Nov 20 2008
Das Judentum hinter sich gelassen?
Noch im Juni diesen Jahres verwies ich hier auf einen Text von Rabbiner Baruch Rabinowitz, der die Situation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland ziemlich brutal beschreibt, später wandte er sich den Rabbinern zu (hier) und wieder kam er zu keinem charmanten Ergebnis. Schon zu seinem ersten Beitrag, der Zustandsbeschreibung, wurde viel diskutiert, im Internet aber auch offline. Die Beobachtungen wurden häufig als treffend bezeichnet, seine Schlussfolgerungen waren aber, sagen wir, „umstritten”. Nun aber ergänzte Leserin Yael den Beitrag „Judentum in Deutschland – ein Golem?” um einen Kommentar, der viele aufschreckte:
Dieser besagte Rabbiner gibt aber unter anderem das folgende auf seiner Homepage von sich:
“”Das Volk Israel hat seine Auserwählung zum Teil erfüllt – aus diesem Volk ist der Messias gekommen und durch ihn, Jeshua aus Nazareth, wurde das Wissen über den Gott Israels, die Thora und die Gabe der Erlösung und Versöhnung mit Gott in alle Welt verbreitet. Ich glaube jedoch, dass die Aufgabe des jüdischen Volkes damit noch nicht erfüllt war. Als Hüter der Thora sollten wir ihre Lehre weiter verbreiten – an alle Nationen und dem Beispiel, das Jeschua uns gezeigt hat, zu folgen. Ich glaube, dass das Judentum eine völlig falsche Wende angenommen hat. Das rabbinische Judentum ist eine sehr schöne und reiche Tradition, hat aber heute mit der Thora genau so wenig zu tun wie das Christentum mit der hebräischen Bibel.
Ich glaube an den jüdischen Messias, Jeschua aus Nazareth, der den meisten als Jesus bekannt ist. hier
Da traf uns ein Haken den wir nicht haben kommen sehen. Auf seiner Homepage wurde das bestätigt. Um sicher zu gehen, wies ich Baruch auf die Diskussion hin und er meldete sich zu Wort:
Schalom zusammen. Wow, dachte mir echt nicht dass meine Webseite für ein derartig großes Interesse sorgt. Um schnell auf die Frage zu antworten: Nein, ich habe mich nicht „konvertiert“, was nicht heißt, dass ich mich gleichzeitig vom Judentum nicht distanziert habe. Ja, ich suche einen neuen Weg – und wenn ich ihn im Christentum finde, werde ich ihn nicht ablehnen, nur weil er „christlich“ ist. Ich habe meine Glauben – und für diesen Glauben werde ich auch stehen – egal ob meine Überzeugungen einer Institution passen oder nicht. Wenn Ihr meine Texte aufmerksam liest, werdet ihr sehen, dass mein Glaube passt eigentlich weder ins traditionellen Christentum noch ins traditionellen Judentum. Mit anderen Worten, ich bin auf dem Weg. …
Aber ich habe keine Lust das deutsche Judentum oder das Judentum überhaupt zu retten.
siehe hier ganzen Kommentar
Es ist immer ein kleiner Schlag, wenn Juden die man kennt, sich für einen anderen Weg entscheiden, aber immerhin handelt es sich hier um einen jungen Rabbiner dem wir zu Beginn seiner Karriere in Deutschland alles zugetraut hätten. Junge Rabbiner die Russisch, Deutsch und einige andere Sprachen fließend sprechen, gab und gibt es nicht wie Sand am Meer und so freute ich mich, dass der Landesverband von Westfalen-Lippe damals ihn wählte. Dann begann aber eine geistige Reise die ihn bis zu diesem Punkt führte an dem er mich sprachlos gemacht hat. Gestartet in der Orthodoxie, einen Abstecher in den Rekonstruktionismus, die Beginne einer eigenen Philosophie und nun dieser Schritt. Aber die Reise scheint noch nicht zu Ende zu sein. In einem neuen Kommentar veröffentlicht er einen, provokanten und nun offenen Brief an Rabbiner Walter Rotschild:
Dear Walter, thank you. No, I do not expect you to be on my side or to work with me – we do not work together any way. I just wonder how Judaism has changed. I always learned that Judaism primarily is not what you believe in, but what you do. Emphasize on belief was actually the “Christian” thing. “Na’ase WeNischma”, says the Torah. So actually a Jew is “kosher” as long as his conduct is ok and he lives according to Halacha – doesn’t matter what he/she believes in. What do Reform Jews believe in any way – or better – the ARK – which is of course not reform and whose rabbis are the true guardians of the proper Judaism?? So if I am informed correctly, your ARK conference consists of woman-rabbi, homosexual-rabbi, reform-converted-rabbi, rabbi who got his call to his ministry on the golf-field, rabbi without “smicha”, etc. Well, very diverse. And it’s a not a problem. ‘Cause: as rabbi, you can be actually atheist, humanist, communist, Israeli-right-wing-Zionist, you may practice all kind of religions – like the renewal-movement does – an in fact – you have a renewal rabbi in the ARK as well, right? – And the renewal movement indeed combines all religions together. What not a problem for me, don’t get me wrong. But I see all this as absurd – in fact our rabbis and communities in Germany are far more Christian in their way of existing than most of the Christians. All of us just believe how many of us really LIVE what we believe or better – what Judaism really teaches – we’ve got Torah and Halacha, didn’t we?? I knew that all this is going to be quite a provocation. Even though I do not believe that Jesus is God (what actually is required by most Christian Churches) and merely share the view of many rabbis that Jesus was kind of a great prophet, may be the greatest one – and I can send you a number of quotations, if you wish. I really did some kind research. So revered Rabbi Jonah Sievers would probably lable Rambam, Ramban, Arizal etc. as “Mashumadim” as well. I am happy to be in their company
and that’s fine with me. I don’t want to be a part of the group, that mistreats other people, what is actually forbidden by the Jewish law, I don’t want to have to do with “Jewish” (in their belief) but absolutely secular (in their attitude) Communities and their leaders. I want to be among people who profess and act intact with their faith, doesn’t matter what their faith is, they deserve my respect. I still hope that there’s something going to change in this country. Otherwise I don’t want to become an evil prophet (and if it’s not enough, also a “Christian” one!!
) who would foretell that Judaism in Germany is going to cease to exist in 20 years. You don’t have to be afraid – in 20 years you are going to get your rent. Me not – so I better look for a job somewhere else! Blessings, baruch Kommentar ist hier
Letztendlich fordert er Aufrichtigkeit und ein radikales Umdenken mit radikalen Konsequenzen für sich selbst. Auch hier sind die Beobachtungen teilweise sehr scharf und richtig und er ist ehrlich, ja aufrichtig zu uns. Wer weiß, wohin ihn die Reise noch führt? Möglicherweise zurück dahin, wo er begonnen hatte? Weiter weg? Mordecai Kaplan, der Begründer des Rekonstruktionismus sah das Judentum als „sich weiterentwickelnde religiöse Zivilisation” und vielleicht gibt es ja auch in diesem Fall eine Weiterentwicklung?
69 Kommentare






Hallo aus Schweden. Oijoi was passiert alles bei Euch in D. Da ist es hier doch sehr viel ruhiger, jedenfalls im Süden Schwedens. Nur ganz kurz zu dem Rabbiner, jemand schreibt irgendwo, er hätte Judaistik in Kopenhagen gelesen, das ist aber garantiert nicht so, den Judaistik (in Skandinavien)kann man nur hier in Lund lesen und dieses Studium ist nicht zu vergleichen mit dem Judaistikstudium in D, es ist sehr viel oberflächlicher. Die Studien die er also in Kopenhagen absolviert hat können nur mit christlichen Hintergrund sein. Mmmh. Komischer Mensch.
Liebe Grüsse und gut Shabbes. die mischpoke
Verzeihung, ich bin schon zu lange in Schweden , es muss studieren heissen auf deutsch.Übrigens die Gemeinde in Malmö hat auch grosse Probleme, erstens keinen eigenen Rabbiner, seit langen, wir haben hier “nur ” Chabad und viele Mitglieder die gerne eine enhetsförsammling wollen, vor diesem Schritt hat man aber wohl grosse “Angst”. Interessant ist wie viele Eltern denken, ich arbeitete und arbeite ab Januar wieder im Chinuch, so höre ich Lob und Tadel oft direkt, was die Gemeinde angeht. Ich wünschte mir eine Gemeinde wie in Götheburg, offen für alle Juden (egal welcher rel.Richtung)und auch offen für Kinder mit jüdischen Vater.
Warum traut sich nun keiner zu sagen, dass der Kaiser nackt ist?
“Mmmh. Komischer Mensch.”
@ Anneka
Genau auf DAS Niveau würde ich die Diskussion gerne nicht sinken lassen.
@ Baruch
“But I see all this as absurd – in fact our rabbis and communities in Germany are far more Christian in their way of existing than most of the Christians /Das was ORD und ARK machen ist nicht halachisch und nach dem jüdischen Gesetz ist ein Verbrechen/ Warum behandeln wir die Menschen, die zu uns kommen, ein Teil von uns werden wollen, derartig schlecht???/ Und wenn wir den Namen „Jesus“ hören, kriegen wir sofort einen tiefen Choke.”
Wenn ich mir die Zitate ansehe, die ich aus zweien Deiner Postings herausgefischt habe, dann sehe ich eine große Verallgemeinerung. Und irgendwie auch so ein großes Kind, daß die Zuckerstückchen nicht bekommen hat, die es gerne gehabt hätte. Dem also die Welt nicht so gewesen ist, wie er sie gerne gehabt hätte.
