Wie viele Raketen waren es tatsächlich?

In einem Kommentar zu meinem Beitrag »Den Militärschlag herbeigesehnt« wurde behauptet, der Beschuss mit Kassamrakten und Granaten habe nach einem Angriff Israels Ende November wieder angefangen.
So ist es aber nicht. Bevor der einseitige Waffenstillstand ausgerufen wurde, wurden massenhaft Projektile auf israelisches Gebiet abgeschossen. Im Januar 2008 wollte Israel durch eine Blockade des Gazastreifens gegen den Beschuss vorgehen, der sich aber verstärkte. Am 19. Juni 2008 dann wurde die von Ägypten ausgehandelte sechsmonatige Waffenruhe in Kraft gesetzt. Israel wollte seine Blockade über den Gazastreifen schrittweise lockern. Der Beschuss wurde ab dem 19. Juni 2008 dann tatsächlich sehr eingeschränkt, kam aber niemals vollkommen zum erliegen.
Das zeigt die kleine Grafik, die ich anhand der Daten, welche die Tzahal in ihrem neuen Blog (IDF Spokesperson) nennt, aufbereitet habe.

Statistik der Raketen

Diese Grafik soll keinerlei Form der Aufrechnung dienen, sondern illustrieren, dass der Beschuss kein gelegentliches Ereignis darstellt oder erst kürzlich begonnen habe. Wenngleich »Projektile« eigentlich Geschosse meint, die aus Schusswaffen abgegeben werden, so habe ich dies hier als Sammelbezeichnung verwendet. Ausgewiesen sind auch Granaten. Für Grad Raketen gab es im Jahr 2007 keine Angaben.
Wer sich die Anzahl anschaut, kann vielleicht nachvollziehen, was das mit den Bewohnern der Städte macht, die auch bis zu 16 Mal am Tag einen Schutzraum aufsuchen müssen. Es bleibt zu hoffen, dass bald eine Lösung gefunden wird, die beiden Bevölkerungen ein enspannteres Leben ermöglicht.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke!
    Lustigerweise wurde das auch schon in einem Kommentar zum ersten Gazaposting erwähnt.
    Dummerweise (sprachliche Akrobatik vom feinsten heute) gibt es bei Spiegel-Online keine Funktion zum Einbetten der Videos…

    Antworten

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