Monatsarchiv für November 2008

Nov 29 2008

Traurige Gewissheit

von Chajm unter Filme & Videos, Jüdisches

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Kurz vor Schabbat wurde aus der Sorge Gewissheit, die Geiselnahme im Chabad-Zentrum von Mumbai endete mit dem Tod der Geiseln.

Chabad Website

Spenden für das Zentrum in Mumbai können über diese Seite übermittelt werden.

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Nov 28 2008

Schabbat Schalom

von Chajm unter Jüdisches

15th February - Shabbat Shalom

Endlich ein passendes Bild zum Stichwort „Schabbat Schalom!”; tatsächlich ist festzustellen, dass am Schabbat sehr viel weniger Menschen auf diese Seite zugreifen. Es könnte daran liegen, dass man keine Aktualisierung erwartet, könnte aber auch bedeuten, dass „Schomer Schabbat” verbreiteter ist, als ich vermutete…

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Nov 27 2008

Mumbai

von Chajm unter Jüdisches

Leser Yankel Moishe (Danke!) hat darauf in einem Kommentar hingewiesen:

Before the attacks, one friend of Gavriel Holtzberg reported receiving an e-mail from the Mumbai rabbi at 11:30 p.m. local time. The Israeli Consulate was in touch with the rabbi, but the line was cut in the middle of the conversation. By daybreak, it was clear that terrorists were occupying the Chabad House, and a rapid-response team from the Indian military took over operations there. von hier

und besonders wichtig:

People are urged to pray for the well-being of the couple (whose Jewish names are Gavriel Noach ben Freida Bluma and Rivka bas Yehudis) and all others affected by the tragedy. von hier

Eine ausführliche Geschichte dazu bringt die JTA und die Jerusalem Post.

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Nov 25 2008

Islamophobie und Antisemitismus

Während hier im Lande noch diskutiert wird, ob es Islamophobie überhaupt gibt, wurde in den USA am vergangenen Wochenende schon gehandelt.
50 Synagogen und Moscheen in den USA und Kanada thematisierten Antisemitismus und Islamophobie in ihren Reihen und überhaupt in den Gesellschaften. Dazu ist auch ein kurzes Video entstanden:

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Nov 24 2008

Jüdische Einwanderung heute

von Chajm unter Deutschland, Jüdisches

In Gelsenkirchen sprach Dr. Irene Runge vom Jüdischen Kulturverein Berlin, auf Einladung des Jüdischen Kulturvereins Gelsenkirchen Kinor, heute über die Jüdische Einwanderung nach Deutschland (siehe Ankündigung) und um es vorweg zu nehmen: Jüdische Einwanderung heute gibt es de facto nicht mehr, denn die Einwanderung wurde praktisch gestoppt. Wie es überhaupt dazu kam konnte Dr. Irene Runge aus erster Hand berichten, immerhin war sie mit dem Jüdischen Kulturverein in der damaligen DDR an dieser Entscheidung maßgeblich beteiligt und präsentierte auch ein Audio-Dokument, welches dieses Ereignis eindrucksvoll belegte. Ein Mitschnitt einer Sendung des Runden Tischs in der sich auflösenden DDR.
An diesem Runden Tisch, der in den letzten Monaten der DDR zentrale Bedeutung hatte, forderte der Jüdische Kulturverein am 9. Februar 1990, die unbürokratische Einreise von jüdischen Bürgern der Sowjetunion zu ermöglichen. Die zündende Grundidee stamme von einem gastierenden orthodoxen Rabbiner, wie Dr. Runge erzählte. Vor dem Szenario antisemitischer Drohungen in der, sich mitten in der Perestrojka befindenden UdSSR, sei es nötig, ihnen eine sichere Anlaufstelle zu bieten.
Der Runde Tisch beschloss dies einstimmig (wie auf dem Tondokument zu hören war) und damit auch eine Eingabe an die DDR-Regierung unter Hans Modrow. Noch in der Umsetzungs- und Findungsphase reisten bereits die ersten Juden aus der Sowjetunion ein und durften bleiben. Dieser Beschlusses wurde dann durch die Regierung unter Lothar de Maiziere weiter formalisiert und zum Beginn der jüdischen Einwanderung. Mittlerweile seien 200.000 Menschen mit dem jüdischen Ticket, wie Runge sagte, nach Deutschland gekommen. Dieses Ereignis, welches das Gesicht der deutschen Gemeinden radikal verändert hat, fand also dort am Runden Tisch statt, ohne dass man sich hätte ausmalen können, wie sich die gesamte Geschichte entwickelt.
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Nov 22 2008