, obwohl ich zu den Leuten gehöre, die am Schabbes das Toilettenpapier reißen. Diese Verallgemeinerung ist irgendwie sehr unkonstruktiv. Und das ist es, glaube ich, was mich am allermeisten irritiert. Daß da jemand ist, der ziemlich frustriert ist über hiesige Zustände, der begabt ist und das Handwerkszeug hat, vielen Juden zu helfen (wenn Du bist jetzt noch Briefe bekommst – was für ein Vertrauensbeweis!), und der es wählt, lieber seine eigene Seele zu hätscheln, als in der manchmal rauhen Wirklichkeit zu agieren. In jeder Religion gibt es gute und schlechte Seiten, von Menschen gemacht. Damit müssen wir ringen – und nicht zur nächsten Party, zum nächsten Propheten rennen, weil’s da angeblich harmonischer zugeht.
Und vor allem – und das ist mir vorher schon in Deinem Blog aufgefallen – sehe ich leider wenig Begründungen, viel Meinung und Behauptung und auch viel Kränkung (vielleicht eines Gekränkten, aber man muß ja nicht immer genauso auch reagieren).
Nicht jeder Jude “chokt” übrigens, wenn der das Wort Jesus hört – auch so eine Behauptung. Ich kann das Wort zum Beispiel sogar aussprechen
“Aber ich respektiere zutiefst jeden orthodoxen Juden, der nach seine Überzeugungen lebt, der vor Schabbat das Toilettenpapier zerreißt, ein Schbbat-Gurtel trägt, zwei Stunden braucht um in die Synagoge zu Fuß zu kommen, kein Licht anmacht”
schreibst Du. Ja, es ist so, daß jeder, der so leben kann und “aussteigt” eben immens fehlt.
“Möglicherweise zurück dahin, wo er begonnen hatte” schreibt Chajm. Ja, b’esrat haschem.
Du hast recht, Matronit.
Noch etwas zu uns hier: Genau ab gerade jetzt hat die Gemeinde in Malmö eine neue Homepage und noch einiges Anderes soll sich ändern, es tut sich also was. Wer mal unsere Syngoge sehen will und vielleicht was lesen will über die Gemeinde hier, das ist die Adresse: http://www.jfm.se/
danke für deinen beitrag matronit. du hast etwas formuliert, was mir zwar auf der zunge lag, aber nicht möglich war zu formulieren.
es kommt immer wieder vor, dass ich auf rabbiner stoße, die – sagen wir mal – unter einem burn out syndrom leiden und nur noch über die gemeinden jammern. natürlich, für jemanden, der gerade am anfang seiner beruflichen reise steht, ist das kein motivierendes element. nun ist es nicht mein erster beruf und ich bin mit frustrationen in mannigfaltiger hinsicht vertraut, so dass mir klar ist, dass mein optimismus natürlich auch die eine oder andere delle bekommen wird.
aber ich frage mich schon, wie meine zukünftigen kollegen (und im moment spreche ich nur von den männern, da mir die frauen in diesem beruf weit stärker und belastbarer begegnen) ein judentum positiv vertreten und vermitteln können, wenn sie selbst sowenig positives aus ihrer arbeit ziehen können.
wie können wir (in diesem fall meine ich die professionellen
) erwarten, dass gemeindemitglieder einen “jüdischen weg” (z.b. vertrauen auf G’tt) in betracht ziehen, wenn wir es nicht vorleben.
in einem vorherigen posting habe ich geschrieben, dass mich ihr schritt (@baruch) verwirrt, vielleicht, und das ohne, dass ich sie kenne, ist “enttäuscht” passender. enttäuscht, weil jemand aufgegeben hat mit G’tt zu ringen, aufgegeben, israel zu sein.
vielleicht ist es das, was das schreckgespenst “austritt aus dem judentum”, in meinen augen ausmacht. statt loszugehen und fragen zu stellen, ist es ein aufgeben. und es sind ja nicht nur sie, sondern viele, vielleicht ist es attraktiv, einfach so zu leben und sich keine gedanken mehr um die zukunft des judentums mehr machen zu wollen. und natürlich gibt es noch mehr: mann und frau muss sich eben keine sorgen um sicherheit machen, man muss keine unangenehmen fragen zu israel beantworten, man muss sich nicht fragen, ob der firedhof, auf dem man begraben wird eventuell mal geschändet wird (siehe mein blog http://www.simanija.de), man muss sich nicht zwei mal überlegen, ob man eine kette mit einem magen david tragen kann, wenn man aus dem haus geht.
man muss sich auch nicht überlegen, wie man kindern und jugendlichen eine religion vermittelt, für die deren großeltern verfolgt wurden… ja, das leben außerhalb des judentums ist schön und bequem.
es gibt einen netten spruch: mit jeder entscheidung gewinnt man etwas und man verliert etwas. ich für meinen teil denke, dass der verlust, wenn man dem judentum den rücken zukehrt, zu groß ist.
Adi
“obwohl ich zu den Leuten gehöre, die am Schabbes das Toilettenpapier reißen” hatte ich geschrieben. Das muß natürlich VOR Schabbes heißen.
@ Adi
“vielleicht ist es attraktiv, einfach so zu leben und sich keine gedanken mehr um die zukunft des judentums mehr machen zu wollen.”
Ich haben nicht verstanden, daß Baruch sich KEINE Gedanken über das Judentum macht, eher im Gegenteil. Er macht sich sogar ziemlich viele.
@Roman:
Hier geht es nicht darum, jemanden in die Pfanne zu hauen, sondern zu schauen, was da passiert ist und wie das tatsächlich gemeint ist…
„Hier geht es nicht darum, jemanden in die Pfanne zu hauen, sondern zu schauen, was da passiert ist und wie das tatsächlich gemeint ist…“
Darum geht’s nun wirklich nicht, allerdings verwundert es schon, dass ein offensichtlich derzeit sehr verirrter Mensch mit Samthandschuhen angefasst wird, nur weil er ein Rabbiner ist. Bei jedem anderen hätte man sofort Verwirrtheit diagnostiziert und entsprechendes verordnet, nur bei einem Rabbi hört man lange hin und wartet auf einen gescheiten Spruch.
Nun mangelt es ihm nicht an Sprüchen und Einsichten, doch halte ich Sie für das Judentum schädlich. Wer meint man könne (als Jude) Maria und Josef anbeten, an Jesus glauben und sich taufen lassen, der hat in einer Synagoge nichts verloren. Ich würde ihm gar absprechen selbst Jude zu sein.
Schaut man sich die Seite von „Bruder Baruch“ mal genau an, dann sieht man wie vollgepackt und zugekleistert sie mit „messianisch Jüdischen“ Verdrehungen ist. Ein Link führt sogar direkt zu einer messianischen Gemeinde. Das was also an anderer Stelle kritisiert wird, dass lässt man ihm anstandslos durchgehen.
Mir tut es auch selbst wirklich sehr, sehr leid, dass da ein junger, begabter Mensch das Lager gewechselt hat und die jüdische Welt als falsch und dunkel ansieht. Aber es muss ihm mal klar werden, dass sein Verhalten so nicht toleriert werden kann.
Irgendwie ist es ja sehr anstrengend, eine Frage in zwei Kommentarsträngen zu verfolgen. Ich werde also mal meinem Synonym gerecht, und ziehe die Kommentare von Baruch und zu Baruch
aus Judentum in Deutschland – ein Golem hierüber.
Baruch
19th November 2008 at 23:33:
Schalom zusammen. Wow, dachte mir echt nicht dass meine Webseite für ein derartig großes Interesse sorgt. Um schnell auf die Frage zu antworten: Nein, ich habe mich nicht „konvertiert“, was nicht heißt, dass ich mich gleichzeitig vom Judentum nicht distanziert habe. Ja, ich suche einen neuen Weg – und wenn ich ihn im Christentum finde, werde ich ihn nicht ablehnen, nur weil er „christlich“ ist. Ich habe meine Glauben – und für diesen Glauben werde ich auch stehen – egal ob meine Überzeugungen einer Institution passen oder nicht. Wenn Ihr meine Texte aufmerksam liest, werdet ihr sehen, dass mein Glaube passt eigentlich weder ins traditionellen Christentum noch ins traditionellen Judentum. Mit anderen Worten, ich bin auf dem Weg. Und ja, ich finde alle spirituellen Menschen und „Heiligen“ wunderschön – ob jüdische Rebbes, katholische Heilige oder buddhistische Gurus. Für mich sind sie alle Lehrer und Beispiele. Das Judentum ist für mich einfach zu eng, zu menschenfeindlich, zu verschlossen. Ich muss zugeben, dass ich lieber in eine Kirche gehe, denn so muss ich mich nicht vor irgendeinem Idioten ausweisen – der natürlich glaubt, dass ich jedes Mal eine Bombe in meiner Talar-Tasche trage. Ich will nicht die ganze Zeit ein Opfer sein – ich bin es nicht, meine Familie schon. Aber ich will keinem mehr Rechnungen schreiben. Ich will auch nicht alle nicht-Juden als meine Feinde ansehen und in die bewachte Synagogen zu gehen, um mich wichtig zu fühlen. Ich muss mich auch nicht unbedingt „Rabbiner“ nennen – obwohl ich meine Smicha wirklich verdient habe, die von einem orthodoxen Rabbiner in Bnei Braq geschrieben wurde und vom Oberrabbiner von Israel R‘ Lau anerkannt. Ich will es sogar nicht – ich will nicht ein Teil dieser Menschen sein, die sich Rabbiner nennen, aber leben völlig unwürdig. Ich habe auch scheiße gelebt. Und ich bereue es. Ich habe viel scheiße gebaut und das will ich nicht mehr. Ich suche Gott, Spiritualität, geistige Fortschritt. Ich weiß dass ich bei vielen als Verräter gesehen bin oder auch so gesehen werde. Aber ich habe keine Lust das deutsche Judentum oder das Judentum überhaupt zu retten. Ich werde auch nicht missionieren, aber ich werde jedem über meinen Weg und das, woran ich glaube erzählen. Diese Sache ist einfach zwischen mir und Gott. Wenn Ihr fragen habt, schreibt einfach: Rabbinerbaruch@aol.com Wünsche euch allen viel Segen! baruch
Matronit
20th November 2008 at 08:34:
@Baruch
Ich für meinen Teil möchte gerne meine Fragen ÖFFENTLICH diskutieren und nicht auf dem Weg privater Emails.
