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Hochmotivierte Mitglieder warten auf ihren Einsatz

Im Herbst 2019 tat der Zentralrat etwas recht bemerkenswertes: Er lud zu einer Umfrage ein (Details siehe hier). Die Zielstellung könnte man, etwas vereinfacht, vielleicht so formulieren: Wie ist die Haltung derjenigen, die wir erreichen können, zu ihrer oder den Gemeinden insgesamt?

Also weniger eine sozialwissenschaftliche Studie und mehr Einblick in das, was man von den Gemeinden eigentlich »draußen« erwartet und welche Haltung man entwickelt hat. Warum kommt man, wenn man kommt? Warum kommt man nicht? Warum ist man ausgetreten? Warum nimmt man nicht an Veranstaltungen teil?
Und tatsächlich haben 2.716 Personen teilgenommen. Überwiegend Vertreter der Generationen, die demographisch in der Minderheit sind. Also weniger Senioren – das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 48 Jahren. 45 Prozent der Teilnehmer sind in Deutschland geboren worden.

Das ist bemerkenswert. Während man in den europäischen Nachbarländern nicht einmal weiß, wie viele Gemeindemitglieder im eigenen Dachverband organisiert sind (siehe Schweiz), kennt man recht konkrete Details zur jüdischen Demographie – zumindest für die Gemeinden, die im Zentralrat organisiert sind. Nun kommen weitere Daten hinzu.

Was ist bemerkenswert? Mehrere Punkte

Gleich mehrere Punkte sind bemerkenswert.
Beginnen wir mit einem positiven Aspekt:
Zwei Drittel aller Befragten würden gerne (mehr) aktiv in einer Gemeinde mitarbeiten. Das ist ein enormes Potential.
Die Gegenfrage liegt nahe: Warum denn dann nicht?

Die Antwort gibt ein anderer Aspekt (möglicherweise): Nur 18 Prozent der befragten (derzeitigen) Gemeindemitglieder haben das Gefühl, sie hätten Einfluss auf die Entscheidungen innerhalb einer Gemeinde. Eine Mehrheit gibt an, dass ihre Stimme überhaupt kein Gehör in der Gemeinde findet.
41 Prozent der Gemeindemitglieder geben an, dass sie nicht an Veranstaltungen teilnähmen, weil sie Probleme mit anderen Personen in der Gemeinde hätten.

Partizipation in der Gemeinde, Abbildung Zentralrat der Juden in Deutschland, infas

Es lässt sich also behaupten: Die Leute wollen mitmachen! Die Leute wollen sich engagieren. Da ruht also richtig viel Potential.
Dazu passt, dass sich 47 Prozent der ehemaligen Mitglieder eigene jüdische Räume schaffen und immerhin noch 35 Prozent derjenigen, die Mitglieder sind, ebenfalls tun. Hier könnten Gemeinden vielleicht ansetzen?

Strömungen Die alte Frage

Wer ist orthodox, wenn »Ja«, wie sehr?
Die Umfrageergebnisse erlauben es, innerhalb der Strömungen zu differenzieren. »Ja, orthodox und observant« oder» Ja, traditionell und observant« oder eben »traditionell und nicht observant«. Demnach wären 15 Prozent der Gemeindemitglieder orthodox, 37 Prozent »traditionell« und 27 Prozent liberal. Dann gibt es noch die »feuilletonistischen« Jüdinnen und Juden (»kulturell«) mit etwa 16 Prozent. Bei den Nichtmitgliedern und ehemaligen Mitgliedern ist die Zusammensetzung etwas anders. Hier findet man mehr Jüdinnen und Juden, sie sich über die »Kultur« mit dem Judentum identifizieren. Interessant wäre es, Veränderungen hier nachzuverfolgen. Überraschend ist, dass die Zahlen recht nah an diejenigen herankommen, die hier im Blog 2016 erhoben wurden (siehe hier). Die Einheitsgemeinde ist also wichtiger als noch vor Jahren. Wie religiöse Konfliktfelder moderiert werden, wird also eine Aufgabe für Gemeinden bleiben. Moderation und Heimat für alle und nicht Parteinahme wäre vermutlich ein wichtiger Aspekt der Zukunft.

Wer kann erreicht werden? Wenig Schnittstellen

Vorsicht Metaphernhagel: Es liegt auf der Hand, dass nur Menschen teilnehmen konnten, die irgendwie noch im jüdischen Orbit unterwegs sind. Sie müssen nicht auf dem Planet Gemeinde wohnen, aber noch irgendwie eine Verbindung haben. Offenbar ist die Jüdische Allgemeine das Medium mit der größten Reichweite.