Bewegung von links

von Chajm unter Israel und so

Hat es jemand zur Kenntnis genommen? Meretz und Meimad bereiten eine gemeinsame Basis für die nächsten Knesset-Wahlen vor. Unter den Unterstützern sind prominente Figuren Israels und Unterstützer der Arbeitspartei: Uzi Baram, Avraham Burg, Yossi Kucik, Gilad Scher, Mordechai Kremnitzer und die großen Autoren A.B. Yehoschua, Amos Oz, Ronit Matalon und Dorit Rabinyan (siehe auch hier). Ziel ist es, bei der Knessetwahl geschlossen dazustehen, um nachhaltige Veränderungen möglich zu machen. Die neue israelische Koalition hat auch bereits eine eigene Website, den hopegenerator:
Hopegenerator

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Nov 20 2008

Das Judentum hinter sich gelassen?

von Chajm unter Deutschland, Jüdisches

Noch im Juni diesen Jahres verwies ich hier auf einen Text von Rabbiner Baruch Rabinowitz, der die Situation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland ziemlich brutal beschreibt, später wandte er sich den Rabbinern zu (hier) und wieder kam er zu keinem charmanten Ergebnis. Schon zu seinem ersten Beitrag, der Zustandsbeschreibung, wurde viel diskutiert, im Internet aber auch offline. Die Beobachtungen wurden häufig als treffend bezeichnet, seine Schlussfolgerungen waren aber, sagen wir, „umstritten”. Nun aber ergänzte Leserin Yael den Beitrag „Judentum in Deutschland – ein Golem?” um einen Kommentar, der viele aufschreckte:

Dieser besagte Rabbiner gibt aber unter anderem das folgende auf seiner Homepage von sich:
“”Das Volk Israel hat seine Auserwählung zum Teil erfüllt – aus diesem Volk ist der Messias gekommen und durch ihn, Jeshua aus Nazareth, wurde das Wissen über den Gott Israels, die Thora und die Gabe der Erlösung und Versöhnung mit Gott in alle Welt verbreitet. Ich glaube jedoch, dass die Aufgabe des jüdischen Volkes damit noch nicht erfüllt war. Als Hüter der Thora sollten wir ihre Lehre weiter verbreiten – an alle Nationen und dem Beispiel, das Jeschua uns gezeigt hat, zu folgen. Ich glaube, dass das Judentum eine völlig falsche Wende angenommen hat. Das rabbinische Judentum ist eine sehr schöne und reiche Tradition, hat aber heute mit der Thora genau so wenig zu tun wie das Christentum mit der hebräischen Bibel.
Ich glaube an den jüdischen Messias, Jeschua aus Nazareth, der den meisten als Jesus bekannt ist. hier

Da traf uns ein Haken den wir nicht haben kommen sehen. Auf seiner Homepage wurde das bestätigt. Um sicher zu gehen, wies ich Baruch auf die Diskussion hin und er meldete sich zu Wort:

Schalom zusammen. Wow, dachte mir echt nicht dass meine Webseite für ein derartig großes Interesse sorgt. Um schnell auf die Frage zu antworten: Nein, ich habe mich nicht „konvertiert“, was nicht heißt, dass ich mich gleichzeitig vom Judentum nicht distanziert habe. Ja, ich suche einen neuen Weg – und wenn ich ihn im Christentum finde, werde ich ihn nicht ablehnen, nur weil er „christlich“ ist. Ich habe meine Glauben – und für diesen Glauben werde ich auch stehen – egal ob meine Überzeugungen einer Institution passen oder nicht. Wenn Ihr meine Texte aufmerksam liest, werdet ihr sehen, dass mein Glaube passt eigentlich weder ins traditionellen Christentum noch ins traditionellen Judentum. Mit anderen Worten, ich bin auf dem Weg. …
Aber ich habe keine Lust das deutsche Judentum oder das Judentum überhaupt zu retten.
siehe hier ganzen Kommentar