Wie wäre es also mit einer Kommentarfunktion auf Deiner Website?
Ansonsten denke ich – wenn Chajm nichts dagegen hat – daß “Chajms Sicht” ein guter Ort für eine Diskussion ist.
Baruch
20th November 2008 at 09:55:
Hier ist mein Brief an Rabbiner Walter Rotschild. Er erklärt einiges auch:
Dear Walter, thank you. No, I do not expect you to be on my side or to work with me – we do not work together any way. I just wonder how Judaism has changed. I always learned that Judaism primarily is not what you believe in, but what you do. Emphasize on belief was actually the “Christian” thing. “Na’ase WeNischma”, says the Torah. So actually a Jew is “kosher” as long as his conduct is ok and he lives according to Halacha – doesn’t matter what he/she believes in. What do Reform Jews believe in any way – or better – the ARK – which is of course not reform and whose rabbis are the true guardians of the proper Judaism?? So if I am informed correctly, your ARK conference consists of woman-rabbi, homosexual-rabbi, reform-converted-rabbi, rabbi who got his call to his ministry on the golf-field, rabbi without “smicha”, etc. Well, very diverse. And it’s a not a problem. ‘Cause: as rabbi, you can be actually atheist, humanist, communist, Israeli-right-wing-Zionist, you may practice all kind of religions – like the renewal-movement does – an in fact – you have a renewal rabbi in the ARK as well, right? – And the renewal movement indeed combines all religions together. What not a problem for me, don’t get me wrong. But I see all this as absurd – in fact our rabbis and communities in Germany are far more Christian in their way of existing than most of the Christians. All of us just believe how many of us really LIVE what we believe or better – what Judaism really teaches – we’ve got Torah and Halacha, didn’t we?? I knew that all this is going to be quite a provocation. Even though I do not believe that Jesus is God (what actually is required by most Christian Churches) and merely share the view of many rabbis that Jesus was kind of a great prophet, may be the greatest one – and I can send you a number of quotations, if you wish. I really did some kind research. So revered Rabbi Jonah Sievers would probably lable Rambam, Ramban, Arizal etc. as “Mashumadim” as well. I am happy to be in their company and that’s fine with me. I don’t want to be a part of the group, that mistreats other people, what is actually forbidden by the Jewish law, I don’t want to have to do with “Jewish” (in their belief) but absolutely secular (in their attitude) Communities and their leaders. I want to be among people who profess and act intact with their faith, doesn’t matter what their faith is, they deserve my respect. I still hope that there’s something going to change in this country. Otherwise I don’t want to become an evil prophet (and if it’s not enough, also a “Christian” one!! ) who would foretell that Judaism in Germany is going to cease to exist in 20 years. You don’t have to be afraid – in 20 years you are going to get your rent. Me not – so I better look for a job somewhere else ! Blessings, baruch
Baruch
20th November 2008 at 10:02:
@Matronit
ich habe ein Forum auf meiner Webseite schon gehabt – 4 Monate lang und er war von insgesammt 3 Menschen benutzt – ung. 3 Mal. Also habe ich ihn wieder geschlossen. Ich bin für eine Diskussion offen. b’schalom, baruch
Chajm
20th November 2008 at 10:33:
Ich habe nun einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben http://www.sprachkasse.de/blog/2008/11/20/das-judentum-hinter-sich-gelassen/
und den Brief an Rabbiner Rothschild dort zitiert.
Baruch
20th November 2008 at 11:30:
@Adi
“was wir brauchen sind zeit , geduld und die breitschaft, jedem, der es möchte, alles über das judentum beizubringen was wir wissen (und wir müssen auch bereit sein, zu lernen, den es gibt viel mehr wissen in den gemeinden, als so manch einer glaubt). der große gewinn der aufklärung ist das “bewusste gemeindemitglied”.
Meiner Meinung nach, von “Zeit, Geduld und Bereitschaft” könnten wir in diesem Land vor 40 Jahren reden. Jetzt ist schon zu spät – oder wird’s bald. Das Rabbinat hat sich in einen bürokratischen Apparat verwandelt, die Gemeinden haben immer noch Vorstände, die zum größten Teil aus gar-nicht-religiösen Menschen bestehen, ja, es gibt auch wunderschöne und engagierte Menschen – aber es gibt sie zu wenig um “Agaisnt the Machine” zu kämpfen. Und wer will schon Märtyrer werden. Alles ist viel zu politisch – ja, unsere Rabbis und Vorständer sind z.T. hervorragende Politiker aber sehr schlechte Seelsorgen. Obwohl ich schon seit drei Jahren nicht mehr „im Geschäft“ bin, bekomme ich immer noch Anrufe oder Briefe von Menschen, die mit ihren Rabbis nicht klar kommen, die von ihnen missbraucht oder schikaniert werden. Ich spreche schon gar nicht mehr von den Menschen, die konvertieren wollen… Ich habe neulich schon wieder die Halachot Giur (Schulchan Aruch, Jora De’ia, Reisch Samech Heth und weiter) studiert. Das was ORD und ARK machen ist nicht halachisch und nach dem jüdischen Gesetz ist ein Verbrechen. Was ist mit uns los??? Warum behandeln wir die Menschen, die zu uns kommen, ein Teil von uns werden wollen, derartig schlecht??? Wenn ich an die Briefe und Anrufe antworten muss, fühle ich mich immer zutiefst geschämt. Und wenn wir den Namen „Jesus“ hören, kriegen wir sofort einen tiefen Choke. Oy wey, ay ay ay! Was für ein Verbrechen! Aber so ganz ernst: Warum haben wir so viel gegen einen Menschen, – ja ein Menschen, der genau so ein Gottes Sohn war wie jeder von uns ein Sohn oder eine Tochter Gottes ist, der eigentlich nur über Liebe und Ehrlichkeit gesprochen hatte??? Ja, es gibt genug ähnlichen Aussagen im Talmud – aber – was bedeutet uns schon Talmud? Ja, es gibt orthodoxes Judentum – ich kenne es sehr gut. Ich kann es theologisch nicht vertreten. Aber ich respektiere zutiefst jeden orthodoxen Juden, der nach seine Überzeugungen lebt, der vor Schabbat das Toilettenpapier zerreißt, ein Schbbat-Gurtel trägt, zwei Stunden braucht um in die Synagoge zu Fuß zu kommen, kein Licht anmacht, etc. Aber ich verachte äußerliche Religiosität – koscher in der Synagoge und Schweinebraten direkt danach. Ich bin kein Moralist, versteht mich nicht falsch. Aber allen Menschen die mich kennen kann ich als Zeugen nehmen, dass ich nie im Leben etwas gepredigt, was ich mit meinem Leben auch nicht vertrete. Ich habe nie etwas gelehrt, was ich selbst nicht zutiefst glauben würde. Als ich vor acht Jahren nach Deutschland kam, wurde mir gesagt: „Mach ruhig dein Job und du wirst eine glänzende Karriere machen“. Nein, danke, ich sehe die Religion nicht, als ein Ort für einen Karrieresprung. Eine Religion bedeutet für mich Gott und Menschen zu dienen. Also bleibe ich lieber wo ich bin. B’Schalom, baruch
Yael1
20th November 2008 at 14:00:
Ich muss zu dieser Giurproblematik als Gerah doch was sagen.
Ich bin vor fast 7 Jahren Jüdin geworden (orthodox) und nie hat mich jemand deswegen schlecht behandelt. Natürlich ist es schwer gewesen, aber kein Rabbiner hat mich jemals abgelehnt.
Als ich mich offiziell für einen Giur entschieden habe, war es kein Problem angenommen zu werden. Die Hürden sind hoch, sicher, und man muss schon eine gewisse Portion Durchhaltevermögen besitzen, aber Ablehnung oder ähnliches kenne ich nicht. Nein, nicht von der Orthodoxie. Was bei mir länger gedauert hat, war ein Termin für das Beth Din, was aber kein Wunder war, denn zu meiner Zeit gab es in Deutschland keines, erst als das Münchner Beth Din entstand war es möglich und dann ging es sehr sehr schnell bis zum Termin in der Mikwe. Niemand hat irgendwas übermenschliches von mir verlangt, eher im Gegenteil, die orthodoxen Rabbiner, die ich während der Zeit kennen gelernt habe, waren sogar sehr angetan, dass ich Jüdin werden wollte, obwohl ich vorher nie etwas mit Religion zu tun hatte.
Ich war nie Christin und bin sehr froh darüber, denn was ich von vielen Christen erlebt habe, ist eher eine Scheinheiligkeit, christlich reden, aber ganz anders handeln. Jesus im Mund führen, aber antijudaistisch eingestellt sein. Wie geht das zusammen? Das habe ich erlebt, erlebe es noch heute. Das Judentum nennen Sie unmenschlich, darüber bin ich sehr erbost, eben weil ich unter anderem eben wegen der Menschlichkeit im Judentum so angetan war und es noch immer bin. Für mich sind andere Religionen eindeutig die, die zum größten Teil unmenschlich sind.
Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass Sie meinen, man müsste jeden Nichtjuden als Feind sehen, sorry, aber das ist wirklich starker Tobak und weder sind Sie ein Opfer, weil Synagogen bewacht werden müssen. Vor wem müssen wir uns denn leider schützen? Doch nicht vor Juden, die eine Synagoge besuchen, sondern vor Nazis und Antisemiten. Möchten Sie damit suggieren, das Problem läge auf jüdischer Seite?
Wenn Sie Jesus wirklich als den Meschiach ansehen, haben Sie doch im Grunde das Judentum verlassen, warum also sind Sie nicht konsequent und geben Ihre Smicha zurück? Für mich passt es nicht zusammen, die Verlinkungen auf Ihre Smicha, unter anderem Bnei Brak, auf Ihrer Homepage und dem was Sie für sich leben und öffentlich propagieren.
Wenn Sie das gelebte orthodoxe Judentum so ablehnen, wäre die Entscheidung Ihre Smicha zurückzugeben nur konsequent. Alles andere sehe ich persönlich als verlogen an.
Baruch
20th November 2008 at 14:46:
@Yael
Tja, Sie können gerne meine Smicha haben, obwohl Smicha nur ein Nachweis ist, dass man theologisches Studium absolviert hat. Und das habe ich. Also dass ich ein jüdischer Theologe bin, kann ich leider nicht “abgeben”. Aber ich amtiere für keine Gemeinde – und da bin ich konsequent. Ich bin ehrlich und jeder kann lesen, was ich glaube. Ich bin nicht der Meinung, dass ich das Judentum verlassen habe. Ich weiß nicht, ob man das Judentum überhaupt verlassen kann. Man kann mich sogar nicht ex-kommunizieren”, denn ich gehöre keiner Gemeinde an. Ich bekomme auch kein Geld von der jüdischen Gemeinde. Aber das Judentum ist nicht nur orthodox oder liberal – es gibt sehr viele Formen. Und ich habe meine egeine. Und ich arbeite immer noch an meiner Theologie. Sie ist basiert auf der Thora, dem Talmud und rabbinischen Schriften. Überhaupt, die jüdische Theologie ist eine komplizierte Geschichte und jeder, der davon Ahnung hat, wird mir wahrscheinlich nicht widersprechen. Ja, es gibt einigen Normen, die eine Gemeinschaft für sich und nur für sich bestimmt – und wenn man ein Teil dieser Gemeinschaft sein will, muss man sich natürlich daran halten. Das bin ich auch nicht. Sie sagen, Sie sind eine orthodoxe Judin -. also warum leben Sie nicht in Israel? Das ist doch ein Gebot. Wissen Sie wie vielen, unterschidlichsten Strömungen es im orthodoxen Judentum gibt, die einander verdammen und verbannen? Als orthodoxe Judin dürfen Sie eigentlich nicht eimal Internet benutzen. Na ja, so viel zur Halacha. Liebe Grüße, brch
Baruch
20th November 2008 at 14:56:
Und a pro pos Nazis und Antisemiten: Ich glaube an das Gesetz der Resonanz. Ich denke, dass wir so sehr mit unser “Sichercheit” beschäftigt sind, dass wir die “Feinde” eigentlich produzieren. Wenn wir offener gewesen, müssten unsere Türe vielleicht nicht bewacht werden. Angst zieht an – wissen Sie was passiert, wenn ein Hund spührt, dass Sie vor ihm Angst habe? Liebe tut das auch. Sie zieht jedoch Liebe an. brch
Matronit
20th November 2008 at 15:05:
“Das bin ich auch nicht. Sie sagen, Sie sind eine orthodoxe Judin -. also warum leben Sie nicht in Israel? Das ist doch ein Gebot. Wissen Sie wie vielen, unterschidlichsten Strömungen es im orthodoxen Judentum gibt, die einander verdammen und verbannen? Als orthodoxe Judin dürfen Sie eigentlich nicht eimal Internet benutzen.”
Wenn man sich gegen Pauschalen abgrenzen will, sollte man auch Andere von Pauschalen verschonen.
Da Du Dich längere Zeit im orthodoxen Judentum bewegt hast, wirst Du genauso gut wie ich oder Yael wissen, daß es auch innerhalb der Orthodoxie verschiedene Positionen zum Thema Aliyah oder Internet gibt.
Yael1
20th November 2008 at 15:25:
Ich bin nicht ultraorthodox, sondern definiere mich als modern orthodox, die selbstverständlich auch das Internet erlaubt.
Warum ich nicht in Israel lebe? Gute Frage, wenn Sie mir einen Job besorgen, bin ich gern morgen weg. Aber arbeitslos in Israel zu leben, stelle ich mir sehr schwierig vor, außerdem gibt es neue Gesetze in Israel, von Sekulären erlassen, dass ein Giur, auch kein orthodoxer, automatisch eine Aliyah erlaubt. Wussten Sie, dass es eine Kommission in Israel vom Innenministerium gibt, die entscheidet, wer einen Giur in Israel machen darf bzw. nicht? Das ist eine sekuläre Kommission, die nach Aktenlage entscheidet, ohne die Menschen überhaupt zu sehen. Daher gibt es heute die Schwierigkeit, die auf Seiten der Sekulären beruhen und nicht auf Seiten der Orthodoxie.
Die zum Teil massiven Differenzen zwischen den einzelnen Strömungen und natürlich innerhalb der Orthodoxie sind mir natürlich bekannt, ich habe auch nicht behauptet, dass die Orthodoxie das Non-Plus-Ultra ist. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, aber wenn man Jesus als den Maschiach ansieht, bewegt man sich nicht mehr innerhalb des Judentums. Natürlich kann man aus dem Judentum nicht austreten, man kann es aber freiwillig verlassen. Wenn man das möchte, kann es einem ja egal sein, was die Halacha dazu sagt oder nicht?
Adi
20th November 2008 at 15:34:
baruch:
erst einmal danke, dass sie sich an der diskussion beteiligen.
ich teile ihre pessimistische einstellung zu der situation des deutschen judentums nicht. meine erfahrung ist eine andere. zu beginn meiner ausbildung war ich viel pessemistischer, was das gemeindeleben angeht. das allgemein verbreitete gerücht, jüdische gemeinden seien nur “kulturclubs” hat mich auch erreicht und beeinflusst in meiner wahrnehmung und in der festsetzung meiner ausbildungsziele.
die wirklichkeit hat mir etwas anderes gezeigt. es gibt in den gemeinden einen hunger nach jüdischer ausbildung, einen wunsch, jüdisches leben aktiv mitzugestalten – ein bedürfnis, teil von dem werden, was man ein neues jüdisches leben in deutschland nennen könnte.
ich stimme ihnen zu, dass es auf dem weg dorthin menschen gibt (und leider nicht wenige), die diesen weg blockieren, andererseits glaube ich, dass wir erst am anfang dieses prozesses sind und wir tatsächlich geduld brauchen. (das die zentralratspräsidentin heute sagt, die koffer seien ausgepackt, liegt nicht an ihr und der gemeindemitglieder, die vor 1989 hier waren, sondern an den menschen, die erst vor kurzem mit gepackten koffern hier ankamen und gesagt haben, dass sie hier eine heimat finden wollen). d.h. die bedenkenträger werden weniger, je mehr wir neuerungen zulassen.
es war wichtig (und ist es auch immer noch), zunächst die soziale basis der gemeinden aufzubauen. wer versucht, gemeinden um G’ttesdienste zu strukturieren baut das haus vom dach aus. ein deutschkurs, ein kochkurs, ein kaffetreff sind – in meinen augen – unheimlich wichtig. sie bilden das miteinander, was wir brauchen um später auch miteinander beten zu können.
jetzt, wo dieser schritt in den meisten gemeinden getan ist, müssen wir weitergehen. jetzt werden rabbinerInnen benötigt, die nicht den kopf in den sand stecken und nur gemeinden sehen, in denen kaum einer “traditionell” beten kann. ich sehe gemeinden, in der menschen woche für woche zusammen kommen und den wunsch haben, mit G’tt zu kommunizieren, mit einander zu beten. ich als angehender rabbiner muss, aber vor allem will es, begleite sie auf diesem weg und nehme ihnen das nicht ab. (hier wäre meine hauptkritik einigen kollegen, die in den mitbeterInnen keine mündige, erwachsene menschen sehen, sondern nur “ja und amen” maschinen).
die von ihnen kritisierte tradition empfängt ihren unmut zu unrecht. sie ist eine wervolle hilfestellung auf diesem weg. zumindest sehe ich das als progressiver jude so. vor allem lehrt sie uns, geduld zu bewahren. natürlich sind viele gemeinden noch im aufbau, andere gemeinden werden eventuell in 20 jahren nicht mehr da sein und natürlich wird es wanderungsbewegungen in den gemeinden geben, aber es wird eine zukunft für ein plurralistisches judentum geben, weil es immer frauen und männer geben wird, die die tradition aufgreifen und an die nächste generation weitergeben wollen. wir müssen sie nur lassen.
ich sehe das und daher bleibe ich optimist.
Adi
Baruch
20th November 2008 at 15:57:
@Yael
Gerne helfe ich Ihnen ein Job in Israel zu bekommen. Als was möchten Sie denn arbeiten? Rambam hat gesagt, dass es besser in Eretz Ysroel Straßen zu putzen als im Ausland eine tolle Arbeit zu machen. Und wer difiniert für Sie die Halacha??
