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Jüdische Autoren in der Wikipedia

Jüdisches Lexikon von Georg Herlitz

Die Jüdische Allgemeine veröffentlichte am 14.07.2016 einen Artikel über den aktuellen Zustand der deutschsprachigen Wikipedia. Wir stellen fest, dass Schüler und Studenten gerne Gebrauch von der Wikipedia machen, aber dass die konkrete Arbeit an den Artikeln viel Geduld erfordert. Wikipedianutzer und Autor »Hardenacke« erklärt ausführlich, wo, seiner Meinung nach, der Schuh drückt und dass es kein Problem mit offenem Antisemitismus gibt – aber mit latentem. Ist etwa so, als würden man sagen: »Es juckt zwar, ist aber keine offiziell diagnostizierte Geschlechtskrankheit. Ich bin deshalb immer noch für alles offen.« Wer würde das Angebot nicht annehmen?
Aber zurück zur Feststellung des Antisemitismus:

Wikipedia insgesamt habe aber kein Antisemitismus-Problem, ist der Autor überzeugt. »Antisemitismus ist verpönt und wird normalerweise – solange er plump und deutlich zutage tritt – geächtet.« Etwas anderes ist es schon mit latentem Antisemitismus und Antizionismus. Diese würden oft nicht erkannt – »wie im richtigen Leben auch«, meint Hardenacke.Jüdische Allgemeine: Wikipedia Sichter des Schabbat

Auch die »Kreuzdebatte« (siehe auch hier) wird angerissen. Viele Nutzer und Administratoren weigern sich beharrlich Kreuze bei den Sterbedaten nichtchristlicher Menschen zu entfernen und setzen die Entfernungen durch andere Nutzer gern zurück. Argumente von Juden dagegen wurden bisher immer recht schnell vom Tisch gewischt. Probleme einer Minderheit. Und so wird auch heute noch fleißig das Kreuz in Artikel hineinkorrigiert (siehe etwa hier,hier, hier und hier).

Auch diese Feststellung in der Jüdischen Allgemeinen wird ungehört verhallen.
In der Vergangenheit gab es nämlich bereits Artikel zu diesem Thema. Einer der sehr emsigen Schreiber und Aktivisten der Wikipedia (der in dem Artikel erwähnt wurde) brachte danach zum Ausdruck, warum der die Jüdische Allgemeine nicht ernst nehmen kann:

Und offen gesagt, ich möchte dieses Hetzblatt nicht weiter kommentieren, dagegen ist ja die Bildzeitung liberal.
Nutzer »Hubertl« in einer Diskussion in der Wikipedia

Dennoch scheint Nutzer »Hardenacke« seine Arbeit fortsetzen zu wollen:

Trotzdem mache es Sinn, sich zu beteiligen, glaubt er. Die viel gelesenen Wikipedia-Texte haben einen großen Einfluss, gerade auf jüngere Leute: »Unsere Artikel sind ganz sicher in unzählige Schulaufsätze und Referate eingeflossen. Deshalb fordere ich ausdrücklich dazu auf, sich zu beteiligen.« Eigentlich könne jeder etwas beitragen, von Rechtschreibkorrekturen bis hin zur Erstellung ganzer Artikel.
Jüdische Allgemeine: Wikipedia Sichter des Schabbat

Und genau da muss ich widersprechen:
Zumindest jüdische Nutzer mit Sachverstand sollten sich dem bürokratischen Betrieb der deutschsprachigen Wikipedia nicht aussetzen. Nach den Erfahrungen mit diesem Projekt ist der vernünftigste Schritt, verlässliche Informationen an einem Ort anzubieten, an dem man sich nicht an irgendwelchen Pseudostrukturen abarbeiten muss, sondern [sein] Wissen einfach veröffentlichen kann. In einem angemessenen Rahmen.
Die deutschsprachige Wikipedia ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell Hierarchien und Bürokratie durch Nutzer selber entstehen. Sie entstehen durch emsige Nutzer und die wiederum berufen sich anschließend auf diese Hierarchien. Jedenfalls im deutschsprachigen Ableger des Projekts.
Seitdem man sich beharrlich weigert auch nur zu erkennen, dass Juden Probleme mit einem Kreuz beim Sterbedatum haben, ist die deutschsprachige Wikipedia kein Projekt mehr bei dem man auch nur ein Komma korrigieren sollte.
Es ist zu bezweifeln, dass Schüler und Studenten auf die Seite der Wikipedia kommen und dort ihre Recherchen beginnen. Zu einem großen Teil wird es so sein, dass man einfach das gewünschte Thema bei google eingibt und dann sehr oft die Wikipedia als eine der ersten Quellen genannt bekommt.
Das könnte man dadurch reparieren, indem man eine verlässliche Informationsquelle zum Judentum hat – die auch von google als entsprechende Quelle angeboten wird. Man muss nicht zwangsläufig an die Quelle der Information, um sie zu ändern. Man muss bessere Informationen anbieten.

