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	<title>Kommentare zu: Judentum in Deutschland &#8211; ein Golem?</title>
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	<description>Chajms Sicht über talmud.de hinaus</description>
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		<title>Von: Chajm</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13809</link>
		<dc:creator>Chajm</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2008 08:00:11 +0000</pubDate>
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		<description>Naja, irgendwie habe ich mir das schon gedacht, konnte aber auch nicht umhin, meinem Unmut dar&#252;ber auch Luft zu verschaffen. Ohne eine gro&#223;e Portion Humor/Ironie/Zynismus w&#228;re doch alles ohnehin nicht zu bew&#228;ltigen ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Naja, irgendwie habe ich mir das schon gedacht, konnte aber auch nicht umhin, meinem Unmut dar&#252;ber auch Luft zu verschaffen. Ohne eine gro&#223;e Portion Humor/Ironie/Zynismus w&#228;re doch alles ohnehin nicht zu bew&#228;ltigen <img src='http://www.sprachkasse.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Yankel Moishe</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13801</link>
		<dc:creator>Yankel Moishe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 22:53:54 +0000</pubDate>
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		<description>@Chaim:
&quot;Wer ist ein Held? Der seine Leidenschaft &#252;berwindet.&quot; (Awot 4, 1)

Ich muss ganz unheldenhaft eingestehen,
dass die Verlockung, ein wenig zu sticheln, zu gross war.
Also nimm es bitte mit Humor.
Bestimmt wollte ich Dir nichts unterstellen.
Und nat&#252;rlich denke ich auch, dass wir uns
in diesem Punkt nicht so leicht einigen werden...

Gute Nacht

YM</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Chaim:<br />
&#8220;Wer ist ein Held? Der seine Leidenschaft &#252;berwindet.&#8221; (Awot 4, 1)</p>
<p>Ich muss ganz unheldenhaft eingestehen,<br />
dass die Verlockung, ein wenig zu sticheln, zu gross war.<br />
Also nimm es bitte mit Humor.<br />
Bestimmt wollte ich Dir nichts unterstellen.<br />
Und nat&#252;rlich denke ich auch, dass wir uns<br />
in diesem Punkt nicht so leicht einigen werden&#8230;</p>
<p>Gute Nacht</p>
<p>YM</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Chajm</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13788</link>
		<dc:creator>Chajm</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 11:52:36 +0000</pubDate>
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		<description>Die halachischen Ghettos sind das was ich annehme f&#252;r die Au&#223;ensicht auf das Judentum, evtl. so wie sie Baruch sieht und keine Abqualifikation der Orthodoxie meinerseits.  Mir so etwas zu unterstellen, halte ich schon f&#252;r eine ausgemachte Frechheit. Es gibt kleine Gruppen, die sich selbst gen&#252;gen, aber die machen nicht die Orthodoxie aus und das steht auch oben so.

Was Abraham Geiger betrifft: Hier geht es in erster Linie um seine Haltung zum Christentum. Die Reform des Judentums steht auf einem anderen Blatt. Hier werden wir diesbez&#252;glich keine Einigung erlangen, vermute ich mal.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die halachischen Ghettos sind das was ich annehme f&#252;r die Au&#223;ensicht auf das Judentum, evtl. so wie sie Baruch sieht und keine Abqualifikation der Orthodoxie meinerseits.  Mir so etwas zu unterstellen, halte ich schon f&#252;r eine ausgemachte Frechheit. Es gibt kleine Gruppen, die sich selbst gen&#252;gen, aber die machen nicht die Orthodoxie aus und das steht auch oben so.</p>
<p>Was Abraham Geiger betrifft: Hier geht es in erster Linie um seine Haltung zum Christentum. Die Reform des Judentums steht auf einem anderen Blatt. Hier werden wir diesbez&#252;glich keine Einigung erlangen, vermute ich mal.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Yankel Moishe</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13786</link>
		<dc:creator>Yankel Moishe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 11:39:24 +0000</pubDate>
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		<description>@Chaim:
Da kann man einiges wohl auch etwas anders sehen...

&gt; Der Islam sei keine originelle Religion, 
&gt; sondern eine abgeleitete, k&#252;nstliche Konstruktion 
&gt; aus Bausteinen j&#252;discher Ideen und religi&#246;ser Br&#228;uche.

Reform ist keine originelle Religion, 
sondern eine abgeleitete, k&#252;nstliche Konstruktion 
aus Bausteinen j&#252;discher Ideen und religi&#246;ser Br&#228;uche.

&gt; Geiger machte deutlich, das Talmud und Midrasch 
&gt; den “Schl&#252;ssel” zum Verst&#228;ndnis des Islam darstellten. 

Aber nicht den Schluessel zu Reform.

&gt; Die Einsch&#228;tzung Mohammeds &#252;bernahm Geiger auch f&#252;r Paulus. 
&gt; Beide waren kreative Umdeuter j&#252;discher Texte 
&gt; und Glaubenssausagen.

Geiger war  kreativer Umdeuter j&#252;discher Texte 
und Glaubenssausagen.

&gt; „Keine der beiden Religionen war, was sie zu sein schien, 
&gt; vielmehr stammten beide ausgerechnet von der Religion ab, 
&gt; die sie verachteten.”

Reform stammt ausgerechnet von der Religion ab,
die sie verachtet (&quot;halachische Ghettos&quot;)

&gt; Geiger zeigt auf, dass auch das Christentum 
&gt; seine zentralen Prinzipien aus dem Judentum &#252;bernommen habe.