Adi
20th November 2008 at 16:00:
und noch ein nachtrag, der mehr zur aktuellen diskussion passt:
wenn ich von pluralität spreche, dann meine ich tatsächlich, dass das judentum als ganzes viel aushalten kann und muss. es war und wird nie ein monolithischer block sein. gerade die fragestellung, was, oder wer der messias sein kann, sein wird, und bzw. was “es” definiert ist über die jahrhunderte umstritten und bleibt umstritten.
jedoch, und das bei aller uneinigkeit, jesus war und ist innerhalb all dieser diskussionen nicht der messias. er erfüllt, in meinen augen, “das” wesentliches merkmal nicht, nämlich, in zusammenhang mit einer wesentlichen veränderung des zusammenlebens von menschen zu stehen. egal, ob man den messias als persönlichen erlöser ansieht, oder als jemand, der den menschen die torah so vermittelt, dass sie sie voll und ganz leben können, oder als eine messianische zeit. jesus mag ein großer schriftgelehrter gewesen sein, oder nur ein charismatischer laienprediger oder was auch immer, aber er hat die heilung der welt (”tikkun olam”) nicht wirklich etwas geschaffen, was es wert wäre, ihm den titel messias zu verleihen oder ihn gar in die nähe etwas G#ttlichen zu setzen, was über das hinaus geht, was jedem menschen anheim ist.
natürlich will ich hiermit keine glaubensdiskussion um den messias auslösen, ich wollte nur klarstellen, dass ich fest davon überzeugt bin, dass es eine große pluralität innerhalb des judentums gibt, vor allem dank des großen reichtums, den unsere tradition, aber das es grenzen in diesem framework gibt. ab einem gewissen punkt ist es kein judentum mehr. dann ist es christentum, buddhismus oder was auch immer.
für das deutsche judentum finde ich es persönlich schade, dass sie @baruch) diesen weg eingeschlagen haben, den querköpfe und kritiker brauchen wir hier genauso wie optimisten und pessimisten. von mensch zu mensch kann ich ihre entscheidung aber respektieren. letztendlich sind wir alle jews, christian or whatever by-choice und müssen unseren religiösen weg bewusst entscheiden. wer dies tut, verdient respekt.
adi
Baruch
20th November 2008 at 16:05:
@Adi
Liebe Adi, ich will Sie auf gar keinen Fall entmutigen – ich glaube, dass so lange es motivierten und ehrlichen Menschen gibt, nicht alles verloren ist. Aber es gibt auch ein schwarzer Witz: “Was war die Unterschied zwischen den Juden-Optimisten und Juden-Pessimisten vor dem zweiten Weltkrieg gewesen? – Die Optimisten leben nicht mehr, die Pessimisten sind nach USA ausgewandert… Das sollte auf gar kein Fall jetzt politisch verstanden werden – ich lebe sehr gerne in Deutschland und sehe dieses Land als ein Ort, an dem sehr viel im spirituellen Hinsicht entstehen kann. Auch was das Judentum betrifft. Aber ich finde den Zustand des Judentums eben HIER echt kritisch. Und wenn Sie engagiert sind, sollten Sie sich nicht mit Hoffnungen beruhigen, sondern mit Ihren Kollegen etwas konkretes unternehmen. Ich wünsche Ihnen viel Segen und Erfolg. brch
Adi
20th November 2008 at 16:06:
p.s.s.: baruch: das diffamieren von orthodoxen juden und ihrer interpretation von halacha ist kaum ein zeichen von respektvoller auseinandersetzung mit ihnen, bzw. menschen, die sich auch hier an der diskussion beteiligen.
Yael1
20th November 2008 at 16:12:
Ich bin Politologin und momentan arbeitslos und verdiene mir zum Überleben mit Putzen zum Teil meinen Unterhalt. Tolle Arbeit nicht?
Lesen Sie Matronit: daß es auch innerhalb der Orthodoxie verschiedene Positionen zum Thema Aliyah oder Internet gibt.
Dass Sie Respekt vor orthodoxen Juden haben, wie Sie selber schreiben, nehme ich Ihnen nach Ihren Beiträgen zu meiner Person leider nicht ab. Respekt sieht anders aus.
Schönen Tag noch.
Baruch
20th November 2008 at 16:24:
@Adi
vor allem Danke. Ich weiß nicht was macht das schon einem aus, ob man an Jesus als Messias glaubt oder nicht – die Ablehnung von Jesus, laut den meisten Gelehrten war nur weil er so eine zentralle Rolle im Christentum spricht. Eine Auseinandersezung mit ihm macht jedoch einen genau so wenig christlich, wie Essen von Sugvaniot macht einen jüdisch. Alle warten auf den Messias – und Messias-Theologie ist im Judentum sehr unterschiedlich.
Und ich wollte auf gar kein Fall das Orthodoxe Judentum beleidigen. Ich bin sogar der Meiniung, dass jeder, der das Judentum kennen lernen will, mit dem orthodoxen Weg anfangen soll. Danach kann er/sie für sich weiter entscheiden, ob man da bleibt oder weiter geht.
Aber ich nehme Halacha ernst – und solange ich orthodox war, habe ich mit meinem ganzen Herzen alles, ja ALLES gemacht, was die Halacha mir vorschreibt. Es gibt tatsächlich unterschiedlichste Minhagim, aber immer noch nur eine Halacha. Ich habe mich dafür entschieden, aus egal welchen Gründen, nicht-halachisch zu leben. Aber Menschen die sich dazu verpflichten, sollten sie auch erfüllen. Finde ich. Man soll einfach dafür stehen, was man glaubt und was man vertretet. Die Halacha abzulehenen, nur weil sie unbequem ist zeugt nicht gut von Gläubigen. Das ist die Schäche fast aller Religionen. Wir alle brauchen einfach starken Menschen, starken in ihrer Überzeugung und ihrem Leben. Dann werden wir eine Menge bewegen. Nur dann, denke ich.
Baruch
20th November 2008 at 16:26:
@Yael1
Tut mir leid, Yael, wollte Sie nicht beleidigen. Slicha!
shabbes-goi
20th November 2008 at 17:05:
@ Baruch: “Und a pro pos Nazis und Antisemiten: Ich glaube an das Gesetz der Resonanz.”
Super Tip, den nächsten Nazi, den ich treffe,
werde ich umarmen und auf beide Wangen küssen!
Baruch
20th November 2008 at 17:10:
@shabbes-goi
Mein Tip ist nicht Nazis zu küssen, sondern uns offener zu machen.
shabbes-goi
20th November 2008 at 17:17:
@ Baruch:
Aber wenn doch Liebe Liebe anzieht, dann lieb ich den Nazi und gut ist.
Friede Freude Eierkuchen!
shabbes-goi
20th November 2008 at 17:23:
@ Baruch: ” sondern uns offener zu machen”:
Also ich weiß nicht, welche Gemeinden Du hier in der BRD kennst,
aber die drei vier, die ich hier im Pott kenne und mal mehr und mal weniger besuche, sind sehr offen. Es guckt Dich keiner als Goi scheel an,
Du wirst akzeptiert, und der große Vorteil gegenüber anderen Gemeinden ist, es will Dich garantiert keiner missionieren. Man nimmt Dich so, wie Du bist, was will der Mensch mehr. Dass man beim ersten Besuch einmal kurz beim Pförtner die Fleppe zeigen muß, ist nun wirklich kein Problem oder ein
abschreckendes Bollwerk.
Baruch
20th November 2008 at 17:25:
@shabbes-goi
wenn du meinst, dass du mit hass mehr erreichst… Steht es nicht geschrieben: “Meide das Böse und tu das Gute; Suche Frieden und jage ihm nach” (Tehilim, 34,15)?
Baruch
20th November 2008 at 17:30:
@schabbes-goy
“Dass man beim ersten Besuch einmal kurz beim Pförtner die Fleppe zeigen muß, ist nun wirklich kein Problem oder ein
abschreckendes Bollwerk.”
- Stimmt. Aber normal ist das nicht.
shabbes-goi
20th November 2008 at 17:33:
@ Baruch:
Also ich weiß ja nicht, dieser Jesus Schmesus, oder Jeshua ben Jossef.
Also Rabbiner, wie Du auf Deiner Seite schreibst, kanner nicht gewesen sein, denn die Smicha hab es erst nacht der Tempelzestörung, oder ?
Und wenn man sich mal die vier frohen Botschaften durchliest, eigentlich sind es ja mit den Apokryphen siebzehn, aber den Rest hat die Amtskirche unter den Tisch fallen lassen, weil sie nicht dem Machtausbau dienlich waren, dann findest Du da nicht viel, was Du nicht entweder in der Thora oder bei den Propheten findest. Natürlich abgesehen von den Wundern, Auferstehung inklusive. Also bei Wundern werde ich immer mißtrauisch.
Meistens müssen sie dazu herhalten, Defizite in der Legitimation zu kaschieren. Also unterm Strich finde ich da nicht so viel Tolles,
was man an dem Jeshua ben Jossef finden kann.
Matronit
20th November 2008 at 17:35:
“laut den meisten Gelehrten war nur weil er so eine zentralle Rolle im Christentum spricht.”
@ Baruch
Wo steht das?
Baruch
20th November 2008 at 17:55:
@schabbes-goi
Ja, das stimmt, deswegen kannst Du z.B. das Thomas Evangelium von meiner Webseite herunterladen.
Baruch
20th November 2008 at 17:55:
@Matronit
Wenn Sie mir Ihre E-Mail geben, schicke ich Ihnen die Quellen als Wort-Datei.
shabbes-goi
20th November 2008 at 18:14:
@ Baruch: “- Stimmt. Aber normal ist das nicht.”
Doch, das ist normal, denn in den meisten jüdischen Gemeinden ist es die Norm, und zwar aus gutem Grund. Die Norm in Christlichen Gemeinden ist,
wenn Du sie als Gast besuchst und sie nicht zu groß und anonym sind,
dass Du am Ausgang ein mit Stecknadeln der Nächstenliebe in´s Gesicht getackertes Lächeln vom Pfarrer bekommst, garniert mit der Aufforderung:
” Sie sind neu hier ? Beehren Sie uns doch gerne bald wieder!” und einem warmen Händedruck. Da ist es mir doch lieber und ehrlicher, am Eingang meine Fleppe zu zeigen, als ganz normaler Mensch behandelt zu werden, und nicht als potenzielles Opfer der gallopierenden Nächstenliebe.