Genützte Medien, Abbildung Zentralrat der Juden in Deutschland, infas

Bemerkenswert ist aber, dass die Jüdische Allgemeine stärker außerhalb der Gemeinde genutzt wird. Das gilt für fast alle Medien – mit Ausnahme des Blatts »Zukunft« des Zentralrats (gibt es das außerhalb der Gemeinden überhaupt?).
Was also vielleicht noch immer fehlt, ist ein Medium, das auch diejenigen erreicht, die schon recht weit weg sind. Eines, das vielleicht Interesse weckt. Schwierig.

Erstmals wahrgenommen Vaterjüdinnen und Vaterjuden

Es ist auch nach denjenigen gefragt worden, die in Deutschland nicht Mitglieder eine jüdischen Gemeinde werden können: Denjenigen, die einen jüdischen Vater haben, aber keine jüdische Mutter. Von 622 Nichtmitgliedern waren das 29 Prozent, also etwa 180 Personen. Von ihnen haben 88 Prozent angegeben, dass sie in eine Gemeinde eintreten würden, wenn es ihnen ermöglicht werden würde – wir erinnern uns – diese Befragung wurde von Menschen ausgefüllt, die sich noch im jüdischen Orbit befinden. 72 Prozent würden übertreten, wenn der Übertritt vereinfacht werden würde und immer noch 62 Prozent würden bei einem transparenten Prozess übertreten (also schwierig, aber transparent).
Interessant wäre hier die Frage, wie groß die Gruppe eigentlich wäre?
Bei der Beantwortung dieser Frage könnte die Studie »Jews in Europe at the
turn of the Millennium« von Sergio DellaPergola (dem Großmeister der jüdischen Demographie) aus dem Oktober 2020 helfen.
Er gibt die »Core Jewish Population« (jüdische Eltern) von Deutschland mit 118.000 Personen an. Die »Jewish parent(s) population« (mindestens ein jüdischer Elternteil) beziffert er mit etwa 150.000. Wenn man von dieser Zahl die »Core Jewish Population« ab und etwa 2.000 Konvertiten, dann erhält man die beeindruckende Zahl von etwa 30.000. Hier ist offen, was mit diesen Erkenntnissen in Zukunft passieren wird.

Kurzes Fazit Jüdisches zuhause gesucht

Die Aussagen aus der Studie legen den Schluss nahe, dass viele Jüdinnen und Juden ein »jüdisches Zuhause« suchen und sich das durchaus in einer Gemeinde wünschen. Fällt dieses »Zuhause« weg, orientieren sich viele Menschen um und schaffen sich Räume dafür selber. Man kann hoffen, dass dies gehört wird und in Zukunft erneut abgefragt wird, ob es hier Schritte gegeben hat. Hoffentlich werden diese dann erfolgreich gewesen sein.
Die Auswertung wird von konkreten Hinweisen abgeschlossen. Was wäre nun zu tun? In Kürze: Zuhören, Zugehörigkeit, Beziehungen, Jüdische Bildung, Transparenz, Vernetzt denken, Zukunftsvisionen.

Und ja: Es wird Verantwortliche vor Ort geben die das vom Tisch wischen. Es wird diejenigen geben, die sich aussuchen möchten, mit wem sie in den Gemeinden etwas machen möchten, aber es wird auch viele geben, die in die richtige Richtung gehen und Zukunft gestalten und nicht in der Verwaltung und im Rückschritt verharren wollen. Hier wird sich zeigen, wer Gestalter ist und wer Strukturen nutzt, um Selbstbestätigung zu finden.

Die Studie steht hier zum Download und zur Ansicht zur Verfügung. Hier findet man alle Details gut aufbereitet.

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Im Andenken an Rabbiner Jonathan Sacks

Der Tod von Rabbiner Jonathan Sacks (sel. Ang.) am 7. November 2020 war ein großer Verlust, nicht nur für Großbritannien, sondern für die gesamte »englischverstehende« Welt. Kaum jemand hat es verstanden wie er, jüdische Inhalte in dieser und in diese Zeit zu präsentieren.
Die United Synagoge hat am 19. November ein Memorial gestreamt. Dieses kann man sich hier bei YouTube anschauen und die 70 Minuten sollte man sich nehmen.

Man hört Wegbegleiter, Familie und Menschen, die er beeinflusst hat. Eingebettet ist ein beeindruckender Einblick in die Slichot in der Hampstead-Synagogue. Die Draschah von Rabbi Sacks zu diesem Anlass kann man sich hier anschauen.

Das Video geht übrigens nach dem Abspann weiter mit einer Botschaft für Chanukkah.

