Jan 11 2009

Schneebälle für Gaza

von Chajm 16:18 unter Deutschland, Israel und so

Eine bunte Mischung aus dem linkesten Spektrum der Linken (wenn man das so formulieren kann) rief in Gelsenkirchen zu einer Demo gegen Israel Israels Aktion im Gazastreifen auf. An dem Aufruf beteiligten sich linke Lokalpolitiker Gelsenkirchens, wie etwa Mitglieder der MLPD, der LINKEN und der DKP (konnte man auch dem Flyer entnehmen). Gefolgt sind dem Aufruf junge Leute aus dem Libanon, aus der Türkei und vielleicht auch junge Palästinenser. Jede Gruppe schwenkte eine Fahne ihres Herkunftslandes, was eigentlich nichts mit einer Solidaritätskundgebung für die Bewohner des Gazastreifens zu tun hatte. Vielmehr wurde hier dem eigenen Selbstbewusstsein auf die Schulter geklopft. Die WAZ berichtete von etwa 500 Teilnehmern, die friedlich demonstriert hätten. So war es jedoch nicht ganz. Auf die begleitenden Polizisten wurden nämlich Schneebälle geworfen und der Tod aller Juden gefordert. Völkermordvorwürfe und „Kindermörder Israel” Plakate scheinen zum Standard einer solchen Demonstration zu gehören. Grüne Fahnen mit weißer arabischer Aufschrift (waren es vielleicht doch Hamasfahnen?) wurden ebenfalls vereinzelt in den Händen getragen. Ironischerweise rutschte einer der jungen Schneeballwerfer dabei aus, als er versuchte Schwung zu holen und musste ins Krankenhaus transportiert werden (so berichtet auch die WAZ auf ihrem Portal).
Ein Fortschritt wäre es, wenn es eine Demonstration gäbe, auf der für ein friedliches Miteinander demonstriert werden würde und die ein friedliches Miteinander exemplarisch vorlebt.

Kleines Update: Ein weiteres Blog aus Gelsenkirchen beschäftigte sich mit der Darstellung der Demo in den Medien hier

81 Kommentare

81 Kommentare to “Schneebälle für Gaza”

  1. Shabbes-Goiam 11. Januar 2009 um 18:27 1

    @Chajm: “Ein Fortschritt wäre es, wenn es eine Demonstration gäbe, auf der für ein friedliches Miteinander demonstriert werden würde und die ein friedliches Miteinander exemplarisch vorlebt.” Das hört sich gut an, wäre eventuell ja sogar möglich, aber meinst Du ernsthaft, das würde etwas ändern. Ich befürchte eher nicht.Dazu gibt es auf beiden Seiten zu viele wütende junge Männer und zuviele alte Männer, die krankhaft an ihrer Macht kleben.

  2. Romanam 11. Januar 2009 um 19:40 2

    Falls die Hamas-Flagge noch nicht bekannt ist:

    http://en.wikipedia.org/wiki/File:Flag_of_Hamas.svg

    Die Hamas ist in Deutschland verboten, warum greift dann die Polizei nicht ein?

  3. Yael1am 11. Januar 2009 um 19:48 3

    “In Berlin, wo 8.500 Demonstranten auf die Straße gingen, gab es laut Polizei einige Festnahmen, weil Teilnehmer des Protestzugs vermummt waren. Auch wurden verbotene Fahnen der radikalislamischen Hamas geschwenkt.”

    http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/gaza-konflikt-demonstrationen-in-ganz-europa-gegen-israelische-offensive_aid_361313.html

    Das ist wohl eine Ausnahme, es wird auch nicht eingegriffen, wenn Plakate mit “Tod Israels” und andere Vernichtungsphantasien auf Plakaten stehen oder wenn sogenannte Einpeitscher arabisch schreien, obwohl das nicht erlaubt ist.
    Auch heute in Berlin habe ich auf der Demo, als wie angekündigt, Palästinenser versucht haben, die Demo zu stören, vermummte Gestalten gesehen, ich erinnere mich an keine Reaktion der Polizei.

  4. Romanam 11. Januar 2009 um 20:03 4

    Ja, schau dir mal die Sendung (Offener Kanal Berlin) vom 29.12.2008 an:

    http://www.babel-tv.de/sendungen/index.html

    Das ist einfach gruselig!

  5. Chajmam 11. Januar 2009 um 21:53 5

    @ Roman: Nööö. Die Polizei hat auch in Dortmund nichts gemacht. Dort wurden Hamasflaggen getragen und Hamas-Stirnbänder. Dort ist die Situation wohl auch total eskaliert.
    Im Gegensatz dazu wurden israelische Fahnen von der Polizei am Wegesrand eingesammelt. So stand es gestern auf dem Portal DerWesten:
    http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/2009/1/10/news-103969785/detail.html

    und hier
    http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/im-westen/2009/1/11/news-103969785/slideshow.html?resourceId=5

  6. Romanam 12. Januar 2009 um 00:27 6

    Jetzt werden Flaggen eingezogen und morgen kommen wir vielleicht alle in Schutzhaft.

  7. Chajmam 12. Januar 2009 um 00:36 7

    Du meinst, weil unsere Existenz den Mob stört? Gruseliger Gedanke…

  8. Yael1am 12. Januar 2009 um 02:52 8

    Auch hier noch eine Meldung dazu: verkehrte Welt. Kommt mir so vor wie der Vorwurf, Frauen sollten sich gefälligst züchtiger anziehen, denn sonst wären sie selber schuld, wenn sie vergewaltigt würden.
    Opfer-Täter-Umkehr. Leider zu oft zu typisch.

    Polizei entfernt israelische Fahnen

    http://www.rp-online.de/public/article/duisburg/659619/Polizei-entfernt-israelische-Fahnen.html

  9. Matronitam 12. Januar 2009 um 09:00 9

    “Dazu gibt es auf beiden Seiten zu viele wütende junge Männer und zuviele alte Männer, die krankhaft an ihrer Macht kleben.”

    Serdar, auf welchen Seiten?

    Ich denke, hier wird doch von Demonstrationen in Deutschland gesprochen. Ich habe noch nie von einer von Juden initiierten Demonstration gehört, auf der Plakate mit der Aufschrift “Tod den Muslims” herumgetragen worden wären oder wo Polizisten mit dem Argument, daß alle Muslime sterben müßten, mit Schneebällen (oder wahlweise Anderem) beworfen worden wären.

  10. Chajmam 12. Januar 2009 um 09:02 10

    Das hat doch SG geschrieben… und irgendwie den Adressaten verpasst. In dem Posting ging es ja nicht um einen kommenden Frieden in Israel und für einen palästinensischen Staat, sondern um die nicht besonders friedlichen Demos hier…

  11. Shabbes-Goiam 12. Januar 2009 um 09:23 11

    @Chajm: “und irgendwie den Adressaten verpasst”
    Was ich da oben geschrieben habe, kann man natürlich auf den auslösenden Konflikt beziehen, es bezieht sich aber auch auf die hier stattfindenden Demonstrationen. Ich fände eine Demonstration “auf der für ein friedliches Miteinander demonstriert werden würde und die ein friedliches Miteinander exemplarisch vorlebt” wirklich wichtig und sinnvoll, glaube aber nicht, dass sie realisierbar ist, wegen der zu großen Ressentiments auf BEIDEN Seiten, wobei ich natürlich bei den Formen der aktuellen Demonstrationen genau wie Ihr “qualitative” Unterschiede sehe.

  12. Serdaram 12. Januar 2009 um 09:52 12

    @Matronit
    Nun ich habe zwar nicht den Satz geschrieben, aber soviel kann ich dazu schreiben. Du fragst warum auf Demos für Israel nicht “Tod der Palästinenser/Muslime” auf Plakaten herumgetragen wird. Nun das liegt daran, das das gerade passiert, man muss es ja nicht sagen. In gewisserweiße dienen ja diese Demos als “Rechtfertigung”, als Solidarität genau für diesen Tatbestand.
    Nicht falsch verstehen, ich glaube nicht das die Leute auf dieser Demo sich den Tod für Muslime wünschen, aber die Handlungen der IDF haben das zur Folge und das wird versucht in Bezug auf etwas Höheres wie “Selbstverteidigung” zu rechtfertigen.
    Übrigens habe ich gerade einen interessanten Artikel von Uri Avnery gelesen:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29514/1.html

  13. Chajmam 12. Januar 2009 um 10:02 13

    Also das ist ja mal etwas zu dick aufgetragen. Das ist vielleicht ein Bild, dass auch durch die Demonstrationen hervorgerufen wird und von der Hamas gefüttert wird: Die Annahme, der Israeli an sich und die Juden würden das irgendwie gut finden, Menschen zu töten. Das ist vollkommener Irrsinn.

    Das Problem an dem Artikel ist, er geht vollkommen an der Problematik vorbei. Ihm ist es wichtig zu zeigen, wie „blutrünstig” Israel handelt. Er zeigt aber nicht auf, dass es bei der Hamas Menschen gibt, die sich die Hände reiben und genau das wollen. Den Artikel von Lisa Goldmann habe ich verlinkt. Er bringt genau diese Aspekte ausgewogen auf den Tisch. Das hat natürlich wieder niemand gelesen. Schwarz-Weiß ist halt einfacher…

  14. Serdaram 12. Januar 2009 um 10:26 14

    Die Sichtweise, die in vielen Rechtfertigungen für Israels Militäraktion ausgedrückt wird ist ja genauso simpel wie du es jetzt für Avnery meinst.
    Ich glaube Avnery drückt eigentlich damit etwas aus, was eigentlich im Wesen einer Militärmaschinerie steckt und nichts speziell mit Israel zu tun hat. Ob die IDF blutrünstig ist oder nicht, tja da können wir jetzt versuchen Gedanken zu lesen. Aber sogar die Klärung dieser Frage wird nichts bringen, weil die Konsequenzen dieser Aktion alle “Gedanken” (ob sie nun gut oder schlecht gemeint waren) lügen strafen. Gut gemeinte Bombardierung hat genau die gleichen Folgen wie die von schlimmen Absichten.
    Rechtfertigungen für Israel argumentieren eigentlich genauso wie Avnery, nur unter anderen Vorzeichen. Sie drücken die unvermeindlichkeit von toten Zivilisten aus und anderem verheizten Menschenmaterial.
    Ich habe Lisa Goldmann gelesen, das Problem ist nur das keine der beteiligten Parteien in diesem Konflikt sie lesen wird.