Baruch
20th November 2008 at 18:25:
@shabbes-goi
na ja – zwei juden = drei meinungen. 1. ich habe nichts gegen Nächstenliebe. 2. Ich weiß es zu schätzen, wenn jemand mich freundlich begrüßt. Das habe ich auch immer gemacht, als ich Rabbiner in meiner Gemeinde war. Freundlich zu sein kostet doch nichts, oder?
shabbes-goi
20th November 2008 at 18:42:
@ Baruch: “zwei juden- drei meinungen”
Damit es zu keinen Fehleinschätzungen kommt, der Name ist Programm.
Ich bin ein apikoirer Shabbes-Goi. Also, ein Jude – ein apikoirer Goi = vier Meinungen.
Ich habe auch nichts überhaupt gegen Freundlichkeit. Ich schätze sie sehr, wenn sie echt und unaufgesetzt ist. Aber wenn sie Programm ist, na ja,
da ist mir dann eine ehrliche Neutralität lieber.
Baruch
20th November 2008 at 18:59:
@shabbes-goi
oh sorry! Die Neutralität finde ich auch in Ordnung. Die ist aber selten. Außerdem gebe ich die Möglichkeit, dass die Herzlichkeit, mit der ich ab und zu emfangen werde kein Program, sondern echt ist. Das ist doch auch ganz jüdisch. Sprüche der Väter behandelt das Thema ausführlich.
shabbes-goi
20th November 2008 at 19:46:
@ Baruch:”wenn du meinst, dass du mit hass mehr erreichst… Steht es nicht geschrieben: “Meide das Böse und tu das Gute; Suche Frieden und jage ihm nach” (Tehilim, 34,15)?”
Pardon, ich springe etwas, aber die Banalität Deines Kommentares:”und a pro pos Nazis und Antisemiten …” bringt mich einfach ziemlich auf die Palme. Also, nur weil ich die Nazis nicht liebe, hasse ich sie nicht,
sondern ich finde ihr “Programm”, soweit man das überhaupt so nennen kann, ihren Rassismus, Antisemitismus und ihr grundlegendes Prinzip der Gewaltandrohung und Gewaltanwendung absolut inakzeptabel und untolerierbar. Ich finde es absolut wichtig, sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in ihre Schranken zu weisen, ohne sich dabei auf ihr Niveau der Gewaltbereitschaft zu begeben.
Aber jedweden Aufruf zur Liebe ihnen gegenüber finde ich ziemlich inadäquat.
Baruch
20th November 2008 at 19:49:
@shabbes-goi
ok, wie willst Du das machen?
Stephanie
20th November 2008 at 20:28:
Ich habe diese Diskussion mit großer Aufmerksamkeit gelesen und möchte an dieser Stelle mein großes Erstaunen und Bedauern kund tun:
Die triviale Diskussion von Sicherheitspersonal vor der Schul oder die Frage nach dem umständlichen Giur-Prozess mächte ich nicht weiter thematisieren, – das ist marginal, denn die Crux, das, was euch hier bewegt und teilweise aufschreckt ist die Frage, ob ihr in der Lage seid, Brch´s Weg mit Toleranz und Akzeptanz zu begegnen.
In diesem Kontext sollte man in Erwägung ziehen seinen eigenen Horizont zu erweitern, seine Perspektive zu vergrößern und neue oder wiederentdeckte Erkenntnisse zumindest zu überdenken, bevor man sie abschmettert.
Hier wird von Pluralität gesprochen, – die Lehren des Judentums, eines seiner hervorragensten und schönsten Eigenschaften war und ist vielleicht mancher Orts noch, die Tatsache, daß über alle Zeiten hindurch, gemeinsam diskutiert und gestritten wurde. – Wo bleibt der nächste Schritt, wo die Evolution? Warum wollt ihr im 21. Jahrhundert diese wunderbare Tradition aufgeben und neue Ideen und Thesen abweisen?
Folgt also diesem Weg, streitet und diskutiert weiter, warum nicht auch über die Identität des Messias streiten?! Wird denn hier eine unverbindliche „ex cathedra“ postuliert? – Nein! Diesen Anspruch fordert Brch in keinster Weise für sich und seinen Weg ein.
Was erschreckt, verstört euch denn so, – warum diese Angst? Hat das Judentum im Laufe der Geschichte so viel Heteronomie erlitten, daß sie nun selbst nur noch mit destruierender Ausgrenzung reagieren kann? -
Chajm
20th November 2008 at 20:48:
@Baruch
„Auch was das Judentum betrifft. Aber ich finde den Zustand des Judentums eben HIER echt kritisch. Und wenn Sie engagiert sind, sollten Sie sich nicht mit Hoffnungen beruhigen, sondern mit Ihren Kollegen etwas konkretes unternehmen. Ich wünsche Ihnen viel Segen und Erfolg. brch”
Also Baruch, wenn ich jemandem zugetraut hätte, dass er eine eigene kleine Gruppe um sich scharen kann, mit der das gemacht wird, was Du gut findest, dann eigentlich Dir. HaSchem hat Dir viele Instrumente dazu geschenkt und wenn man nur 10 Leute findet die mitmachen, so sind es doch immerhin 10.
Wir haben im Ruhrgebiet auch immer geklagt es gäbe nichts alternatives und dann haben wir es einfach gemacht und uns einen Raum geschaffen in dem die Atmosphäre herrscht die wir uns gewünscht haben.
Viele Dinge wurden einfach bewegt, weil jemand aufgestanden ist und es einfach probiert hat. Mein Empfinden ist, die Lösung liegt nicht außerhalb des Judentums, sondern innerhalb. Mahnungen, Dinge zu bewegen gibt es genug. Fast schon abgenutzt sind diese Sprüche „Wenn nicht ich…” oder „Auch wenn Du das Werk nicht vollenden kannst…” etc.
Ein (orthodoxer) Rabbiner aus Antwerpen mit dem ich kürzlich sprach und der früher in meiner Heimatgemeinde zu den Hohen Feiertagen vorbetete erzählte mir, er habe die Internetpräsentation gesehen und es sei nicht sein Ding (Frauen an der Torah, gemischtes Sitzen), aber allein die Tatsache, dass sich Juden aufrichtig am Schabbes und zu anderen Gelegenheiten aufrichtig versammeln und gemeinsam beten und den Schabbat zu einem besonderen Tag machen, empfände er als Schritt den man nicht hoch genug bewerten könne. Aus seinem Munde war das für mich ein großartiges Kompliment.
Juebe
20th November 2008 at 20:55:
@Stephanie
Erschrecken, Verstörung und Angst nehme ich bei den Diskussionsbeiträgen bis jetzt nicht wahr, sondern eher Erstaunen, Irritation und bei einigen Beiträgen auch Fassungslosigkeit.
Ich finde, es gibt Einiges an Diskussion, wie Judentum im 21. Jahrhundert aussehen kann. Einen der besten Texte hat meiner Ansicht nach Rabbiner Adi Assabi z’l’ verfaßt:
Jude sein und Judentum im 21. Jahrhundert
http://www.berlin-judentum.de/rabbiner/assabi-1.htm
Die Irritationen, die hier im (virtuellen) Raum stehen, hängen doch damit zusammen, daß der Eindruck entstanden ist ein vormals orthodoxer Jude und Gemeinderabbiner ist nach Abstechern ins liberale Judentum bei oder in der Nähe von messianischen Juden / Christen gelandet und habe – so Chajms neuster Blogeintrag – das Judentum hinter sich gelassen und damit sind bestimmte Konnotationen verbunden, die eine Diskussion erst einmal nicht einfach machen.
Diejenigen Juden, die ich kenne und die sich in Richtung Christentum oder messianische Juden entwickelt haben, waren unwissende Juden. Für mich ist es schwer nachvollziehbar, daß jemand, der fundierte Kenntnisse des Judentums hat und das Knowhow mit Texten umzugehen, nun in diese Richtung zu driften scheint.
Wie gesagt, ich kenne Baruch Rabinowitz nicht persönlich, und Lektüre und Diskussionen ermöglichen nur einen beschränkten Einblick.
Wir brauchen Leute wie Baruch hier für die Entwicklung des jüdischen Lebens ganz dringend. Es schmerzt dann, wenn so jemand sich anders entwickelt. Er fehlt uns. Unabhängig davon wünsche ich ihm, daß er mit dem Weg, den er wählt, glücklich wird.