Naja naja, falls man die Idee, 
der Messiasfigur g-ttliche Attribute zuzuschreiben, 
fuer ein zentrales Prinzip des Christentums haelt:
Das kommt wohl eher weniger aus dem Judentum...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Chaim:<br />
Da kann man einiges wohl auch etwas anders sehen&#8230;</p>
<p>&gt; Der Islam sei keine originelle Religion,<br />
&gt; sondern eine abgeleitete, k&#252;nstliche Konstruktion<br />
&gt; aus Bausteinen j&#252;discher Ideen und religi&#246;ser Br&#228;uche.</p>
<p>Reform ist keine originelle Religion,<br />
sondern eine abgeleitete, k&#252;nstliche Konstruktion<br />
aus Bausteinen j&#252;discher Ideen und religi&#246;ser Br&#228;uche.</p>
<p>&gt; Geiger machte deutlich, das Talmud und Midrasch<br />
&gt; den “Schl&#252;ssel” zum Verst&#228;ndnis des Islam darstellten. </p>
<p>Aber nicht den Schluessel zu Reform.</p>
<p>&gt; Die Einsch&#228;tzung Mohammeds &#252;bernahm Geiger auch f&#252;r Paulus.<br />
&gt; Beide waren kreative Umdeuter j&#252;discher Texte<br />
&gt; und Glaubenssausagen.</p>
<p>Geiger war  kreativer Umdeuter j&#252;discher Texte<br />
und Glaubenssausagen.</p>
<p>&gt; „Keine der beiden Religionen war, was sie zu sein schien,<br />
&gt; vielmehr stammten beide ausgerechnet von der Religion ab,<br />
&gt; die sie verachteten.”</p>
<p>Reform stammt ausgerechnet von der Religion ab,<br />
die sie verachtet (&#8220;halachische Ghettos&#8221;)</p>
<p>&gt; Geiger zeigt auf, dass auch das Christentum<br />
&gt; seine zentralen Prinzipien aus dem Judentum &#252;bernommen habe.</p>
<p>Naja naja, falls man die Idee,<br />
der Messiasfigur g-ttliche Attribute zuzuschreiben,<br />
fuer ein zentrales Prinzip des Christentums haelt:<br />
Das kommt wohl eher weniger aus dem Judentum&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Baruch</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13785</link>
		<dc:creator>Baruch</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 10:39:11 +0000</pubDate>
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		<description>@Chaim