  15. Yankel Moisheam 12. Januar 2009 um 12:03 15

    In der Tat sind die zivilen Opfer äußerst bedauerlich.
    IMHO hätte Israel anbieten sollen,
    Frauen und Kinder vorher zu evakuieren.

    Kennt jemand Zahlen, wie die Quote von zivilen
    zu militärischen Opfer im Vergleich zu anderen Konflikten ist?

    Man kann, nachdem bereits frühere Versuche,
    menschenverachtende Regime im Nahen Osten
    mit militärischer Gewalt von der Macht zu entfernen,
    bestenfalls halb erfolgreich waren
    (z. B. Saddam Hussein im Irak, Taliban in Afganistan),
    darüber streiten, warum das im Fall Hamas besser laufen soll.

    Mir scheint, man hofft auf den Präzendenzfall Deutschland.
    Wobei eine Nichtparallele zu Irak und Afganistan
    (aber eine Parallele zu Deutschland!) wäre,
    dass Hamas eine Wahl gewonnen hat,
    nachdem vorherige Regierungen sich als unfähig erwiesen haben.

    YM

  16. Shabbes-Goiam 12. Januar 2009 um 12:22 16

    @YM:”Mir scheint, man hofft auf den Präzendenzfall Deutschland”
    Was genau meinst Du mit dem Präzendenzfall Deutschland ?
    Die Demokratisierung nach dem 08.05.45 oder ein Eingreifen der Bundesrepublik Deutschland ?

  17. Yankel Moisheam 12. Januar 2009 um 13:36 17

    @SG:
    Ich meine die militärische Unterwerfung Deutschlands
    vor dem 08.05.1945.
    Die dank alliiertem Bombenkrieg auch
    zahlreiche zivile Opfer gefordert hat.
    Bis auf ein paar Unverbesserliche ist man sich aber wohl heute einig,
    dass das ein “gerechter Krieg” war, der wegen der von Dir
    erwähnten nachfolgenden erfolgreichen Demokratisierung
    sein Ziel erreicht hat.

    J.

  18. Shabbes-Goiam 12. Januar 2009 um 14:34 18

    @YM: Den von Dir erwähnten Teil der Demokratisierung vor dem 08.05.45
    hatte ich nicht seperat erwähnt, weil für mich der 08.05. jedes Jahr den Tag der Befreiung bedeutet. Wobei für mich trotzdem zivile und unschuldige Opfer immer bedauernswerte und beklagenswerte und nach Möglichkeit immer zu vermeidende Opfer bleiben, egal auf welcher Seite.
    Das “dank” in “Die dank alliiertem Bombenkrieg auch
    zahlreiche zivile Opfer gefordert hat.” wirkt ja reichlich zynisch, oder hast Du vergessen es kursiv zu tippen ?
    Abgesehen davon, dass es für mich keine akzeptable Methode ist, glaube ich aber auch grundsätzlich nicht, dass diese Methode heute noch eine gangbare ist! Zum einen ist damals ja faktisch durch die Care-Pakete und nicht durch die Bomben demokratische Überzeugungsarbeit geleistet worden, zum anderen hat man damals ja ganz bewußt die Westzone als Teil des antibolschiwistischen Schutzwalls demokratisiert indem man in sie investiert hat. Ich wage es zu bezweifeln, dass in Gaza auch nur die geringste Möglichkeit dazu oder oder überhaupt das geringste Interesse daran besteht, zum anti-hamaistischen Schutzwall zu werden und dass es auf der Seite der aktuellen israelischen Regierung und seitens des israelischen Militärs ( ich schreibe ganz bewußt nicht “Israels”) ein Interesse gibt, in die jetzt in Gaza lebenden Menschen zu deren Gunsten etwas zu investieren.

  19. Yael1am 12. Januar 2009 um 15:05 19

    “Demos für Israel nicht “Tod der Palästinenser/Muslime” auf Plakaten herumgetragen wird. Nun das liegt daran, das das gerade passiert, man muss es ja nicht sagen. In gewisserweiße dienen ja diese Demos als “Rechtfertigung”, als Solidarität genau für diesen Tatbestand.”

    Das ist eine Frechheit. Vielleicht hättest du dir mal die Mühe machen sollen und dich informieren müssen, unter welchen Zeichen diese Demos stehen, denn sie stehen nicht unter dem Motto für den Krieg, sondern gegen den Terror der Hamas. Also nix mit einer Rechtfertigung. Unverschämtheit!
    Ich habe wenig Lust auch hier noch palästinensische Propaganda (inklusive des deutschen Alibi-Juden Avnery) zu lesen, dass Israel Zivlisten mit Absicht abschlachtet.
    Wende dich an die Hamas.

  20. Yael1am 12. Januar 2009 um 15:16 20

    “In der Tat sind die zivilen Opfer äußerst bedauerlich.”

    Mir tut das Leid der Kindern und Frauen unendlich leid. Was mich nur immer wieder wundert und wirklich wütend macht, ist, dass es diese selbsternannten Friedenshüter 8 Jahre lang nie gestört hat, dass Raketen auf Israel abgefeuert wurden. Sind Menschen in Israel weniger wert als andere?
    Diese Doppelmoral empfinde als so unerträglich, das einem die Worte fehlen.

  21. avitalam 12. Januar 2009 um 15:45 21

    Beschämend, dass sogar die Nachrichten auf allen (!) Kulturradiosendern gestern pro-israelische Demos nur als Randnotiz erwähnten. Beschämend, dass in Bezug auf anti-israelische Demos (die in den Mittelpunkt gerückt wurden) von “gewaltlos” berichtet wurde.

    Wie unglaubwürdig machen sich damit sogar die öffentlich-rechtlichen Medien?

    Auf Aish.com gibt es übrigens einen schönen Artikel, der die “CNN Strategy” der Hamas näher beleuchtet; daraus abzuleiten ist wunderbar, warum hier in Europa so viele auf die Medien und die anti-Israel-Hetze der Terroristenvereinigung(en) hereinfallen: http://www.aish.com/jewishissues/middleeast/The_Hamas_CNN_Strategy.asp

  22. Yael1am 12. Januar 2009 um 19:59 22

    Duisburg: Zentralrat der Juden wirft Polizei Parteinahme vor

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den Verlauf der Duisburger Demonstration gegen den israelischen Militäreinsatz hart kritisiert. „Offensichtlich steht das Recht auf Demonstrationsfreiheit nur einer Seite zu, offensichtlich bestimmen jetzt potenzielle Gewalttäter das Maß der Meinungsfreiheit in Deutschland”, sagt der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, der NRZ. Hintergrund: Auf dem Marsch zum Kundgebungsort in der Innenstadt hatten Teilnehmer ein Haus unter anderem mit Steinen attackiert, in dessem dritten Obergeschoss gut sichtbar eine israelische Fahne im Fenster hing. Pressefotos und ein Video im Internetportal „Youtube” belegen, dass Polizisten die Fahne abhingen, worauf die Demo-Teilnehmer mit Rufen wie „Gott ist groß” ihre Befriedigung über die Polizei-Aktion zum Ausdruck brachten.

    http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz/2009/1/12/news-104436297/detail.html

  23. Matronitam 12. Januar 2009 um 20:02 23

    “Nun das liegt daran, das das gerade passiert, man muss es ja nicht sagen. ”

    Das ist irgendwie eine gräßlich dämliche Antwort. Mir scheint, Du willst mit Absicht mißverstehen. Auch in diesem Krieg werden die Opfer nicht bejubelt – ich kenne keinen einzigen Juden, der sich über den Tod von palästinensischen Zivilisten freut, im Gegenteil. Daß ich das erwähnen muß, ist eigentlich schon zuviel. Ich meinte – nochmal zum mitschreiben – daß, Israelis und Juden in der ganzen Welt bislang noch NIE in den Todeskult verfallen sind, dem ein Teil der muslimischen Welt aufsitzt (ein Teil, nicht alle zum Glück, aber die, die dagegen sind, treten leider kaum in Erscheinung). Auch in den Hochzeiten palästinensischer Terrorattentate in Israel (und fast jeder von uns kennt irgendjemanden, der davon betroffen war und ist, denn Schrapnel-”Nachwehen” dauern ein Leben lang an) zogen keine aufgebrachten Juden mit “Tod den Palästinensern” durch israelische oder europäische Straßen.
    Das ist der Unterschied, und der ist gewaltig. Und ich bin frustriert darüber, darum schreibe ich das überhaupt.

  24. Chajmam 12. Januar 2009 um 21:31 24

    @Serdar: Du glaubst also tatsächlich, die Aktionen der Tzahal im Gazastreifen rechtfertigt Gewalt (verbale und physische) in Deutschland gegen Juden und Staatsorgane? Da wurden antisemitische Parolen skandiert und der Tod aller Juden gefordert und hier wird auf dem Einmarsch der Tzahal in den Gazastreifen herumgeritten. Diese Menschen waren schon vorher Antisemiten und haben nun einen Anlass (keinen Grund!) gefunden um all das mal rauszulassen. Der Mob tobt und ist in Wirklichkeit überhaupt nicht daran interessiert, was in Gaza oder anderswo wirklich passiert. Wie hoch war die Zahl der Menschen die gegen andere Verbrechen gegen Muslime auf die Straße gegangen sind? Bosnien? Tschetschenien? Darfur? Kosovo? Keine Jugendlichen, die außer Kontrolle geraten den Serben den Tod gewünscht hätten (G-tt bewahre)… Wir können diese hässlichen Auswüchse nur angehen, wenn wir sie zur Kenntnis nehmen.