Baruch
20th November 2008 at 21:24:
@Chaim
Lieber Chaim, danke. Du kennst mich seit ich in Deutschland bin und Du weißt auch was ich gemacht habe. Und das mache ich immer noch. Ich versuche die ganze Zeit, den Menschen zu erreichen. Genau so wie Du. Ich bewundere sehr Deine Gemeinde und Deine Arbeit. Und auf meiner Art und Weise mache ich dasselbe. Ich will auch eine “Inklusive” Gemeinde gründen, wenn die Zeit reif ist – und das Zeil wird die ganze Schönheit des Judentums und der jüdischen Spiritualität zu entdecken und zu leben. Aber ich will keinen “Lable” – Orthodox, Konservativ, Liberal… das sollte einfach ein Ort sein, an dem Menschen kommen können, beten, Schabbat feiern, einander freundlich begrüßen und die Grenzen abbauen, nicht die neuen schaffen. Ich brauche keine Rabbinerkonferenz oder Zentralrat oder ähnliches. Die Türe sollen für jeden offen stehen – jeder kann seiner Erfahrung mit Gott mitbringen und mit mir/uns teilen. Ich will nicht Menschen auf Juden und nicht-Juden, halb-Juden oder viertel-Juden unterscheiden – ich sehe jeden Menschen als… Menschen – Gottes Kind. Mein Rabbiner in Jerusalem hat mal gesagt: “Juden und Goim sind wir El-Geräte: Juden sind 220V, Goim 110V – deswegen dürfen die Goim keine Thora lesen”. Ich glaube das nicht. Vielleicht weil ich eben aus der UdSSR komme und Antisemitusmus noch als Kind ganz stark erlebt habe, ertrage ich keine Grenzen und Rassismus. Für mich ist jeder Mensch wertvoll und ich bin mit jedem bereit meine Wissen und Erfahrung zu teilen. Deutschland war immer das Land, in dem Neues geboren wurde. Vielleicht hat auch HaKadosch Boruch Hu mich nach Deutschland geschickt, dass hier etwas Neues entstehen kann? Die Zeit wird zeigen. Die Reformbewegung war nicht eine “interne” Reform – mindestens wurde sie so von den orthodoxen Juden nicht gesehen. Wie gesagt, ich arbeite immer noch sehr viel an die Theologie. Aber wenn ich fertig bin, so Gott will, wird sie einen Weg zeigen, neues Judentum zu leben – begründet auf der ganzen Erfahrung des jüdischen Volkes, von Abraham, über Ägypten, Eretz Israel, Babylon, Hellos, und 2000-jährige Diaspora. Also mal sehen. Auf jeden Fall bin ich dem Judentum absolut treu – und meine Treue und Liebe zu meine Religion und meinem Volk zwingt mich momentan die Schritte zu machen, die ich tue. Ich danke Dir sehr, dass ich hier meine Gedanken aussprechen kann. B’Schalom, brch
Matronit
20th November 2008 at 21:28:
@ Stephanie
Postulate ohne fundierte Begründungen bringen nicht weiter.
@ Juebe
Danke für Deinen Beitrag.
Stephanie
20th November 2008 at 21:54:
@Matronit/Juebe
Nein, ein Postulat ist es nicht, es ist ein Appell an Toleranz und Weltoffenheit, vor allem an Zuversicht. Warum von Verirrung und Verlust sprechen?- „Es schmerzt dann, wenn so jemand sich anders entwickelt. Er fehlt uns.“ – Er fehlt euch nicht und er wird euch nicht verloren gehen durch seinen Weg, er könnte eine Bereicherung ein Zugewinn darstellen!
„Für mich ist es schwer nachvollziehbar, daß jemand, der fundierte Kenntnisse des Judentums hat und das Knowhow mit Texten umzugehen, nun in diese Richtung zu driften scheint.“ – vielleicht liegt es an deiner Perspektive, an der Hemmung die nötige Offenheit walten zu lassen? „Wir brauchen Leute wie Baruch hier für die Entwicklung des jüdischen Lebens ganz dringend.“ – Du bringst es auf den Punkt! – Genau das ist es. Er entwickelt das jüdische Leben weiter!
Liebe Grüße
Juebe
20th November 2008 at 22:57:
@Stephanie
Ich bin schon etwas perplex über Ihre Chuzpe (Dreistigkeit), denn ich finde, es steht Ihnen nicht zu, Leuten, die Sie von einigen Kommentaren her kennen zu unterstellen, daß es ihnen an “Toleranz und Weltoffenheit” mangelt. Und das tun Sie, denn sonst erübrigt sich Ihr Appell.
Ob Baruch “uns fehlt”, darüber können Sie gar nicht befinden, denn das ist ein Statement aus jüdischer Perspektive, die Sie offensichtlich nicht haben. Das ist eine Feststellung – nicht mehr und nicht weniger.
Wer hier welches Maß an Offenheit hat oder nicht hat, auch das können Sie nicht beurteilen. Es wäre schön, wenn Sie bei zukünftigen Beiträgen Ihre Bewertungen unterlassen könnten. Das bringt den Klärungsprozess hier nicht weiter.
Dass messianisches Judentum von Juden, die dieser Richtung nicht angehören, nicht als Bereicherung angesehen wird, ist innerjüdischer Konsens. Wenn Sie darüber nicht bescheid wissen, finden Sie reichlich Material auf der Seite:
http://www.judentum.org/judenmission/
Yael1
21st November 2008 at 00:33:
Ich kann mich Juebe bezüglich dieser Stephanie nur anschließen. Jemand der die jüdische Perspektive nicht kennt, nicht kennen kann, sollte sich mit derartigen Unterstellungen zurückhalten. Toleranz ist ein Wort, dass mir in Deutschland sowieso zu oft in völlig falschen Zusammenhängen rausposaunt wird. Schon allein da werde ich hellhörig. Jeder Jude, der einen anderen Weg einschlägt fehlt uns. Soviele sind wir ja nicht.
Baruch, keine Sorge, Sie haben mich nicht beleidigt.
Baruch
21st November 2008 at 00:43:
@Yael1
Yeal, ich denke dass Stephi recht hat- ich muss Ihnen (oder besser) dem Judentum) nicht fehlen – das entscheiden jedoch Sie und nicht ich. Ich bin jüdisch und mein Glaube gründet sich hauptsächlich auf der Thora, dem Talmud, der Kabbala. Mein Weg ist jüdisch. Ob Sie glauben oder nicht. Ja, ich gehe einen anderen Weg als Sie. Aber ich glaube dass die beiden Wege führen zum selben ultimativen Ziel. Ich hoffe dass wir alle am Ende einander treffen. Und ich hoffe dass Stephi kann selbst sagen, in wie fern sie die jüdische Perspektive kennt. Laila Tow. brch
Baruch
21st November 2008 at 00:52:
Ich bin ab Morgen früh bis Sonntag Abend unterwegs. Also falls die Diskussion weiter gehen soll und falls Sie/ihr noch fragen haben/habt, werde ich sie Sonntag abend oder am Montag beantworten. Sonst schreibt mir einfach: Rabbinerbaruch@aol.com, Schabbat Schalom und Kol Tuw. baruch
Yael1
21st November 2008 at 01:26:
“die wirklichkeit hat mir etwas anderes gezeigt. es gibt in den gemeinden einen hunger nach jüdischer ausbildung, einen wunsch, jüdisches leben aktiv mitzugestalten – ein bedürfnis, teil von dem werden, was man ein neues jüdisches leben in deutschland nennen könnte.”
@adi
diese Erfahrungen mache ich in letzter Zeit auch vermehrt. Vor allem fällt mir auf, dass Frauen ein dringendes Bedüfnis nach einer jüdischen Ausbildung, nach Schiurim etc. haben. Früher war dies nicht in dem Maße vorhanden. Aber leider fehlt es an gut ausgebildeten Rabbinern. Für Berlin mit sehr vielen Gemeindemitgliedern sind drei Rabbiner viel zu wenig. Woran es leider noch sehr mangelt, ist der Wille der Gemeindevorstände jüdisch-religiöses Leben fördern zu wollen. Leider sind die in der Mehrzahl nun nicht religiös und haben daran weniger Interesse. Auch hat das unendliche Hickhack in der Berliner Jüdischen Gemeinde hat das bisher sehr verhindert. Statt sich über religiöse Angebote und anderes zu kümmern, waren sie nur mit sich selber beschäftigt. Ich hoffe, dass diese Zeiten endlich vorbei sind. Aber auch die Angebote von Lauder lassen da sehr hoffen.
Matronit
21st November 2008 at 09:00:
@ Baruch
Dein Weg ist nicht “jüdisch”.
Man kann nicht alles und jedes als “jüdisch” vereinnahmen – auch dann nicht, wenn man halachisch jüdisch ist.
Du zimmerst Dir gerade eine recht wirre Mischung aus allen möglichen Elementen verschiedener Religionen und Glaubensvorstellungen, gespickt mit einem ordentlichen Schup starken Ich-Bezugs, zurecht. Wer glaubt “Gott hat ihn (Jesus, meine Anm.) auserwählt, jüdischer Messias zu sein, Hohepriester Gottes, der das endgültige Opfer für die Welt bringen” und dessen “Tod () dann jedoch von Gott als Versöhnungsopfer für alle Menschen angenommen (wurde)” hat ziemlich an “jüdischer” Bodenhaftung verloren. Es ist ja nicht Dein Glaube, daß Jesus der Messias sei allein, es sind viele Punkte in den Postings, die stark vermuten lassen, daß Du bereits recht viel Kontakte in die messianische Szene hast (Deine Unterstützung von “Stephi” ist auch ein Hinweis in diese Richtung).
Deine Behauptung also, das alles sei schlichtweg “jüdisch” kann von Juden so nicht akzeptiert werden, bei allem Wissen um und Verständnis für verschiedene jüdische Auffassungen.
Was mich auf jeden Fall wundert, ist, daß Du so gar nicht bereit bist, auf Fragen einzugehen, die ich Dir gestellt habe. Du beklagst Dich doch an anderer Stelle, daß in Deinem Blog keiner die Kommentarfunktion genutzt hätte. Hier gibt es Kommentare zuhauf, auf die Du aber wenig oder gar nicht eingehst. Woran liegt’s?
Baruch
21st November 2008 at 09:10:
@adi
Die jüdische Gemeinde zur Berlin hat mich drei Mal eingeladen und drei Mal hat es sich gescheitert – zum ersten Mal mit Herrn Meyer, zum zweiten und dritten Mal weil die aus der Synagoge A&B wollten mich nich als Rabbiner für den Synagogen C&D haben. Sie haben 7 Monate lang darüber diskutiert, ob mich für ZWEI Jahre (mit 6 Monaten Probezeit) einzustellen oder nicht . Obwohl Rykerstrt. und Fraenkelufer für mich abgestimmt hatten und ich wurde immer wieder in die zwei Synagogen eingeladen zu amtieren. Die Gemeinde in Belin will einfach keinen Rabbiner haben – ok, nicht dass es vielen Kandidaten gibt. Aber wenn einer kommt, geben sie ihn keine Chance.
