Aus dem Nationalsozialismus habt ihr nichts gelernt. Statt zu lernen, dass das Böse bekämpft werden muss, habt ihr gelernt, dass es böse ist zu kämpfen. & “Provokant könnte man sagen, dass viele europäische Juden den Holocaust aussitzen wollten. Anstatt zu kämpfen, hat man versucht es auszusitzen.”
    Damit wären wir dann nicht bei der allzeit beliebten “Antisemitismuskeule”,
    sondern bei der “Shoahkeule” und begeben uns auf die Stammtischebene.
    Also, Gaza ist keine Spätfolge der Shoah,auch die Gründung des Staates Isreal ist keine Konsequenz der Shoah. Im Gegenteil, wäre es nicht zum zweiten Weltkrieg gekommen, durch den Großbritannien dann anderweitig in Beschlag genommen wurde, hätte sich der Abzug der Briten aus Palästina schon wesesntlich früher als 1947 und in wesentlich geordneteren Bahnen vollzogen, wodurch der Palästinenserkonflikt von vornherein nicht einen solchen aggressiven Stellenwert eingenommen hätte. Kann man nachlesen bei H.H. Ben-Sasson, Geschichte des Jüdischen Volkes, Kapitel 25,26,27
    http://www.amazon.de/Geschichte-jüdischen-Volkes-Anfängen-Gegenwart/dp/3406559182/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1233772637&sr=8-1
    Die Shoah, bzw. das Hitlerregime hat also eine reguläre friedliche Staatsgründung nicht nur verzögert, sondern eigentlich verhindert.
    Zweitens, stimmt es zwar, dass Israel viele Shoahüberlebende aufgenommen hat und viele Shoahüberlebende aktiv an der Gründung und dem Aufbau des Staates Israel vorangig beteiligt waren. Das heißt aber nicht, dass sie dort wirklich willkommen waren. Sie sind vielmehr streckenweise instrumentalisiert worden. Zumindest kommt man zu diesem Schluß, wenn man Raul Teitelbaums “Die biologische Lösung”
    http://www.amazon.de/Die-biologische-Lösung-Shoah-wiedergutgemacht/dp/3866740263/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1233773354&sr=1-1
    liest. Wobei dieses Buch darüberhinaus auch ein sehr erhellendens Licht auf die antisemitische Tradition der BRD wirft.
    Abgesehen davon hinkt der von Euch gezogene Vergleich beträchtlich.
    Die jüdischen Opfer des Hitlerregimes waren keine Pazifisten, sondern Menschen wie Du und ich, ganz normale Bürger. Und schon im März April 1933 wäre es wahrscheinlich zu spät gewesen, sich mit der Waffe zur Wehr zu setzen, man wäre nicht deportiert worden, sondern beim aktiven Widerstand erschossen worden. Das Ergebnis wäre das gleiche gewesen. Man hätte sich früher zur Wehr setzen müssen und können,
    und natürlich nicht nur die Juden allein. Das war aber schwierig, weil nämlich die Reichswehr und die Freikorps, später dann Wehrmacht, Schickelgruber nicht nur zur Macht verholfen hat, sondern aktiven gewaltsamen Terror ausgeübt haben. Gegen diesen Terror hätte man sich rechtzeitig wären können, auch mit rein zivilen Mitteln, wenn man einig gewesen wäre. Aber das ist dann schon ein anderes Kapitel.
    Ich gebe Euch insofern recht, dass sich Gewalt in bestimmten Fällen nur durch Gewalt verhindern läßt, aber dies Reaktionsgewalt muß dann adäquat sein.

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  13. @shabbes-goi:
    Hier geht es nicht um die Glorifizierung einer Armee…
    (Welche Haltung ich habe, dürfte hier ersichtlich sein:
    http://www.flickr.com/photos/chajms/201882380/ )

    Pazifismus ist eine interessante Idee und eine freundliche, kuschlige Utopie. Das Problem: Solange es böse Menschen auf der Erde gibt, ist das nicht durchsetzbar. Wir müssen nicht einmal die Schoah als Beispiel aufführen, die nur durch die Rote Armee und die Alliierten gestoppt werden konnte.
    Roman nannte Defiance als positives Beispiel.
    Schauen wir nach Bosnien, vor kurzer Zeit gab es dort Massaker und die Blauhelmpazifisten sahen zu. War das moralisch vertretbar? Die Torah sagt beispielsweise Nein. Stehe nicht dabei, wenn das Blut deines Nächsten vergossen wird.
    Wir müssen also auch nicht über Gaza sprechen, um zu beweisen, dass ein Aussitzen der Probleme dem Bösen und demjenigen, der Gewalt anwendet den Weg ebnet.