  25. Serdaram 12. Januar 2009 um 21:56 25

    Nein das rechtfertigt das auf keinen Fall, nur wo habe ich das denn geschrieben? Ich rechtfertige nicht, das Menschen “Tod den Juden” schreien. Aber meine Antwort hatte auch genaugenommen damit auch nichts zu tun. Es war eine Antwort darauf, warum diese Aufforderungen nicht auf pro-israelischen Demos vorkommt. Und zwar deswegen, weil man diese Aufforderung nicht machen braucht. Schließlich sterben sie ja just in diesem Moment. Ich sage ja nicht das die Demonstranten auf pro-israelischen Demos sich das wünschen.
    Aber wenn Yael meinte, das diese Leute gegen den Terror der Hamas sind, dann meinen sie auch die Maßnahmen gegen die Hamas, also rechtfertigen notgedrunen die toten Menschen. Ich sag ja, wenn es einem höheren Zweck dient, sind Tote ok. Die andere Seite argumentiert ja nicht anders.
    Ich weiß also nicht, warum man sich deswegen aufregen muss. Ich sage nur was passiert, ich mache es ja nicht.

  26. Matronitam 12. Januar 2009 um 22:09 26

    “Es war eine Antwort darauf, warum diese Aufforderungen nicht auf pro-israelischen Demos vorkommt. Und zwar deswegen, weil man diese Aufforderung nicht machen braucht. Schließlich sterben sie ja just in diesem Moment. Ich sage ja nicht das die Demonstranten auf pro-israelischen Demos sich das wünschen.”

    Nein? Leider klingt es danach, denn die Verbindung macht es in diesem Fall. Man muß die Dinge nicht direkt aussprechen, die Kombination macht es in diesem Fall.
    Du unterstellst nämlich nun schon zum dritten Mal, daß Juden nur deswegen nicht mit Postern, die zum Mord an Muslimen aufrufen, durch die Straße ziehen, weil es in Gaza durch den Krieg ohnehin Muslime sterben. Darum erwähnte ich die Selbstmordattentate, die in Israel im Laufe vieler Jahre stattfanden – und es fand keine einzige Demonstration statt, wo solche Plakate mitgeführt wurden, weder in Israel selbst noch im Ausland. Ebenso nicht während der ganzen Zeit, in der von Gaza aus Raketen nach Israel geschickt wurden. In Zeiten also, wo es keine direkte kriegerische Auseinandersetzung gab, wo man also tatsächlich eine “Aufforderung” hätte “machen” müssen.

  27. Yael1am 12. Januar 2009 um 22:11 27

    “Aber wenn Yael meinte, das diese Leute gegen den Terror der Hamas sind, dann meinen sie auch die Maßnahmen gegen die Hamas, also rechtfertigen notgedrunen die toten Menschen. ”

    Nein, ich rechtfertige nichts, aber ich sehe keine andere Möglichkeit.

    “Die andere Seite argumentiert ja nicht anders.”

    Für mich besteht ein sehr großer Unterschied zwischen beiden Seiten.
    Hamas ist Terror und Israel ist eine Demokratie.

    @chajm

    hat es einen Grund, warum zwei Kommentare von mir mit Links nicht veröffentlicht wurden?

  28. Chajmam 12. Januar 2009 um 22:31 28

    @Yael: Einen Kommentar habe ich im Spam-Ordner wiedergefunden… Die sind von der Software als Spam erkannt worden – keine Ahnung warum. Wenn das wieder passiert, kannst Du mich gerne per Mail darüber informieren… das gilt natürlich auch für alle anderen Diskussionsteilnehmer…

  29. Yael1am 12. Januar 2009 um 22:52 29

    Ah ja, danke, die war sicher von mir. Ich informiere dich das nächste Mal, ich dachte nur, du würdest sie erst freischalten müssen.

  30. Yael1am 12. Januar 2009 um 23:10 30

    Der „friedliche“ Judenhass

    Es ist kaum zu fassen: Da finden in Deutschland und Europa die wohl größten antisemitischen Aufmärsche seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs statt, aber wenn man den Medien Glauben schenken darf, handelt es sich bloß um „friedliche“ oder doch zumindest „überwiegend friedliche“ und jedenfalls legitime Proteste gegen den Krieg in Gaza. Rufen Demonstranten zu Tausenden „Kindermörder Israel!“ oder „Tod Israel!“, machen sie folgerichtig nur ihrer „Wut“ Luft, werfen sie dem „zionistischen Verbrecherregime“ auf Pappschildern vor, einen „Holocaust am palästinensischen Volk“ zu verüben, verleihen sie damit lediglich ihrer „Empörung“ Ausdruck. Hier und da wird zwar mal eine israelische Fahne verbrannt oder „Juden raus!“ respektive „Scheiß-Judenschweine!“ gerufen [...]

    http://www.lizaswelt.net/2009/01/der-friedliche-judenhass.html

  31. Chajmam 12. Januar 2009 um 23:51 31

    Nochmal meine Frage: Warum hat der gleiche Mob nicht zuvor gegen die Bombardierung von Grosny demonstriert?

  32. Yael1am 13. Januar 2009 um 00:35 32

    Damals (1995) gab es waren 25.000 tote Zivilisten, die kein Schwanz weiter gejuckt haben, aber an Israel hat dieser Mob wohl einen Narren gefressen.

  33. Romanam 13. Januar 2009 um 11:36 33

    http://blog.schoggo-tv.de/2009/01/10/das-haken-kreuz-mit-der-palaestinensischen-gemeinde-mannheim/

  34. anaximanderam 13. Januar 2009 um 12:21 34

    und jetzt folgt das laaaangsame Erwachen der Antifa
    http://litart.twoday.net/stories/5442771/

  35. Serdaram 13. Januar 2009 um 13:33 35

    @Chajm
    Ich will nur noch, das der Krieg bald zu ende ist. Ich bin es auch leid. Ich will nur noch über die Dinge diskutieren, auf die ich Einfluß habe und verändern kann. Den Menschen dort wird es nicht helfen. Wenn ich mir so einige Beiträge in vielen Blogs anschaue (ich gebe zu auch meine), dann lässt man sich sehr schnell in etwas mitreisen und findet sich auf einer Seite wieder (das gilt für beide Parteien), ohne das man das will.
    Oft werden auch Stellvertreterdebatten geführt, der Krieg im Gaza ist dann oft nur das Ticket, auf dem man reitet. Das der Krieg falsch ist und nichts bringt, das vertrete ich weiterhin. So das wars dann dazu auch von mir.

  36. Chajmam 13. Januar 2009 um 13:37 36

    @Serdar
    „der Krieg im Gaza ist dann oft nur das Ticket, auf dem man reitet.”

    Genau das wollte ich aussagen. Der Krieg und die Opfer sind den meisten egal. Es geht dabei um Antisemitismus der hier nicht nur latent vorhanden ist und der einen Anlass sucht, sich äußern zu können. Das ist mehr als bedenklich und das ist ein Problem auf das wir möglicherweise Einfluss nehmen können – das ist ja „lokal”.

  37. Yankel Moisheam 13. Januar 2009 um 13:50 37

    Zum Thema unterschiedliche Klassifizierung von Opfern:
    http://imshin.net/?p=448
    Siehe auch: http://blog.zeit.de/joerglau/2009/01/12/der-volkermord-an-den-arabern_1873

    @SG: natürlich war das Sarkasmus.
    Aber die Niederringung war Voraussetzung für die Demokratisierung.

    Wir sollten mal nicht so tun, als wäre die Hamas aus einem UFO
    ausgestiegen. Die haben eine Wahl gewonnen!
    Wer im Sportpalast “Jaaa” schreit, soll sich nicht wundern…

    Wobei man fairerweise erwähnen muss,
    dass die Hamas mal von Israel gestützt wurde,
    um ein Gegengewicht zu PLO aufzubauen.
    (Man erinnere sich: Saddam Hussein und Osama bin Laden
    wurden vom Westen grossgemacht, gegen Iran bzw die Sowjets)
    “Die Geister die ich rief, werd ich nun nicht los….”

    YM

  38. Serdaram 13. Januar 2009 um 14:01 38

    @Chajm
    Wer Recht oder Unrecht hat, tja da kann man sich nun wirklich tod diskutieren in dem Krieg. Das bringt nichts. Jetzt sollte man darüber reden, was danach passieren sollte.
    Vielleicht war es ein Fehler sofort ein Embargo zu erlassen, nach dem die Hamas gewählt wurde. So hat Hamas auch eine Legitimationsbasis vorgefunden. Die dadurch entstandene wirtschaftliche Gängelung investieren die Leute dann in Form von Unterstützung der Hamas.

    Ein erster Schritt wäre diese Hürden abzubauen und den Leuten so die Möglichkeit zu geben, zu Arbeiten, zu Wirtschaften. Dann bräuchte es auch keine Gelder von EU und sonstwo. Das macht die Palästinenser nur zu Bettlern. Ein Gaza, das zwar nicht besetzt ist, aber dafür eingeschlossen, bringt ja nichts, wenn nichts verkauft werden kann, weil die Fracht an der Grenze verendet.

    Ich fand übrigens die saudi-arabische Initiative nicht schlecht, das Israel von den arabischen Staaten anerkannt wird, wenn es seinerseits ein paar Dinge einlöst. Z.b Siedlungsstop, denn in dieser Hinsicht hat Israel miserabel versagt.