Baruch
21st November 2008 at 09:19:
@Matronit
Hmm, ich habe von Dir noch keine Frage gesehen.
Stephi ist nicht “messianisch”. Kennst Du sie überhaupt?
“daß Du bereits recht viel Kontakte in die messianische Szene hast” – was bringt Dich auf dieser Idee?
Wenn Du herausfindest wer “jüdisch” und “Judentum” definiert, sag mir bescheid. Ich dachte wir haben immer noch keinen Papst. Aber Du vielleicht schon?
Aber ok, wenn es Dich glücklich macht – ich habe das Judentum verlassen und habe für mich einen neuen Weg gefunden. Und ein Grund dafür ist, dass es viel zu viele Menschen wie Dich im Judentum gibt. B’Schalom, baruch
Matronit
21st November 2008 at 09:49:
@ Baruch
Concerning “Stephi”: manche Leute muß man nicht persönlich kennen, um ziemlich schnell anhand ihres Geschreibes herauszufinden, wo der Dampfer langfährt…
Was meine VERMUTUNG angeht (ich schrieb “vermuten”, nicht wahr), daß Du Kontakte in die messianische Szene hast, erschließt sich mir aus Deinen Postings. Möge ich unrecht haben!
Ich habe in jedem meiner Postings eine Frage an Dich gestellt, sowohl hier als auch in dem anderen Strang (”Das Judentum hinter sich gelassen”). Du kannst ja noch einmal nachlesen.
Deine letzten Antworten nun sind leider recht unsachlich und polemisch. Ich würde gerne weiter mit Dir diskutieren, aber laß’ uns versuchen, auf einer guten Ebene zu bleiben, ohne Polemik und ohne Schmollen – selbst wenn manchmal Dinge angesprochen werden, die unangenehm sind.
Ich bin wirklich nicht der Papst, aber Du als in unseren Schriften gebildeter Jude weißt sicher recht genau, daß z.b. der Gedanke, daß Jesus “als Versöhnungsopfer für alle Menschen von Gott angenommen” wurde, kein jüdischer Gedanke ist und warum.
Dazu könnten wir z.B. diskutieren.
Ich ziehe mich vorerst in die Küche zurück und wünsche allen Schabbat Schalom.
Chajm
21st November 2008 at 10:17:
@Baruch
Natürlich habe ich verstanden, dass Du Grenzen abbauen möchtest und ein „neues” positives Judentum schaffen möchtest, jenseits der bestehenden Bezeichnungen und ich denke, das ist für Dich machbar, da Mitstreiter zu finden und eine Gruppe aufzubauen welche Dich unterstützt. Immerhin wohnst Du in keiner kleinen Stadt.
Im Augenblick sehe ich aber, dass Du da einer Geschichte nachläufst, die nicht das gewünschte Ergebnis bringen wird.
Ich denke nicht, dass jede Gruppe die einen freundlich aufnimmt, automatisch „inclusive” ist. Sich einer missionarischen Ideologie zu nähern, die nicht eben nur inclusive ist, um jemanden in die Gruppe zu ziehen. Wie kann bitte eine Ideologie „inclusive” sein, die annimmt, man müsse sich ihrer annehmen, weil man sonst unrettbar verloren ist?
Die schwierige Frage „Wer ist Jude?” bedeutet nicht als Umkehrschluss „Alles ist jüdisch, wo ein Jude drinsteckt.” und nicht totale „Narrenfreiheit”. Ich meine, Du weißt das und es gibt durchaus auch einen jüdischen Weg der „inclusive” ist. Die Verzweiflung über die eingefahrene Situation kann nicht alleine dafür verantwortlich gemacht werden, dass man sich eine Gruppierung anschließt (oder ihre Nähe sucht) die vollkommen falsche Schlüsse zieht und glaubt, dass niemand Zugang zu HaSchem hat, außer ihre Mitglieder („Keiner kommt zum Vater außer durch mich”). War es nicht so, dass wir das eben nicht glauben? Mann muss nicht mal Jude sein, um als Gerechter zu gelten.
Ein Jude, der einer anderen Religion folgt oder sie annimmt, ist nur in dem Maße jüdisch, als dass er eine spirituelle Verpflichtung behält, zu bereuen und zum Judentum zurückzukehren.
Noch ein wenig Polemik: Warum war nicht Jacob Frank der Maschiach? Oder der Lubawitscher Rebbe?
Zudem denke ich, dass wir die Gesprächskultur heben, wenn wir nicht das tun, was wir anderen Leuten vorwerfen „Und ein Grund dafür ist, dass es viel zu viele Menschen wie Dich im Judentum gibt.” ist kein Satz, der besonders zu einem Dialog einlädt.
Yankel Moishe
21st November 2008 at 12:02:
Zum mehrfach erwähnten Begriff Grenze:
1. Es sei daran erinnert, dass dert Wortstamm für “heilig”(קדש)
im Hebräischen auch die Bedeutung absondern hat.
2. Und wie sagen wir so schön am Mozei Schabbes:
“hamavdil … bein Israel leAmim…”
(der unterscheidet zwischen … Israel und den Völkern…)
3. In der vierten Bracha beten wir u. a. für בינה (Binah)
was gemeinhin mit “Verständnis, Einsicht, Verstand, Klugheit”
übersetzt wird. Die Wurzel davon ist allerdings die
Präposition נין, (bein) “zwischen, innerhalb”.
Präziser wäre demnach Unterscheidungsfähigkeit.
Dies wiederum ist ähnlich zu בנה (boneh), “bauen, errichten”.
4. Die Halacha legt Maße für alles mögliche fest,
zum Beispiel ab welchen konsumierten Mengen
man welche Brochos zu sprechen hat.
Man macht sich folglich was vor, wenn man so tut,
als wäre das Judentum ein Freund von Wischiwaschi.
YM
Yankel Moishe
21st November 2008 at 12:30:
> Und wenn wir den Namen „Jesus“ hören,
> kriegen wir sofort einen tiefen Choke.
Das hängt wohl mehr mit der Art und Weise zusammen,
wie seine Anhänger in den letzten 2000 Jahren
mit unserem Volk umgegangen sind.
Ich bringe mal nur ein paar Buzzwords:
Kreuzzüge, Ghetto, Inquisition, …
> Warum haben wir so viel gegen einen Menschen,…
> der eigentlich nur über Liebe und Ehrlichkeit gesprochen hatte???
Man sollte vielleicht noch Sprüche der Kategorie
“niemand kommt zum Vater denn durch mich” (Joh 14,6)
Das ist aus jüdischer Sicht natürlich völlig unakzeptabel.
> Ja, es gibt genug ähnlichen Aussagen im Talmud
Irgendwo muss er es ja herhaben.
YM
shabbes-goi
21st November 2008 at 17:34:
@ Baruch: Jeshua ben Jossef
So, jenseits jeder Aufgebrachtheit zurück zu des Pudels Kern:
Jeshua ben Jossef als Jude. Es ist schon witzig, wie man aus dieser Prämisse ganz unterschiedliche Konsequenzen ziehen kann. Dich hat sie, wenn man den Kommentaren hier folgt, an die Grenze des Judentums, aus der Sicht einiger sogar darüber hinausgebracht. Bei mir hat sie dazu geführt, dass ich aus der Kirche ausgetreten bin und meinen christlichen Glauben abgelegt habe. Für mich war und ist es nicht miteinander zu vereinbaren, dass sich Jeshua ben Jossef einerseits auf die Thora und Adoschem bezieht und gleichzeitig Gottes Sohn sein soll, bzw. der Meschiach. Adoschem ist in der Grunddefinition der, der da ist, der er war, der er sein wird. Als solcher/solches wird er keinen menschlichen Sohn haben. Das passt nicht zusammen. Das ist Griechenland und der Olymp, aber nicht die Thora.
Außerdem kann Jeshua ben Jossef nicht der Meschiach gewesenen sein,
denn dann müßte die Welt nach seinem Auftreten komplett anders ausehen, als sie jetzt aussieht.
An das Erscheinen des Messias sind ja ganz klare Konsequenzen geknüpft und die sind durch das Auftreten Jeshua ben Josefs nicht erfüllt.
Unterm Strich bleibt Jeshua ben Jossef, wenn es ihn denn wirklich gegeben haben sollte,
denn es gibt außer den “Evangelien” keinen einzigen historischen Beleg dafür, was für die Epoche, in der er gelebt und gewirkt haben soll, erstaunlich ist,
also jemand, der das damalige Judentum reformieren wollte
und dabei gescheitert ist. Und zwar grundlegend gescheitert,
denn das dann daraus entstandene Christentum hat mit dem Judentum nichts zu tun,
Adoschem und Gott sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.
So betrachtet ist das Messianische Judentum auch kein Bestandteil des Judentums, sondern einfach eine christliche Sekte bzw. Konfession.
Aber wie schon weiter oben gesagt, Glauben ist dazu da, den Menschen glücklich zu machen, solange er mit seinem Glauben nicht seine Mitmenschen nicht in´s Unglück stürzt.
In diesem Sinne, viel Masel mit Deinem Messias,
Git shabbes,
shabbes goi
” Ein Link führt sogar direkt zu einer messianischen Gemeinde.”
Könnte ich den Link mal sehen. Danke.
***//www.laschoresch.org/pages/rabbinische-ansichten-ueber-rabbi-jeschua-aus-nazareth.php#_ftn3
Danke!
Leider funktioniert das mit dem Trackback nicht, deshalb hier nur der Link auf meinen Beitrag:
Jüdisch-christliches Dienstleistungskombinat
http://juedisches-berlin.myblog.de/juedisches-berlin/art/300214064