Eine, wenngleich nicht sehr realistische, Möglichkeit ist es, dass es wenige Einzelpersonen in Eigenregie machen. Sie werden sich dann an allen Themen abarbeiten müssen.
Eine Übernahme der entsprechenden Artikel aus der Wikipedia, unter Berücksichtigung der entsprechenden Lizenzvereinbarungen, in eine neue Plattform wäre eine Möglichkeit. Auch hier müsste dann anschließend erheblich nachgebessert werden.

Eine andere Lösung? Nun, »jemand« (der Zentralrat?) könnte die Rechte am »Jüdischen Lexikon« (demjenigen von Georg Herlitz) erwerben, es digitalisieren, online stellen und allmählich aktualisieren lassen. Die Jüdische Allgemeine hält mittlerweile eine beachtliche Anzahl an »Wieso-Weshalb-Warum?«-Artikeln vor. Die wären die perfekte Ergänzung.
»Jemand« könnte natürlich auch ein privater »Gönner« sein… vielleicht kennt ja jemand die Inhaber der Rechte an dem Werk… (?)

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Es beginnt mit Juden

Verbrennung von Juden - aus dem Liber Chronicarum - der Schedelschen Weltchronik

… aber es endet nicht mit den Juden.

In Frankreich konnte man (und kann man) in den letzten Jahren beispiellos brutalen Antisemitismus beobachten. Es wurden mehrere Menschen getötet.
Nicht erst mit den Anschlägen von Paris. Schon zuvor (siehe etwa hier, Intifada in Frankreich).
Zu Beginn des Jahres wurde etwa der französisch-jüdische Lokalpolitiker Alain Ghozland ist erstochen (siehe hier), in kurzem Abstand dazu wurde ein jüdischer Lehrer in Marseille von einem Schüler mit einer Machete angegriffen. (siehe hier) Der Lehrer verdankte einem Chumasch, den er bei sich trug, sein Leben. Dieser hat wohl den Hieb mit der Machete abgemildert (siehe hier). Man hat sich daran gewöhnt, das hinzunehmen. Es ist irgendwie unangenehm, aber man duckt sich weg.
Nicht nur Rabbiner Jonathan Sacks hat darauf hingewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Akzeptanz von Antisemitismus im ersten Schritt und dann einem »Umsichgreifen« von Hass und Gewalt auch im Bezug auf andere Gruppen gibt.
Natürlich gibt es das offiziell nicht. Die europäischen Politiker haben schon vielfach von Solidarität gesprochen und natürlich von Verantwortung.
Aber was bleibt im tatsächlichen Alltag?
Religionsfreiheit?
Gibt es die hier tatsächlich? Nein.
Wenn ich eine Kippah auf der Straße nicht tragen kann, dann existiert Religionsfreiheit nur auf dem Papier. Egal, wer mich daran hindert, die zu tragen. Es spielt doch keine Rolle, ob der Staat es mir verbietet, oder ob der Staat mich nicht vor Pöbeleien schützt, wenn ich eine trage oder tragen will.
Wir sprechen hier nicht mehr von Beleidigungen und vereinzelten Rufen. Wir sprechen von körperlicher Gewalt. Nicht erst seit ein paar Tagen. Kein bundesweites Problem, aber wir kennen die Schwerpunkte.

Und Rabbiner Jonathan Sacks behielt Recht: »Es beginnt mit den Juden, aber es endet niemals mit ihnen«. Frankreich und viele andere Länder haben es erlebt. Zunächst mussten jüdische Einrichtungen sich massiv schützen, heute muss es ganz Europa tun.

Auf der anderen Seite: Passt vor denen auf, die Patentlösungen haben. Die gibt es nicht.
Wichtig ist, was Rabbiner Jonathan Sacks schreibt:

[…]Genesis 1, common to Judaism, Christianity and Islam, says that every human being, regardless of colour, class or creed, is in the image of G-d. Our shared humanity takes precedence over our religious differences. Until we are prepared to take this seriously, people will continue to kill in the name of the G-d of life and practise cruelty in the name of the God of compassion. And God himself will weep.

Das bedeutet nicht, dass wir das von der Seitenlinie auf das Spielfeld rufen. Das bedeutet, dass wir diese Werte durchsetzen und verteidigen. Das ist nicht einfach »unsere Meinung«. Das ist ein Wert, der nicht zur Disposition stehen sollte.