  39. Shabbes-Goiam 13. Januar 2009 um 16:14 39

    @Alle: Pardon, ich möchte mich hiermit für meinen doppelten Kommentar ganz oben” Alte Männer – Junge Männer etc” ganz herzlich entschuldigen!
    Ich habe ihn einfach direkt auf Chajm Posting aus dem Bauch heraus geschrieben, ohne genaue Kenntnis gehabt zu haben, wie die Gaza-Demonstrationen genau abgelaufen sind. Nachdem ich jetzt einige Demonstrationsberichte, Postings & Kommentare auf verschiedenen Seiten,
    leider auch auf vielen Linken, vor allem aber auch auf rechten Seiten, gelesen habe, bleibt mir nur noch zu sagen, dass diese Form der Demonstration nichts mit einem Wunsch nach Frieden oder mit irgendeiner Form der nachvollziehbaren Kritik an dem Militärschlag zu tun haben, sondern wirklich der pure Antisemitismus sind, in dem in keinster Weise differenziert wird. Darüber hinaus finde ich es besonders gravierend, dass die Polizei als Staatsdiener und Representant der BRD in keinster Weise eingreift, wenn es um Verfassungswidrige Kennzeiche, vorallem aber ganz offensichtliche Äußerungen und Darstellungen geht, denn hier hört sogar für mich die Meinungsfreiheit auf. Nicht um diese Tatsache zu relativieren, sondern um das Bild und die gefährliche Eskalation ins Sachen abzurunden, bei Demo´s der NPD und anderer Neonazis zeigt sich die selber Struktur, die Demo wird von einer unverhältnismäßigen Übermacht der Polizei gegen Gegendemonstranten abgesichert, Gegendemonstranten werden sanktioniert, wohingegen verfassungsfeindliche Äußerungen, Transparente und Gesten in keinster Weise geahndet oder strafrechtlich verfolgt werden. Insgesamt ein sehr beängstigendes Bild.

  40. Gilbertam 13. Januar 2009 um 17:20 40

    Ich habe, ehrlich gesagt, inzwischen auch den sehr starken Eindruck, dass bei den Demos hierzulande landesinterne schmutzige Wäsche gewaschen wird und der Konflikt in Gaza nur noch eine untergeordnete Rolle spielt (wenn überhaupt). Ausländer gegen Israelis(=Juden), Deutsche gegen Ausländer, usw.

    Positiv muss man wohl sehen, dass das Ganze bislang einigermaßen gewaltlos über die Bühne gegangen ist. Bei der ganzen Aufregung über den antisemitischen Bühnenzauber der moslemischen Demonstranten sollte man sich aber doch mal Folgendes überlegen: der überwiegende Teil der Leute kommt entweder nicht von hier oder gehört zur Bildungsverweigerungsschicht, die schon seit 2-3 Generationen hier lebt, noch nichts von unserer Kultur mitbekommen hat und immer noch die Türkei oder ein anderes Land als Heimat empfindet (wo eben andere gesellschaftliche Bedingungen herrschen). Die können mit ziemlicher Sicherheit überhaupt nicht nachvollziehen oder verstehen, welche Aufregung sie hier mit so was hervorrufen.

    Ich finde auch die Reaktion der Polizei völlig richtig, ziemlich viel zu übersehen und den Deckel draufzuhalten. Überlegt doch mal selbst: da sind schon mehr auf der Straße, als die üblichen linken Schlägertrupps zusammen bekommen, und wenn die Polizei mit der gewaltsamen und für diese Leute unverständlichen Konfiskation von verbotenen Symbolen beginnt, können die per Handy in Windeseile nochmals die dreifache Anzahl an Landsleuten aktivieren. Die Gefahr, dann bürgerkriegsähnliche Zustände à la Frankreich oder Griechenland am Hals zu haben, die nicht mehr zu kontrollieren sind und bei denen mit Sicherheit sehr viel zu Bruch geht, ist einfach zu groß. Ich halte solche Szenarien noch für viel beängstigender als ein paar verfassungsfeindliche Symbole.

    Was den eigentlichen Konflikt angeht: ich glaube nicht, dass die Lösung vor Ort zu finden ist. Die Israelis verhandeln nicht mit der Hamas, und die Hamas hat allen Grund, der derzeitigen israelischen Regierung nicht über den Weg zu trauen. Am Besten wäre meiner Meinung nach, die Nato auffahren zu lassen, damit von den Nachbarn keiner auf dumme Gedanken kommt, und dann beiden Seiten Geld und Nachschub abschneiden. Wer nicht mehr schießen kann, muss verhandeln, und in Israel gibt es genügend verhandlungswillige Kräfte, die bislang von den Falken unterdrückt wurden. So weitermachen macht nur die Gefahr größer, dass das irgendwann sehr übel endet.

  41. Shabbes-Goiam 13. Januar 2009 um 17:41 41

    @YM: “Aber die Niederringung war Voraussetzung für die Demokratisierung.” Bei der Niederringung stimme ich Dir voll zu, doch stellt sogar hier die berechtigte Frage nach der Vermeidbarkeit von zivilen Opfern.

  42. Shabbes-Goiam 13. Januar 2009 um 18:36 42

    Nochmal @ YM: Also ich bezweifle, ob es wirklich sinnstiftend ist und die Diskussion hier auf dem Blog zu diesem Thema bereichert, wenn wir zwei alten Knacker, die damals zugegebenmaßen nicht dabei waren, uns über damals auseinandersetzen und versuchen Parallelen zu heute zu konstruieren. Aber wenn des Dir wirklich wichtig sein sollte, können wir gerne weiter privat darüber diskutieren: shabbes.goi@gmx.de

  43. Yankel Moisheam 13. Januar 2009 um 19:24 43

    @Gilbert:
    Ich vermute eher, die “Bildungsverweigerer” verstehen ziemlich gut,
    für welche Aufregung sie mit ihrer Demonstration sorgen.
    Genau deshalb wird es ja gemacht.
    Die Sicherheitskräfte in ihren “Heimatländern” haben schliesslich
    gegenüber Krawallmachern ganz andere Vorgehensweisen.

    Irgendwie erinnert mich Dein Wegschau-Plädoyer an
    Broders “Hurra, wir kapitulieren.”

    Übrigens trauen auch die arabischen Regierungen der Hamas
    nicht über den Weg und freuen sich wohl in Wahrheit,
    das Irans Marionette mal eins übergebraten bekommt.

    @SG: Was die Frage nach der Vermeidbarkeit ziviler Opfer betrifft,
    hast Du natürlich in beiden Fällen recht.
    Aber man sollte schon in beiden fragen,
    welche Seite die Verantwortung trägt.
    Es geht mir sicher nicht um Gleichsetzung o.ä.

    YM

  44. Yael1am 13. Januar 2009 um 19:40 44

    Polizei stürmt Wohnung und hängt Israel-Fahne ab

    … da traten Beamte seine Tür ein und entfernten die Flaggen.

    Berlin – Es ist nicht neu, dass sich auch in Deutschland die Gemüter erhitzen, wenn im Nahen Osten Bomben fallen und Raketen fliegen. Aber dass deutsche Polizeibeamte eine Wohnungstür eintreten, um eine Israel-Fahne aus einem Schlafzimmerfenster zu entfernen, weil sich unten auf der Straße Demonstranten an ihr stören – das hat eine besondere Note.

    “Ich stand völlig neben mir”, berichtet P., “ich hatte Angst.” Zwei Stunden vergingen ohne Zwischenfall. Doch dann ging P.s Bekannter zum Rauchen auf den Balkon – und wurde sofort wieder von Jugendlichen als “Scheißjude” beschimpft.

    Zwei Minuten später stand erneut die Polizei vor P.s Tür – und zum zweiten Mal an diesem Tag taten die Beamten etwas Unerwartetes: Sie erteilten P.s Freund einen Platzverweis aus dessen Wohnung.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,601058,00.html

    “Irgendwie erinnert mich Dein Wegschau-Plädoyer an
    Broders “Hurra, wir kapitulieren.””

    Mich leider auch.

  45. Yael1am 13. Januar 2009 um 19:41 45

    Polizei stürmt Wohnung und hängt Israel-Fahne ab

    … da traten Beamte seine Tür ein und entfernten die Flaggen.

    Berlin – Es ist nicht neu, dass sich auch in Deutschland die Gemüter erhitzen, wenn im Nahen Osten Bomben fallen und Raketen fliegen. Aber dass deutsche Polizeibeamte eine Wohnungstür eintreten, um eine Israel-Fahne aus einem Schlafzimmerfenster zu entfernen, weil sich unten auf der Straße Demonstranten an ihr stören – das hat eine besondere Note.

    “Ich stand völlig neben mir”, berichtet P., “ich hatte Angst.” Zwei Stunden vergingen ohne Zwischenfall. Doch dann ging P.s Bekannter zum Rauchen auf den Balkon – und wurde sofort wieder von Jugendlichen als “Scheißjude” beschimpft.

    Zwei Minuten später stand erneut die Polizei vor P.s Tür – und zum zweiten Mal an diesem Tag taten die Beamten etwas Unerwartetes: Sie erteilten P.s Freund einen Platzverweis aus dessen Wohnung.

    “Irgendwie erinnert mich Dein Wegschau-Plädoyer an
    Broders “Hurra, wir kapitulieren.””

    Mich leider auch.

  46. Yael1am 13. Januar 2009 um 19:43 46

    Den Link zum Spiegel kann ich leider nicht setzen, weil es nicht angenommen wird.

    Unter Politik auf DEMO IN DUISBURG klicken.

  47. Yael1am 13. Januar 2009 um 20:13 47

    Zum Thema, Israel würde mit Absicht massenhaft Zvilisten töten, weil ich gerade ein Gegenbeispiel gestern im Fernsehen sah (das wurde gefilmt):
    Israelische Bomber hatten Hamasaktivisten im Visier, die gerade eine Rakete abfeuern wollten. Sie drehten jedoch ab und unterliesen einen Beschuss, weil in der unmittelbaren Umgebung Zivilisten waren. Das nur als Beispiel, um mal dieser These zu widersprechen.