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So nah – fast schon Freunde

Ach, siehe da. Antisemitismus eint die katholische und die evangelische Kirche.
Ist das nicht ein schöner, polemischer, Beginn?
Jetzt nehmen wir ein wenig Hitze raus und schreiben, um was es geht. Beide Kirchen wollen etwas gegen Antisemitismus tun. Das ist nicht neu. Neu ist aber, dass man nun zum Mittel des Plakats greift. Eine Kampagne soll sich insbesondere an Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen wenden und hier diejenigen abholen, die innerhalb der Gemeinden antisemitisch denken – das soll es ja auch geben.

Jüdisches und fremdes

Es steht im Allgemeinen bei Wohlmeinenden die Vermutung im Raum, dass »jüdisches« fremd ist oder einigen Leuten »fremd« vorkommt. Um dem zu begegnen, will man diesen Eindruck abbauen. Judentum soll nicht länger etwas fremdes sein.
Das ist nicht zu verwechseln mit den Initiativen , die Berührungsängste abbauen wollen und Begegnungen ermöglichen. Die (jüdische) Initiative Meet a Jew soll dabei helfen, dass auch jüngere Leute mal einen jüdischen Gesprächspartner erleben und vielleicht etwas länger überlegen, bevor sie etwas nachplappern. Andere machen kleinere Filme, bauen Instagram-Profile auf und zeigen, was Jüdinnen und Juden so machen. Diese Aktionen sind Bausteine eines größeren Konzepts. Ausschließlich darauf zu setzen, könnte in die falsche Richtung weisen. Denn wir wissen: Auch Leute, die tatsächlich Jüdinnen und Juden kennen, können Antisemiten sein. Antisemitismus ist nicht immer nur ein Mangel von Information. Nie war es übrigens einfacher als heute, sich zu informieren. Jüdinnen und Juden haben Jahrhunderte neben ihren nichtjüdischen Nachbarn gelebt, die deutschen Juden galten kurz vor der Schoah als »assimiliert« und dennoch war es nur ein kleiner Schritt, sie wieder auszugrenzen. Aber wir schweifen ab.

Was wäre also der nächste Move? Nehmen wir den Menschen die Angst vor dem, was sie nicht kennen, oder machen wir das Fremde weniger fremd?Die Kirchen haben sich, anscheinend jedenfalls, für die letzte Option entschieden und das hat Konsequenzen. Wenn man die zu tragen bereit ist: Alles gut.

Plakatmotiv Sukkot
Plakatmotiv Sukkot der gemeinsamen Aktion der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Es sollen, wie man oben am Motiv zu Sukkot sehen kann, Gemeinsamkeiten herausgestellt werden. Der Claim lautet

#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst

Das bringt eine Reihe von Problemen mit sich. Das offensichtlichste ist: Die Feste sind nicht vergleichbar. Na klar, man kann eine Botschaft extrahieren und diese dann betonen, es bleibt aber der Eindruck hängen, Sukkot sei »das jüdische Erntedankfest«, so wie Pessach häufig als das »jüdische Ostern« beschrieben wird.

Plakatmotiv Sukkot der gemeinsamen Aktion der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Um interkulturelle Kompetenz zu stärken, ist das genau der falsche Schritt. Zu »lernen« etwas in sein eigenes System von Schubladen zu quetschen, dürfte nicht sehr tragfähig sein. Letztendlich wird hier die eigene Normativität unterstrichen: Schmuel Normaljude feiert ähnliche Feste wie ich – also ist er fast wie ich oder meine Gruppe – also ist er gut.
Wäre er anders als ich, wäre er also schlecht?
Von der »Dignity of Difference« von der Rabbiner Lord Jonathan Sacks (seligen Angedenkens) so häufig schrieb und sprach, bleibt hier nichts mehr.
Es ist doch das zentrale Problem derzeit, dass »Anderssein« nicht ertragen werden kann und nicht ertragen werden will. Das zu erlernen, ist aber schmerzhaft und diesen Schmerz will niemand so recht auslösen.

Antisemitismus oder Antijudaismus?

Noch etwas: Die Kampagne zielt auf »Religion« ab und das beschreibt das Judentum nur sehr unzureichend. Judentum ist nicht nur »Religion« und Antisemitismus ist nicht nur Antijudaismus. Antisemitismus kommt sogar ohne Juden aus. Er bezieht sich auf etwas, das man für jüdisch hält und für jüdisch erklärt, wenn man Antisemit ist.