Lieber Chaim, ich bin mit Dir einverstanden. Ich werde sp&#228;ter dazu noch viel mehr schreiben. Du hast mich absolut richtig verstanden. Und ich will auf jeden Fall eine Gemeinschaft gr&#252;nden, die sich mit dem Tikkun Olam als ihre Lebensaufgabe befassen soll. Dieser Schritt sehe ich jedoch als der einzig m&#246;gliche - ich habe es versucht schon lang genug (mag sein nicht lange genug) als Rabbiner zu machen. Ich glaube jedoch, dass jetzt an der Zeit ist, dasselbe von &quot;drau&#223;en&quot; und nicht von &quot;innen&quot; versuchen zu bewegen. Das Judentum kennt sehr vielen Schismas. Ich glaube, dass wir eine neue brauchen. Und die historische Erfahrung zeigt, dass ein System zu reformieren fast immer unm&#246;glich war. Es muss einen Bruch geben - so dass etwas neues geboren werden kann.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Chaim</p>
<p>Lieber Chaim, ich bin mit Dir einverstanden. Ich werde sp&#228;ter dazu noch viel mehr schreiben. Du hast mich absolut richtig verstanden. Und ich will auf jeden Fall eine Gemeinschaft gr&#252;nden, die sich mit dem Tikkun Olam als ihre Lebensaufgabe befassen soll. Dieser Schritt sehe ich jedoch als der einzig m&#246;gliche &#8211; ich habe es versucht schon lang genug (mag sein nicht lange genug) als Rabbiner zu machen. Ich glaube jedoch, dass jetzt an der Zeit ist, dasselbe von &#8220;drau&#223;en&#8221; und nicht von &#8220;innen&#8221; versuchen zu bewegen. Das Judentum kennt sehr vielen Schismas. Ich glaube, dass wir eine neue brauchen. Und die historische Erfahrung zeigt, dass ein System zu reformieren fast immer unm&#246;glich war. Es muss einen Bruch geben &#8211; so dass etwas neues geboren werden kann.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Chajm</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13782</link>
		<dc:creator>Chajm</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 09:59:31 +0000</pubDate>
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		<description>@Baruch
Verstanden habe ich, dass Du scheinbar auf der Suche nach einer universalistischen Sicht der Dinge bist und anstrebst, einen Zugang zur „Metaphsysik” zu finden, der die Erfahrungen aller Religionen ber&#252;cksichtigt. Ist das soweit richtig? Du schreibst ja, Du w&#252;rdest alle Schriften interpretieren. Das kl&#228;nge f&#252;r mich beim ersten H&#246;ren nach der Weltethosgeschichte die Hans K&#252;ng begonnen hat. Hier wird versucht, die Gemeinsamkeiten in den Ethiken der Religionen zu beschreiben und Regeln aus nur wenigen ethischen Grundforderungen aufzustelle. Hinzu kommt bei Dir aber - meiner Meinung nach - das Bem&#252;hen und m&#246;glichst gro&#223;e Spiritualit&#228;t. Soweit so gut. Nun aber sagst Du auf der anderen Seite hin und nimmst die Evangelien an. Du schreibst ja, dass Du Jesus f&#252;r den Messias h&#228;lst. Woher sonst sollte man diese Erkenntnis nehmen? Zugleich fragst Du, warum wir daraus zitieren, wenngleich dies der Diskursrahmen ist, in dem Du Dich bewegst und aus dem Du heraus in das Judentum hinein argumentierst.
Zudem wird deutlich, wie frustriert Du &#252;ber den Kurs bist, den das Judentum eingeschlagen hat. Deiner Wahrnehmung nach, ich stelle das mal &#252;bertrieben dar, mauern wir uns in halachische Ghettos ein und nehmen nicht mehr wahr, was um uns herum passiert. Tats&#228;chlich gilt das mit den halachischen Ghettos f&#252;r einen kleinen Teil des Judentums. Es gibt Tendenzen in diese Richtung, aber es gibt auch Gegenbewegungen die wissen und fordern, dass Judentum kein Selbstzweck ist sondern auch eine Aufgabe hat (das ist mein Lieblingsthema). Das wird auch gelehrt und mitgeteilt. Nat&#252;rlich nicht in den Gemeinden, die mit dem &#220;berleben besch&#228;ftigt sind und die mit M&#252;he und Not ihren t&#228;glichen Gesch&#228;ften nachgehen k&#246;nnen.
Interessant d&#252;rfte auch sein zu schauen, warum die vielen Heiligen starben, von denen Du sprichst. Ist es nicht so, dass der &#252;berwiegende Teil der „Heiligen” in den Weltreligionen die einen gewaltsamen Tod starben, deshalb starben, weil sie f&#252;r ihren Glauben eintraten und eben nicht bereit waren, das System ad hoc zu wechseln. Auf j&#252;discher Seite starben besonders viele Menschen als M&#228;rtyrer, weil sie eben nicht mit dem Schwert missioniert werden wollten. Daher stammt wohl auch das grundlegende Misstrauen dieser Lehre gegen&#252;ber. Abraham Geiger hat sich &#252;brigens eingehenst mit dem Christentum und der Figur Jesus besch&#228;ftigt und eine Art „Gegengeschichte” Jesu entworfen. Geiger unternahm erhebliche Anstrengungen die Zeit anhand von geschichtlichen Quellen auszuforschen und zu untersuchen.
Den gleichen Ansatz hatte Geiger auch bei seiner Erforschung der Entstehung des Islams in seinem Buch „Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen?”, in dessen ersten Seiten Geiger die These aufstellt, die wichtigsten theologischen und ethischen Ideen des Islam, die im Koran ihren Ausdruck finden, habe Mohammed bewusst aus dem Judentum &#252;bernommen. Geiger entdeckte im Koran vierzehn zentrale Motive, die nach seiner Auffassung direkt aus der rabbinischen Literatur kamen oder aus dem Tanach. 
Geigers Deutung ist wiederum zentral f&#252;r das Selbstverst&#228;ndnis des Judentums, sie ist n&#228;mlich eine Studie &#252;ber das Judentum und den Koran gleicherma&#223;en. Der Islam sei keine originelle Religion, sondern eine abgeleitete, k&#252;nstliche Konstruktion aus Bausteinen j&#252;discher Ideen und religi&#246;ser Br&#228;uche. Im Gegensatz dazu sei das Judentum ein kraftvoller, origineller religi&#246;ser Impuls, der auch f&#252;r primitive kulturelle Kontexte geeignete Ausl&#228;ufer hervorzubringen vermochte, ohne seine wesentlichen Merkmale und die Reinheit seiner Lehren einzub&#252;&#223;en. Geiger machte deutlich, das Talmud und Midrasch den &quot;Schl&#252;ssel&quot; zum Verst&#228;ndnis des Islam darstellten. Und dies obwohl sie, wie Geiger feststellt, zu den am meisten verachteten Literaturen der westlichen Zivilisation geh&#246;ren. Diese Arbeit Geigers wurde begeistert gelesen und fand unter dem christlichen Publikum breite Anerkennung.
Genau diesen Ansatz hatte Geiger auch bei dem Christentum, die Betrachtung des Islam wurde zu einem Vorbild, geradezu zu einem Modell, f&#252;r seine Betrachtung der christlichen Religion. Geiger zeigt auf, dass auch das Christentum seine zentralen Prinzipien aus dem Judentum &#252;bernommen habe.
Die Einsch&#228;tzung Mohammeds &#252;bernahm Geiger auch f&#252;r Paulus. Beide waren kreative Umdeuter j&#252;discher Texte und Glaubenssausagen. Und so gelingt Geiger etwas, was denjenigen nicht gelingt, die sich heute lieber mit dem Christentum besch&#228;ftigen. als mit dem Judentum. Er bildete das Judentum nicht nach dem Vorbild der „Mainstreamreligion” um, sondern pr&#228;sentierte eine radikale Neudeutung von Islam und Christentum aus dem Judentum heraus. Er f&#252;hrte j&#252;dische Quellen ein, um die Geschichte und die Lehren von Christentum und Islam neu zu interpretieren. Wie Susannah Heschel schreibt: „Keine der beiden Religionen war, was sie zu sein schien, vielmehr stammten beide ausgerechnet von der Religion ab, die sie verachteten.&quot;
Wenn wir &#252;ber die konfessionellen Mauern schauen, m&#252;ssen wir das zur Kenntnis nehmen und mit in unsere Betrachtung einbeziehen. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne” hei&#223;t es doch in Kohelet. Wer mit die Gemeinden f&#252;r nicht offen genug h&#228;lt, der soll sie ver&#228;ndern oder es besser machen. Aber zum Flu&#223;delta zu laufen, wenn man der Quelle sitzen kann, halte ich pers&#246;nlich f&#252;r einen Weg der kein Ziel kennt, weil er m&#246;glicherweise Individuen gl&#252;cklich macht, aber nicht zur Verbesserung der Gesellschaft f&#252;hrt und dies ist ja eine Aufgabe des Judentums: Tikkun Olam. Soweit meine kurzen Gedanken zu diesem Thema...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Baruch<br />
Verstanden habe ich, dass Du scheinbar auf der Suche nach einer universalistischen Sicht der Dinge bist und anstrebst, einen Zugang zur „Metaphsysik” zu finden, der die Erfahrungen aller Religionen ber&#252;cksichtigt. Ist das soweit richtig? Du schreibst ja, Du w&#252;rdest alle Schriften interpretieren. Das kl&#228;nge f&#252;r mich beim ersten H&#246;ren nach der Weltethosgeschichte die Hans K&#252;ng begonnen hat. Hier wird versucht, die Gemeinsamkeiten in den Ethiken der Religionen zu beschreiben und Regeln aus nur wenigen ethischen Grundforderungen aufzustelle. Hinzu kommt bei Dir aber &#8211; meiner Meinung nach &#8211; das Bem&#252;hen und m&#246;glichst gro&#223;e Spiritualit&#228;t. Soweit so gut. Nun aber sagst Du auf der anderen Seite hin und nimmst die Evangelien an. Du schreibst ja, dass Du Jesus f&#252;r den Messias h&#228;lst. Woher sonst sollte man diese Erkenntnis nehmen? Zugleich fragst Du, warum wir daraus zitieren, wenngleich dies der Diskursrahmen ist, in dem Du Dich bewegst und aus dem Du heraus in das Judentum hinein argumentierst.<br />
Zudem wird deutlich, wie frustriert Du &#252;ber den Kurs bist, den das Judentum eingeschlagen hat. Deiner Wahrnehmung nach, ich stelle das mal &#252;bertrieben dar, mauern wir uns in halachische Ghettos ein und nehmen nicht mehr wahr, was um uns herum passiert. Tats&#228;chlich gilt das mit den halachischen Ghettos f&#252;r einen kleinen Teil des Judentums. Es gibt Tendenzen in diese Richtung, aber es gibt auch Gegenbewegungen die wissen und fordern, dass Judentum kein Selbstzweck ist sondern auch eine Aufgabe hat (das ist mein Lieblingsthema). Das wird auch gelehrt und mitgeteilt. Nat&#252;rlich nicht in den Gemeinden, die mit dem &#220;berleben besch&#228;ftigt sind und die mit M&#252;he und Not ihren t&#228;glichen Gesch&#228;ften nachgehen k&#246;nnen.<br />
Interessant d&#252;rfte auch sein zu schauen, warum die vielen Heiligen starben, von denen Du sprichst. Ist es nicht so, dass der &#252;berwiegende Teil der „Heiligen” in den Weltreligionen die einen gewaltsamen Tod starben, deshalb starben, weil sie f&#252;r ihren Glauben eintraten und eben nicht bereit waren, das System ad hoc zu wechseln. Auf j&#252;discher Seite starben besonders viele Menschen als M&#228;rtyrer, weil sie eben nicht mit dem Schwert missioniert werden wollten. Daher stammt wohl auch das grundlegende Misstrauen dieser Lehre gegen&#252;ber. Abraham Geiger hat sich &#252;brigens eingehenst mit dem Christentum und der Figur Jesus besch&#228;ftigt und eine Art „Gegengeschichte” Jesu entworfen. Geiger unternahm erhebliche Anstrengungen die Zeit anhand von geschichtlichen Quellen auszuforschen und zu untersuchen.<br />
Den gleichen Ansatz hatte Geiger auch bei seiner Erforschung der Entstehung des Islams in seinem Buch „Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen?”, in dessen ersten Seiten Geiger die These aufstellt, die wichtigsten theologischen und ethischen Ideen des Islam, die im Koran ihren Ausdruck finden, habe Mohammed bewusst aus dem Judentum &#252;bernommen. Geiger entdeckte im Koran vierzehn zentrale Motive, die nach seiner Auffassung direkt aus der rabbinischen Literatur kamen oder aus dem Tanach.<br />
Geigers Deutung ist wiederum zentral f&#252;r das Selbstverst&#228;ndnis des Judentums, sie ist n&#228;mlich eine Studie &#252;ber das Judentum und den Koran gleicherma&#223;en. Der Islam sei keine originelle Religion, sondern eine abgeleitete, k&#252;nstliche Konstruktion aus Bausteinen j&#252;discher Ideen und religi&#246;ser Br&#228;uche. Im Gegensatz dazu sei das Judentum ein kraftvoller, origineller religi&#246;ser Impuls, der auch f&#252;r primitive kulturelle Kontexte geeignete Ausl&#228;ufer hervorzubringen vermochte, ohne seine wesentlichen Merkmale und die Reinheit seiner Lehren einzub&#252;&#223;en. Geiger machte deutlich, das Talmud und Midrasch den &#8220;Schl&#252;ssel&#8221; zum Verst&#228;ndnis des Islam darstellten. Und dies obwohl sie, wie Geiger feststellt, zu den am meisten verachteten Literaturen der westlichen Zivilisation geh&#246;ren. Diese Arbeit Geigers wurde begeistert gelesen und fand unter dem christlichen Publikum breite Anerkennung.<br />
Genau diesen Ansatz hatte Geiger auch bei dem Christentum, die Betrachtung des Islam wurde zu einem Vorbild, geradezu zu einem Modell, f&#252;r seine Betrachtung der christlichen Religion. Geiger zeigt auf, dass auch das Christentum seine zentralen Prinzipien aus dem Judentum &#252;bernommen habe.<br />
Die Einsch&#228;tzung Mohammeds &#252;bernahm Geiger auch f&#252;r Paulus. Beide waren kreative Umdeuter j&#252;discher Texte und Glaubenssausagen. Und so gelingt Geiger etwas, was denjenigen nicht gelingt, die sich heute lieber mit dem Christentum besch&#228;ftigen. als mit dem Judentum. Er bildete das Judentum nicht nach dem Vorbild der „Mainstreamreligion” um, sondern pr&#228;sentierte eine radikale Neudeutung von Islam und Christentum aus dem Judentum heraus. Er f&#252;hrte j&#252;dische Quellen ein, um die Geschichte und die Lehren von Christentum und Islam neu zu interpretieren. Wie Susannah Heschel schreibt: „Keine der beiden Religionen war, was sie zu sein schien, vielmehr stammten beide ausgerechnet von der Religion ab, die sie verachteten.&#8221;<br />
Wenn wir &#252;ber die konfessionellen Mauern schauen, m&#252;ssen wir das zur Kenntnis nehmen und mit in unsere Betrachtung einbeziehen. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne” hei&#223;t es doch in Kohelet. Wer mit die Gemeinden f&#252;r nicht offen genug h&#228;lt, der soll sie ver&#228;ndern oder es besser machen. Aber zum Flu&#223;delta zu laufen, wenn man der Quelle sitzen kann, halte ich pers&#246;nlich f&#252;r einen Weg der kein Ziel kennt, weil er m&#246;glicherweise Individuen gl&#252;cklich macht, aber nicht zur Verbesserung der Gesellschaft f&#252;hrt und dies ist ja eine Aufgabe des Judentums: Tikkun Olam. Soweit meine kurzen Gedanken zu diesem Thema&#8230;</p>
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	<item>
		<title>Von: Matronit</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13780</link>
		<dc:creator>Matronit</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 07:54:51 +0000</pubDate>
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		<description>@ Baruch