Es ist immer ein kleiner Schlag, wenn Juden die man kennt, sich für einen anderen Weg entscheiden, aber immerhin handelt es sich hier um einen jungen Rabbiner dem wir zu Beginn seiner Karriere in Deutschland alles zugetraut hätten. Junge Rabbiner die Russisch, Deutsch und einige andere Sprachen fließend sprechen, gab und gibt es nicht wie Sand am Meer und so freute ich mich, dass der Landesverband von Westfalen-Lippe damals ihn wählte. Dann begann aber eine geistige Reise die ihn bis zu diesem Punkt führte an dem er mich sprachlos gemacht hat. Gestartet in der Orthodoxie, einen Abstecher in den Rekonstruktionismus, die Beginne einer eigenen Philosophie und nun dieser Schritt. Aber die Reise scheint noch nicht zu Ende zu sein. In einem neuen Kommentar veröffentlicht er einen, provokanten und nun offenen Brief an Rabbiner Walter Rotschild:

Dear Walter, thank you. No, I do not expect you to be on my side or to work with me – we do not work together any way. I just wonder how Judaism has changed. I always learned that Judaism primarily is not what you believe in, but what you do. Emphasize on belief was actually the “Christian” thing. “Na’ase WeNischma”, says the Torah. So actually a Jew is “kosher” as long as his conduct is ok and he lives according to Halacha – doesn’t matter what he/she believes in. What do Reform Jews believe in any way – or better – the ARK – which is of course not reform and whose rabbis are the true guardians of the proper Judaism?? So if I am informed correctly, your ARK conference consists of woman-rabbi, homosexual-rabbi, reform-converted-rabbi, rabbi who got his call to his ministry on the golf-field, rabbi without “smicha”, etc. Well, very diverse. And it’s a not a problem. ‘Cause: as rabbi, you can be actually atheist, humanist, communist, Israeli-right-wing-Zionist, you may practice all kind of religions – like the renewal-movement does – an in fact – you have a renewal rabbi in the ARK as well, right? – And the renewal movement indeed combines all religions together. What not a problem for me, don’t get me wrong. But I see all this as absurd – in fact our rabbis and communities in Germany are far more Christian in their way of existing than most of the Christians. All of us just believe how many of us really LIVE what we believe or better – what Judaism really teaches – we’ve got Torah and Halacha, didn’t we?? I knew that all this is going to be quite a provocation. Even though I do not believe that Jesus is God (what actually is required by most Christian Churches) and merely share the view of many rabbis that Jesus was kind of a great prophet, may be the greatest one – and I can send you a number of quotations, if you wish. I really did some kind research. So revered Rabbi Jonah Sievers would probably lable Rambam, Ramban, Arizal etc. as “Mashumadim” as well. I am happy to be in their company ;) and that’s fine with me. I don’t want to be a part of the group, that mistreats other people, what is actually forbidden by the Jewish law, I don’t want to have to do with “Jewish” (in their belief) but absolutely secular (in their attitude) Communities and their leaders. I want to be among people who profess and act intact with their faith, doesn’t matter what their faith is, they deserve my respect. I still hope that there’s something going to change in this country. Otherwise I don’t want to become an evil prophet (and if it’s not enough, also a “Christian” one!! :) ) who would foretell that Judaism in Germany is going to cease to exist in 20 years. You don’t have to be afraid – in 20 years you are going to get your rent. Me not – so I better look for a job somewhere else! Blessings, baruch Kommentar ist hier

Letztendlich fordert er Aufrichtigkeit und ein radikales Umdenken mit radikalen Konsequenzen für sich selbst. Auch hier sind die Beobachtungen teilweise sehr scharf und richtig und er ist ehrlich, ja aufrichtig zu uns. Wer weiß, wohin ihn die Reise noch führt? Möglicherweise zurück dahin, wo er begonnen hatte? Weiter weg? Mordecai Kaplan, der Begründer des Rekonstruktionismus sah das Judentum als „sich weiterentwickelnde religiöse Zivilisation” und vielleicht gibt es ja auch in diesem Fall eine Weiterentwicklung?