Im Augenblick könnte dies der Einstieg in einen Diskurs sein. Der polemische Auftakt zu diesem Artikel hat vielleicht gewirkt und ein oder zwei Leser weiterlesen lassen. Vielleicht eingängiger als ein rundherum freundlicher Auftakt. Vielleicht könnte man auch hier ein wenig mutiger sein und nicht nur kuschelig. Wenn alle es gut finden und nicht aneckt, wird es vielleicht keine Emotionen auslösen und deshalb niemanden so richtig berühren.

Alle Plakate kann man sich hier anschauen.
Pressemitteilungen der Kirchen zur Aktion.

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Wie viele Juden gibt es bei der Bundeswehr?

Irgendwann stand da diese Zahl im Raum. 300.
300 Juden und/oder Jüdinnen gäbe es bei der Bundeswehr. Meine erste Reaktion darauf war: Es für unrealistisch zu halten. Diese Zahl erschien mir recht hoch.
Aber die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium sind keine kleinen Einrichtungen. In der Regel kann man davon ausgehen, dass die Angaben valide sind.

Wie sich jetzt herausgestellt hat, weiß niemand so genau, woher die Zahl stammt. So zuletzt ein Artikel in der taz. Ist sie realistisch?

Versuchen wir uns mal an einer Beispielrechnung, die so lange valide ist, bis jemand eine andere vorlegt.

Eckdaten Wie viele Soldaten gibt es derzeit?

Grundlegend für jedes Spiel mit den Zahlen ist, dass wir ein paar Eckdaten erfassen. Also schauen wir, wie viele Soldatinnen und Soldaten es derzeit überhaupt gibt. Die Bundeswehr kann dazu eine sehr genau Aussage treffen (Stand August 2020): 184.258 Soldatinnen und Soldaten (Quelle, bundeswehr.de) – Zeitsoldaten, freiwillige Wehrdienstleistende und Berufssoldaten sind mit dieser Zahl erfasst.

Zwischenstand Vergleichen wir die Zahlen

300 von 184.258 wären 0,16 Prozent. Ein schneller Vergleich mit der Einwohnerzahl Deutschlands und der Größe der jüdischen Bevölkerung hilft uns zu schauen, ob das Verhältnis passt. In Deutschland sind 94.771 Menschen Mitglieder einer jüdischen Gemeinde. Wenn wir davon ausgehen, dass nicht alle Jüdinnen und Juden Mitglieder einer Gemeinde sind, müssen wir noch ein paar hinzurechnen. Eine etwas zu hoch gegriffene Zahl dient erst einmal als Hilfe: 130.000 Menschen. 130.000 von 83 Millionen Einwohnern (2019) sind 0,16 Prozent. Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht und mit dem Anteil an der Gesamtbevölkerung gerechnet! 0,16 Prozent passt ziemlich gut zusammen. Aber die Bundeswehr repräsentiert in ihrer Zusammensetzung gar nicht die Gesamtbevölkerung!

Die endgültige Zahl? Natürlich nicht

Also ist das nicht die »letzte Zahl«. Es wäre möglich, ein paar weiche Argumente vorzubringen: Als es die Wehrpflicht noch gab, mussten nicht alle jüdischen Jungs einrücken. Oder: Die Bundeswehr als Nachfolgeorganisation der Wehrmacht wäre kein geeigneter Ort für eine Jüdin oder einen Juden. Bevor man diese Karte zieht, gibt es noch ein paar andere Zahlen, die man beachten sollte.

Wie viele Jüdinnen und Juden könnten überhaupt Dienst an der Waffe leisten?
48% (mehr zu diesen Zahlen hier) der Jüdinnen und Juden aus den Gemeinden sind über 61 Jahre. Diese müssten wir herausrechnen. Bei den Leuten außerhalb der Gemeinden dürfte die Altersverteilung ähnlich ausschauen. Ziehen wir diese also ab: 48% von 130.000 sind 62.400.
Dann blieben noch 67.700 potentielle Kandidaten übrig. Kinder und Jugendliche müsste man auch noch abziehen. Also einigen wir uns auf 60.000. Dieses auf die Gesamtbevölkerung gerechnet, wären dann nur noch 0,07 Prozent. Das auf die Bundeswehr hochgerechnet, wären ungefähr 129. Gibt es also schätzungsweise 129 Jüdinnen und Juden bei der Bundeswehr?