Ich verstehe nicht, wie man so ein Schwarz-Wei&#223;-Bild aufstellen kann und gleichzeitig f&#252;r Offenheit und Toleranz werben will... Das widerspricht sich in der Haltung komplett. Wir gehen im Judentum davon aus, da&#223; das Handeln bestimmend ist und nicht das, was jemand als Lippenbekenntnis bringt. Wenn Du offen sein willst f&#252;r alle, wei&#223; ich nicht, warum Du Dir das observante Judentum ausgesucht hast, um so mit dem Finger darauf zu zeigen. Das entspricht leider einem alten, und gef&#228;hrlichen Muster und hat mit seri&#246;ser Kritik &#252;ber eventuell bestehende Mi&#223;st&#228;nde &#252;berhaupt nichts zu tun.
Zum Beispiel &quot;Frauen in der Orthodoxie&quot;, welches Du benannt hast, m&#246;chte ich (als Frau ;)) anmerken, da&#223; das Fatale die Bewertung ist. Frauen in der Orthodoxie haben eine starke Betonung des Familienlebens, ja. Das erlaubt jedoch niemanden Frauen auf &quot;zu Hause sitzen und kochen&quot; zu reduzieren. Torat Imecha ist weitaus mehr als zu sitzen und im Kochtopf zu r&#252;hren - nicht zuletzt &#252;berhaupt Kinder in die Welt zu bringen. Chinuch ist eine Lebensaufgabe. Wer sagt, da&#223; das Lernen im Bes Medresch mehr wert ist als Kindererziehung? 
In meiner Kehille lernen die Frauen zudem &#252;brigens auch und zwar auf regelm&#228;&#223;iger, w&#246;chentlicher Basis, in mehreren Schiurim. Viele lernen auch zu Hause. (Ich lebe in einer dieser &quot;abgeschlossenen&quot; Gruppen, wo die Frauen &quot;nur kochen&quot;, d.h. Frauen und M&#228;nner verschiedene Aufgabenbereiche haben). Leute von au&#223;en sind bei uns immer willkommen. Wir haben mehr als einen Ger/Gera in der Gemeinschaft und alle haben einen guten Schidduch bekommen.
Ich kann also Dein Bild von Orthodoxie nicht teilen.

