Nun ist es soweit, die barmherzigen Christen, die uns zu unserem Wohl missionieren wollen, ziehen andere Saiten auf, denn jetzt wird der deutsche Staat bemüht um gegen jüdische Kritiker der Missionare vorzugehen. Man droht mit Klagen und Polizei bzw. reicht Klage ein. Mikhail Goldshteyn von einem russischsprachigen, antimissionarischem Blog schreibt unter der Überschrift „Нам объявлена холодная война?” – „Hat man uns den kalten Krieg erklärt?”, er habe bereits einen Brief von der Berliner „Beit Sar Schalom” bekommen, solutix-Herausgeber Roman Gorbachov bekam einen Brief des Anwalts von Herrn Kirill Swiderski (Pastor der messianischen Gemeinde Düsseldorf), mit der Forderung von Sage und Schreibe 10.000€. Vorausgegangen war, dass Swiderski für seine Gemeindezeitung einen Artikel von Roman Gorbachov von dessen Internetpräsenz kopierte und für das Blatt verwendete und Gorbachov dagegen natürlich Einwände hatte.
Nach weiterem Herumstöbern auf solutix.de fand der Pastor dann einen Artikel (der übrigens auch auf hagalil erschien) der ihm nicht passte und so wurde mit oben genannter Klage gedroht.
Wenn dieses Beispiel Schule macht, können wir die deutschsprachigen jüdischen Internetprojekte in Zukunft alle schließen – ich meine 10000 Euro zahlt man nicht mal eben aus der Portokasse…
27. Dezember 2006 – 6 Tevet 5767 um 21:43 Uhr
Wenn Gorbachov seinen Artikel mit einer polemischen Unterstellung schließt wie in diesem Fall, dann macht er sich eben für die Antwälte der Gegenseite angreifbar.
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28. Dezember 2006 – 7 Tevet 5767 um 00:00 Uhr
Also ich habe auf hagalil schon polemischere Artikel zu dem Thema gelesen und bei der Veröffentichung hat man das offenbar auch nicht bemängelt…
29. Dezember 2006 – 8 Tevet 5767 um 10:02 Uhr
Es geht hier nicht darum, ob der Artikel polemisch gewesen ist. Swiderski geht es darum mit Hilfe seines Anwalts einen Freischein zu erwirken. In seiner Zeitschrift “Kohl Hesed” sind Urheberrechtsverstöße an der Tagesordnung, zumindest was die Ausgaben angeht, die ich hier vorliegen habe. Man bedient sich einfach im Internet und wertet seine Zeitung so auf.
Ich zu meinem Teil möchte nicht, dass meine Arbeiten in einer messianischen Zeitung auftauchen und damit auch noch Geld für die Missionierung von Juden locker gemacht wird. Ich weiß nicht wie du das siehst.
Als Swiderski, nach langem hin und her, von mir eine Rechnung bekam, die er sicherlich aus der Portokasse zahlen konnte, reagierte er mit haltlosen Beschuldigungen (“Anbieter Kennzeichnung” würde auf meiner Seite fehlen, er würde mich nicht kennen etc..) und der Androhung einer Gegenklage, was den Streitwert um den Faktor 11 erhöht hätte. Was bedeutet das nun für jüdische Webseiten und Blogs? Ganz einfach, entweder man lebt damit, dass Swiderski und Co. sich frei bedienen oder man klagt und wird ebenfalls verklagt und zwar so, dass die Rechtsschutzversicherung nicht zahlt.
Übrigens, hier ist ein Hagalil-Artikel, der meine Ansichten betreffend Swiderski stützt:
http://juden.judentum.org/judenmission/messianische-juden.htm
29. Dezember 2006 – 8 Tevet 5767 um 10:11 Uhr
So sehe ich das eigentlich auch. Auch Inhalte von talmud.de sind plötzlich auf Seiten von Betreibern mit diesem Hintergrund aufgetaucht. Zunächst hieß es dann„Eigentlich gibt es kein Copyright, denn alles ist ja zur Ehre G-ttes geschrieben worden” (?!) und dann aber „vielleicht haben Sie das ja von uns gestohlen und kopiert und anschließend ihren eigenen Namen druntergeschrieben. Dann könnten wir Sie verklagen.” Später habe ich dann die Wayback-Suchmaschine aktiviert und von meinen Datensicherungen berichtet. Anschließend wurden die Inhalte gelöscht (ein Anbieter aus der Schweiz).
Wenn man finanziell abgesichert ist oder jemanden hat, der die Anwaltskosten trägt,, dann kann man sich auf Spielchen einlassen, für zahlreiche Seiten trifft das nicht zu. Wie das bei hagalil ist, kann ich nicht sagen…
13. Januar 2007 – 23 Tevet 5767 um 23:22 Uhr
Andere Seiten mit „ei“?
13. Januar 2007 – 23 Tevet 5767 um 23:28 Uhr
Tatsächlich hat es jemand bemerkt! Ist vollkommen richtig, anzumerken, „Seiten” wäre hier falsch. Das ist es nämlich.
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26. Juni 2007 – 10 Tammuz 5767 um 18:55 Uhr
Die nächste Stufe ist erreicht, Kirill Swiderski hat nun Anzeige gegen Mikhail G. erstattet. Der Vorwurf: Verleumdung.
Es verspricht spannend zu werden.
17. Februar 2010 – 3 Adar 5770 um 12:46 Uhr
Ist ja nicht die erste Anzeige gegen Roman Gorbachov, gab ja schon mehrere wegen Verleumdung und Urheberrechtsverletzung. Auf seinen blogs fanden sich Namen und Adressen von ausfindig gemachten Palästina-Aktivisten, denen nach diesen Veröffentlichungen Reifen platt gestochen wurden. Wer mit einer solchen Energie Kampagnen gegen andere Menschen ins Leben ruft und unter die Gürtellinie schlägt, der ist juristisch angreifbar und muss sich keine Kalten Kriege erklären lassen, er provoziert ihn.