Man kann behaupten, dass ein großer Anteil der Gemeindemitglieder einen »Migrationshintergrund« hat. Als Bürger mit Migrationshintergrund gilt man, per Definition, wenn noch ein Großelternteil nicht in Deutschland geboren wurde. Eine optimistische Schätzung aus dem Jahr 2016 sagt, dass 26% aller Soldatinnen und Soldaten einen Migrationshintergrund haben (Quelle, faz.net). Hinzu kommt: Nicht alle Gemeindemitglieder haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Ohne deutsche Staatsbürgerschaft ist ein Dienst bei der Bundeswehr nicht möglich (Soldatengesetz §37). Das schmilzt den Kreis weiter herunter. Als optimistische Schätzung stelle ich nun 100 in den Raum. Es könnte 100 jüdische Soldaten bei der Bundeswehr geben. Vermutlich sind es noch weniger, wenn man die Altersklassen noch weiter unterteilt. Vermutlich wären sie nicht älter als 35. Wieder würde die Zahl weiterschrumpfen.
Das ist übrigens kein Grund, keine Rabbiner bei des Bundeswehr zu haben, die sich um die Soldatinnen und Soldaten kümmern. Grundsätzlich sollte die Armee eines demokratischen Staates die Seelsorge für alle Soldatinnen und Soldaten gewährleisten können. Die Zahl der einrückenden Rabbiner (zehn) erscheint vor diesem Hintergrund jedoch etwas zu großzügig dimensioniert.
Zehn neue Rabbiner bei der Bundeswehr würde also die Zahl von Jüdinnen und Juden bei der Bundeswehr um mindestens 10% anwachsen lassen.

Die Mitteilung der Bundesregierung zum entsprechenden Staatsvertrag (hier zu finden) zeigt übrigens als Symbolbild einen Rabbiner von Chabad. Vermutlich wird aber Chabad hier nicht beteiligt.

Militärbundesrabbiner Neue Stelle

Es gibt aber eine neue Stellenbezeichnung, den »Militärbundesrabbiner« (siehe Text im Bundesgesetzblatt). Sicher eine Position und Stellenbezeichnung, die dem Inhaber die Türen zu den verschiedensten Medienterminen jetzt schon öffnen.
Die Rabbiner werden durch den Zentralrat berufen werden und keine Angestellten des Bundes sein.

Reservisten Nicht betrachtet

In den Zahlenspielen spiegeln sich die Reservisten übrigens nicht wieder. Das ist eine recht große Gruppe von Personen und anscheinend können die Militärrabbiner auch diesen Kreis betreuen. Die Zahl 300 bezieht sich aber zunächst auf die Soldatinnen und Soldaten (Quelle, bundeswehr.de) – Zeitsoldaten, freiwillige Wehrdienstleistende und Berufssoldaten.

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Genesis Prize

Seit ein paar Wochen erhalte ich aus verschiedenen Richtungen die Aufforderungen, doch nun bitte mal für den »Genesis Prize« abzustimmen. Meine Stimme zähle.
Aha.
Der »Genesis Prize« sei der »jüdische Nobelpreis« steht da oft in Anführungszeichen.
Ist er nicht. Der Nobelpreis ist eigentlich der Preis für besondere Verdienste. Menschen, die ihr gesamtes Leben der Erforschung einer speziellen Sache gewidmet haben, erhalten einen Preis. Vollkommen verdient. Die Dotierung ist dementsprechend angemessen.
Der »Genesis Prize« wird an Leute verliehen, die ohnehin schon bekannt sind und über, davon ist jedenfalls auszugehen, ausreichende liquide Mittel verfügen. Der Milliardär Robert Kraft (der CEO der Kraft-Gruppe), Michael Douglas oder Natalie Portman sind nicht die ärmsten Menschen, die sich für das Judentum einsetzen. Vor allem: Sie können es sich leisten.
Die »Fallhöhe« ist klein. All diejenigen, die täglich kleine oder große Projekte mit hohem persönlichen Einsatz organisieren, kommen in dieser Welt gar nicht vor.
Schon einmal von  Mordechai Mandelbaum und Alexander Rapaport gehört? Sie haben Suppenküchen in den USA organisiert (masbia.org). Es gibt in zahlreichen Ländern mutige Menschen, die sich gegen Antisemitismus wehren und dabei mehr als nur ein paar Prozent ihres Einkommens riskieren. Die Leute vom Jüdischen Hospiz Amsterdam investieren viel Zeit und Geld dafür, dass Jüdinnen und Juden in Würde sterben können. Man könnte die Liste lange lange fortsetzen.
Der »Genesis Prize« ist für diejenigen interessant, die jüdisch sind und bereits über viel Geld oder Einfluss verfügen und natürlich für diejenigen, die ihn vergeben. Sie partizipieren daran.
Übrigens: Ja, das Preisgeld wird in der Regel gespendet. Man könnte sich vielleicht einfach das ganze Drumherum sparen und statt dessen das gesparte Geld auch noch für kleine Projekte spenden.