    Wie lautet eine konkrete Alternative dazu, einen mörderischen Despoten zu stoppen?

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  14. @Yael “Tucholsky, der selbst Soldat im Ersten Weltkrieg war und 1919 den Friedensbund der Kriegsteilnehmer mitgründete, zielte mit seiner Aussage vorrangig auf das organisierte Töten im Krieg ab.
    Hier geht es aber definitiv nicht um Notwehr. Daher ist Tucholsky nicht immer zu missbrauchen.”
    Wer mißbraucht hier Tucholsky ? Du zitierst doch: “zielte mit seiner Aussage vorrangig auf das organisierte Töten im Krieg ab.
    Handelt es sich bei der Tzahal nicht um eine organisierte Armee, die in einem Krieg tötet ?
    Eigentlich zeigst Du mit Deinem Zitat doch nur, dass Tucholsky hier zutrifft wie Faust auf Auge. Oder ?

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  15. @Chajm: “Wie lautet eine konkrete Alternative dazu, einen mörderischen Despoten zu stoppen?” Recht- & frühzeitig liquidieren, wenn man nicht selbst dazu die notwendigen Fähigkeiten besitzt, es gibt Leute, die das professionell betreiben, z.b. Geheimdienste etc.Ich habe ja nicht behauptet, dass ich Pazifist bin, ich bin nur Wehrdienstverweigerer und Antimilitarist.
    Das eine hat mit dem anderen recht wenig zu tun.
    Aber mit diesem Strang lenkst Du auch von der Aussage Deines Blogbeitrages ab. In Deinem Artikel geht es nicht um einen Despoten, sondern um das moralisch theologische Rüstzeug der Tzahal in Gaza.

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  16. Wenn diese Broschüre eher fundamentalistische Maximen tradiert, dann ist das kein PR-Fauxpas und da ist auch nichts schiefgelaufen. Da zeigt sich einfach nur ganz unverblümt der geistige Grund eines Militärapparates.
    Ich halte es also für besser, genauer hinzugucken, und dieses Pamphlet nicht als Pamphlet zu lesen, sondern für bare Münze zu nehmen.
    Das nicht als reine Tzahalkritik, sondern grundsätzlich zum Wesen und zur eigendynamik des Militärs. Ist ganz einfach so wie beim Zauberlehrling!

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  17. Organisiertes Töten ist organisiertes, wahlloses Töten, ergo etwas ganz anderes. Die Zahal hat Hamasaktivisten im Ziel, dass dabei Unschuldige umkommen ist erstens leider “normal” und zweitens durch die Hamas bewusst gewollt.
    Außerdem habe ich mit dem Zitat von Prager gerade die deutsche Friedensbewegung gemeint, die eben diese dumme Lehre daraus gezogen hat. Mit einer Wie-auch-immer-gearteten-Keule-Rhetorik komme mir bitte nicht. Darauf gehe ich grundsätzlich nicht ein.

    “auch die Gründung des Staates Isreal ist keine Konsequenz der Shoah. ”

    Die Gründung wäre aber nicht schon 1948 gekommen, was die Briten vorhatten und wie sie letztendlich handelten, zeigt sehr gut die Geschichte. Abgesehen von den Arabern, die schon in den 20er Jahren Massaker an Juden in Palästina verübt haben.

    Mit der Geschichte des Nationalsozialismus habe ich mich nicht nur während meines Studiums beschäftigt, auch mit Israel und den Überlebenden. Ich kenne mich daher gut aus.
    Worauf Roman hinauswollte, ist, zu zeigen, dass Juden damals es auch nicht für möglich gehalten haben, dass sie ermordet werden, obwohl es genug Hinweise gibt, aber Menschen handeln nicht immer rational. Ich gebe ihnen keine Mit-Schuld, würde ich mir auch nie anmaßen, aber dass daraus Konsequenzen gezogen wurden, ist nur zu verständlich.