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Ergebnisse der Umfrage zum jüdischen Deutschland – Kindergärten und Schulen

Wie ist es um jüdische Kindergärten und Schulen bestellt?
Vor dem Hintergrund, dass die meisten Teilnehmer dieser Umfrage aus größeren Gemeinden kommen (das entspricht durchaus dem deutschen Durchschnitt), überrascht es nicht, dass viele Zugang zu einem jüdischen Kindergarten und einer jüdischen Schule hätten:

Kindergarten

Die Frage, ob es einen jüdischen Kindergarten in der Stadt gibt, beantworteten 170 Personen:

Gibt es einen jüdischen Kindergarten in der Stadt? (170 Antworten)

Gibt es einen jüdischen Kindergarten in der Stadt? (170 Antworten)

Anschließend sollten die Befragten verraten, ob sie ihre Kinder in einen jüdischen Kindergarten schicken würden (generell gefragt). Auf diese Frage gab es 164 Antworten:

Mein Kind würde in den jüdischen Kindergarten gehen

Mein Kind würde in den jüdischen Kindergarten gehen (164 Antworten)

Grundschule

Die Frage, ob es eine jüdische Grundschule in der Stadt gibt, beantworteten 169 Personen:

Es gibt eine jüdische Grundschule

Es gibt eine jüdische Grundschule (169 Antworten)

Auch hier wieder die Frage danach, ob das Kind (theoretisch) eine jüdische Grundschule besuchen würde (162 Antworten):

Mein Kind würde in die jüdische Grundschule gehen

Mein Kind würde in die jüdische Grundschule gehen (162 Antworten)

Weiterführende Schulen

Die Frage, ob es eine weiterführende jüdische Schule in der Stadt gibt, beantworteten 167 Personen:

Es gibt eine jüdische weiterführende Schule in der Stadt (167 Antworten)

Es gibt eine jüdische weiterführende Schule in der Stadt (167 Antworten)

Würde also das eigene Kind theoretisch diese Schule besuchen? Hier gab es 155 Antworten und die Verteilung dieser Antworten überrascht ein wenig:

Mein Kind würde die jüdische weiterführende Schule besuchen (155 Antworten)

Mein Kind würde die jüdische weiterführende Schule besuchen (155 Antworten)

Etwa 35 Prozent der Antwortenden würden ihre Kinder nicht auf die weiterführende Schule schicken. Warum man sich für Ja oder Nein entschieden hat, wurde natürlich im Rahmen dieser Umfrage nicht erfasst, obwohl das sicherlich ein interessantes Projekt wäre.
Ein großer Teil der Juden hätte also theoretisch die Möglichkeit, Kinder in einer jüdischen Einrichtung unterzubringen und ein Großteil der engagierten Juden (nur diese konnte die Umfrage erreichen) tut dies tatsächlich. Warum aus dieser Zielgruppe dies aber nicht alle tun, wäre ebenfalls eine interessante Frage.

Es gab einige Hinweise im Feld für freie Anmerkungen (dieses Feld ist in den downloadbaren Rohdaten nicht enthalten, weil es teilweise Bezüge auf Personen zulassen könnte) zu jüdischen Schulen:

Die Schulfrage – da fehlt: würdest Du Dein Kind um jeden Preis in die jüdische Schule schicken?
Antwort: nein.
Obwohl wir religiös sind. Die Schule muss GUT sein, sonst sollte man keine Kinder dort hinschicken. Eine gute religiöse Schule gibt es in D nicht, alle sind mittelmäßig, auf die eine oder andere Art. Viele andere Fragen fehlen in der Umfrage auch.

und

Die Frage nach dem Kindergarten/der Schule fand ich schwierig. Denn es ist so, dass zb ein Kindergarten wie der von Lauder auch zugleich die Verfasstheit der Eltern widerspiegelt.

Das sind natürlich Einzelwahrnehmungen und Stimmungsbilder. Sie lassen, ohne eine spezielle Erhebung zu diesem Thema, keine Rückschlüsse auf die Gesamtsituation zu. Gerade der Tatsache, dass Einzelmeinungen zum allgemeinen Stimmungsbild gemacht werden (»bei uns ist alles super« versus »bei uns ist alles schlecht«) soll ja mit einer Umfrage entgegengetreten werden.

Unter dem Tag »Fakten zu Juden in Deutschland« findet man weitere Ergebnisse.

Download der Rohdaten

Download_ Jüdisch in Deutschland (Antworten) Im Idealfall fügt jemand andere Sichtweisen hinzu oder arbeitet andere Zusammenhänge heraus. Eine Adaption von Gemeinden oder Organisation für eigene Zwecke wird ausdrücklich begrüßt. Es wäre natürlich fantastisch, wenn auch diese ihre Daten teilen würden.