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Überraschende Statistik aus der Schweiz

Die Synagoge in Zürich (Löwenstrasse) – Roland zh, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Dden Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen nicht nur auf Deutschland zu richten, kann hilfreich sein, um Vergleiche zu ziehen und allgemeine Trends erkennen zu können. Es kann jedoch auch hilfreich sein zu schauen, was in anderen Ländern getan wird, um Mitgliederrückgänge vielleicht zu verhindern. Ein Blick in die Schweiz scheint da interessant zu sein. Der Blick in die Schweiz hält jedoch eine Überraschung bereit.

Ohne spoilern zu wollen: Im Gegensatz zur Schweiz, ist Deutschland viel weiter. Zumindest mit Blick auf die Zahlen. Der SIG (Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund) hat nämlich keine demographischen Daten. Das berichtete Tachles am 16. Oktober 2020 unter der Überschrift »Gemeindejudentum und seine Grenzen«. Fest steht lediglich, dass es zwei Dachverbände gibt: Den SIG und die Plattform der Liberalen Jüdischen Gemeinden der Schweiz (PLJS) – beide gemeinsam würden etwa 35 Prozent der rund 50.000 Juden der Schweiz vertreten und auch diese Zahlen stammen aus dem Jahr 1997. Nur ein Drittel der Juden in der Schweiz gehören also den Dachverbänden an. Bei einer Volkszählung im Jahr 2000 hätten 17.914 Personen angegeben, jüdisch zu sein.

Und wie sieht es innerhalb der Gemeinden des Dachverbandes aus? Auch hier unklare Zahlen: Die gibt es nicht. Der Dachverband kann darüber keine Auskunft erteilen. Denn die Gemeinden zählten unterschiedlich: Für einige Gemeinden zählten Einzelpersonen ohne Familie, aber auch Ehepaare jeweils als ein Mitglied, bei anderen würden ganze Familien als einzelne Mitglieder aufgeführt. Grob kann man also sagen, dass viele Gemeinden die »Haushalte« erfassen.

Kein Wachstum wohl eher Rückgang

Der Tachles-Artikel zieht aber einen weiteren Bogen und berichtet von Ralph Weill, der auch externe Zahlen betrachtet hat, um herauszufinden, was in Deutschland die ZWST recht sicher erfasst. So fragte man beim israelischen Büro für Statistik an, wie viele Jüdinnen und Juden aus der Schweiz nach Israel eingewandert sind und erfuhr, dass es seit 1990 etwas etwa 1.500 Personen Personen waren.

Er berichtet weiter, dass 60 Prozent der Eheschließungen von Jüdinnen oder Juden mit einer nichtjüdischen Person geschlossen werden würden. Die Gemeinde die Israelitische Gemeinde Basel schrumpfte im laufenden Jahrhundert um ein Drittel (! und das obwohl die Gemeinde offensiv um Mitglieder wirbt), die Israelitische Gemeinde Kreuzlingen löste sich gar auf. Wachstum hingegen gäbe es bei der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich und der Communauté Israélite de Genève (Genf). Zürich bliebe stabil mit 2.500 Mitgliedern (Haushalte? Personen?).

Die Situation scheint also der deutschen zu ähneln, allerdings gibt es in Deutschland mehr Zahlen (überhaupt verlässliche), um Maßnahmen zu begleiten oder überprüfen zu können. Vermutlich sollte man das auch in der Schweiz ins Auge fassen und betrachten, wie überhaupt die demographische Situation ausschaut.

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Rezension: Antisemitismus in der Sprache

Ronen Steinkes Buch kommt offenbar genau zur richtigen Zeit. Es beginnt (ja, jetzt erst) eine gewisse Sensibilisierung für den Sprachgebrauch. Das hat natürlich auch mit Debatten zu tun, die in erster Linie nichts mit dem Judentum zu tun haben. Man hat begonnen sich zu fragen, welche Begriffe man »noch verwenden darf«, jedenfalls dann, wenn die Autorin oder Autor gruppenbezogene Beleidigungen gerne vermeiden möchte.
»Draußen« herrscht dementsprechend eine regelrechte Orientierungs- oder Hilflosigkeit, wenn es um jüdische Themen geht. Darf man »Jude« schreiben? Sind es israelische, israelitische oder jüdische Kultusgemeinden? Was sagt wer zu wem? Warum ist es seltsam, wenn man jemanden ein frohes »Passahfest« wünscht?

Mit seinem Essay reicht Ronen Steinke all denen die Hand, die hilflos durch die Gegend irren. Dementsprechend begeistert reagierte die Öffentlichkeit, auch die jüdische, auf den Text. Ein Essay ist es, weil der Text nicht wirklich umfangreich ist. Der Text ist recht übersichtlich. 