    Ich denke, Chaim hat es auf den Punkt gebracht.

    Ich muss jetzt weg.

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  18. @Yael: Ich glaube, oder bin vielmehr der festen Überzeugung, dass sich Shoahvergleiche in keinster Weise, egal aus welcher Richtung, zur Einschätzung oder Bewertung aktueller politischer oder militärischer Vorkommnisse eignen. Die aus der Shoah zu ziehenden Konsequenzen laufen auf einer ganz anderen Ebene ab. Das Problem ist, das die Regierungen, die der BRD, der Allierten, aber auch die Israels, viel zu früh zum Tagesgeschäft und den bei Politikern ach so beliebten Sachzwängen übergegangen sind.

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  19. @Yael
    Organisiertes Töten ist wahlloses töten? Du hast dich im gleichen Satz selbst dementiert. Wenn etwas wahllos ist, dann ist es unorganisiert. Wenn ich wahllos in eine Menge schieße, dann ist das alles andere als organisiert.

    Jeder geplante Krieg ist organisiert. Es gibt graduelle Unterschiede bei jedem Krieg, aber das ist das Wesen des Krieges. Wenn man ehrlich ist, gibt man das zu und vertritt es, in dem an es einem höheren Ziel unterordnet. Das ist die Rechtfertigung von jeder Auseinandersetzung.

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  20. @Chajm: Jetzt mal, trotz blog, ganz privat und direkt, jenseits von Gaza und Weltpolitik. O.K. Du glorifizierst die Tzahal nicht, habe ich auch so nie wahrgenommen, aber der Artikel damals über den Desktopschoner, dieser Artikel und das besagte Foto ( von mir gibt es übrigens eins mit einem ähnlich debil glücklich stolzem Grinsen, als ich meine erste elektrische Eisenbahn bekommen habe ) lassen ja doch schon auf ein gewisses Faible für die Tzahal schließen. Und das kapiere ich leider schlicht und einfach nicht. Du bist doch ein hochintelligenter, breitgebildeter und wenn man nach Deinem Blog geht, empatischer Mensch. Da kann ich einfach nicht verstehen, was Du an der Tzahal findest. Militär, egal welches, bedeutet doch grundsätzlich, dass man seine Moral, Integrität und sein Gewissen an der Gaderobe abgibt, weil man schlicht und einfach den Befehlen unhinterfragt zu folgen hat.
    Ich versteh nicht, wovon da für Dich das Faszinosum ausgeht.
    Schöne und gute Restwoche noch,
    Dein
    Shabbes-Goi

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  21. “Organisiertes Töten ist wahlloses töten? ”

    Wahllos bedeutet hier aber nicht, wild in eine Menge zu schießen, sondern jeden, auch organisiert, zu erschießen, ohne Unterschied ob Zivilist oder nicht.
    Dass die Nazis wahllos Juden, und das hervorragend organisiert!, ermordet haben, ist das beste Beispiel. Daher dementiere ich eben nichts.

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  22. @Shabbes-goi

    Wenn diese Broschüre eher fundamentalistische Maximen tradiert, dann ist das kein PR-Fauxpas und da ist auch nichts schiefgelaufen. Da zeigt sich einfach nur ganz unverblümt der geistige Grund eines Militärapparates.

    Eben nicht und das ist der Grund des Eintrages im Blog – es lohnt sich die Geschichte auf jewschool zu lesen. Die Tzahal (und da kommen wir auf Deine letzte Frage bezüglich der Faszination) hat ganz klare ethische Vorgaben http://dover.idf.il/IDF/English/about/doctrine/ethics.htm und sie schützt den Staat Israel und ermöglicht damit Juden aus aller Welt einen sicheren Platz finden zu können (das macht sie – in meinen Augen – zu einer wichtigen Institution).

    Genau diese Armee war es ja auch, welche die Siedlungen im Gazastreifen auflöste und allem Anschein nach, die Siedlungen im Westjordanland auflösen wird. Genau aber die betroffenen Gruppen (der Siedler) stecken ideologisch hinter dem Büchlein und das macht den Skandal aus.