Was Deinen Punkt 1 angeht, so stellt sich mir die Frage WO sich denn Dein Bild von Jesus von den Christen unterscheidet. Jemand, der schreibt (wie Du in Deiner &quot;Konfession&quot;), da&#223; &quot;Ich glaube an den j&#252;dischen Messias, Jeschua aus Nazareth, der den meisten als Jesus bekannt ist. (...) Gott hat ihn auserw&#228;hlt, j&#252;discher Messias zu sein, Hohepriester Gottes, der das endg&#252;ltige Opfer f&#252;r die Welt bringen und den Weg f&#252;r die Vers&#246;hnung zwischen Gott und der Menschheit frei machen sollte. (...) Jeschua wurde von Gott zu seinem Sohn erkl&#228;rt &quot; usw. Das alles ohne Anmerkung, sondern als 1:1-Bekenntnis. Das unterscheidet sich meiner Meinung nach in nichts von der christlichen Auffassung vom Moschiach, sehr wohl aber von der j&#252;dischen.
.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Baruch</p>
<p>Ich verstehe nicht, wie man so ein Schwarz-Wei&#223;-Bild aufstellen kann und gleichzeitig f&#252;r Offenheit und Toleranz werben will&#8230; Das widerspricht sich in der Haltung komplett. Wir gehen im Judentum davon aus, da&#223; das Handeln bestimmend ist und nicht das, was jemand als Lippenbekenntnis bringt. Wenn Du offen sein willst f&#252;r alle, wei&#223; ich nicht, warum Du Dir das observante Judentum ausgesucht hast, um so mit dem Finger darauf zu zeigen. Das entspricht leider einem alten, und gef&#228;hrlichen Muster und hat mit seri&#246;ser Kritik &#252;ber eventuell bestehende Mi&#223;st&#228;nde &#252;berhaupt nichts zu tun.<br />
Zum Beispiel &#8220;Frauen in der Orthodoxie&#8221;, welches Du benannt hast, m&#246;chte ich (als Frau <img src='http://www.sprachkasse.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> ) anmerken, da&#223; das Fatale die Bewertung ist. Frauen in der Orthodoxie haben eine starke Betonung des Familienlebens, ja. Das erlaubt jedoch niemanden Frauen auf &#8220;zu Hause sitzen und kochen&#8221; zu reduzieren. Torat Imecha ist weitaus mehr als zu sitzen und im Kochtopf zu r&#252;hren &#8211; nicht zuletzt &#252;berhaupt Kinder in die Welt zu bringen. Chinuch ist eine Lebensaufgabe. Wer sagt, da&#223; das Lernen im Bes Medresch mehr wert ist als Kindererziehung?<br />
In meiner Kehille lernen die Frauen zudem &#252;brigens auch und zwar auf regelm&#228;&#223;iger, w&#246;chentlicher Basis, in mehreren Schiurim. Viele lernen auch zu Hause. (Ich lebe in einer dieser &#8220;abgeschlossenen&#8221; Gruppen, wo die Frauen &#8220;nur kochen&#8221;, d.h. Frauen und M&#228;nner verschiedene Aufgabenbereiche haben). Leute von au&#223;en sind bei uns immer willkommen. Wir haben mehr als einen Ger/Gera in der Gemeinschaft und alle haben einen guten Schidduch bekommen.<br />
Ich kann also Dein Bild von Orthodoxie nicht teilen.</p>
<p>Was Deinen Punkt 1 angeht, so stellt sich mir die Frage WO sich denn Dein Bild von Jesus von den Christen unterscheidet. Jemand, der schreibt (wie Du in Deiner &#8220;Konfession&#8221;), da&#223; &#8220;Ich glaube an den j&#252;dischen Messias, Jeschua aus Nazareth, der den meisten als Jesus bekannt ist. (&#8230;) Gott hat ihn auserw&#228;hlt, j&#252;discher Messias zu sein, Hohepriester Gottes, der das endg&#252;ltige Opfer f&#252;r die Welt bringen und den Weg f&#252;r die Vers&#246;hnung zwischen Gott und der Menschheit frei machen sollte. (&#8230;) Jeschua wurde von Gott zu seinem Sohn erkl&#228;rt &#8221; usw. Das alles ohne Anmerkung, sondern als 1:1-Bekenntnis. Das unterscheidet sich meiner Meinung nach in nichts von der christlichen Auffassung vom Moschiach, sehr wohl aber von der j&#252;dischen.<br />
.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Yankel Moishe</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13771</link>
		<dc:creator>Yankel Moishe</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 23:17:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/#comment-13771</guid>
		<description>Es wurden schon viele Klageges&#228;nge auf das 
bevorstehende Ende des orthodoxen Judentums gesungen.
U. a. auch von Ben-Gurion.
Scheint, als h&#228;tte er sich geirrt.
Was Sie f&#252;r Zeichen von &quot;Inzest&quot; halten ist eher die Konsequenz
einer Nichtabtreibungspolitik.
Anderswo w&#252;rden Kinder mit gewissen Defekten 
gar nicht erst geboren.
Es ist allerdings richtig, dass es in der j&#252;dischen Welt
das erh&#246;hte Risiko von Erbkrankheiten gibt.
Dem wird mit systematischen Screening-Programmen
entgegengewirkt.