  48. Romanam 13. Januar 2009 um 20:18 48

    So sollte es gehen: http://tinyurl.com/89r83h

  49. Gilbertam 13. Januar 2009 um 20:26 49

    @Yankel Moishe: deine Einschätzung der arabischen Regierungen teile ich. Die meisten werden wohl immer noch eine nicht ganz angenehme Erinnerung an die PLO/Fatah haben, auch wenn das schon eine Weile her ist. Selbst die Hisbollah im Libanon ist verdächtig ruhig.

    Was das Wegschauen angeht, solltest du aber auch mal sagen, welchen Preis du dafür zu zahlen bereit bist, und zwar ganz persönlich aus der Sicht derjenigen, die mitten drin sind und was abkriegen können. Jahrelang hat man diese Mischpoke unter Hurra-Rufen unkontrolliert ins Land und sich zusammenrotten lassen, jetzt zahlen wir den Preis dafür. Also mal Tacheles: was wärst du bereit, an Eskalation zu verantworten?

  50. Yael1am 13. Januar 2009 um 20:33 50

    Danke Roman.

  51. Yael1am 13. Januar 2009 um 20:39 51

    Antizionistischer Aufmarsch in MZ: Ausschreitungen gegen israelsolidarische Menschen

    Antisemitische Parolen auf „Friedensdemo“ in Mainz und Ausschreitungen gegen israelsolidarische Menschen
    Kaufhof verhängt Hausverbot gegen schutzsuchende Menschen Polizei Mainz hält Fahne des jüdischen Staates für eine Provokation.

    Die auf der Demonstration gezeigten Transparente und gerufenen Slogans machten allein Israel für die Situation im Gazastreifen verantwortlich. Auf einem Plakat wurde eine Israelfahne mit einer Hakenkreuzfahne gleichgesetzt, außerdem wurde der holocaustrelativierende Slogan „Soll Gaza Auschwitz werden?“ gezeigt. Ein anderes Plakat zierte das Statement: „Israel trinkt das Blut unserer Kinder“. Dazu Thilo Henke: „Auch vor klassischem Antisemitismus wurde nicht zurückgeschreckt. Der angeblich jüdische Durst nach Kinderblut war schon im Mittelalter Vorwand für Pogrome.“

    Als israelsolidarische Menschen in der Nähe des Kaufhofes in der Bauhofstraße Israelfahnen zeigten, um dem anti-israelischen Aufmarsch eine andere Position entgegen zu setzen, kam es zu antisemitischen Ausschreitungen. Mit Rufen wie „Ihr Judenschweine!“ und geballten Fäusten stürmten einige wildgewordene Demoteilnehmer in Richtung der Gruppe mit den Israelfahnen. Diese flohen nach Augenzeugenberichten in das Kaufhof-Gebäude.

    Wie Augenzeugen weiter berichten, wurden daraufhin einige Personen im Geschäft vom Sicherheitspersonal aufgegriffen und beschuldigt, eine Schlägerei provoziert zu haben. Die Polizei nahm die Personalien auf und erteilte Platzverweis, so die Beschuldigten. Das Kaufhof-Personal erteilte umgehend ein einjähriges bundesweites Hausverbot und soll dies mit den Worten „So Leute wie euch brauchen wir hier nicht“ kommentiert haben.
    Besonders interessant erscheint diese Maßnahme vor dem Hintergrund der Arisierung des Kaufhauses Tietz 1933 und seiner Umbenennung in Westdeutsche Kaufhof AG. „Juden oder Menschen, die vor antisemitischen Übergriffen Schutz suchen, sind in den Geschäften der Firma Kaufhof offensichtlich nach wie vor unerwünscht.“ folgert Christian Struck, Sprecher des AK Antifa Mainz.

    http://mainz.antifa.net/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=157&Itemid=1

  52. Chajmam 13. Januar 2009 um 20:54 52

    @ Roman Danke für den Workaround… an dem Linkproblem arbeite ich noch…

    @Gilbert Sehr hanebüchene Argumentation und obendrein noch sehr vereinfachend. Fast könnte man meinen, sie sei sogar rassistisch weil sie unterstellt, Kinder von Migranten oder deren Enkelkinder seien besonders dumm und würden instinktgetrieben handeln und nicht zu intellektuellen Leistungen fähig sein. Das dies nicht so ist wissen wir ja, ohne dass ich hier Gegenbeispiele auffahren muss.

    Die Spielregeln einer demokratischen Gesellschaft sind allen klar und es gibt keine Ausreden diesbezüglich. Der Staat hat die Aufgabe (Stichwort „Wehrhafte Demokratie”) diese Spielregeln durchzusetzen. Vollkommen gleichgültig dessen, was folgt. Das tut er übrigens bei anderen Gelegenheiten aber ähnlichen Situationen. So könnte man doch prima einen Castor-Transporter an der Grenze abweisen, weil dieser eine unnötige Provokation für die Gegendemonstranten ist?

    Sollen Synagogen geschlossen werden, weil sie möglicherweise jemanden reizen könnten? Wir wissen alle, wie lächerlich diese Vorstellung ist. Eine solche Demokratie wäre zum Scheitern verurteilt, weil immer der Recht bekommt, der den potentiell gewalttätigsten Mob zusammentrommelt.

    Zum zweiten Posting: Ja. Die Menschen kommen nach Deutschland und sind hier genauso willkommen wie alle anderen. An die Spielregeln müssen sich jedoch alle halten. Das wäre kein Grund, präventiv niemanden mehr ins Land zu lassen.

  53. Romanam 13. Januar 2009 um 21:07 53

    Aber ein Grund in Zukunft die “Richtigen” rein zu lassen. Warum kann ein Pole friedlich in Deutschland leben, warum kann ein Japaner friedlich in Deutschland leben, warum kann ein Russe, ein Ukrainer, ein Litauer, ein Niederländer, ein Engländer, ein Chilene friedlich in Deutschland leben. Aber einer aus dem arabischen/orientalischen Raum nicht? Nur bei diesen Menschen scheinen nahezu alle Integrationsbemühungen zu versagen.

    Versteht mich nicht falsch, aber wenn der Stadt nicht integrieren kann, dann ist es unanständig zur Bildung von Parallelgesellschaften beizutragen.

  54. Chajmam 13. Januar 2009 um 21:34 54

    @Roman Ich bin niemals ein Freund von Einwanderungspolitik gewesen, die Einwanderer in „nützlich” und „nicht nützlich” unterteilt. Jeder sollte eine Chance haben. Wer sich allerdings nicht mit den allgemein gültigen Gesetzen arrangieren kann, dem ist auch nicht mehr zu helfen und da sollten entsprechend Konsequenzen gezogen werden. Der Staat ist aber hier gefordert, sein Gewaltmonopol zu erhalten und das nicht gegen die zu verwenden, die sich an die Regeln halten.
    Man könnte ansonsten fast auf die Idee kommen, der Staat könnte für die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und Menschen nicht mehr garantieren…

  55. Shabbes-Goiam 13. Januar 2009 um 21:54 55

    @ Chajm: “Ein Fortschritt wäre es, wenn es eine Demonstration gäbe, auf der für ein friedliches Miteinander demonstriert werden würde und die ein friedliches Miteinander exemplarisch vorlebt.” & “Es gibt keine deutsche Friedensbewegung” :
    Sieht so möglicherweise der Fortschritt aus:
    http://nrw.dfg-vk.de/Dokument/NahOst_Aufruf_DFGVK.pdf

  56. Shabbes-Goiam 13. Januar 2009 um 22:00 56

    Wobei momentan eine Demonstration gegen die Antisemitischen Ausschreitungen während der Demonstrationen gegen Israel wesentlich sinnvoller und wichtiger wäre.
    Fragt sich leider nur, wer die organisieren soll und dazu überhaupt in der Lage ist.

  57. Romanam 13. Januar 2009 um 22:01 57

    @ Chajm: Es geht nicht um die Nützlichkeit, sondern um die Integrierbarkeit. Ich verstehe nicht, warum jemand der offen einen islamistischen Staat aus Deutschland machen will einwandern darf. Damit schießt man sich auf lange Sicht selbst ins Bein.

  58. Chajmam 13. Januar 2009 um 22:38 58

    Sag ich ja. Aber das von vorneherein bestimmten Menschen zu unterstellen, halte ich für falsch…

  59. Romanam 13. Januar 2009 um 22:55 59

    Eben nicht von vornherein, sondern auf Empirie beruhend. Ganz sachlich und wissenschaftlich. Was ich bspw. lobenswert finde ist die Initiative der Bundesregierung, welche von Einwanderern einen Deutschtest verlangt.

    Leider gilt diese Regelung in ihrer schärfsten Form nur für Menschen aus der Türkei. Beim entsprechenden Unterricht lernen dort viele zum ersten Mal, dass ihr Ehemann sie nicht schlagen oder einsperren darf.

    Auch die Asylregelungen im Zusammenhang mit Straftaten werden verschärft, leider zu spät. Aber das ist ein anderes Thema.

  60. Gilbertam 14. Januar 2009 um 09:12 60

    @Chaim

    Sehr hanebüchene Argumentation und obendrein noch sehr vereinfachend. Fast könnte man meinen, sie sei sogar rassistisch weil sie unterstellt, Kinder von Migranten oder deren Enkelkinder seien besonders dumm und würden instinktgetrieben handeln und nicht zu intellektuellen Leistungen fähig sein.

    Lieber Chaim, die Statistiken für den Bildungsstand der Migrantenkinder sprechen für sich, wenn nahezu ein Drittel in den Großstädten keinen Hauptschulabschluss schafft. Wenn du meinen Text noch mal anschaust, dann steht das was von “Verweigerer” und nicht von ethnisch blöd. Also bitte nicht so verdrehende Verstellungen. Vorzugsweise erreichen die Frauen im Schnitt einen wesentlich höheren Bildungsgrad als die Männer, was man auch an weiterführenden Schulen oder Hochschulen bemerken kann. Wenn man die aus der Statistik rausnimmt, sieht das für den durchschnittlichen türkischen Macho noch desaströser aus. Leider werden solche statistischen Daten politisch ja mehr oder weniger als Geheimmaterial eingestuft, vermutlich, damit man diejenigen, die sich drauf berufen, um so leichter als Rassisten abqualifizieren kann.