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  23. @Schabbes-Goi: Die von dir verlinkten Waffen kann man gegen Beschüsse aus dem Gazastreifen nicht einsetzen. Ohnehin gibt es keine technische Lösung, die dazu führen würde, dass man sich nicht vor Raketen in Sicherheit bringen müsste. Das bedeutet weiterhin Terror für die Zivilisten und ungeheure Schäden an Häusern und Grundstücken.

    Ich bin mir sicher, dass jede technisch denkbare Lösung bereits in Betracht gezogen worden ist. Israel verfügt bereits jetzt über ein flächendeckendes Flugabwehrsystem, aber gegen einen so nahen Feind kann man leider nichts tun. Es bleibt einfach viel zu wenig Zeit!

    @Chajm: Schönes Shirt, habe auch so eins 🙂

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  24. @Roman:”Die von dir verlinkten Waffen kann man gegen Beschüsse aus dem Gazastreifen nicht einsetzen. Ohnehin gibt es keine technische Lösung, die dazu führen würde, dass man sich nicht vor Raketen in Sicherheit bringen müsste.”
    Entschuldige, dass ich nochmal Frage, aber woher hast Du diese Informationen ? Die Hamas Raketen fliegen 10 bis 20 Kilometer und es gibt ja sogar schon ein Frühwarnsystem, das in Sderot den Bunkeralarm auslöst. Bei dieser Entfernung und der daraus resultierenden Flugzeit wäre es sehr wohl möglich, die Raketen vor dem Einschlagen mit Streuprojektilen in der Luft zu zerstören, sogar mit der etwas älteren Wiesel/Ozelot Kombination.
    Bis morgen gute Restwoche noch,
    Dein Shabbes-goi

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  25. @Chajm: “Eben nicht und das ist der Grund des Eintrages im Blog – es lohnt sich die Geschichte auf jewschool zu lesen.” Ich habe den Artikel auf Jewschool gelesen und finde den Brief von Yesh Din vollkommen richtig.
    Aber Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass, wenn Rontzki als IDF Chief Rabbi eine Broschüre herausgibt und verteilen läßt, die Generalität und die Verantwortlichen der Tzahal nicht wüßten, was da drin steht.
    Es geht mir auch gar nicht darum, wie Du befürchtest, die Tzahal aufgrund von Gaza jetzt auch noch in die unmoralische Ecke zu drücken. Für mich ist die Tzahal eine Armee wie jede andere, und von daher überrascht mich diese Broschüre in keinster Weise, sondern sie ist schlicht und einfach bezeichnend für das grundsätzliche Wesen einer Armee.

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  26. @Chajm: “Die Tzahal hat ganz klare ethische Vorgaben”
    Wenn da auf der Seite der Tzahal steht:
    “Human Life – The IDF servicemen and women will act in a judicious and safe manner in all they do, out of recognition of the supreme value of human life. During combat they will endanger themselves and their comrades only to the extent required to carry out their mission.

    Purity of Arms – The IDF servicemen and women will use their weapons and force only for the purpose of their mission, only to the necessary extent and will maintain their humanity even during combat. IDF soldiers will not use their weapons and force to harm human beings who are not combatants or prisoners of war, and will do all in their power to avoid causing harm to their lives, bodies, dignity and property.”,
    dann ist zwar ein frommer Wunsch, aber doch letztendlich Augenwischerei. Wenn sie es ernst meinen würden, müßte die Tzahal komplett anders organisiert und ausgerüstet sein, als sie es momentan ist. Mit einer konventionellen Armee kann man diese Prämissen nicht erfüllen. Unter den derzeitigen Bedingungen läßt sich das doch in keinster Weise praktisch umsetzen, wie sich ja jetzt leider wieder in Gaza gezeigt hat.

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  27. @Shabbes-goi: Diese Information entnehme ich dem von dir verlinkten Artikel. Die Geschütze werden um eine Einheit (Fahrzeug, Kaserne etc.) aufgestellt und brauchen bis zum Schuss ca. zehn Sekunden.

