Aug 31 2006
Der unheimliche Burkhard Müller
Erst vor wenigen Tagen schrieb ich unter „Schalom Du Träumer” über den Wort am Sonntag Sprecher Dr. Burkhard Müller, der seine fragwürdigen Thesen zum israelisch-libanesischen Krieg zum Besten gab. Offenbar ist er aber ein medialer Allrounder. Tausendsassa
passt möglicherweise besser, denn wie man nachlesen kann, wurde „Sa Sa“ als Hetzruf für Hunde verwendet (hier: Tausendsassa
). Und ein Rufer ist auch Brukhard Müller. Jetzt ruft er morgens durchs Radio in die Meute der Israelkritiker:
Wiederholt sie sich heute im blutigen Streit zwischen den semitischen Brudervölkern, den Juden und Arabern? Die Juden sollen ins Meer getrieben werden. Der Staat Israel soll ausradiert werden von der Landkarte. Arabische Selbstmordattentäter sprengen ganze Busse in die Luft, Raketen werden aus dem Land der Araber auf das israelische Kernland abgeschossen. Ist Kain, der Brudermörder, in den Arabern wieder zu erkennen?
Aber wenn ich ihr Land ansehe, meine ich: Das sieht nicht nach Kain aus, sondern so sieht Abels Land aus. Zerstörte Flughäfen, Brücken, Straßen, Häuser, obdachlose Flüchtlinge, traumatisierte Kinder, hungernde Familien. Wie ein ohnmächtiger Abel, der längst am Boden liegt und vom stärkeren Kain wie zum Krüppel geschlagen wird. Hier nachlesen für ganz hartgesottene auch zum hören
Nach seinem letzten Auftritt im Fernsehen kam es vereinzelt zu Protestmails die ihn wohl überhaupt nicht interessieren, ich habe bisher jedenfalls von niemandem gehört, dass er dazu Stellung bezogen hätte.
Aber Israel ist nicht Kain. Es benimmt sich nur so. Israel ist in einer schwachen Position. Kain gewinnt zwar bis jetzt in den Schlägereien mit Abel, haushoch. Aber Abels Hass wächst. Immer mehr stellen sich auf seine Seite gegen Kain. Kain scheint also alles zu tun, sich viel Feinde zu verschaffen. Israel führt sich jetzt auf wie Kain, aber wenn es so weiter macht, wird es eines Tages wie Abel wirklich zum Opfer werden. Es ist auf dem besten Weg dahin.
Passend dazu fragt sich André Glucksmann in Cicero, warum mit zweierlei Maß gemessen wird: „Täglich werden in Darfur, Bagdad und anderswo Moslems Opfer des Terrors. Das scheint den Westen recht wenig zu kümmern. Wenn aber Muslime von israelischen Soldaten getötet werden, ist die Empörung groß.” so Cicero in seiner aktuellen Ausgabe. Es beschleicht einen das Gefühl, die Muslime sind auch nur Objekte um einen anderen Zweck zu bedienen. Das Massaker von Srebrenica
, bei dem 8000 muslimische Männer hingerichtet wurde (in Europa!!), vielleicht das unfassbarste Kriegsverbrechen in Europa nach der Schoah, interessierte am Ende niemanden (guter Artikel darüber in der ZEIT).
Vielleicht ist Burkhard Müller ja auch einer derjenigen der sich fragt, woher diese Antistimmung gegen Juden und Israel kommt – wer hört und sieht schon seine eigenen Sendungen.
10 Kommentare






Warscheinlich interessiert Bruder Burkhard nicht was er ausrichtet, er scheint ein selbstgerechter Ignorant zu sein. So sind halt die “Gutmeinenden” die eine Ausrede dafür brauchen, um uns totzuschlagen und die “Umarmer”, die uns erwürgen. Und daß die Gutmenschen mit zweierlei Maß messen, das wissen wir (s. Srebrenica, usw.).
Sicher interessiert Bruder Burkhard nicht, was er anrichtet. Es ist doch seine Überzeugung, was er da schreibt und die möchte er in die Welt bringen. Längst steht er ja auch nicht mehr alleine damit da.
Aber das so einer (immer noch) sich tatsächlich im Fernsehen verwirklichen darf – das finde ich, gelinde gesagt, schokierend.
Ich muß ehrlich sagen, ich fühle mich im Moment ohnmächtig angesichts solcher Beiträge.
Ohnmacht nützt nichts! Das, was Chajm hier macht ist richtig, veröffentlichen, anprangern. Du kannst Zuhörerbriefe schreiben, Bekannte aufmerksam machen und nie wieder verstummen!
