Wer mal eben für sich selbst oder die Gemeinde etwas nachschlagen muss und das in russischer Sprache benötigt, der sollte einen Blick auf die Краткая еврейская энциклопедия werfen, die Kurze jüdische Enzyklopädie. Sie wurde zwischen 1976 und 2005 mit Unterstützung der Hebräischen Universität erstellt und bietet zu allen Themen reichhaltige Informationen. Praktischerweise gibt es nun die Электронная еврейская энциклопедия – die elektronische Jüdische Enzyklopädie mit allen Einträgen aus der Printversion mit Artikeln. Diese wurden sogar noch erweitert und verbessert. Wie aus Beschreibung des Projekts hervorgeht, geht die Arbeit an der elektronischen Version sogar weiter. Die Einträge sind sogar außergewöhnlich umfangreich. Als Beispiele seien hier die Artikel über die Strömungen des Judentums genannt: Orthodoxes Judentum ОРТОДОКСА́ЛЬНЫЙ ИУДАИ́ЗМ, Reformjudentum РЕФОРМИ́ЗМ В ИУДАИ́ЗМЕ, Konservatives Judentum КОНСЕРВАТИ́ВНЫЙ ИУДАИ́ЗМ und Rekonstruktionismus РЕКОНСТРУКТИВИ́ЗМ. Wer etwas in russischer Sprache zum Judentum nachschlagen möchte, sollte dort auf jeden Fall fündig werden.
Natürlich ist die Rede nicht vom liberalen Siddur der von Mitglieder der Allgemeinen Rabbinerkonferenz erstellt wird und dessen Ankunft sich mit der des Maschiach überschneiden wird, sondern vom Schacharit Schabbat, wie es bei EtzAmi gehandhabt wird. Dieser basiert auf dem Einheitsgebetbuch „Tfilot lechol haSchanah – Gebetbuch für das ganze Jahr; im Auftrag des Liberalen Kultus-Aussschusses des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden” von Seligmann, Elbogen und Vogelstein. Erschienen 1933 in Frankfurt am Main (Lehrberger & Co.) und enthält einige traditioneller Stücke. So findet man beispielsweise
Ahawah Rabah in zwei Varianten
optional: Ersatz für Mussaf
das El Adon
das Hallel
Mi’Scheberach für einen Aufgerufenen und eine Aufgerufene
Mussaf
Kaddisch in der traditionellen Variante und nach der des Hamburger Tempels
optional: Ersatz für Mussaf
Torahabschnitte für besondere Schabbatot
Da diese Fassung eventuell auch für andere Gruppen oder Gemeinden interessant sein könnte, kann eine gedruckte Fassung ab sofort hier bestellt werden. Das Buch kommt übrigens mit „hebräischer Leserichtung” daher… also rechts nach links. Nur bevor jemand fragt…
Are you Smarter than a 10 year old heißt die Sendung in Großbritannien. Die deutsche Kopie heißt, meine ich, Das weiß doch jedes Kind. Schüler treten mit und gegen Erwachsene an. Die Fragen behandeln in der Regel den Schulstoff der unteren Klassenstufen.
Großartig ist dieser Ausschnitt aus der britischen Sendung: „What is the name of the flat, unleavened bread that jewish people eat at passover?”
Wenn Erew Pessach auf den Schabbat fällt, dann ändern sich einige Dinge an der Vorbereitungsroutine. Wie sieht es aus mit Challah am Schabbes?
Einen umfassenden Leitfaden hat Rabbiner David Feinstein verfasst. Er ist auf den Internetseiten von ArtScroll verfügbar:
This year, Erev Pesach (the day before Pesach) falls on Shabbos (the Sabbath). As a consequence, some of the laws and customs of Erev Pesach are moved back to either Thursday or Friday. Various other changes include the Shabbos meals and prayers, as well as the seder and its preparations. As a public service, we present this halachic guide. von hier
Dieser Tage ist es nicht besonder politisch korrekt zu hinterfragen, was eigentlich die Tibet-Aktivisten erreichen wollen (siehe meinen Beitrag hier). In diesem Zusammenhang geht es immer wieder um das „olympische Feuer” und dessen Schutz. Wenn man betrachtet, wer es zum ersten Mal entzündet hat, dann widerspricht das in interessanterweise dem, was da heute zum olympischen Gedanken erklärt wird. In den deutschen Medien ist das Thema nicht besonders beliebt, deshalb zitiere ich die New York Times. Sie widmet sich ausführlich der Sache:
If you want to know how the Olympic torch really began its “Journey of Harmony,” as the Chinese call its current relay, if you want to see why the torch has had to pass through a human obstacle course composed of protesters, SWAT teams and police in San Francisco, Paris and London, then do not look to Tibet’s grievances against China. Look to the opening of Leni Riefenstahl’s 1938 film, “Olympia.”
In that homage to Berlin’s 1936 Olympic Games the origins of this ritual are revealed. Never before had a lighted torch been relayed from a Greek temple in Olympia to an athletic competition, let alone by thousands of runners trying to keep it from being extinguished. von hier
Dem Artikel aus der NY Times ist eigentlich nicht mehr hinzuzufügen…
Der, auch nicht gerade unbekannte, Rabbiner Arthur Kurzweil, hat ein Blog initiiert in dem er beständig über den, noch bekannteren, Rabbiner Adin Steinsaltz informiert: Let My People Know. Seit März bloggt Rabbi Kurzweil in höher werdender Frequenz.
Am 16. April letzten Jahres, Jom HaSchoah, wurden auf dem Campus der Virginia Polytechnic Institute and State University – Virginia Tech – 32 Menschen getötet und 29 weitere verletzt. Der Amokläufer nahm sich im Anschluss selber das Leben. Ein Überlebender der Schoah, Liviu Librescu – Professor an der Virgina Tech, stellte sich ihm in den Weg, um seinen Studenten die Flucht zu ermöglichen und wurde dabei getötet. Fast ein Jahr nach diesem 16. April, zur Jahrzeit dieses Helden, hat Rabbiner Shea Hecht einen kleinen Film über Liviu Librescu gemacht:
Nicht mehr lange bis Pessach. Zeit also, einen Blick in verschiedene Haggadot zu werfen und zu staunen. Über die Sarajevo Haggadah berichtete ich ja bereits.
Hier ein kleiner Rundgang durch verschiedenste Haggadot aus den verschiedensten Ländern: Israel, Deutschland, Ungarn, Frankreich und Österreich-Ungarn (Eine Haggadah von Österreich-Ungarn in Palästina und eine in Wien erschienene mit einer Übersetzung in Ladino). Ich bin mir unsicher, ob die Rödelheim Haggadah jemals wieder aufgelegt wurde.