    Will man damit Raketen abwehren, müsste man also um jedes Haus oder um jedes Viertel so ein Gerät aufstellen (Die Waffenträger Ozelot sind im Gelände taktisch um ein Aufklärungs-, Führungs- und Feuerleitfahrzeug herum aufgestellt.). Ich bezweifle aber auch, dass die Radarsysteme wirklich die Kassams zu erkennen vermögen. Ich weiß nicht ob derzeit der Alarm nicht vielleicht manuell ausgelöst wird (Selbstgebaute Raketen können vielleicht schlecht vom Radar erkannt werden?). Wie auch immer, 10 Sekunden nach Zielerkennung wird die erste Abwehrrakete abgeschossen.

    Wenn man bedenkt, dass eine Kassam schon nach 15 Sekunden einschlägt bleibt nicht genug Zeit. Außerdem müsste man eh Schutz suchen, denn ein solches System ist für den Militäreinsatz konzipiert und wird nie zu 100% funktionieren.

    Es bliebe alles beim Alten, nur würden vielleicht etwas weniger Häuser zerstört. Dafür durch trügerische Sicherheit, Menschen getötet.

    Ich finde es aber müssig über Waffen und High-Tech Systeme zu diskutieren. Du bist da kein Experte und ich auch nicht.

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  28. Tja, wenn ich da einige reden höre, die Existenz Israels wäre von der Hamas gefährdet, so frage ich mich, ob denn nur Sonderschulbesucher hier sind. Ein verheuchelteres Argument kann es doch gar nicht mehr geben, da Stolz auf die Israelische Armee verrät, wie der Verstand doch mit solcher Aussage vergewaltigt wird.

    Fakt ist, das arabische Friedensangebot wird nicht von der Hamas abgelehnt, sondern von Israel seit 2002. Ein weiterer Fakt ist, dass ein überlebensfähiges freies Gaza (wenn der Würgegriff durch Israel nicht wäre) Druck auf Israel bewirken könnte. Wie würde sich denn die Besatzung und das längst noch nicht beendete Siedlungsprojekt im Westjordanland noch “legitimieren” lassen, wenn denn die Gazaner endlich frei von der Besatzung wären.

    Die Broschüre wie auch die Zerstörung von Gaza ist zwingend notwendig gewesen, um die Ausdehnung der jüdischen Siedlungen ins Westjordanland nicht unterbinden zu müssen.

    Man kann ja das für Israels Recht halten, den Palästinensern das freie Existenzrecht zu verweigern und deren Eigentum zu enteignen. Wieso hätte man auch dem Waffenstillstandsangebot der Hamas zustimmen sollen, und deren Forderung, Gaza nicht mehr wie ein Ghetto abzuriegeln nachgeben sollen, wenn doch ein freies Gaza das Projekt im Westjordan untergraben würde. Dann schon lieber dafür sorgen, dass Gaza eine nicht überlebensfähige Zone bleibt, die keinen auf die Idee bring, dass die Palästinenser im Westjordanland auch frei von der Besatzung sein könnten.

    Leute wie Liebermann sprechen wenigstens aus, was Sache ist. Andere reden sich doch tatsächlich ein, die eigene Heuchelei nicht zu bemerken, wenn sie Hamas als existenzielle Bedrohung für Israel darstellen.

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  29. “Tja, wenn ich da einige reden höre, die Existenz Israels wäre von der Hamas gefährdet, so frage ich mich, ob denn nur Sonderschulbesucher hier sind. ”

    Sagen Sie mal, ist das vielleicht Ihr Niveau eines Schulbesuchers oder wen wollen Sie für dumm verkaufen? War Hitler auch nur ein Schwätzer, dessen Programm man nicht ernst nehmen konnte?

    Alles nur ein kleiner Witz?