Man kann/soll eine größere Öffentlichkeit herstellen und diese Ansichten aus dem Dunstkreis der Gleichgesinnten zerren und zu diskutieren. Offenbar erwartet ein Mann wie Dr. Burkhard Müller keinen Widerspruch und versteht auch nicht, dass seine Ausführungen nichts mit den Textstellen zu tun haben, auf die sie sich beziehen. Der Text über den er hier sinniert dient nur als Vorwand für sein eigentliches Anliegen und das ist ja nur zu offensichtlich.
Ich bin nicht schockiert. Und dieser Dr. Müller erscheint mir überhaupt nicht, wie ein „Tausendsassa“, auch glaube ich nicht, dass er zu einer „Meute“ spricht. Schon eher erscheint er mir als Esel. Und vermutlich spricht er zu Schäfchen.
Kain und Abel! Und dann das naive Credo: „So seit doch bitte lieb zueinander“. Nun ja, es sieht so aus, als verdiente er Beachtung über den Kreis seiner Schäfchen hinaus. Und ich frage mich, warum das so ist? Warum diese Aufgeregtheit hier? – Ich vermute, das hat einen tieferen Grund.
Ein christlicher Theologe sollte nämlich, immer und in jedem Fall, im eigenen Haus Ordnung schaffen, bevor er sich in jüdische Angelegenheiten einmischt. Für oder gegen was auch immer.
Christliche Theologie as usual ist nach der Shoah nichts anderes als IDEOLOGIE, aus dem einfachen, skandalösen Grund, weil sie die Shoah nicht reflektiert hat. Genauer: Christliche Theologie hat ihre ganze Geschichte nicht reflektiert, anderenfalls es möglicherweise nicht zum Holocaust gekommen wäre.
Es gehört von den Anfängen christlicher Theologie zur Essenz ihrer Glaubenslehre, dass EIN Jude exklusiv einen „Opfertod“ gestorben sei, damit alle, die eben dies glauben, „erlöst“ seien in Ewigkeit.
- Und die Millionen anderen Juden, die im Laufe christlicher Geschichte gequält und ermordet worden sind?
- Stellen ihre Qualen und ihr Sterben denn christliche Glaubenslehre nicht GRUNDSÄTZLICH in Frage?
So müsste ein christlicher Theologe fragen. Wo er es nicht tut, ist er ein Ideologe. Und zwar ganz unabhängig davon, ob er den Staat Israel kritisiert, oder nicht, ob er einer naiven Friedensrhetorik anhängt, dazu „Kain und Abel“ bemüht, oder nicht. Er soll zuerst seine Hausaufgaben machen!
Das alte Spiel:
Wir Gutmenschen kümmern uns um die Dinge, die die Anderen falsch machen könnten und lenken von unseren eigenen Unzulänglichkeiten ab.
Nur zu Eure Information: weder die Redaktion Das Wort zum Sonntag, noch Herr Müller und auch nicht d. WDR waren bisher geneigt, auf mein direktes Protestschreiben zun antworten. Was mich natürlich nicht hindern wird, mich immer wieder zu wehren.
Dein Beitrag, Christoph, ist hier sehr wichtig. Sollten aber auch Programmmacher und BM lesen.
Elisabeth – nicht alles so wörtlich nehmen. Meine Ohnmacht führt nicht dazu, passiv zu werden.
Wir kennen uns nicht, aber sei Dir sicher, daß ich genug anprangere und mir den Mund fuselig rede. Tragisch ist dennoch, daß jeder Jude sein eigener Schaliach in Sachen Aufklärung von Antisemitismus sein muß.
Dann weiter so…!
Wie ich heute informiert wurde hat der “Unsägliche” hat bereits am 11. Februar ziemlich viel Unsinn erzählt. Naja, “Das Wort zum Sonntag” ist nicht unbedingt meine Lieblingssendung…
Menschen die die Wahrheit aussprechen, oder zumindest ganz dicht dran sind, waren den “Dogmatikern” schon immer “unheimlich. Daran hat sich in über 2000 Jahren nichts geändert und wird sich in den nächsten 2000 Jahren nichts ändern.
Auch die Reaktionen auf seine Äusserung “Liebesbeweis statt Gotteszorn” zeugen von “blindem” Glauben und fanatischem “um sich schlagen”. Statt sachlich zu prüfen, erst einmal Geschrei. Und das “blind” etwas ungesundes darstellt, muss wohl nicht weiter erörtert werden.