Sie scheinen &quot;sich abgrenzen&quot; systematisch zu verwechseln mit
&quot;andere ausgrenzen&quot;. Das ist nicht ann&#228;hernd dasselbe.

&#220;brigens gibt es durchaus sehr aktive und erfolgreiche
Kiruv-Projekte, in Israel, USA, UK, sogar in Berlin (Lauder).
Und nat&#252;rlich Chabad.
Aus pers&#246;nlicher Erfahrung kann ich best&#228;tigen,
dass die orthodoxe Welt durchaus offen ist f&#252;r
ernsthafte Neueinsteiger.
Damit sind allerdings nicht Leute gemeint,
die kommen und ihnen erstmal erz&#228;hlen, 
was sie alles falsch machen.

Bzgl auswandern: s. a. mein Beitrag in diesem Thread
7th August 2008 at 17:56.

Mir sind durchaus erfolgreiche Schidduchim mit jungen
konvertierten Frauen aus Deutschland bekannt.
Observante orthodoxe Gerim sind voll integriert.
Es gibt sogar (mindestens) einen Rosch Jeschiwe.

Kein Wunder, dass sie abgestossen sind,
wenn das oben beschriebene Ihr (Zerr-) Bild
von &quot;orthodoxem&quot; Judentum ist.
Ich (er-)lebe allerdings t&#228;glich was anderes...

YM</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es wurden schon viele Klageges&#228;nge auf das<br />
bevorstehende Ende des orthodoxen Judentums gesungen.<br />
U. a. auch von Ben-Gurion.<br />
Scheint, als h&#228;tte er sich geirrt.<br />
Was Sie f&#252;r Zeichen von &#8220;Inzest&#8221; halten ist eher die Konsequenz<br />
einer Nichtabtreibungspolitik.<br />
Anderswo w&#252;rden Kinder mit gewissen Defekten<br />
gar nicht erst geboren.<br />
Es ist allerdings richtig, dass es in der j&#252;dischen Welt<br />
das erh&#246;hte Risiko von Erbkrankheiten gibt.<br />
Dem wird mit systematischen Screening-Programmen<br />
entgegengewirkt.</p>
<p>Sie scheinen &#8220;sich abgrenzen&#8221; systematisch zu verwechseln mit<br />
&#8220;andere ausgrenzen&#8221;. Das ist nicht ann&#228;hernd dasselbe.</p>
<p>&#220;brigens gibt es durchaus sehr aktive und erfolgreiche<br />
Kiruv-Projekte, in Israel, USA, UK, sogar in Berlin (Lauder).<br />
Und nat&#252;rlich Chabad.<br />
Aus pers&#246;nlicher Erfahrung kann ich best&#228;tigen,<br />
dass die orthodoxe Welt durchaus offen ist f&#252;r<br />
ernsthafte Neueinsteiger.<br />
Damit sind allerdings nicht Leute gemeint,<br />
die kommen und ihnen erstmal erz&#228;hlen,<br />
was sie alles falsch machen.</p>
<p>Bzgl auswandern: s. a. mein Beitrag in diesem Thread<br />
7th August 2008 at 17:56.</p>
<p>Mir sind durchaus erfolgreiche Schidduchim mit jungen<br />
konvertierten Frauen aus Deutschland bekannt.<br />
Observante orthodoxe Gerim sind voll integriert.<br />
Es gibt sogar (mindestens) einen Rosch Jeschiwe.</p>
<p>Kein Wunder, dass sie abgestossen sind,<br />
wenn das oben beschriebene Ihr (Zerr-) Bild<br />
von &#8220;orthodoxem&#8221; Judentum ist.<br />
Ich (er-)lebe allerdings t&#228;glich was anderes&#8230;</p>
<p>YM</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Baruch</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13768</link>
		<dc:creator>Baruch</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 22:30:59 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/#comment-13768</guid>
		<description>@YM