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Digitales Judentum

talmud.de, sprachkasse.de/blog auf dem Homescreen des iPhones

Der aufmerksame Leser hat es vielleicht gemerkt. Vor einiger Zeit wandelte sich das Gesicht dieses Blogs ein wenig. Es ist schwarz-weiß geworden und der Ba’al haBlog hat sich, in aller Bescheidenheit, abgebildet. So ist deutlich, mit wem man es da eigentlich zu tun hat. Nun ist ähnliches bei talmud.de passiert. Das Layout hat sich vollständig geändert.
Aber auch ein paar kleine Details.
talmud.de ging 1998 (!) an den Start.
Damals noch nicht unter der Adresse talmud.de, aber einige der Inhalte von heute, waren damals schon vorhanden. Damals gab es nicht so viel Information zum Judentum im Internet – jedenfalls nicht in deutscher Sprache. 18 Jahre später sieht es schon anders aus. Es gibt viele Seiten von jüdischen Gemeinden, ein paar Informationsseiten und wenige Blogs.
Aber das Judentum ist nicht unsichtbar.
Mit der Zeit hat sich der Inhalt von talmud.de gewandelt. Bildeten die Informationen zu grundlegenden jüdischen Themen, wie etwa Feiertagen und Kaschrutregeln die Basis, so kommen heute immer mehr Übersetzungen von jüdischen Quelltexten hinzu. Warum?
Weil es die heute kaum durchsuchbar und verwendbar gibt. »Neuerdings« sind einige dieser Texte unter einer Creative Commons Lizenz erschienen. Verbunden mit der Hoffnung, dass diese Texte weiterverwendet werden. Zudem könnte -zumindest theoretisch – einen Text hinzufügen.
Heute kann man die Seite auch mobil bequem lesen und auch auf kleinen Geräten gut darstellen. Selbst die Hebräisch-Deutschen Texte werden noch immer so dargestellt, dass man sie auch lesen kann.

Der Untertitel »Jüdisches Leben in Deutschland« und »Judentum in Deutschland« verlor mit der Zeit an Gültigkeit. Natürlich auch, weil die Leser nicht nur aus Deutschland kommen, sondern auch aus Österreich und der Schweiz. Deutschsprachige Nutzer aus anderen Ländern der Welt gibt es natürlich auch. talmud.de informiert heute aber nicht explizit nur über das jüdische Leben in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist heute Aufgabe des Blogs
Und weil die Bezeichnung etwas in die Jahre gekommen ist, lautet der Untertitel nun »Digitales Judentum«. talmud.de wird versuchen zu zeigen, wie man jüdische Texte und jüdisches Wissen in die digitale Welt bringt. Eine Internetseite allein reicht noch nicht aus, um etwas digital zu machen.
Streiten wir darüber, ob Fotografien von Texten schon digitale Texte sind!
Streiten wir darüber, ob jede Gemeindeseite Basiswissen zum Judentum erklären muss, wo doch Dritte zu diesem Thema fundierte Informationen ins Netz gestellt haben.
Aus dem gleichen Grund wird talmud.de in Zukunft auf eine Liste der Jüdischen Gemeinden verzichten. Diese Informationen gibt es auf den Internetseiten des Zentralrats sehr aktuell und auch google weiß es meistens besser als ein armer Mensch, der das immer auf talmud.de nachpflegen muss.
Mehr zum Thema Digitalisierung wird es dann natürlich auch hier, in diesem Blog, geben.

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Ergebnisse der Umfrage zum jüdischen Deutschland – Gemeindemitgliedschaft

An der Befragung zum jüdischen Leben in Deutschland haben 173 Personen teilgenommen. Unter »Wer war dabei?« kann man sich genau anschauen, wer an der Befragung teilgenommen hat: Personen, die sich aktiv für jüdisches Leben interessieren. Dabei müssen sie nicht zwangsläufig religiös sein oder eine bestimmte Strömung vertreten.

Die Frage nach einer Gemeindemitgliedschaft haben 169 Personen beantwortet. Von ihnen sind 73% Mitglied einer jüdischen Gemeinde. Kann man dies hochrechnen?
Möglicherweise ist das nicht unrealistisch.
Vergegenwärtigen wir uns: Hier haben Aktive geantwortet.
Mitglied einer jüdischen Gemeinde in Deutschland

Aus welchen für Gemeinden kommen die Befragten? Wie groß sind die jeweiligen Gemeinden? Das Ergebnis scheint das zu spiegeln, was auch die Mitgliederzahlen der ZWST aussagen: Etwa die Hälfte der Juden kommen aus großen Gemeinden mit mehr als 2000 Mitgliedern:
groesse_gemeinde

Gemeindegröße
> 2000 54%
1500-1999 1%
1000-1499 5%
700-999 12%
500-699 5%
350-499 4%
200-349 8%
100-199 3%
Keine Ahnung 7%

Einige Befragte haben sogar eine weitere Gemeinde in der Stadt, wie Adass Jisroel, Chabad oder eine liberale Gruppe:

In der Stadt gibt es eine weitere jüdische Gemeinde

In der Stadt gibt es eine weitere jüdische Gemeinde

In den Städten mit größeren Gemeinden gibt es also in der Tendenz auch mehrere Gemeinden. Tatsächlich gibt es Berlin mehrere Gemeinden, in Köln, Düsseldorf und München ebenfalls. In Frankfurt am Main scheinen alle Strömungen unter dem Dach der Gemeinde unterzukommen.