    Ja. Die Menschen kommen nach Deutschland und sind hier genauso willkommen wie alle anderen. An die Spielregeln müssen sich jedoch alle halten. Das wäre kein Grund, präventiv niemanden mehr ins Land zu lassen.

    Ja und nein.
    Punkt 1: wer hier hin kommt, muss auch potentiell in der Lage sein, hier zu einem Mitglied der Gesellschaft zu werden. Das setzt voraus, dass er sich integrieren kann, setzt aber auch voraus, dass hier überhaupt Möglichkeiten der Integration, letztendlich auch ein gesellschaftlich sinnvoller Einsatz seiner Fähigkeiten, vorhanden sind. Um das mal bildlich auszudrücken: wenn das Kino voll ist, wird auch keiner mehr reingelassen, und eine Edelsteinschleiferei wird keinen Bankkaufmann als Schleifer einstellen. Im Moment bezahlen wir hier die Soziallasten der Türkei, indem wir einen großen Teil der Leute durchfüttern, die dort auch Hürtz-IV bekommen würden.
    Punkt 2: wer nicht integrationsfähig ist und verweigert, für den gilt das hier.
    Wir haben hier die offensten Einwanderungsregeln der Welt, und ich muss sagen, ich bin NICHT stolz drauf.

    Die Spielregeln einer demokratischen Gesellschaft sind allen klar und es gibt keine Ausreden diesbezüglich. Der Staat hat die Aufgabe (Stichwort „Wehrhafte Demokratie”) diese Spielregeln durchzusetzen. Vollkommen gleichgültig dessen, was folgt. Das tut er übrigens bei anderen Gelegenheiten aber ähnlichen Situationen. So könnte man doch prima einen Castor-Transporter an der Grenze abweisen, weil dieser eine unnötige Provokation für die Gegendemonstranten ist?

    Entschuldigung, das ist Quatsch. Der Staat hat zunächst mal die Aufgabe, das Leben und das Eigentum seiner Bürger zu schützen, und dabei muss er sehr wohl darauf schauen, was aus einer Handlung folgt. Draufhauen ohne Kompromisse aufgrund irgendwelcher abstrakter Regeln tut man in der Regel in Diktaturen.
    Nun kann man gerne darüber diskutieren, wann man wo einschreiten sollte. Deshalb noch mal die Frage: was wärst du persönlich bereit zu verantworten? Auch in der Situation als unmittelbar Betroffener und nicht nur vor dem Fernsehen als Gewaltspielteilnehmer? Diese scheinheilige “seid-nicht-feige-Leute-lasst-mich-hinter-den-Baum”-Haltung müsstest du schon ablegen.

    Dein Beispiel mit den Castoren ist übrigens mehr als daneben: das sind Abfälle aus deutschen Kernkraftwerken, die die Franzosen freundlicherweise für uns aufbereitet haben und zu deren Rücknahme wir uns vertraglich verpflichtet haben.

  61. Chajmam 14. Januar 2009 um 11:07 61

    @Gilbert Die Bildungsstandstatistiken sind keine Ausrede dafür, dass bestimmte Gruppen ein naturgegebenes Recht darauf hätten, Antisemiten zu sein. Mag sein, dass es unter Kindern von Migranten auch Kinder sind, die -aus welchen Gründen auch immer- von der angebotenen Schulbildung nicht in dem Maße „profitieren”, wie wir uns das wünschen. Aber auch da hätte der Staat die Aufgabe, diese Kinder zu erreichen. Mit einer Abqualifizierung mit Verweis auf deren Herkunft ist da nicht geholfen.

    Zum Punkt „streitbare Demokratie”:

    Entschuldigung, das ist Quatsch. Der Staat hat zunächst mal die Aufgabe, das Leben und das Eigentum seiner Bürger zu schützen, und dabei muss er sehr wohl darauf schauen, was aus einer Handlung folgt. Draufhauen ohne Kompromisse aufgrund irgendwelcher abstrakter Regeln tut man in der Regel in Diktaturen.

    Das habe ich mir nicht ausgedacht. Das ist einer der Vorteile des demokratischen Systems in Deutschland (wenn durchgesetzt):

    Extremisten sind keine Demokraten. Sie lehnen unsere demokratische Grundordnung ab. Aus dem Untergang der Weimarer Republik wurde die Lehre gezogen, dass unsere Demokratie eine wehrhafte Demokratie sein muss.

    von hier: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/StatischeSeiten/Breg/ThemenAZ/Innere_20Sicherheit/innere-sicherheit-2006-08-16-wehrhafte-demokratie.html

    Zum Castor: Diese Verträge ändern ja nichts daran, dass die Demonstranten sie nicht wünschen. Deiner Logik zufolge müsste man nun verhindern, dass der Container zu seinem Bestimmungsort gebracht wird – andernfalls würde man ja die Demonstranten provozieren. Das ist der Punkt; nicht die Rechtmäßigkeit der Transporte nach Deutschland.

  62. Serdaram 14. Januar 2009 um 11:26 62

    @Chajm
    Deine Diskussion mit Gilbert erinnert mich an den Satz, den ich weiter oben geschrieben habe, das der Gaza-Krieg eben ein Ticket für andere Dinge ist. Das demonstriert Gilbert ganz gut.

  63. Chajmam 14. Januar 2009 um 11:32 63

    @Serdar: Da hast Du Recht. Da wird die Gelegenheit genutzt um mal eben eine ganz andere Agenda auf den Tisch zu bringen…

  64. Joschiam 14. Januar 2009 um 13:07 64

    In dieser Zeit des Konflikts wenden wir uns an Dich, Gott, als Schöpfer aller Menschen, jeder von uns in Deinem Bild geschaffen, jeder von uns gleich in Deinen Augen. Unsere Weisen haben gelehrt, wer auch immer ein einziges menschliches Leben vernichtet, dem rechnet es die Tora an, als habe er eine ganze Welt zerstört.

    Sie lehrten auch, dass in der Stunde, als die alten Ägypter im Schilfmeer ertranken und die Kinder Israels befreit wurden, die Engel einen Lobgesang anstimmen wollten. Aber Gott wies sie zurück und sagte: „Meine Kinder ertrinken im Meer und ihr wollt ein Loblied anstimmen?“

    Sei mit Deinen Kindern aller Nationen und Religionen und gib ihnen Stärke und Mut in dieser Zeit der Unsicherheit und Angst. Jeder Krieg fordert Opfer auf allen Seiten. Erbarme Dich über sie und bringe diesen Konflikt schnell zu einem Ende, so dass seine Opfer wenige und die Schäden gering sein mögen; so dass Gewaltakte und Blutvergießen ersetzt werden durch Worte und Taten der Versöhnung. Schirme mit Deiner Fürsorge diejenigen, die sterben und habe Mitleid mit denen, die sie betrauern. Denjenigen, die an Leib und Seele verletzt wurden bringe vollständige Heilung, damit ihr Leben nicht zerstört wird.

    Wir leben in einer Welt, in der Ängste unsere Herzen gefangen halten, Terror umfängt die Seele und reale Gegner oder eingebildete Feinde dringen in unser tägliches Leben ein. Wir wissen, wie leicht unsere Freundlichkeit und Güte dahinschmelzen, unser Sinn für Gerechtigkeit schwindet. Doch unsere Sicherheit kommt von Dir. Lass unsere Offenheit und unseren Einsatz für die Welt dazu beitragen, die Zukunft zu verändern, damit wir und unsere Kinder in Frieden leben können. O Gott, gib uns den Mut, den Gefahren, die wir sehen, mit uneingeschränkter Hoffnung zu begegnen, um Deines Namens willen.

    עשה שלום במרומיו. הוא יעשה שלום עלינו ועל כל ישראל ועל כל העולם. ואמרו אמן
    Der Frieden schafft in der Höhe, möge Er uns und ganz Israel und der ganzen Welt Frieden geben.

  65. Serdaram 14. Januar 2009 um 14:05 65

    Ich bin mit ganzem Herzen dabei Joschi.

    Übrigens ein ganz interessanter Artikel von Abdelwahab Meddeb in der FR. (via Martin)

  66. Chajmam 14. Januar 2009 um 14:10 66

    Danke Joschi, Danke Serdar für den Hinweis!

  67. Gilbertam 14. Januar 2009 um 14:49 67

    @Chajm + Serdar: ojojoj, ihr dreht euch die Dinge wohl immer so zurecht, dass sie passen, oder? Selbst statistische Fakten spielen keine Rolle, wenn sie nicht in die Ideologie passen, oder? Bezüglich des praktischen Funktionierens einer wehrhaften Demokratie habt ihr aber noch einige Kenntnisse aufzuholen.

    Es ist, soweit mir das bekannt ist, nirgendwo jemand zu Schaden gekommen oder größerer Sachschaden angerichtet worden, was zunächst mal als ein Erfolg und ein Funktionieren des demokratischen Systems zu betrachten ist. Wenn ihr aus ideologischen Gründen lieber einen Bürgerkrieg anfangen wollt: bitte sehr, aber dann schickt nicht andere vor, sondern geht selbst mit dem Baseballschläger auf die Straße.

    Was verständnis- oder einstellungsmäßige Defizite angeht, kann man natürlich fragen, wieso da im Vorfeld nicht näher drauf eingegangen ist, um das abzustellen. Und man kann sich hinterher dran machen, das zu beseitigen. Aber bitte nicht zum ungünstigsten Zeitpunkt mit Gewalt, unter der dann hauptsächlich wieder Unbeteiligte zu leiden haben.