Das klingt f&#252;r mich weniger gef&#228;hrlich als fanatisch. Ich kenne die hassidische Gemeinschaft - sie meinen, dass sie keinen Menschen brauchen, dass die bl&#246;de Goim so wie so zerst&#246;rt werden und die, die bleiben, werden dem Israel dienen. So sieht das &quot;messianische&quot; Reich f&#252;r sie aus. Und als &quot;Goim&quot; sehen sie auch alle liberalen und konservativen Juden (und haben zum Teil sogar Recht). Ich w&#252;rde schweigen, was sie &#252;ber dem deutschen Judentum und den deutschen Juden denken. Aber Sie wissen es bestimmt genau so gut wie ich. Also wenn man wirklich halachisch leben will, sollte man nach Israel, USA oder mindestens UK auswandern. Orthodox gesehen, haben Juden in der BRD nichts verloren. Ihnen ist sicherlich auch bekannt, was f&#252;r einen Platz die &quot;Gerim&quot; in dem orthodoxen Judentum haben. Finden Sie einen guten Schidduh f&#252;r eine deutsche Gioret ;). Stimmt, man betet in der Synagoge 2-3 Mal t&#228;glich (angenommen Mincha und Maariw zusammen gebetet werden), Rest der Zeit studiert man die Torah. Die Frauen sitzen zu Hause und kochen. Das ist das orthodoxe Judentum. Stimmt, es kann sehr erf&#252;llend sein und nat&#252;rlich gibt es ein enormer Schatz der j&#252;dischen Spiritualit&#228;t. Aber sie wird nur in sehr geschlo&#223;eneden Gruppen wirklich gelebt. Wenn man die (richtige) orthodoxe Kinder anseht, wird einem klar, dass diese Gesellschaft in wenigen Jahrzehnten aufh&#246;rt zu existieren. Das Zeichen der Inzest ist klar. Wenn nicht das neue Blut reinflie&#223;t, werden die orthodoxe Juden einfach aussterben. Also die Blutmischung  sehe ich eher als eine L&#246;sung und nicht als ein Problem. Au&#223;erdem den meisten ist es egal, was Sie und ich dar&#252;ber denken. Also wenn das Judentum eine kleine Gruppe, die allenb anderen ausschlie&#223;t und blo&#223; wartet, dass der Messias kommt und dann alle Goim an den Gott Abraham&#039;s glauben werden (obwohl ich frage mich: wenn wir sie sowie so nicht wollen, warum beten wir dass sie zu uns kommen und zusammen mit uns Gott anbeten?) bin ich raus.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@YM</p>
<p>Das klingt f&#252;r mich weniger gef&#228;hrlich als fanatisch. Ich kenne die hassidische Gemeinschaft &#8211; sie meinen, dass sie keinen Menschen brauchen, dass die bl&#246;de Goim so wie so zerst&#246;rt werden und die, die bleiben, werden dem Israel dienen. So sieht das &#8220;messianische&#8221; Reich f&#252;r sie aus. Und als &#8220;Goim&#8221; sehen sie auch alle liberalen und konservativen Juden (und haben zum Teil sogar Recht). Ich w&#252;rde schweigen, was sie &#252;ber dem deutschen Judentum und den deutschen Juden denken. Aber Sie wissen es bestimmt genau so gut wie ich. Also wenn man wirklich halachisch leben will, sollte man nach Israel, USA oder mindestens UK auswandern. Orthodox gesehen, haben Juden in der BRD nichts verloren. Ihnen ist sicherlich auch bekannt, was f&#252;r einen Platz die &#8220;Gerim&#8221; in dem orthodoxen Judentum haben. Finden Sie einen guten Schidduh f&#252;r eine deutsche Gioret <img src='http://www.sprachkasse.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> . Stimmt, man betet in der Synagoge 2-3 Mal t&#228;glich (angenommen Mincha und Maariw zusammen gebetet werden), Rest der Zeit studiert man die Torah. Die Frauen sitzen zu Hause und kochen. Das ist das orthodoxe Judentum. Stimmt, es kann sehr erf&#252;llend sein und nat&#252;rlich gibt es ein enormer Schatz der j&#252;dischen Spiritualit&#228;t. Aber sie wird nur in sehr geschlo&#223;eneden Gruppen wirklich gelebt. Wenn man die (richtige) orthodoxe Kinder anseht, wird einem klar, dass diese Gesellschaft in wenigen Jahrzehnten aufh&#246;rt zu existieren. Das Zeichen der Inzest ist klar. Wenn nicht das neue Blut reinflie&#223;t, werden die orthodoxe Juden einfach aussterben. Also die Blutmischung  sehe ich eher als eine L&#246;sung und nicht als ein Problem. Au&#223;erdem den meisten ist es egal, was Sie und ich dar&#252;ber denken. Also wenn das Judentum eine kleine Gruppe, die allenb anderen ausschlie&#223;t und blo&#223; wartet, dass der Messias kommt und dann alle Goim an den Gott Abraham&#8217;s glauben werden (obwohl ich frage mich: wenn wir sie sowie so nicht wollen, warum beten wir dass sie zu uns kommen und zusammen mit uns Gott anbeten?) bin ich raus.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Yankel Moishe</title>
		<link>http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/comment-page-3/#comment-13767</link>
		<dc:creator>Yankel Moishe</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 22:11:08 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.sprachkasse.de/blog/2008/08/05/judentum-in-deutschland-ein-golem/#comment-13767</guid>
		<description>ad 2: ja, Aleinu hatte ich auch im Hinterkopf,
als ich das schrieb.
Nat&#252;rlich haben wir auch einen Universalit&#228;tsanspruch.
Darum geht es ja schliesslich in der messianischen Hoffnung:
Dass die gesamte Menschheit den Herrschaftsanspruch
G-ttes anerkennt.
Nur haben wir offensichtlich kein Problem damit,
wenn die anderen unsere Auffassung nicht teilen.
Die Kirche hingegen hat die Ablehnung des Volkes,
das ihr Erl&#246;ser vermeintlich erl&#246;st hat, 
wenig humorvoll aufgenommen.
Die Situation ist nicht symmetrisch.