Eine gute Systematisierung

Ronen Steinke ist es gelungen, den gesamten Themenkomplex »Antisemitismus in der Sprache« in überschaubare Bausteine zu unterteilen. Wortkombinationen etwa. Das Wort Jude sollte eigentlich neutral oder normal verwendbar sein, aber in der Kombination mit Mädchen, also Judenmädchen, dann haben wir schnell etwas mit einer negativen Konnotation.

Es gibt auch den Komplex »Eindeutschungen« in dem es um Wörter wie »Sabbat« oder »Passah« geht. Hier offenbart sich aber eine Schwäche von Steinkes Argumentation: Sie beleuchtet den heutigen Gebrauch und öffnet einige historische Rückblicke, aber das alles begegnet uns auf einer emotionalen Ebene und nicht immer auf einer Sachebene – die zudem auch (nicht ausschließlich) benötigt wird. Es geht also eher darum, wie einige (von vielen) etwas wahrnehmen (mit ausführlichem Namedropping, von ihm geschätzter, jüdischer Autorinnen und Autoren), als weniger darum, woher welcher Begriff stammt und wie wir damit vielleicht in Zukunft umgehen könnten. Damit kein Missverständnis entsteht: Beides zusammen macht die Geschichte rund.

Im Kapitel »Sabbat« erfahren wir zwar, dass deutsche Ortsnamen für Städte außerhalb des deutschen Sprachgebiets mitunter verwendet wurden, um einen politischen Herrschaftsanspruch zu markieren – aber das war natürlich nicht ausschließlich der Fall. Mitunter hat es einfach mit Sprachgeschichte zu tun. Da kann es sein, dass der Name der Stadt es vom Lateinischen in die jeweilige Landessprache anders geschafft hat, als im Nachbarland. Anders natürlich bei Königsberg. Natürlich hieß die Stadt früher so, aber heute heißt sie Kaliningrad. Nur wenige nennen Chemnitz heute noch Karl-Marx-Stadt. Natürlich soll darüber etwas ausgedrückt werden. Da wäre es interessant gewesen zu erfahren, warum der Schabbat in Deutschland uns häufig als Sabbat begegnet. War es vielleicht Luther, der die lateinischen oder griechischen Begriffe für seine Übersetzungen verwendet hat? Tatsächlich stammt die Übertragung aus der Septuaginta. Die hat sabbaton. Jedenfalls liegt der Ursprung in einer christlichen Übertragung der Wörter in einer zurückliegenden Zeit. Luther war übrigens, anders als man uns das heute gerne glauben lassen würde, kein besonders guter Kenner der hebräischen Sprache. Und warum ist es in Deutschland problematischer Sabbat zu verwenden, als im Englischen »Sabbath«? So steht es auf den Bänden des charedischen Artscroll-Verlages.
Hier wäre eine Differenzierung hilfreich gewesen. Es gibt vielleicht doch einen Unterschied in der Kommunikation über das Judentum zwischen Deutschland, oder dem deutschen Sprachraum und der englischsprachigen Welt? Dort gibt es natürlich die Kommunikation untereinander und die Kommunikation mit der Welt außerhalb der jüdischen Welt.

Ähnlich verhält es sich mit dem Kapitel über Identitäten. Herkunft oder »Glaube«? Glaube in Anführungszeichen, weil der Begriff der Religion auf das Judentum nicht so einfach anwendbar ist, oder gar nicht anwendbar ist, denn der Begriff selber ist ein christlicher und spiegelt dementsprechend auch christliches Selbstverständnis wider. Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln ist essentiell, wenn man sich für das Miteinander interessiert.

Das »Pflichtprogramm« des Buches ist für jede Person wichtig, die sich sprachliche Strukturen vor Augen führen möchte. Natürlich ist der Begriff »Altes Testament« nicht richtig, wenn man mit Jüdinnen und Juden ins Gespräch einsteigt. Auch das Thema »Auge um Auge« wird kurz gestreift. Aber der Themenkomplex »alttestamentarisch«, der immer und immer wieder auch in großen Medien bemüht wird, wird leider ausgespart. Die altbekannten Formen der Metonymie werden nur kurz angerissen, wären aber für schreibende Leserinnen und Leser eine wichtige Handreichung gewesen. Also: »Ostküsten-Kapitalisten«, oder »Hochfinanz«. Das könnte auch weniger sensiblen Leserinnen und Lesern dabei helfen, aktuelle Memes zu entschlüsseln.