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Nov 19 2008

Islam Juden erklären und Judentum den Muslimen

von Chajm unter Israel und so, Jüdisches

Einige Nichtregierungsorganisationen forderten in Israel, dass man der jeweiligen Gruppe die Religion des Gegenüber erkläre:

A coalition of non-governmental organizations and educators hope to improve Muslim-Jewish coexistence in Israel by teaching Islam to Jews and Judaism to Muslims in the nation’s public schools.
“We believe that if there will be more knowledge about Islam among Jews and if Israeli Muslims know more about Judaism this would have a positive effect on social relations,” said Rabbi Ron Kronish, head of the Interreligious Coordination Council (ICCI). “There is a high level of ignorance on both sides which leads to mutual suspicion and stereotyping.” von hier Jerusalem Post

Das klingt ein wenig sehr einfach, denn das Wissen bei israelischen Arabern scheint durchaus vorhanden zu sein, wie Dr. Schlomo Alon im gleichen Artikel erklärt. Wichtig wäre es dennoch, aber ich würde sogar noch weiter gehen und mindestens ein breites arabischsprachiges Internetangebot mit Basisinformationen über das Judentum aufziehen, womöglich sogar auch in Farsi. Allein die Möglichkeit, sich verlässliche Informationen zu beschaffen und so einer möglichen Wurzel des Antisemitismus, nämlich der Angst vor allem Jüdischen, die Nahrung zu entziehen und einer möglichen Legendenbildung.

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Nov 17 2008

Jüdische Einwanderung heute. Ein Reizwort?

von Chajm unter Deutschland, Jüdisches

Zuwanderung
Es ist gut, wenn sich in der Region, in der man lebt, auch einmal etwas tut. So wird in Gelsenkirchen am kommenden Sonntag eine Veranstaltung stattfinden, in der über die Realitäten der Einwanderung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion geht. Obwohl die Einwanderung faktisch nicht mehr stattfindet, haben die vergangenen zwei Dezennien das Gesicht der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland nachhaltig und fundamental verändert. Dabei sind verschiedene Ansprüche aufeinander getroffen, die einen erwarteten eine Wiederbelebung des Gemeindelebens, die anderen waren sich dieser Mission nicht bewusst, mit der wir sie unterbewusst betraut hatten. Reibungen gab und gibt es in den meisten Gemeinden. Mancherorts geschieht die Integration ins Gemeindeleben langsam aber gut, andernorts gelingt sie nicht, weil die nötige Infrastruktur nicht vorhanden war. Hier ergeben sich Schnittpunkte mit Sergey Lagodinskys Artikel (siehe hier) über die Realität jüdischen Alltags in Deutschland.
Dr. Irene Runge aus Berlin wird über Mythen und Realität, Probleme und Perspektiven zunächst referieren und anschließend an einer offenen Diskussion beteiligen. Teilnehmen werden Mitglieder jüdischer Gemeinden verschiedener Städte und auch Juden die nicht Gemeindemitglieder geworden sind oder aus einer Gemeinde ausgetreten sind.
Sie werden aus einem persönlichen Blickwinkel über die Situation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland berichten und ihre Zukunftsvisionen vorstellen.
Das Publikum wird an diesem Abend die Gelegenheit haben, deutliche Stimmen aus der jüdischen Öffentlichkeit zu hören, ohne dass diese zuvor für eine nichtjüdisches Publikum aufbereitet wurden und so ergeben sich Fragestellungen und Wahrnehmungen jüdischer Lebensrealität die bisher nur in Einzelfällen Thema von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Dies geht praktisch zwangsläufig einher mit dem Bruch von Stereotypen und Klischees über Juden und das jüdische Leben in Deutschland.
Meine Erwartungen sind keine geringen. Jedenfalls werde ich hier berichten, was sich an diesem Abend tut und wie es mit der unmittelbaren Wahrnehmung jüdischer Realitäten ausschaut.

Für diejenigen aus der Region: Sonntag, 23. November 2008, im Bildungszentrum Gelsenkirchen, Ebertstraße 19. Hier bei google-maps

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Nov 16 2008

Auch mal lokal gehandelt

von Chajm unter Deutschland, Jüdisches

Die Geschichte der Gemeinde in der man lebt sollte man auch im Blick haben, so habe ich in einem lokalen Forum namens Gelsenkirchener Geschichten gelesen, es gäbe Bedarf zu Informationen zur Geschichte der Juden in der Stadt. Diese habe ich dann in Fleißarbeit zusammengefasst (hier im Forum) und hier auf eine Website auf talmud.de gepackt, nämlich talmud.de/gelsenkirchen.

Bei der Charakterisierung der deutschen Orthodoxie, wie sie heute in heute noch in den USA gelebt wird, als Vertreter würde ich Rabbiner Schimon Schwab nennen, hatte ich Probleme. Hinweise dazu nehme ich gerne entgegen ;-)

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