    Was den Castor angeht, liegst du immer noch daneben. Aber damit das nicht ganz so schwer wird, gebe ich dir mal ein anderes Beispiel: zu den demokratischen Regeln gehört, dass JEDER sie wahrnehmen kann, auch die Leute aus der rechten Szene. Wenn die sich versammeln, gibt es regelmäßig Krawalle, allerdings nicht durch die Rechten, sondern zwischen Polizei und linken Krawallmachern. Hier schützt die Polizei ein demokratisches Recht, und nicht wenige Male hat sie hier die Demonstrationen aus Sicherheitsgründen verboten, wenn abzusehen war, dass das nach Links ausufert. Komischerweise, und da dürft ihr euch vermutlich direkt angesprochen fühlen, habe ich da von den “aufrechten Demokraten” noch keine Beschwerden gehört, dass demokratische Rechte verweigert werden – eher, dass sie auch diesen Leuten zugestanden werden.

    Und, Serdar, ich habe diese Diskussion nicht angefangen, ich bin nur irgendwo mittendrin eingestiegen. Die Tickets hat vorher schon jemand anderes gelöst.

  68. Yankel Moisheam 14. Januar 2009 um 17:57 68

    @Gilbert:
    > ein Erfolg und ein Funktionieren des demokratischen Systems

    “In Berlin oder im Duisburger Norden gibt es Stadtteile, in denen sich die Kollegen kaum noch trauen, ein Auto anzuhalten – weil sie wissen, dass sie dann 40 oder 50 Mann an der Backe haben.” Diese Übergriffe seien fast schon “ein gezieltes Kräftemessen mit dem Staat, in dem sich die Verachtung der Täter für unsere Gesellschaft ausdrückt. Weil sie Politiker nicht erreichen können, greifen sie sich Polizisten.”
    sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, SPIEGEL ONLINE.
    (Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,599778,00.html)

    “Der einzelne Streifenbeamte sei dagegen weitestgehend machtlos. Doch nun, und das ist ebenso neu wie erschreckend, knickte auch die Duisburger Polizeiführung vor dem aggressiven Mob ein.”
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,601268,00.html

    @Joschi:
    Schön!
    Das Zitat von den “Weisen” ist übrigens aus Mischna Sanhedrin 4:5.
    Diese Mischnah wird im Koran in Sure 5:32 (etwas ungenau) zitiert!

    YM

  69. Gilbertam 15. Januar 2009 um 08:56 69

    @YM: im Gewerkschaftsblättchen der GdP geht es noch wesentlich mehr zur Sache, und das schon seit Jahren. Schön, dass das von den politisch korrekten Medien wie dem Spiegel auch mal zur Kenntnis genommen wird. Vermutlich wird sich die Politkaste aber wieder drauf beschränken, alle, die auf so was hinweisen, als Rassisten und Ausländerfeinde abzuqualifizieren, statt sich des Problems endlich anzunehmen.

    Nochmal: ich sage ja keineswegs, dass man da Nichts unternehmen soll, aber doch bitte zu einem Zeitpunkt, wo das kontrollierbar ist. Die Beispiele aus Frankreich und Griechenland zeigen doch ziemlich deutlich, wie schnell das außer Kontrolle gerät. Die Polizei ist doch nicht der Feind. Denen geht es doch selbst ziemlich dreckig, wie der von dir zitierte Artikel zeigt, weil sie eben von der Politik seit Jahren an der Ausübung ihrer Arbeit gehindert wird. Haut doch den Politikern, die das Ganze zu verantworten haben, was vor die Maske. Die sollen doch endlich die Voraussetzungen schaffen, das was geschehen kann. Im Prinzip haben wir in den Großstädten doch schon unsere eigenen Gaza-Streifen, aber man lässt das munter weiter aus dem Ruder laufen und tönt lautstark, dass wir um jeden weiteren Hartz-IV-Empfänger in diesen Vierteln froh sein müssen, weil wir den angeblich dringend benötigen.

    Aber jetzt genau die, die es verbockt haben, auf den Plan zu rufen und denen auch noch die Zielgruppe, die die Versäumnisse aufzählen könnte, als Opfer zu liefern, um sie mundtot zu machen … muss ich wohl nicht weiter ausführen.

  70. Yael1am 17. Januar 2009 um 22:12 70

    Nach der Gerichtsentscheidung, Werbung für die Hamas auf Demonstrationen zuzulassen, fordert Berlins Innensenator ein Verbot der radikalislamischen Organisation. Körting warnt vor einer “falschen Liberalität”.

    Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hatte zuvor eine Beschwerde der Berliner Polizei gegen eine Entscheidung der Vorinstanz als unbegründet abgewiesen. Die Versammlungsbehörde hatte bei einer für den Nachmittag geplanten Demonstration gegen den Krieg im Gaza-Streifen Werbung für die Hamas untersagt. Dagegen legten die Veranstalter Widerspruch ein und bekamen vor dem Verwaltungsgericht mit Einschränkungen Recht. Die dagegen gerichtete Beschwerde der Polizei blieb erfolglos.

    Auslöschung Israels als Ziel einer Organisation “unerträglich”

    Körting kritisierte die Gerichtsentscheidung als “ein Stück falsche Liberalität”, aber sie sei natürlich Grundlage des Handelns. Unabhängig davon könne er die Berliner, insbesondere die Bürger arabischer Herkunft, nur auffordern, sich nicht an einer Demonstration zu beteiligen, “die stark von der Hamas geprägt ist”.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/Ehrhart-Koerting-Hamas;art270,2708417

  71. Shabbes-goiam 23. Januar 2009 um 14:36 71

    @ Gilbert:”der überwiegende Teil der Leute kommt entweder nicht von hier oder gehört zur Bildungsverweigerungsschicht, die schon seit 2-3 Generationen hier lebt, noch nichts von unserer Kultur mitbekommen hat …”
    &
    @Roman: “Eben nicht von vornherein, sondern auf Empirie beruhend. Ganz sachlich und wissenschaftlich. Was ich bspw. lobenswert finde ist die Initiative der Bundesregierung, welche von Einwanderern einen Deutschtest verlangt. ”

    In der Essenz habe ich Eure Kommentare und ein wenig auch Eure grundsätzliche Haltung so wahrgenommen,
    dass Ihr den momentan vehement auftretenden Antijudaismus der in der BRD lebenden Muslime
    und die damit entweder direkt oder latent verbundene Gewaltbereitschaft am Bildungsstandard
    festmachen wollt. Und zwar reduziert in folgender Formel auf den Punkt gebracht:
    je geringer der Bildungsstandard desto größer die Neigung zu Antijudaismus und desto größer die grundsätzliche Gewaltbereitschaft.
    Dazu als Rückmeldung, nicht aus den ungestörten Gefilden der Empirie, sondern von den brandungsumtosten Klippen
    der Praxis: wir haben gerade aktuell 8 gewaltpräventive theaterpädagogische Workshops mit acht verschiedenen Schulklassen
    aller Schulformen hinter uns ( http://www.sprachkasse.de/blog/2009/01/20/aktion-im-ruhrgebiet/ )
    Das Spektrum der Klassen ging von E-Schulen ( früher Sonderschulen), über Hauptschulen, Realschulen bis zu Gymnasien.
    Thema war jetzt nicht direkt Antijudaismus, sondern aktive praxisorientierte Gewaltprävention, wobei für mich erhöhte und offensive Gewaltbereitschaft eine ganz klare Grundlage des Antijudaismus/Antisemitismus ist.
    Bei den Klassen der E- & Hauptschulen herrschte zugebenermaßen ein wesentlich rauerer Tonfall untereinander.
    Aber das Konfliktbewußtsein, die sozialen Mechanismen zur Konfliktvermeidung & Konfliktbewältigung
    und auch die soziale Verantwortung untereinander war ungeheuer stark ausgeprägt.
    Will heißen, sie wissen wie man streitet, dass man sich für den andern einsetzt, und wie sich Eskalationen vermeiden lassen.
    Bei den Realschülern und Gymnasiasten hingegen war der grundsätzliche Unruhe- & Rempelfaktor ungeheuer hoch,
    sie haben ein kaum ausprägtes Bewußtsein dafür, wo der persönliche Grenzbereich ihres Gegenübers liegt
    und es besteht eine große Tendenz dazu, das eigene Selbstwertgefühl durch eine Herabminderung des Gegenübers aufzuwerten. Wenn Du sie nach Situationen, in denen sie selbst real Gewalt erlebt haben und den konkreten Auslösern fragst, erhälst Du das komplette sozialpädagogische Fachvokabular von Provokation bis Mobbing als Antwort.
    Wenn Du dann nachfragst, was denn Provokation oder Mobbing bedeuten, Schweigen im Walde.
    Wenn Du nachfragst, wie das denn im Einzelfall ganz konkret aussah, schweigendes Unverständniss,
    “Na Mobbing eben!”. Und wenn Du dann vorsichtig aber vehement am Ball bleibst
    und immer streng darauf achtest, alles möglichst streng zu anonymisieren, kriegst Du plötzlich die komplette Skala von
    sozialer Ächtung und Diskriminierung als Klassenrealität. Der Respekt dem anderen gegenüber als gleichwertiges Wesen geht gleich Null, das grundsätzliche Selbstwertgefühl allerdings ebenfalls. Zusammengefasst, ein Haifischbecken von hilfslos nach Bestätigung suchenden Einzelkämpfer, denen zu Hause nichts anderes als Leistungsdruck vermittelt wird.
    Das Ganze fällt im Schulalltag aber nicht weiter auf,
    das geht es schlicht und einfach um Bildungsvermittlung und Reglementierung durch Zensurendruck.
    Ach, ja und noch als Ergänzung unterm Strich: obwohl in den E-Schulen und Hauptschulen der “Ausländeranteil” mit einem breitem “Herkunftsspektrum” relativ hoch ist,
    so gegen 50 %, ist die Xenophobie kaum ausgeprägt, die leben einfach damit, dass es Menschen verschiedener Herkunft gibt,
    und könne damit umgehen weil es für sie Alltag ist.
    Bei den Realschülern & Gymnasiasten, “Ausländeranteil” so um 3 %, hörst Du, wenn Du erstmal unspezifisch nach Gründen für Gewalt oder Aggressoren fragst, unheimlich oft:”Ausländer” “Türken” “Russen”.
    Wie gesagt, das alles nur als statistisch empirisch irrelevantes Feedback aus dem Alltag.
    Allerdings, wenn man sich jetzt überlegt, dass es Realschüler und Gymnasiasten sein werden,
    die in unserer Gesellschaft verantwortliche und leitende Positionen einnehmen werden,
    dann gute Nacht Liebe Tante.
    Gitt Shabbes
    Euer Shabbes-Goi

  72. Yael1am 23. Januar 2009 um 15:02 72

    “Antijudaismus”

    Also das ist es nicht, sondern Antisemitismus.