    “Die Hamas-Charta:

    Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine ausschließlich palästinensische Bewegung, die Allah die Glaubenstreue hält und deren Weg der Islam bestimmt. Sie strebt danach, das Banner Allahs über jedem Zentimeter Palästinas zu entfalten. (Artikel 6)

    Die Zerstörung Israels:

    Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat. (Präambel)

    Die moslemischen Ursprünge des Gebietes:

    Das Land Palästina ist ein Islamischer Waqf (Heiliger Besitz), der den kommenden Generationen der Moslems bis zum Ende der Zeiten als Vermächtnis gegeben wurde. Es darf weder darauf verzichtet werden, noch darf etwas davon abgetrennt werden. (Artikel 11)

    Palästina ist ein islamisches Land Deshalb ist die Befreiung Palästinas für jeden Moslem die höchste persönliche Pflicht, wo immer er sich befindet. (Artikel 13)

    Der Aufruf zum Jihad:

    Der Jihad ist die persönliche Pflicht jedes Moslems, seit die Feinde Teile des moslemischen Landes geraubt haben. Angesichts des Raubes durch die Juden ist es unvermeidlich, dass ein Banner des Jihad gehisst. wird. (Artikel 15)

    Missbilligung des israelisch-ägyptischen Friedensvertrages:

    Ägypten wurde durch das verräterische Camp-David-Abkommen aus dem gemeinsamen Kampf (gegen den Zionismus) herausgelöst. Die Zionisten versuchen, die anderen arabischen Staaten in ähnliche Abkommen hineinzuziehen Vom gemeinsamen Kampf gegen den Zionismus abzulassen ist Hochverrat; verflucht ist, wer eine solche Tat begeht. (Artikel 32)

    Antisemitische Hetze:

    Das jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Moslems nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn. (Artikel 7)

    Die Feinde haben lange Zeit Ränke geschmiedet und riesigen, bedeutungsvollen, materiellen Reichtum angesammelt. Mit ihrem Reichtum haben sie weltweit die Kontrolle über die Medien übernommen, mit ihrem Geld haben sie in verschiedenen Teilen der Welt Revolutionen gesteuert Sie standen hinter der Französischen Revolution, der Russischen Revolution und den meisten anderen Revolutionen Mit ihrem Geld bildeten sie geheime Organisationen, z. B. die Freimaurer, die Rotary Clubs und die Lions Clubs, welche über die ganze Welt ausgebreitet sind, um Gesellschaftssysteme zu zerstören und zionistische Interessen wahrzunehmen Sie standen hinter dem I. Weltkrieg und bildeten den Völkerbund, mit welchem sie die Welt regierten. Sie standen hinter dem II. Weltkrieg, durch den sie riesige finanzielle Gewinne erzielten Sie sind die Drahtzieher eines jeden irgendwo in der Welt geführten Krieges. (Artikel 22)

    Die zionistischen Intrigen werden kein Ende nehmen. Über Palästina hinaus werden sie sich vom Nil bis zum Euphrat ausbreiten. wenn sie sich das Gebiet einverleibt haben, auf das sie ihre Hand gelegt haben, freuen sie sich auf die nächste Expansion. Ihr Programm ist in den Protokollen der Weisen von Zion niedergelegt. (Artikel 2)

    Der Hamas betrachtet sich selbst als Speerspitze und Vorhut des gemeinsamen Kampfes gegen den Welt-Zionismus Islamische Gruppen in der ganzen arabischen Welt sollten das gleiche tun, da sie für ihre zukünftige Aufgabe, den Kampf gegen die kriegstreiberischen Juden, bestens gerüstet sind. (Artikel 32)”

    “Fakt ist, das arabische Friedensangebot wird nicht von der Hamas abgelehnt, sondern von Israel seit 2002.”

    Lügen Sie wenigstens nicht so dreist:

    “Ablehnung von Friedensinitiativen:

    Friedensinitiativen und so genannte Friedensideen oder internationale Konferenzen widersprechen dem Grundsatz der Islamischen Widerstandsbewegung. Die Konferenzen sind nichts anderes als ein Mittel, um Ungläubige als Schlichter in den islamischen Ländern zu bestimmen Für das Palästina-Problem gibt es keine andere Lösung als den Jihad. Friedensinitiativen sind reine Zeitverschwendung, eine sinnlose Bemühung. (Artikel 13)”

    “Leute wie Liebermann sprechen wenigstens aus, was Sache ist. ”

    Na, wenn Sie jemanden wie Liebermann brauchen, ist ja alles klar.

    Warum kotzt iht euch eigentlich ständig so dreist in jüdischen Foren und Blogs aus? Habt ihr kein anderes Hobby?

    Uf mipo!!