Hier lag es nahe zu fragen, warum jemand sich für eine Gemeinde entschlossen hat oder gegen die Mitgliedschaft (123 Personen haben diese Frage beantwortet):

Warum man Gemeindemitglied ist
Die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk (liest sich vielleicht ein wenig pathetisch) wurde häufiger genannt als Religion. Vielleicht kann das ein Hinweis auf die Veranstaltungen sein, die eine Gemeinde anbieten könnte.

Unter Sonstiges wurde genannt:

  • ohne Mitgliedschaft Nachteile wie höhere Kosten
  • Damit ich durch Wahl versuchen kann, Dinge zu ändern
  • Macht Sinn, da ich in der jüdischen Gemeinschaft aktiv bin.
  • bin da reingeboren
  • Wegen der Beerdigung
  • Gehe zu Chabad, will aber die Gemeinde solidarisch unterstützen

Schauen wir auch, warum man sich gegen eine Gemeindemitgliedschaft entschlossen hat (49 Antworten):
Warum man kein Gemeindemitglied ist
Da gibt es den Punkt »Politik«. Was damit gemeint ist, dürfte den Mitgliedern der Gemeinden bekannt sein: Auseinandersetzungen um den Gemeindevorstand oder Auseinandersetzungen der Mitglieder untereinander. Interessanterweise wurde »Geld sparen« nur in etwa 12% der Fälle genannt.

Unter Sonstiges wurde genannt:

  • keine Gemeinde in der Nähe (mehrfach genannt)
  • Jüdische Gemeinde Berlin bearbeitet Aufnahmeanträge nicht (mehrfach genannt)
  • Gemeindekrieg
  • Persönliche Erfahrungen
  • Ausgetreten. Würde wieder eintreten, wenn ich in den Vorstand kommen könnte.
  • wegen des nicht Akzeptierens meiner nichtjüdischen Ehefrau und Kinder
  • Unterstütze keinen russischen Kulturverein
  • Ausgetreten, weil ich die konservativen Ansichten meiner Gemeinde nicht vertrete
  • Ich nehme sowieso nur an den Hohen Feiertagen an etwas teil

Zur Infrastruktur der Gemeinden – Rabbinerdichte 87 Prozent

Wie sieht es mit der Rabbinerversorgung aus? Gemeint ist natürlich nicht die Versorgung der Rabbiner, sondern die Versorgung mit Rabbinern.
Die Rabbinerdichte scheint bei 87 Prozent zu liegen. Ein Großteil der Mitglieder dürfte also versorgt sein – aber nicht alle Gemeindemitglieder kennen ihren Rabbi vor Ort (172 Personen haben diese Frage beantwortet). Dass 76% (der Aktiven) ihren Rabbiner kennen, scheint kein schlechter Wert zu sein.

Rabbiner in der Stadt

Wie sieht es mit einer Mikwe aus? Der Talmud sagt (Megillah 27a), eine Mikwe sei wichtiger für eine jüdische Gemeinde, als eine Synagoge.
In 71 Prozent der Fälle (170 Antworten) gibt es eine Mikwe. Nur eine kleine Zahl von Nutzern wusste mit dem Begriff nichts anzufangen. Ob die Befragten sie nutzen, wurde nicht abgefragt. Der Fragebogen wollte, um auch beantwortet zu werden, nicht bei allen Themen in die Tiefe gehen.

Es gibt eine Mikwe in meiner Stadt (170 Antworten)

Es gibt eine Mikwe in meiner Stadt (170 Antworten)


Unter dem Tag »Fakten zu Juden in Deutschland« findet man weitere Ergebnisse.

Download der Rohdaten

Download_ Jüdisch in Deutschland (Antworten) Im Idealfall fügt jemand andere Sichtweisen hinzu oder arbeitet andere Zusammenhänge heraus. Eine Adaption von Gemeinden oder Organisation für eigene Zwecke wird ausdrücklich begrüßt. Es wäre natürlich fantastisch, wenn auch diese ihre Daten teilen würden.

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Ergebnisse der Umfrage zum jüdischen Deutschland – wer war dabei? Wie ist die religiöse Zugehörigkeit?