  73. Shabbes-goiam 23. Januar 2009 um 15:13 73

    Hallo Yael!
    Also, ich will ja nicht unbedingt Herrn Blüm´s Philologiezitat breittreten,
    aber ganz streng genommen sind ja Araber, Palästinenser und sogar Türken
    Semiten, deshalb habe ich bewußt “Antijudaismus” geschrieben.
    Schönen Shabbes,
    Dein
    Goi

  74. Shabbes-goiam 23. Januar 2009 um 16:26 74

    Nochmal @Yael: Genau betrachtet hast Du insofern recht, als das es
    “antijudaistisch” auch nicht wirklich trifft, weil es eigentlich ein Euphemismus und eine unnötige akademisch Überhöhung dessen ist, worum es eigentlich geht. Wirklich treffend wäre wohl die schlichte und einfache Vokabel “antijüdisch”.
    Nochmal gitt shabbes,
    Dein
    Shabbes-Goi

  75. Yael1am 24. Januar 2009 um 19:14 75

    “aber ganz streng genommen sind ja Araber, Palästinenser und sogar Türken
    Semiten, deshalb habe ich bewußt “Antijudaismus” geschrieben.”

    Nein, Schabbes-Goi, das ist leider ein weitverbreiteter Irrtum, denn Semiten als ethnische Gruppen existieren nicht. Semitisch bezieht sich auf einen Sprachraum, es gibt semitische Sprachen, aber keine semitischen Völker. Antisemitismus als Wort besteht nunmal, aber er bezieht sich ausschließlich auf Juden und ist Judenhass.

    “Als Semiten werden Menschen bezeichnet, die eine semitische Sprache als Muttersprache sprechen. Ethnologische Aussagen lassen sich daraus nicht ableiten. Im Gegenteil wird überwiegend davon ausgegangen, dass ein erheblicher Teil der heutigen Sprecher die Sprachen von anderen Gruppen übernommen hat.”

    Semiten, im 18. Jahrhundert entstandener Begriff, der aufgrund der biblischen Völkertafel (1. Mose 10) eine Reihe von Völkern als Träger einer gemeinsamen Sprache (»Semitisch«) bezeichnet. Danach gingen von [Sem] 26 Völker aus, u. a. Elamiter, Assyrer, Babylonier und Aramäer. Die Völkertafel ist aber im Wesentlichen geografisch orientiert (das Siedlungsgebiet der Semiten reicht von Westanatolien bis Persien und von Armenien bis zum Roten Meer), und die in ihr genannten Völker bilden keine geschlossene Gruppe im Sinne der Völkerkunde. Der Begriff ist daher ethnografisch untauglich und zudem durch seinen wertenden Missbrauch in Rassentheorien des 19. und 20. Jahrhunderts ([Antisemitismus], Rassismus) diskreditiert; er kann nur sprachwissenschaftlich und eingeschränkt auf die semitischen Sprachen angewandt werden.

    http://lexikon.meyers.de/wissen/Semiten

  76. Yael1am 24. Januar 2009 um 19:16 76

    Bitte groß aufhängen und allen Terroristenfreunden vor die Nase halten: Ein Arzt aus dem Shifa-Krankenhaus in Gaza gab gegenüber einem italienischen Reporter zu (hier das Original), dass die Opferzahlen stark überhöht waren – statt der behaupteten 1300 gab es 500 bis 600 Tote auf Seiten der Palästinenser. Auch die Zahl der Verletzten soll deutlich weniger als die angegebenen 5.000 betragen. Die Aussage machte der Arzt nach einer ausführlichen Tour durch alle Krankenhäuser des Gazastreifens.
    Zusätzlich erfuhr er von den Leuten vor Ort, dass Hamas-Leute Santitäter-Kleidung anzogen und Krankenwagen requirierten, sowie dass die Hamas UNO-Gebäude als Startrampen für Raketen nutzten (was die UNRWA ja stramm nicht weiß).

    http://heplev.wordpress.com/2009/01/22/stillstands-blei-5-tag/

    Und damit deutlich wird: Jeder zivile Tote ist einer zuviel, aber ich denke, die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, dass die Zahlen korrekt angegeben und genau überprüft werden. Die Lügenmärchen über Djenin dürfen sich nicht wiederholen.

  77. Yael1am 25. Januar 2009 um 00:02 77

    Weiße (Phosphor) Lügen von HRW

    Ein jüngstes Beispiel, die von Kenneth Roth geführte HRW begann eine Kampagne und erhob den Vorwurf, dass die IDF weiße Phosphor-Waffen gesetzwidrig im Konflikt mit Hamas in Gaza benützte.

    Als Hamas eine Phosphorgranate nach Israel feuerte, schwiegen diese Organisationen inklusive HRW, wie sie auch zum Benützen von Menschen als Schutzschilder in Gaza und anderen wirklichen Kriegsverbrechen schweigen.

    Als das Internationale Rote Kreuz die IDF-Stellungnahme bestätigte, war der Schaden schon angerichtet – das Image von Israel als ein serieller Brecher von internationalem Recht und Menschenrechte wurde bestärkt – ein großer Erfolg für Hamas. CNN, Times (London) und Christian Science Monitor [nicht fehlen darf dabei der ORF K.P.] publizierten längere Geschichten geschmückt mit Zitaten von Ärzten in Gaza, CNN hat zuerst Dr. Peter Grossman, einen unparteiischen kalifornischen Brandwunden-Experten zitiert, dann aber ignoriert, der erklärte, dass “es nicht möglich ist aufgrund von Bildern der Brandwunden, zu sagen ob weißer Phosphor das verursacht hat.”

    http://www.hagalil.com/archiv/2009/01/24/phosphor/

  78. Chajmam 25. Januar 2009 um 20:46 78

    @Shabbes Goi
    Also der Begriff Antisemitismus beschreibt nicht(!) die Feindschaft gegen Semiten, sondern wurde um 1880 von Judenfeinden erdacht, um ihre Opfer als fremd zu kennzeichnen. Antisemitismus ist gleichbedeutend mit Judenfeindschaft.
    Türkisch ist übrigens keine semitische Sprache, sondern – so banal es klingt- eine Turksprache; wie etwa kasachisch oder Tatarisch. Allesamt Nachkommen der Turkvölker, vielleicht sogar der Hunnen…

  79. Yael1am 2. Februar 2009 um 18:05 79

    Zum Vorfall an der UNRWA-Schule in Jabalya
    Der tragische Tod von 43 palästinensischen Zivilisten bei einem Schusswechsel zwischen der israelischen Armee und Hamas-Terroristen neben einer UNRWA-Schule in Jabalya am 6. Januar hat international für Schlagzeilen gesorgt. Eine genaue Untersuchung des Vorfalls hat nun erwiesen, dass die Todesopfer sich sämtlich außerhalb des Schulgeländes befanden.

    Die Hintergründe schildert ein Artikel in der kanadischen Tageszeitung Globe and Mail:

    http://www.theglobeandmail.com/servlet/story/
    RTGAM.20090129.wgazaschool29/BNStory/International/home

    (The Globe and Mail, 29.01.09)

    Raketenangriffe auf Israel
    Der Süden Israel ist am Sonntag wieder von massiven Raketen- und Mörserangriffen aus dem Gaza-Streifen heimgesucht worden. Palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen schossen etwa 12 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Territorium ab. Dabei wurden drei Israelis verletzt, darunter ein Zivilist.

    Die Verantwortung für einen Teil des Beschusses haben die Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden übernommen.

    In Reaktion auf die Angriffe bombardierte die israelische Luftwaffe mehrere Ziele im Gaza-Streifen.

    Auch am heutigen Montag landeten Mörsergranaten im westlichen Negev.

    (Yedioth Ahronot, 02.02.09)

  80. Yael1am 4. Februar 2009 um 22:30 80

    Gil Yaron: Diebe in der Nacht

    Die radikal-islamische Hamas hat im Gazastreifen ein Lagerhaus des Weltflüchtlingshilfswerks UNRWA ausgeraubt. Die UNRWA versorgt hunderttausende palästinensische Flüchtlinge im Gazastreifen. Wie UNRWA Sprecher Chris Gunness mitteilte, drangen Polizisten der Hamas in der Nacht zum Mittwoch bewaffnet in ein UNRWA-Lager ein und stahlen die Lebensmittelrationen von 500 Familien und 3500 Decken. Das Hamas-Innenministerium hatte vorher gefordert, ihm die Austeilung der Hilfsgüter zu überlassen und bezichtigte die UN, politische Gegner der Islamisten im Gazastreifen zu bevorzugen. Gunness wies die Anschuldigung zurück und forderte die sofortige Rückerstattung der gestohlenen Hilfsgüter.

    Heute teilten die UN mit, die israelischen Granaten hätten die Schule tatsächlich nicht getroffen. Alle Opfer seien außerhalb des Gebäudes getötet worden. Auch die Anzahl der Toten wird von Israel bestritten.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/gil_yaron_diebe_in_der_nacht/

  81. shabbes-goiam 7. Februar 2009 um 12:06 81

    Hier mal was ganz anderes, was die Instrumentalisierung des Nah-Ost Konfliktes hier in der BRD wunderbar auf die Schippe nimmt:
    http://www.schwock.net/index.htm#vid

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