Fazit

Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit! Und vielleicht die Grundlage für eine etwas ausführlichere Handreichung mit konkreten Handlungsempfehlungen für eine Sprache, die nicht ausgrenzt. Die Bestandsaufnahme haben wir jetzt vorliegen.

Ronen Steinke
Antisemitismus in der Sprache. Warum es auf die Wortwahl ankommt.
Duden Verlag 2020
55 Seiten
Preis: 8 Euro in DE, 8,30 Euro in AT

Notiz

Keine Phrasen – Reaktionen

Es gab Reaktionen auf den Beitrag »Reaktionen auf Antisemitismus-Bingo«. Es scheint Einigkeit darin zu bestehen, dass es ein Ende der Phrasen geben muss.
Mit dem Deutschlandfunk habe ich genau darüber gesprochen. Das Interview kann man hier nachlesen und nachhören: deutschlandfunk.de.
Die ZEIT hat das Thema aufgegriffen und mit »Phrasen schützen niemanden« einen Meinungsartikel veröffentlicht.

Artikel

Reaktionen auf Antisemitismus-Bingo

Der Anschlag von Halle jährte sich fast gerade und nun kam in Hamburg ein weiterer Übergriff auf einen Synagogenbesucher hinzu. Die Herausforderung für die Politik war dementsprechend groß: Wie würde man adäquat darauf reagieren? Die Herausforderung lautete: Darauf reagieren ohne die Phrasen »ein Angriff auf uns alle«, »wehret den Anfängen«, »… darf nicht toleriert werden« zu verwenden. Dieses Mal war eigentlich etwas konkretes gefordert. Leider war es dieses Mal wieder Phrasenzeit. Phrasen, die eigentlich hinlänglich bekannt sein sollten – sollte man meinen. Also Jüdinnen und Juden kennen sie. Deshalb wird es Zeit für eine vereinfachte Version von Bingo (Spielplan kann man sich unten herunterladen).

Jüdinnen und Juden können dieses Bingo spielen, indem sie die auftauchenden Phrasen markieren. Natürlich sind sie im Vorteil, sie haben das alles schon sehr oft gehört. Die Regeln sind gelockert. Wer vier Kästchen markiert, hat verloren und kann sicher sein: Hier wird konkret überhaupt nichts passieren. »Ein Angriff auf uns alle…« hat den Status »Ultraabgegriffen« und zählt doppelt.

Politikerinnen und Politiker können dieses Bingo spielen, indem sie schauen, welche Phrase in ihrer Rede auftaucht. Hat man einen Treffer, dann wird dringend empfohlen, entweder ehrlich zu sagen: »Ich weiß jetzt auch nicht weiter« oder lieber etwas konkretes zu tun. Wenn das nicht geht: Warten, bis einem etwas einfällt.

Zu Hamburg noch ein Satz

Für Hamburg wurde im Februar 2017 eine Meldestelle für antisemitische Vorfälle gefordert. Die CDU forderte »Juden müssen sich hier sicher fühlen«. Dafür sollte natürlich auch ein wenig Geld in die Hand genommen werden. Wenn die Gesamtgesellschaft ihre Verantwortung ernst nimmt, dann wäre es von der Forderung nach einer solchen Meldestelle ein kurzer Weg zur Umsetzung. In Hamburg war es jedoch nicht so. Dort beriet sich der Sozialausschuss und der Plan wurde nicht zur Umsetzung angenommen. Mit den Stimmen von SPD und Grünen. Die beiden (in Hamburg) damals regierenden Parteien waren der Meinung, eine »Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt« reiche aus. Dabei hat die einen anderen Fokus als der Vorschlag der CDU Hamburg (siehe Post von 2017 dazu: Gegen Antisemitismus? Ach nö Digga).

Update

Über Twitter (Danke @SexyKroellwitz) gab es noch eine Ergänzungen:
»…ist ein Weckruf…«, »…war ein Alarmzeichen…«, »… in unserer Stadt ist für Antisemitismus kein Platz…« und »…Versöhnung…«. Diese Punkte sind in Version 2 eingegangen. Die gibt es unten ebenfalls zum Download_

Bingo herunterladen? Kann man hier:

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Virtuelle Gäste zu Sukkot

Kiddusch für Sukkot (beim Ba’al haBlog)

Seitdem es einen Film namens »Uschpisin« gibt, findet man jede Menge Material darüber und immer weniger über diesen Brauch von Sukkot.

Für die Jüdische Allgemeine habe ich aufgeschrieben, dass man ihm – in Zeiten von Corona – eine neue Ebene hinzufügen kann, aber natürlich auch, woher der Brauch kommt.

Den Artikel kann man im Volltext hier lesen: Jüdische Allgemeine – Virtuelle Gäste