Mitglied einer jüdischen Gemeinde in Deutschland

An der Befragung zum jüdischen Leben in Deutschland haben 173 Personen teilgenommen. Zunächst also ein großer Dank an alle, die sich die sich die Zeit genommen haben, die Fragen zu beantworten. Möglich gemacht haben diese Befragung alle diejenigen, die sie in den sozialen Netzwerken, per Mail und über persönliche Ansprachen geteilt haben.
Zugleich gibt das einen wichtigen Hinweis zu den erfassten Daten. Natürlich wird hier nicht der Anspruch erhoben, repräsentativ für alle Juden in Deutschland zu sein.
Es sind zahlreiche Punkte zusammengekommen, so dass die Präsentation der Ergebnisse in mehrere Teile geteilt wird und hier nacheinander veröffentlicht wird.
Schauen wir uns also die Ergebnisse dieser Umfrage an und beginnen damit, wer sich gemeldet hat und wie es grundsätzlich mit der religiösen Zugehörigkeit ausschaut. Weiterlesen

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Von Amsterdam nach Düsseldorf

von Ariel Palmon (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

von Ariel Palmon (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Rabbiner (Dajan) Raphael Evers aus Amsterdam (Jahrgang 1954) war seit 1990 Rabbiner in den Niederlanden und DAS Gesicht der niederländischen Juden in den dortigen Medien. Nun nimmt er eine neue Herausforderung an: Er wird Rabbiner in Düsseldorf. Am Dienstagvormittag unterzeichnete er seinen Vertrag mit der Jüdischen Gemeinde. Ein Vertreter der Gemeinde kam dafür nach Amsterdam.
Rabbiner Evers wird ab dem 1. September 2016 seine Arbeit aufnehmen.
Das scheint ein riesiger Schritt für den Rabbiner zu sein, denn er ist eng mit der Gemeinde in Amsterdam verbunden. Während seiner Tätigkeit dort hat er viel bewegt. Einige seiner Beiträge erschienen in den größten Tageszeitungen des Landes. Er gilt in der Gemeinde als jemand mit einem umfassenden Wissen über alles was das Judentum betrifft.
Nicht nur deshalb ist er seit 2008 Richter (Dajan) beim Europäischen Bejt Din. Damit dürfte Deutschland (und Düsseldorf) nun einen einflussreichen Rabbiner gewinnen. Vermutlich ein guter Fang für die Düsseldorfer.
Seine Frau Channa kehrt damit nun zurück in das Land aus dem ihre Mutter stammte. Die Mutter wurde nach der Pogromnacht von ihren Eltern in die Niederlande geschickt.

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Schnellrezension – Basiswissen Theologie: Das Judentum

Klaus Dorn - Basiswissen Judentum

2016. Basisinformationen zum Judentum kann man sich zügig zusammenklicken und wenn man Glück hat, dann gerät man an seriöse Quellen. Wenn man Pech hat, sitzt man Falschinformationen aus einer unseriösen Quelle auf. Was für ein Glück, dass es da Experten gibt, die für uns im Meer des Wissens die richtigen Zusammenhänge beleuchten und uns die relevanten Informationen zur Verfügung stellen. Das passiert gerne in Buchform. Für dieses Expertenwissen zahlen die Leser dann auch gern. Das gilt nicht nur für den breiten Markt.

An ein spezielles Publikum, nämlich an Theologen scheint sich das Buch Basiswissen Theologie: Das Judentum von Klaus Dorn zu richten und auf dieses sei an dieser Stelle zwischen all den Einleitungen in Judentum speziell hingewiesen. Es ist im Mai frisch erschienen und zeichnet sich durch ein paar Punkte besonders aus.
Da dies hier eine Kurzrezension ist, kann man leider nicht alles im Detail beschreiben.

Vorweg: Es ist vollkommen in Ordnung, ein Buch aus katholischer Sicht (Paschafest) auf das Judentum zu schreiben, aber es dürfen durchaus einmal Rückgriffe auf Literatur aus erster Hand sein. Der Autor zitiert gerne Hans Küng, der ebenfalls aus zweiter Hand berichtet und arbeitet sich Themen wie Sabbat, Kaschrutvorschriften, Sabbatgebote, Schulchan Aruch, Geographie und Geologie Israels/Palästinas. Gerne wird innerhalb dieser Kapitel andere beschreibende Literatur verwendet und zitiert.

Ein paar Höhepunkte:

  • Das letzte Kapitel über die Geographie und Geologie Israels/Palästinas auf Seite 171 bringt vollkommen unkommentiert auf der ersten Seite des (achtseitigen) Kapitels die (berüchtigte) Karte »Palestinian Loss of Land 1946 to Present« die vorwiegend von BDS-Supportern und Antizionisten zirkuliert wird. Ohne Angabe einer Quelle übrigens.Blick ins Buch Anhand dieser Karte soll in der Regel gezeigt werden, dass Israel eine Politik der ethnischen Säuberung betreibe. So ist sie als Mittel der Propaganda historisch auch nicht besonders aussagekräftig. Von 1948 bis 1967 zeigt die Karte einen palästinensischen Staat der aus dem Gazastreifen und Judäa und Samaria besteht. Der Gazastreifen war aber seit 1948 von Ägypten besetzt und Ostjerusalem, Judäa und Samaria waren noch von Jordanien besetzt. (Siehe auch hier »Antizionistischer Kartentrick«). Von der Bedeutung Israels für das Judentum im Laufe der Jahrhunderte wird hingegen kaum berichtet und die Karte nur lapidar mit »Palästinensische und Israelische Gebiete zwischen 1946 und 2000« unterschrieben. Eine gleiche Karte wurde kürzlich von einem amerikanischen Schulbuchverlag versehentlich abgedruckt und anschließend zurückgezogen.
  • Das Kapitel aus der Beschneidung ist kurz gehalten. Zur Bedeutung für das moderne Judentum erfährt der angehende Theologe kaum etwas. Dabei gäbe es einiges dazu zu sagen. Dafür enthält das Buch einen Verweis auf die jüngste deutsche Diskussion darüber und endet mit dem Bild eines »türkischen Jungen am Tag seiner Beschneidung« auf dem ein, etwa 12 Jahre alter Junge in einer Moschee gezeigt wird. Der Zusammenhang zur Beschneidung am achten Tag erschließt sich dem Leser hier nicht direkt. Es wird nur eine gewisse Gemeinsamkeit angedeutet – jedenfalls könnte der Leser auf die Idee kommen, auch im Judentum beschneide man derartig spät.
  • Im Kapitel über die historische Entwicklung des Judentums begegnet dem Leser eine »Karte der Diadochen« und als Quelle wird »Captain Blood, 2015« angegeben. Was möchte der Autor uns damit sagen? Wer ist Captain Blood?
    Vermutlich wollte der Autor damit eigentlich sagen, dass er eine Karte von Wikimedia Commons verwendet (diese hier). Darauf wird jedoch nirgends verwiesen. An dieser Stelle ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht. Die Karte wurde unter einer Creative-Commons-Lizenz »Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert« veröffentlicht. Das bedeutet eben nicht, dass es ausreicht, den Urheber zu nennen, sondern man muss (deutlich) auf die Weiternutzbarkeit hinweisen. Studenten wären vermutlich dazu angehalten, hier genauere Angaben zu machen. Vom Verlag könnte man verlangen, dass er sauber angibt, woher das Bildmaterial stammt.
  • Auch die Erwähnung der modernen Orthodoxie wird auf den Namen Soloveitchik heruntergebrochen. Ansonsten kaum eine Information zum Hintergrund. Dabei könnte man annehmen, dass gerade Theologen sich vielleicht für die Positionen der einzelnen Gruppen und Strömungen interessieren.

Die Höhepunkte sprechen für sich. Nicht nur das Internet hält Informationszusammenstellungen unterschiedlichster Qualität bereit.

Basiswissen Theologie: Das Judentum
von Klaus Dorn
192 Seiten
utb, 2016
19,99 Euro

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Mehr Fakten über die Juden in Deutschland – Befragung

Online-Befragung

Kürzlich erschien in diesem Blog die allerneueste Statistik der Gemeindemitglieder. Man kann aus ihnen ersehen, wie viele Mitglieder die Gemeinden haben, wie sich die Anzahl der Mitglieder entwickelt und ob es Austritte gab oder Zugänge aus dem Ausland. Das sind natürlich reine Zahlen. Sie erzählen etwas über die Größe der Gemeinden, aber nichts über ihre Entwicklungen.
Wie sehen die Gemeinden heute aus?
Wie möglicherweise in zehn Jahren?
Wohin wird die Reise gehen?
Was denken die Mitglieder über ihre Gemeinden?
Davon haben viele Menschen die man fragt, verschiedene Meinungen. Hört man den Vorsitzenden zu, sind alle ganz glücklich und alles läuft gut. Fragt man jemanden von den Opposition, dann ist alles ganz furchtbar und alle sind unglücklich. Irgendwo dazwischen bewegen sich die Meinungen der Mitglieder. Die sind aber nur ein einziges Mal abgefragt worden. 2002 in Berlin. Die Befragung war sehr interessant und ihre Auswertung ist heute noch lesenswert.
Seitdem hat sich nichts getan. Auch nicht in anderen Gemeinden. Man kann also die Werte nicht vergleichen. Wir können keine Aussage darüber treffen, ob die Mitglieder sich wohlfühlen, ob sie auswandern wollen, ob sie bleiben wollen, ob sie in die Synagoge gehen würden wenn…