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  30. @Bürol Wenn ein Kommentar schon mit unverschämten Beleidigungen beginnt, gibt dann gibt es auch keinen Grund den übrigen Kommentar zu lesen oder ihm ausreichend Wert beizumessen, um überhaupt darauf einzugehen. Das ist hier nicht die Diskussionskultur.

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  31. Liebermann ist ein Rassist, keine Frage. Eine Israelin sieht ihn und seine politische Karriere (er ist ja schon länger dabei) so:

    “Und wer Lieberman jetzt als gefährlichen Newcomer sieht, der sollte Piets Link nachgehen. Er ist schon lange in der Politik, auch in der Knesset und im Kabinett. Er bellt laut, beißt aber wenig. Er ist eben nicht der blinde Überzeugungstäter, als den ihn Freund und Feind gern zeichnen, sondern Pragmatiker. Er hat schon mit Shas in einer Regierung gesessen und würde das wieder tun, obwohl Shas und Lieberman diametral entgegengesetzte Ansichten zu sehr vielen Themen haben (die aber im Ausland weniger interessieren, wo man nur auf Piiiisprosses fixiert ist und die gesamte israelische Politik danach in Gut und Böse einteilt).”

    http://rungholt.wordpress.com/2009/02/10/ausgeblieben/#comment-28585

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  32. Ganz klar kann man Liebermanns Positionen als rassistisch festlegen. Der Bogen zur deutschen Parteienlandschaft ist jedoch sehr absurd. Hier kann man nicht 1:1 vergleichen. Faschistisch ist die Partei auch nicht, weil sie keine Abschaffung der Demokratie in Israel fordert sondern (erschreckend genug) die Ein- oder Beschränkung von Rechten für bestimmte Bevölkerungsgruppen. Auch hier gilt aber nicht: Nichtjüdisch = schlecht.
    Bei einem Blick in die israelische Presse wirst Du feststellen, dass die Partei auch Erfolge bei den Drusen feiern konnte und auch zumindest einen Kandidaten aus dieser Bevölkerungsgruppe aufstellte.
    Dumm ist der Mann auch nicht, so gab er keine klaren rassistischen Statements, sondern verlangte Loyalitätsbekundungen der arabischen Bürger Israels. Dass man keine Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht stellen kann, versteht sich aber von selbst. Er ist also zu wendig, um sich auf diese Position festlegen zu lassen.
    Nur Dein Vergleich trifft also nicht zu, weil Liebermann keinen Führerstaat will und gleich alle Nichtjuden deportieren lassen will.
    Die deutsche Parteienlandschaft eignet sich für solche Vergleiche sowieso nicht. In Israel gibt es ein bunteres Spektrum an Parteien. Was ist mit Schas? Meretz? Vereinigtes Torahjudentum? Womit sollte man die vergleichen? Schas mit CDU? Wohl kaum…

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  33. @ Bürol:
    Vielleicht hatte ich mich unklar ausgedrückt:
    Die Rechtfertigung für die Beleidigung war nicht gefordert, sondern ein Unterlassen der Beleidigung oder sogar ein Einsehen.
    Nochmal: Solange das nicht verstanden wird, sehe ich keinerlei Anlass auf irgendein Argument einzugehen.

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  34. Was Sie immer schon über die Hamas wissen wollten
    12. Februar 2009, von Thomas von der Osten-Sacken

    Sollten Sie je gelesen haben, dass die Hamas irgendwie eine ziemlich üble Truppe ist, dann sind sie einer Propagandalüge aufgesessen.

    Die Hamas ist nämlich eigentlich weder antisemitisch, noch zielt sie auf die Zerstörung Israels, noch ist sie eigentlich islamistisch. (Wer dies behauptet, versteht die Hamas entweder nicht oder sitzt übelster Propaganda auf)

    Nein eigentlich ist die Hamas eine ganz normale Partei und auch Suicide Bombings unternimmt sie nur recht ungerne und voller Skrupel. Und auch im Bereich der Frauenemanzipation geht es mit der Hamas nur voran, denn schließlich ist die Frau berechtigt, gegen Unrecht und Besatzung zu kämpfen.

    http://www.wadinet.de/blog/?p=1472#more-1472

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