ad 4: 

ad 5: Das eigentliche Problem ist bereits,
das viele, falsch inspririert von christlichen Vorbildern,
Judentum und j&#252;disches Leben auf die Synagoge
und den darin stattfindenen GD beschr&#228;nken.
Das sind in Wahrheit aber nur 5%.
95% finden anderswo statt. Siehe auch 8.
In den Synagogen, die ich besuche, ist es ruhig.

ad 6: Der Vorschlag bzgl Vaterjuden ist nicht so originell
wie man vielleicht meinen k&#246;nnte.
Das wurde in bedeutenden Gemeinden bereits getan.
Ich kenne pers&#246;nlich etliche solcher F&#228;lle.
Diese Integration hat die betroffenen in der Regel aber auch nicht
davon angehalten, mit einer Schickse zum Standesamt zu gehen.
Man sollte sich von der Illusion dieser vermeintlichen
L&#246;sung verabschieden.


ad 8: Das Judentum ist bereits ine
&quot;tiefe spirituelle Glaubensgemeinschaft&quot;.
Nur verstehen wir unter Spiritualit&#228;t was anderes
als die &quot;Buddhisten&quot; oder die &quot;russisch orthodoxe Kirche&quot;
oder noch andere.
Das Judentum hat &#252;brigens schon immer viele verloren.
Angefangen bereits beim Auszug aus &#196;gypten.
Wir glauben eben nicht, dass man Qualit&#228;t
mit Quantit&#228;t ersetzten kann.
Das sich das &quot;Produkt&quot; auf dem deutschen Markt nicht verkauft,
ist sicher keine Schw&#228;che des Produkts.
&quot;Toire is a gute S&#039;chroire&quot;.
Es gibt allerdings desorientierte Konsumenten
und zu wenig und zu schwaches Verkaufspersonal.
Es besteht aber keine Notwendigkeit, das sprichw&#246;rtliche Kind
mit dem Bade auszusch&#252;tten.

YM</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ad 2: ja, Aleinu hatte ich auch im Hinterkopf,<br />
als ich das schrieb.<br />
Nat&#252;rlich haben wir auch einen Universalit&#228;tsanspruch.<br />
Darum geht es ja schliesslich in der messianischen Hoffnung:<br />
Dass die gesamte Menschheit den Herrschaftsanspruch<br />
G-ttes anerkennt.<br />
Nur haben wir offensichtlich kein Problem damit,<br />
wenn die anderen unsere Auffassung nicht teilen.<br />
Die Kirche hingegen hat die Ablehnung des Volkes,<br />
das ihr Erl&#246;ser vermeintlich erl&#246;st hat,<br />
wenig humorvoll aufgenommen.<br />
Die Situation ist nicht symmetrisch.</p>
<p>ad 4: </p>
<p>ad 5: Das eigentliche Problem ist bereits,<br />
das viele, falsch inspririert von christlichen Vorbildern,<br />
Judentum und j&#252;disches Leben auf die Synagoge<br />
und den darin stattfindenen GD beschr&#228;nken.<br />
Das sind in Wahrheit aber nur 5%.<br />
95% finden anderswo statt. Siehe auch 8.<br />
In den Synagogen, die ich besuche, ist es ruhig.</p>
<p>ad 6: Der Vorschlag bzgl Vaterjuden ist nicht so originell<br />
wie man vielleicht meinen k&#246;nnte.<br />
Das wurde in bedeutenden Gemeinden bereits getan.<br />
Ich kenne pers&#246;nlich etliche solcher F&#228;lle.<br />
Diese Integration hat die betroffenen in der Regel aber auch nicht<br />
davon angehalten, mit einer Schickse zum Standesamt zu gehen.<br />
Man sollte sich von der Illusion dieser vermeintlichen<br />
L&#246;sung verabschieden.</p>
<p>ad 8: Das Judentum ist bereits ine<br />
&#8220;tiefe spirituelle Glaubensgemeinschaft&#8221;.<br />
Nur verstehen wir unter Spiritualit&#228;t was anderes<br />
als die &#8220;Buddhisten&#8221; oder die &#8220;russisch orthodoxe Kirche&#8221;<br />
oder noch andere.<br />
Das Judentum hat &#252;brigens schon immer viele verloren.<br />
Angefangen bereits beim Auszug aus &#196;gypten.<br />
Wir glauben eben nicht, dass man Qualit&#228;t<br />
mit Quantit&#228;t ersetzten kann.<br />
Das sich das &#8220;Produkt&#8221; auf dem deutschen Markt nicht verkauft,<br />
ist sicher keine Schw&#228;che des Produkts.<br />
&#8220;Toire is a gute S&#8217;chroire&#8221;.<br />
Es gibt allerdings desorientierte Konsumenten<br />
und zu wenig und zu schwaches Verkaufspersonal.<br />
Es besteht aber keine Notwendigkeit, das sprichw&#246;rtliche Kind<br />
mit dem Bade auszusch&#252;tten.</p>
<p>YM</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
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