Den Versuch einer solchen Befragung gibt es nun. Online. In Zusammenarbeit mit ein paar anderen Interessierten habe ich die Fragen zusammengetragen, die uns allen vielleicht ein runderes Bild verschafft. Es ist klar, dass man mit einer solchen Onlinebefragung nur eine bestimmte Gruppe von Leuten erreicht, aber das ist vielleicht die kritische Gruppe. Diejenigen, die jüdisches Leben gestalten könnten.
Ich lade also alle ein, die Befragung zu teilen und weiter zu reichen. Nur ab einer minimalen Menge von Antworten macht es Sinn, diese zu betrachten. 110 Antworten wären für den ersten Schritt gut. Es dürften gerne mehr werden. Die Daten würden dann entsprechend aufbereitet hier erscheinen, aber die »Rohdaten« wäre dann auch für andere Interessierte zugänglich bzw. würden zum Download bereit stehen. So könnte jeder Interessierte die Daten selber aufbereiten und vielleicht neue Schlüsse ziehen und präsentieren

Die Umfrage verlangt keine Mailadresse oder Identifikation. Die IP der Teilnehmer wird nicht festgehalten. Es können also keine Rückschlüsse auf die Teilnehmer gezogen werden.
Wer die Befragung weiterreichen möchte, kann dies gerne tun, auch ohne Verweis auf diesen Blog. Die Ergebnisse und den Link zum Download der Daten wird es dann hier geben.
Die Befragung wird bis zum 19. Mai laufen und dann schauen wir, ob es ausreichend viele Teilnehmer gegeben hat.

Hier klicken um teilzunehmen.

(Bitte gerne weiterreichen)

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Altneu-Synagoge Prag

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Die Altneu-Synagoge (Schul) in Prag wurde im 13. Jahrhundert erbaut und ist bis heute in Benutzung. Nur während der deutschen Besatzung Prags wurden die Gebete ausgesetzt oder viel besser: mussten ausgesetzt werden. Das dürfte also ein jüdischer Ort in Europa mit der längsten ununterbrochenen Tradition sein. Zudem hat Franz Kafka in der Synagoge zuweilen gebetet. Ein guter Grund, dort zum Ma’ariw zu gehen.

Alt-Neushul and Jewish Town Hall Prague

Die Atmosphäre ist in dem Gebäude ist großartig – wenn die Touristen weg sind und die jüdischen Beter langsam eintreffen. Man hat einen winzigen Einblick in das jüdische Leben Prags. Nicht in das jüdische Prag für Touristen und die Gruppen die sich tagsüber durch den Stadtteil Josefov walzen.
Es riecht alt. Die Sitze an den Seiten des Gebäudes sind aus Holz. Zu jedem Sitz an der Seite gibt es ein Lesepult zum Stehen. Zur Zeit von Ma’ariw kommt entweder der Rabbiner von Prag und mit ihm ein paar Beter und diejenigen, die sich zufällig dort einfinden, oder die Synagoge wird geöffnet und die anwesenden Beter organisieren sich irgendwie selbst. Das funktioniert dementsprechend irgendwie. Die Mischung ist recht bunt. Ein paar tschechische Juden, ein paar amerikanische Expats, ein paar charejdische Touristen aus Israel und Frankreich. Die haben auch während der Gebete fotografiert. Das war ein guter »So-Deutsch-bin-ich«-Test: Mich stört so etwas.

Inside the Old New Synagogue/Altneuschul

Ohne Titel

Inside the Old New Synagogue/Altneuschul

Bemerkenswert ist die Frauenabteilung der Synagoge. Der aufmerksame Betrachter wird schon gesehen haben: Keine Empore, kein Balkon. Wer sich über eine Mechitzah beschwert, sollte mal sehen, wie man hier seit Erbauung des Gebäudes die Geschlechter voneinander trennt.

Aus der Männerperspektive sieht das so aus:
Old New Synagogue/Altneuschul - View to the women's section

Aus der Frauenperspektive so:
View from the women's section of the Altneu-Shul

Rund um den Saal mit der Bimah sind Aussparungen (ähnlich wie Schießscharten) in der Mauer durch die Frauen sehen können, was im Männerbereich vor sich geht. Vor den Aussparungen stehen ein paar Stühle. Bevor jemand fragt: Ja, das wird auch heute noch praktiziert.

Und »Nein« den Golem habe ich nicht auf dem Dachboden gefunden. Es gibt ein Restaurant »U Golema – beim Golem« ein paar Schritte weiter. Aber das ist kein Restaurant mit Bezug zum Judentum. Drinnen steht anscheinend eine Golem-Puppe.

Restauran U Golema Prague

Koschere Restaurants gibt es übrigens einige. Sogar ein koscheres Hotel mit eigener Synagoge und Mikwe.

King Salomon Restaurant Prague

Auch Chabad führt in Prag zwei Restaurants. Darunter eines in einem recht großen Zentrum. Als Besucher hat man allerdings das Gefühl, man bemühe sich dort in erster Linie um israelische Touristen und weniger um andere Besucher.
Jüdischen Reisenden sei also an dieser Stelle empfohlen, Kontakt mit der Gemeinde Prag aufzunehmen oder sich auf ihrer Website zu informieren. Dort findet man eigentlich alle Gebetszeiten für alle Synagogen der Stadt.